Thema: Boulevard

 

Alle 12 Artikel zum Thema Boulevard auf medienlese.com:

.ch umgebaut:
Der neue Blick ist da

Ole Reißmann, 23. Oktober 2008 um 10.52 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Die Schweizer Gratiszeitung .ch positioniert sich neu: Aufmachung und Inhalt werden ganz auf Pendler und die Verteilung am Bahnhof zugeschnitten. Rot und Orange dominieren: Die Farben des Boulevards, die Farben von Blick.

Ein Jahr nach ihrem ersten Erscheinen baut die Media Punkt AG die Gratiszeitung .ch kräftig um. Die teure Hauszustellung weicht der Verteilung über Boxen an Bahnhöfen, .ch wird zur typischen Pendlerzeitung. Die klassisch-seriöse Aufmachung in Schwarzweiß und mit Serifenschrift wurde Mittwoch aufgegeben, stattdessen erscheint .ch nun in einem knalligen Design von Katja Hösli. Rot und Orange prägen das neue Erscheinungsbild, grenzen .ch vom kühl-blauen 20 Minuten ab und erinnern an den Blick. Nicht der einzige Schritt Richtung Boulevard: Ganz auf die Informations- und Unterhaltungsbedürfnisse der pendelnden Leserschaft ausgerichtet verändert sich auch der inhaltliche Aufbau. Die Einteilung in Ressorts wie Ausland, Wirtschaft, Schweiz ist aufgehoben, stattdessen läuft ein kruder Nachrichten-Mix unter der Rubrik “aktuell”. So findet sich eine seichte Kurzmeldung über James Bond neben Nachrichten über ein Unwetter mit Todesfolge und den möglichen Tod eines Qaida-Führers.

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Tamedia:
Vom Seriös- zum Boulevard-Verlag

Ronnie Grob, 13. Oktober 2008 um 0.03 Uhr, 18 Kommentare Kommentare

Schleichender Wandel: Tamedia hat sich in den letzten Jahren zum führenden Schweizer Boulevard-Verlag gemausert und damit das von Ringier angebotene, weil nicht verteidigte Heft aus der Hand genommen.


Was ist das am besten gemachte schweizer Boulevard-Portal im Internet? Die Antwort lautete bis vor kurzem: 20min.ch. Doch seit einigen Monaten steht Konkurrenz aus dem eigenen Haus da. Das vorher kreuzbrave, aber mehr oder weniger seriöse Portal tagesanzeiger.ch hat sich durch den Einfluss von Newsnetz stark verändert. Wer steht hinter beiden Werken? Newsnetz-Chefredaktor Peter Wälty, kürzlich auf dem Titelbild des Schweizer Journalist und Tamedia, ein Verlag, der bisher nichts mit Boulevard am Hut zu haben schien.

Dank Wälty geht es rund in der Redaktion. Die Website rotiert ständig, der geneigte Leser kriegt den Eindruck, es werde ständig an allen Storys gleichzeitig rumgeschneidert, aktualisiert vor fünf Minuten, aktualisiert vor 36 Minuten, aktualisiert vor 57 Minuten. Doch diese laufenden Änderungen sind intransparent und sorgen beim Leser für Verwirrung: Hinter welcher Version steht nun Newsnetz? Wie kann man einen Artikel zitieren, der vielleicht schon Minuten später anders lautet?

» weiterlesen: Was auf der Strecke bleibt

Bild.de:
Du willst es doch auch

Ole Reißmann, 29. September 2008 um 23.50 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Nachts sind alle Seiten grau. Alle? Nicht ganz …

Während andere Online-Nachrichtendienste noch den chaotischen Montag – Bayern, Banken, Österreich – sortieren, ist auf Bild.de schon Feierabend: Sex, wohin das Auge giert. Konsequent am Leser ausgerichtet zeigt Bild.de, was Vati wirklich interessiert.

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Politmagazine bei SF:
Frauenschicksale statt Politik

Ronnie Grob, 19. September 2008 um 11.31 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Schicksale im Boulevard-Stil statt politischer Hintergrund. Die politischen Formate des Schweizer Fernsehens haben ihren Fokus verloren.

Wer am 17. September 2008 von 20:50 bis 22:15 Uhr den Sender SF1 einschaltete, um sich, wie im Programm angesagt, in politischen Magazinen über Politik zu informieren, hat Pech gehabt. Statt Politik warteten drei Frauenschicksale:

Thema der Rundschau: “Rätselhafter Mordversuch: Schweizerin hofft auf Begnadigung(Über das Video, das nach der Sendung online gestellt wurde, heisst es inzwischen lapidar: “Aus urheberrechtlichen Gründen kann dieser Video-Beitrag nicht im Internet gezeigt werden.” Entweder wurde das Video also fälschlicherweise online gestellt oder es sind Ausflüchte. Wir fragen die Pressestelle. Im Video zu sehen ist eine mehrfach in Tränen ausbrechende Frau, der wegen Anstiftung zu Mord Gefängnis droht, nach einem, so sagt es eine Gefängnisseelsorgerin, “Hexenprozess par Excellence”)

Bei 10vor10: “Heidi Regli - Ein Schicksal hinter den Börsenkurven

Und nochmal 10vor10: “Carla Bruni spricht über die Liebe

Nichts gegen die journalistische Aufbereitung von Schicksalen mit allen damit verbundenen Gefühlen. Aber muss das in politischen Formaten geschehen?

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Boulevardisierung:
Ich nenne es Schweinejournalismus

Klaus Jarchow, 3. September 2008 um 11.21 Uhr, 13 Kommentare Kommentare

(squacco, Roadsidepictures, CC-Lizenz)

Schweinejournalismus ist ein Wort, das ich zunächst strikt privat verwendete. In der Öffentlichkeit ist es üblicher, von der ‘Boulevardisierung des Journalismus’ zu reden. Dieser honorige Ausdruck trifft aber nicht den Punkt, er wickelt die Faust, die endlich mal auf den Tisch hauen müsste, unnötigerweise in Watte.

In der Regel geht es beim ‘Schweinejournalismus’ darum, dass jemand mit einer vorgefassten Story im Kopf sich ein paar wohlgewählte Fakten passend recherchiert, um dann den Balg seiner erfundenen Geschichte damit zu stopfen. Er hat sich sich seine Vorurteile sozusagen selbst bestätigt. Anzutreffen ist dies Verfahren längst bei privaten und öffentlich-rechtlichen Medien gleichermaßen.

Ein besonders krankes Beispiel, veranstaltet von einigen Kollegen Journalisten Schreiberlingen bei “RTL Explosiv”, stellt Stefan Niggemeier zur Zeit in seinem Blog an den Pranger. Es ging in diesem RTL-Beitrag um das ewig aktuelle Thema der ‘bekanntlich’ an jeder Ecke lauernden Kinderschänder, die immer für die höchst erwünschte Quote gut sind. Obwohl gesellschaftlich die Zahl der Fälle von Gewalterfahrungen von Kindern seit Jahrzehnten rückläufig ist, steigt gegenläufig dazu die journalistische Berichterstattung über dies Thema unaufhörlich an:

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Peinliche Zeitungsente:
Karadzic nach Wien gedichtet

Markus Kirchsteiger, 9. August 2008 um 9.37 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Versteckt in einer Abstellkammer soll der Kriegsverbrecher Karadzic in Österreich gelebt haben, schrieben Boulevardblätter und fanden schnell ein paar Augenzeugen. Oder etwa doch nicht?

(Keystone/Darko Vojinovic)

Monatelang soll der frühere bosnische Serbenführer Radovan Karadzic als dubioser Wunderheiler in Wien gelebt haben. Das behauptete zumindest die Kronen-Zeitung - exklusiv natürlich. Andere Medien schossen sich dankbar auf die Story ein und zerrten entsetzte Augenzeugen hervor. Eine spannende Woche für den Boulevard – mit einem kleinen Problem.

Die ganze Geschichte war eine Ente. Schnell fanden sich dutzende Zeitgenossen, die täglich mit dem sogenannten „Balkan-Schlächter“ zu tun gehabt haben wollen. Komisch sei ihnen der bärtige Mann mit zu einem Knoten gebundenen Haaren schon immer vorgekommen. Dass sich dahinter Karadzic verstecken könnte, hätten sie niemals geahnt. Doch die investigativen Genies der Krone förderten nach penibler Recherchearbeit alle Details über das Leben des „Opa Pera“, wie ihn angeblich alle nannten, zutage: » weiterlesen

Vermutung:
Daily Maily gibt es gar nicht

Ronnie Grob, 7. Juli 2008 um 11.38 Uhr, 8 Kommentare Kommentare

Jim Morrison, legendärer Sänger der Doors, geistert derzeit durch die Online-Portale. Eine Agenturmeldung behauptet, Bandmitglied Ray Manzarek habe behauptet …

Doors-Sänger Jim Morrison: Vermutlich lebt er auf den Seychellen (Bild Keystone)Kennen Sie die britische Zeitung Daily Maily? Sollten sie aber, denn diese Zeitung ist die Quelle von Spiegel Online und RP Online, die heute darüber berichten, dass Ray Manzarek, Orgelspieler der Doors, gesagt haben soll, Jim Morrison sei gar nicht tot, sondern lebe auf den Seychellen. Suche ich nach der “Daily Maily“, finde ich keine solche Zeitung. Gemeint sein könnte aber die Daily Mail, in deren Sonntagsausgabe ein Artikel von Veronica Blake zu finden ist: Riding through the storm: Doors’ keyboard player Ray Manzarek muses on life after Jim Morrison.

Ist das vielleicht die “Daily Maily”? Zu den Seychellen ist dieser Abschnitt zu lesen:

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Stuckrad-Barre auf dem Boulevard:
Benjamins Blümchen

Klaus Jarchow, 23. Juni 2008 um 11.29 Uhr, 14 Kommentare Kommentare

Endlich schreiben für die Springer-Presse: Benjamin von Stuckrad-Barre, Nannen-Preis gekührter Popliterat, wendet sich angeekelt von der taz ab und arbeitet lieber für B.Z. und Welt.

Symbolbild mit Elephant: Das ist nicht Stuckrad-Barre (Bild Keystone/Michael Sohn)Seit dem Beginn des Jahres leistet sich der Springer-Verlag einen leibhaftigen Großschriftsteller für die wachsenden medialen Hauptstadtansprüche: Den Ahnvater der deutschen Pop-Literatur, Benjamin von Stuckrad-Barre. Die Erwartungen sind beiderseits höchst hochgestimmt:

“DIE WELT freut sich außerordentlich, Benjamin von Stuckrad-Barre als Autor gewonnen zu haben. Er gehört zu einer ganz seltenen, vielleicht auch selten gewordenen Spezies: Er ist ein Flaneur im alten Sinne, doch ohne jede Blasiertheit. Ein Flaneur mit Sinn für die Sensationen des modernen Alltags. Er beobachtet genau, hat einen wunderbaren Sinn für die Aktualität des Entlegenen und die Geschichte hinter der Geschichte”, so Thomas Schmid, Chefredakteur DIE WELT.”

Ein ‘Flaneur im alten Sinne’, dieses Kulturzitat zielt für jeden halbwegs Kundigen natürlich auf Theodor Fontane, auf das Urbild des Flaneurs und Berliner Pflastertreters. So jemanden also hätten jetzt B.Z. und Welt gefunden? - Alle Achtung, bzw. Donnerwetter! Aber trotzdem, “man wandelt nicht ungestraft unter Palmen” (Fontane), unserem Benjamin stieg wohl der würzige Weihrauchduft zu Kopf, was ihm in Cicero zu einigen wüsten Ausfällen gegen ehemalige Arbeitgeber unnötigerweise nötigte:

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Hans Dichand:
Österreichs Kronfolger

Klaus Jarchow, 3. Juni 2008 um 12.17 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Krude Zeitung mit klarem Ziel: Bei dem österreichischen Boulevardblatt Kronenzeitung wird Meinung gemacht, erst dann kommt die Rendite.

Gibt es auf dem Boulevard überhaupt Unterschiede? Oder ist es überall der gleiche Zucker, der dem großen Affen ‘Publikum’ zu schmecken hat? Ich denke, diese Unterschiede gibt es - ein Gedanke, der mir vor allem immer dann kommt, wenn ich - allerdings nur sporadisch mal - Dichands Kronenzeitung neben die Bild-Zeitung halte.

Die Bild ist ein typisches ‘Push-Medium’, um es marketingtechnisch auszudrücken: Die hochweise Redaktion beschließt, was der mindere Pöbel morgen denken soll, und dann wird mit allen Tricks der Rhetorik, der Headline-Gestaltung und der Propaganda die ideologische Leimrute mit der patentierten Mixtur aus dem entsprechenden Honigtopf bestrichen. Ein Verfahren, das sich seinen Markt erst schaffen will, das regelmäßig auch mal schief geht, siehe zuletzt die Bundestags- oder Hessenwahlen, das aber unverdrossen als der Weisheit letzter Schluss den Mantraschrein der Redaktion schmücken darf. Dort halten sich alle unverdrossen für große ‘Meinungsmacher’, egal, was die depperten Gehirnforscher ihnen zum Thema der Unvorhersagbarkeit jeder Manipulation erzählen.

Dichand verfährt anders - seine Kronenzeitung ist ein typisches Pull-Medium:

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Im Test (Teil 3):
Blick Online und Fazit

Ronnie Grob, 19. Mai 2008 um 10.16 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Der neue Blick wird besser – zu einem echten Wechsel braucht es aber eine geistige Verjüngung. Das Fazit nach unserem Test von Blick, Blick Sport und Blick Online.

Anders als alle klassischen Boulevardzeitungen fährt der Schweizer Blick seit Jahren einen linkskonservativen, also rotgrünfreundlichen und SVP-feindlichen Kurs. Nicht wenige, unter anderem auch ich, behaupten, dass so ein Kurs komplett an den Bedürfnissen des Lesers einer Boulevardzeitung vorbeigeht. Als Untermauerung dieser These möchte ich einen sehr aufschlussreichen Screenshot von blick.ch zeigen, den ich kürzlich gemacht habe. Gut möglich, dass die Umfrage gerade erst anlief, dass sie manipuliert wurde oder dass das Ergebnis sonst reiner, unrepräsentativer Zufall ist, aber meines Erachtens zeigt es die politische Ausrichtung des klassischen Lesers dieser Boulevardzeitung, bzw. seines Onlineangebotes, sehr deutlich auf:

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