Alle 10 Artikel zum Thema Blogs auf medienlese.com:
Zu wenig eigenständig, nicht genug Qualität: Die SonntagsZeitung ist enttäuscht von Schweizer Blogs. Das könnte daran liegen, dass es für bahnbrechende Geschichten Recherche, Zeit und damit Geld braucht.
(t_buchtele, CC-Lizenz)
Bla-Bla-Blogger? Die SonntagsZeitung ist enttäuscht von der Schweizer Blogosphäre – das ruft nach einer Antwort, nicht nur in unseren Kommentaren. Nehmen wir mal an, der Fünftligaverein FC Oberwil III spielt Fussball gegen den FC Basel. Auf der einen Seite Arbeiter und Angestellte, die nach einem harten Tag auf der Baustelle oder in der Fabrik sich abends einmal in der Woche vor dem Biertrinken zum Fussball treffen. Auf der anderen Seite Profifussballer, die den ganzen Tag nichts anderes zu tun haben als zu trainieren, sich massieren zu lassen, Taktik zu büffeln und Autogramme zu geben. Würde es jemand wundern, wenn die Profis vom FC Basel die saubereren Pässe schlagen, konditionell besser drauf sind, das Spiel vielleicht zurecht gewinnen?
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Sorge um verdeckte Recherchen, Angst vor heimlichen Ausspähungen und Millionen-Sparpläne beim Schweizer Ringier-Verlag – der Rückblick auf die 43. Kalenderwoche auf medienlese.com.
Das Bild der Woche: Telekom-Chef René Obermann. Für die Bespitzelung von Betriebsräten und Journalisten wurde die Deutsche Telekom mit dem
Big-Brother-Award ausgezeichnet.
Kritisch betrachten die Medien ein Urteil des Schweizer Bundesgerichts (unser Bericht auf medienlese.com). Jetzt wird befürchtet, dass das Urteil Journalisten an der verdeckten Recherche hindert. Die Frankfurter Allgemeine schrieb von entsetzten Medienexperten, der direkt am Fall beteiligte SF-Chefredaktor Ueli Haldimann von einem “medienfeindlichen Urteil“.
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Das Dorf platzt aus allen Nähten: Was oft noch als niedliches Klein-Bloggistan oder Bloghausen beschrieben wird, wächst zur Großstadt heran – mit Speckgürtel und Einkaufscentern.
Vom Dorf zur Metropole: Folgerichtig ‘zerfällt’ auch die Blogosphäre in Downtown-Sektionen und in die grünen Vorstädte mit ihren Miezekätzchen und Kakteenexperten; es gibt geschäftsorientierte Kommerz- und Industrieregionen und zerfallende Slums, schnieke Einkaufsviertel und nerdige Kneipenszenen. Diese Diversifizierung ist aber kein ‘Zerfall’ im Spengler’schen Sinne, es ist - um mich soziologisch auszudrücken - eine ‘Diversifikation’, die aus dem kontinuierlichen Wachstum folgt. Bloghausen gedeiht und ist gesund - Blog-City wäre inzwischen der bessere Name:
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Kurt W. Zimmermann, Autor einer sogenannten «Bullshit-Medienkolumne» in der Weltwoche, beschwert sich, deutschsprachige Blogger seien zu brav. Dem Mann kann geholfen werden.
Kurt W. Zimmermann hat zumindest einen sehr langen Schlips (Foto: persoenlich.com)
Es ist wissenschaftlich erwiesen in der Branche jedem bekannt eine gewagte These, dass Kolumnisten einen sehr kleinen Pimmel Penis haben.
Franz-Josef Wagner, Matthias Matussek, Helmut-Maria Glogger - sie alle müssen kompensieren, was das Zeug hält, und statt das auf einem Sofa mit einer Person ihres Vertrauens zu machen, müssen wir ihre Bewältigungsergüsse regelmässig lesen. Kein Wunder also, dass Kolumnist Zimmermann seine Kolumne in der Weltwoche 12/08 betitelt: «Sind 14 Zentimeter genug?»
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Österreich wählt - doch von einem Online-Wahlkampf, wie er gerade in Amerika erfolgreich geführt wird, keine Spur. Stattdessen gaben sich die Spitzenkandidaten im Internet eher zugeknöpft.
Werner Faymann: Nicht die beste Figur (Keystone)
Dass österreichische Politiker überhaupt bloggen, darf man als Novum sehen. Bislang gab es nur wenige bloggende Politiker im Alpenland. Allein einige Internet-Begeisterte aus den hinteren Reihen und vor allem auf kommunaler Ebene entdeckten Weblogs als praktisches, direktes und authentisches Kommunikationsmittel. Immerhin ein paar davon gibt es, die durchwegs gut gemacht waren. Sie wurden ständig aktualisiert, und die Blogger reagierten auf Kommentare von Lesern.
Medien bringen Politiker zum Bloggen
Die zahlreichen Politiker-Blogs, die vor den Nationalratswahlen online gingen, zeigen nur wenig von dieser Dialogbereitschaft. Ohnehin betreibt keiner der Spitzenkandidaten der im Parlament vertretenen Parteien ein eigenes Weblog. Diese Lücke wollen einige Medien wie oe24.at oder profil füllen, indem sie bekannten Politikern eine Plattform zum Bloggen bieten. Obwohl Blogger-Neulinge also nur mehr Texte einstellen müssten, machte sich ein Großteil der Spitzenkandidaten nicht einmal diese Mühe.
» Stattdessen bloggen Stellvertreter, Minister und Kleinparteien …
Blogger sind anonyme Wesen, die gerne mal frech werden, wenn sie sich hinter ihrer Tastatur verstecken können. Dieses Vorurteil hat das Blogcamp 3.0 in Zürich deutlich widerlegt. Eine Umfrage ergab, dass über 90% der Anwesenden unter ihrem Echtnamen bloggen.
Geschossen hat dieses Foto übrigens Moritz Leuenberger per Fernauslösung. So wie jeder andere Blogger auch, der sich an der Fotoaktion blogcamp 3.0 beteiligte. So ungezwungen, wie Leuenberger auf dem Foto wirkt, war er den ganzen Anlass über. Begleitet wurde er nur von einem kleinen Team, das aus einem sehr kontrollbewussten Pressechef, zwei oder drei unauffälligen Polizisten und noch zwei oder drei weiteren Personen bestand. Kann man sich in anderen Ländern seinen Ministern auch so ungezwungen nähern?
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Der Kurier hat ein Medienblog – nur wird es nicht wahrgenommen. Keine Links nach aussen, keine Diskussion mit dem Publikum, nicht per RSS zu abonnieren, kein vernünftiges Archiv.

Das Kurier-Weblog «Webweiser» - ganz schön ist es ja …
Manchmal reicht es, eine Website eine Minute anzusehen. Und schon weiss man, warum man bisher nie auf sie gestossen ist, warum sie kaum Erfolg hat und warum sie, Änderungen vorbehalten, niemals Erfolg haben wird. Das Medienblog Webweiser Weblog der österreichischen Tageszeitung Kurier ist so ein Fall.
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Zwölf Ausgaben Medienblogcharts: Kaum Veränderungen in den Top 50 der Medienblogs in deutscher Sprache im Vergleich zum Vormonat. Nichts los in Bloghausen - und im Vergleich zur ersten Ausgabe?
Am 1. Mai 2007 haben wir hier auf medienlese.com mit den Medienblogcharts angefangen - damals wie heute ist das Bildblog das meistverlinkte deutschsprachige Medienblog. Auf den vorderen Plätzen hat sich seitdem nicht viel getan. Unter den ersten 15 ist hat es genau eine Veränderung gegeben: Die Beobachtungen zur Medienkonvergenz, eine Schwester-Seite von uns hier auf Blogwerk, hat Alexander Svenssons Wortfeld auf Platz 17 gedrängt. Was natürlich alles andere als dramatisch ist, zumal wir die 15 hier nur gewählt haben, weil medienlese.com vor elf Monaten auf Rang 15 stand. Addiert man die Anzahl der Verlinkungen, kommt man auf 7934 vor elf Monaten und im Vergleich zu jetzt 6785. Ein paar Links weniger also, Stagnation im oberen Bloggerfeld.
Auf Anregung des Autors ist in dieser Ausgabe das Qualitätsblog Journalistenschredder von ugugu mit berücksichtigt.
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Das neue Newsportal von Tamedia & Co. wird wegen einer Kreativpause eines Mitarbeiters verschoben, die Behausung der Web-2.0-Gemeinde von Ringier wird bei Ebay versteigert und vom angekündigten Schweizer Google News ist überhaupt nichts mehr zu hören. Verschlafen die Schweizer Verlage das Internet komplett?

«Herrlich, diese Ruhe» (Bild Keystone)
Über diese Meldung im Kleinreport (Start des Tamedia-Newsnetzwerk-Systems verzögert sich) haben wir in unserem internen Firmen-Wiki alle herzlich gelacht. Der zweitgrösste Verlag der Schweiz, Tamedia, soll sein schon lange angekündigtes Newsportal nicht im Frühling, sondern erst im Herbst 2008 liefern. Grund: Der neue Chef des Projekts, Peter Wälty, macht eine mehrmonatige Kreativpause. Dazu ist von der Entscheidung zu lesen, “dass das Projekt nicht direkt unter einer eigenen Domain im Internet zugänglich sein werde”.
Während in Deutschland alle dem Erfolg von Spiegel Online nachrennen, ein von Aufmerksamkeit überhäuftes Newsportal, das wahrscheinlich schon gar nicht mehr weiss, wohin mit all den Werbeaufträgen, den neuen Mitarbeitern und den Preisen, kümmert man sich in der Schweiz darum, wie man am Besten die Meldungen der Nachrichtenagenturen ausdruckt und gratis verteilt.
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Die Universität Zürich will es wissen: Im Rahmen eines Forschungsprojekts führt sie eine Umfrage zu Weblogs durch, weil es über das Thema Weblogs “bislang nur wenige wissenschaftliche Befunde” gibt. Wer die 15 Minuten investiert, kriegt danach auch die Forschungsergebnisse zugeschickt, wenn er das will.
Los geht’s mit diesem Link - macht mit und verteilt den doch etwas, dann macht die Aktion auch Sinn.
http://www.unipark.de/uc/blogger
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