Ran an die Zielgruppe:
Buchtrailer auf YouTube
Mehr Aufmerksamkeit für Bücher – dank YouTube: Mit kurzen Clips werben Verlage im Internet um Leser. Wir zeigen drei Beispiele von Rowohlt und Kiepenheuer & Witsch.
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Alle 13 Artikel zum Thema Bücher auf medienlese.com:

Ernst Solèr in der Berta-Bar am Zürcher Idaplatz, Mai 2004 (Bild Peter Sennhauser)
Sie ist etwas körnig und hat keinen ganz klaren Fokus, und grade damit zeigt diese Aufnahme jenen Ernst Solèr, den ich kannte. Am liebsten ein bisschen abseits, unaffektiert selbstbewusst, nachdenklich in seiner ureigen vergnügt-sarkastischen Art. Solèr, der zu allem eine Meinung hatte, sich aber standhaft weigerte, diese, sich selbst oder die Welt zu ernst zu nehmen:
Die gigantische PR-Aktion zum Verkaufsstart von “Devil May Care” in Großbritannien verspricht natürlich ein großartiges, intelligentes, gut geschriebenes Werk. Niemand soll auf die Idee kommen, Bond-Buch-Girl Tuuli Shipster und grimmige Marines sollten vom exquisiten Inhalt des Buchs ablenken und für die Aufmerksamkeit sorgen, die dem Schnellschuss-Krimi ansonsten mangels Substanz verwehrt geblieben wäre.
In nur sechs Wochen soll Sebastian Faulks den neuen Bond-Krimi “Devil May Care” heruntergeschrieben haben – in bester Tradition des verstorbenen Bond-Vaters Ian Fleming, der pro Tag 2000 Wörter schrieb. Am nächsten Tag gleich noch 2000, immer so weiter, ohne zu viel über das zu Papier gebrachte nachzudenken.
Denn Faulks sollte im Auftrag der Flemings nicht einfach ein Bond-Buch schreiben, er sollte schreiben wie der echte Fleming. Als er, ganz Autor, nach dem Innenleben Bonds forschte, musste er feststellen: Fehlanzeige. “I tried to go inside Bond’s head, to create an inner life for him, and I realised he didn’t have one”, sagte er der BBC im Interview. James Bond ist hohl.

Praktischer allemal: Britannica im Netz (Bild [M] cc:Stewart)
Blogger müsste man sein: Auf Antrag gibt es einen kostenlosen Zugang zum definitiven Nachschlagewerk der Holzära, der Encyclopaedia Britannica. Ansonsten kostet der 51 Euro im Jahr. Gestern habe ich also das Online-Formular ausgefüllt und um Freischaltung gebeten – heute Morgen war es soweit. Ich habe nun vorerst für ein Jahr kostenlosen Zugang. Es wird noch besser: Links, die von medienlese.com auf Artikel der Britannica verlinken, führen direkt auf den kompletten Artikel.
Fast alle Schriftsteller, die über Journalisten schreiben, steckten selbst mehr oder minder lange in der redaktionellen Tretmühle fest. Vermutlich aus Rache für erlittene Unbill kommt die Zunft der Tagesschreiber in ihren Romanen daher verdammt schlecht weg. Oder ist es bloßer Realismus, der Autoren zu solchen Invektiven treibt?
Es gar nicht notwendig, einschlägige Beispiele aus den USA heranzuziehen, dem Journalistenhasser-Land schlechthin. Dort beispielsweise zeichnet Tom Wolfe in seinem ‘Fegefeuer der Eitelkeiten’ mit Peter Fallow einen englischen Reporter, der den großen Finanzmogul planmäßig erlegen wird. Dieser Fallow ist eine ebenso zynische wie verkommene Drecksau, die sich an jedem Tag ihres Lebens bis ins Koma säuft. Zwar bezweifelt niemand, der mit offenen Augen durchs Leben läuft, dass Drogen im Journalistenalltag eine große Rolle spielen können. Einen solchen Gargantua der Bewusstseinsveränderung aber hat die rückfällige New Yorker Edelfeder Wolfe einfach nicht ‘literarisch’ genug gezeichnet, sondern eher ‘journalistisch’ verzeichnet. Wir bleiben daher lieber häuslich und wärmen uns am heimischen Herd.
Wer als pubertierender Junge Bücher gelesen hat, erinnert sich: Am besten waren die Sexszenen - egal worum es in dem Buch eigentlich ging und egal wie subtil sie waren. Im Prä-Web-Zeitalter war noch wenig Anregung und viel Phantasie. Wenn das Buch langweilig wurde, konnte man immer vorblättern, ob es irgendwo in Richtung Bett gehen würde. Lästig, diese ganze Handlung zwischendurch, am besten wäre es, die entscheidenden Szenen wären schon irgendwie herausgestrichen.
Hilfe naht, wenn auch etwas spät. Spiegel Online hat die Autobiografie von Rainer Langhans gelesen. Und unter dem den Liebesgrüssen aus der Lederhose kongenialen Titel «Höschen-Träume in der Haftanstalt» acht Teile gefunden, wo es um Poppen geht (stimmt am Ende gar nicht, manchmal geht es um Liebestöter wie Geld), und die natürlich als Klickstrecke auf acht Seiten verteilt.
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Drüben bei Wortfeld hat Alexander Svensson auf das PDF-Buch von Kevin Kelly hingewiesen. In “True Films” präsentiert Kelly über 200 Dokumentarfilme. Das Interessante daran ist nicht nur die Auswahl an spannenden, gut erzählten Geschichten, sondern das Vertriebsmodell.
Denn der Download des Buchs ist kostenlos, Geld verdient Kelly mit kontextabhängiger Werbung, die der Adobe Acrobat Reader neben dem Dokument einblendet. Wenn man denn der fragenden Bitte nach einer Internet-Verbindung zum Werbe-Download zugestimmt hat. Und wenn man denn nicht ein anderes Programm als Acrobat verwendet, um das Dokument anzusehen. Auf einem Mac, der PDF-Dateien gerne mit dem Programm “Preview” öffnet, gibt’s keine Werbung zu sehen.
Zehn Jahre im Boulevard. Erst die Bild-Zeitung, dann Privatfernsehen. “So , jetzt reicht’s”, fängt Kerstin Dombrowski ihre Abrechnung an. Denn sie rechnet ab, vor allem mit sich selber. Beschreibt eher unaufgeregt und ohne großen Überbau ganz einfach und direkt, wie das so war bei Bild, Sat.1 und RTL.
Wie man als junger Mensch mit 22 Jahren in die Maschinerie gerät, wie das Boulevard-Geschäft funktioniert, wie man selber darin funktionieren kann und so zur “charakterschwachen Bild-Reporterin” werden kann – wie sie eine geworden war.
Das Buch ist eine einzig große Bestätigung: Was immer man über Boulevard-Medien denken kann, wenn man nur ein wenig Einblick in den Journalismus hat, wird hier bestätigt. Das liest sich flott herunter, bietet aber leider wenig Überraschungen. Vor allem schlägt sich Dombrowski nicht schlecht bei ihrer Arbeit, hat ein paar Krisen, ein paar Zweifel bei der Arbeit, aber dann geht es immer irgendwie weiter.
Für bild.de meldete Uli Schüler aus St. Petersburg:
Es ist die teuerste, aufwendigste und größte deutsche TV-Produktion des Jahres!
Aber wurden die 26 Millionen Euro, die der Gebührenzahler jedenfalls teilweise finanziert hat, sinnvoll ausgegeben?
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Gay Talese in deutscher Übersetzung: “Frank Sinatra ist erkältet”
?Frank Sinatra has a cold? ist, so schreibt es Charles McGrath in der New York Times, ?possibly the most famous magazine profile ever written?. Obwohl Gay Talese Sinatra nur zweimal kurz zu Gesicht bekam, schrieb er eine ausführliche und wundervoll zu lesende Geschichte über den Star und seine Umgebung. Er kultivierte ?the fine art of hanging around?, hielt sich um Umfeld Sinatras auf, sprach mit dem persönlichen Umfeld, bemerkte kleine Details – und kleidete seine subjektiven Erfahrungen anschließend in schöne Sprache: ?Sinatra mit Schnupfen ist wie Picasso ohne Farbe, Ferrari ohne Sprit – nur schlimmer.?