Alle 168 Artikel zum Thema Blogosphäre auf medienlese.com:
Auch die mighty BBC setzt auf “Bürgerjournalisten”. Nur bezahlen mag sie die Laien nicht - noch nicht mal mit einem Link.

Erschrockene Menschen in den Straßen der Stadt Xi’an unmittelbar nach dem Erdbeben im 400 Kilometer entfernten Chengdu - Foto Ronnie Grob
So richtig erschrocken hat sich medienlese.com-Autor Ronnie Grob noch nicht mal, als er am 12. Mai in der chinesischen Stadt Xi’an das andernorts verheerende Erdbeben miterlebte.
400 Kilometer ist die Millionenstadt laut Ronnie vom Epizentrum entfernt, mehr als ein kräftiges Schütteln sei nicht zu spüren gewesen - und dennnoch hat Ronnie instinktiv angefangen, die aufgeregten Menschen in den Strassen zu fotografieren. Als einer der ersten präsentierte er aktuelle Fotos auf seinem Privatblog und auf Flickr. Von Erdbeben oder gar Trümmern ist in seinen Bildern zwar nicht zu sehen, aber sie fanden dennoch schnell ein weltweites Publikum.
Zu seiner Verblüffung empfing Ronnie nur Stunden nach der Publikation eine Email einer BBC-Mitarbeiterin, die ihn um eines seiner Bilder zur Veröffentlichung im Online-Auftritt des britischen Medienriesen bat:
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Wenn es eines Beispiels für das Böse der Blogosphäre bedarf, muss regelmäßig ‘Politically Incorrect’ herhalten. Man könnte meinen, Bloghausen sei ein brauner Sumpf - die Frage sollte aber besser heißen: Sind Blogs eigentlich links?
Wenn man den Berichterstattern der Holzmedien trauen darf, gilt: Blogs sind die Heimstatt aller Kryptofaschisten und notorischen Wortmüllproduzenten, die in den Löchern des spießbürgerlichen Vorurteilswesens auf fette Beute lauern, während sie, die gebenedeiten Redakteure, wie Engel über jenem dahinduftenden Mordor tief unter ihnen schweben. Wenn sich allerdings jemand wirklich auskennt, lautet die Antwort anders.
Mit Parteipolitik hat die Blogosphäre dabei wenig zu tun. Von welcher Partei auch immer, es gibt meines Wissens bisher nirgendwo ein ernstzunehmendes Parteiblog in Bloghausen. Bezeichnenderweise. Und Angela Merkels Vlog-Versuche gleichen - recht betrachtet - eher einem Anbiederungsversuch an eine wahlstrategisch bedeutsame Zielgruppe, deshalb, weil ‘man das medienpolitisch jetzt auch so macht’, keineswegs aber ist es eine mediale Großtat unter der virtuellen Zirkuskuppel.
In den Augen der Blogger - Bizziniss-, SEO- und PR-Blogger bleiben vorläufig mal außen vor - steht auf der einen Seite so etwas wie ‘die dunkle Macht’. Und ihr gegenüber, nämlich im virtuellen Auenland auf der grünen Wiese, da finden wir die Jungs und Deerns mit den Lichtschwertern - nämlich die Guten, auch Blogger genannt. Ob der Gegner dann Schäuble, Westerwelle, Lafontaine oder Johannes B. Kerner heißt, ist dabei ziemlich humpe. Man nennt das, was ‘böse’ oder ‘dunkel’ scheint, erst einmal ‘rechts’. In Wirklichkeit ist es meist schlicht ‘oben’. Denn Blogger sind eben ziemlich egalitär und anti-elitär, wenn sie nicht gerade elitär sind …
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Nicht alle Schätze aus Archiven können heute noch ohne weiteres verwendet werden. Ein paar alte, korrekt zitierte Sätze können juristischen Ärger bedeuten.
Was wir bisher in unserer Serie “Bloggen bis zur Abmahnung” veröffentlicht haben, sind onlinespezifische Probleme - im “richtigen Leben” wird nur selten jemand aus der Wohnung geklagt, weil ein anderer genau auf die Adresse “Benzstraße 43″ Wert legt. Und wenn am Morgen nach der Freinacht “Angela Merkel ist ein alter FDJ-Nazi” an der Hauswand steht, ist dies zwar durchaus ärgerlich, weil nun weiße Farbe zum Übertünchen beschafft werden muß - wegen Mitstörerhaftung bei der Beleidigung der Bundeskanzlerin dürfte man allerdings kaum verklagt werden. 
Nur das Urheberrecht spielt auch in Holz- und anderen Medien eine Rolle - auch wenn ein Verstoß da zugegeben weniger leicht auffällt und auch meist weniger teuer kommt als online. Die “Profis”, die Journalisten, kennen diese Regeln. Es gibt jedoch Dinge, die selbst ihnen kaum geläufig sind und mit denen ein Blogger leicht reinfallen kann:
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Der US-Wahlkampf findet heute online statt: Im US-Konsulat in München erläuterten US-Vertreter und Professor Jeremy D. Meyer, Autor des Buchs «Wired Politics: Journalism and Governance», die Rolle von Blogs und Web 2.0 im Wahlkampf – und wie sie diesen verändert haben.

Professor Jeremy D. Meyer zeigt im Münchner US-Konsulat das “Vote Different”-Video gegen Hillary Clinton (Bild: W.D.Roth)
Eine kleine, unbedeutende Szene: Die Hymne der Vereinigten Staaten erklang - und Präsidentschaftskandidat Barack Obama legte seine Hand nicht aufs Herz. Es gibt unzählige Bilder vom singenden Obama mit handbehütetem Herzen - an diesem Tag im vergangenem September in Iowa ließ er die Hand unten. Dieses Bild wurde von konservativen Bloggern aufgegriffen: Obwohl es nicht verpflichtend ist, beim Singen der Nationalhymne die Hand aufs Herz zu legen, werteten sie Obamas Versäumnis als großen Fauxpas und fluteten das Internet mit Bildern und Videos des Ereignisses. 
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“Die Qualitätsdebatte”, so ist die erste Podiumsdiskussion der re:publica betitelt, von der wir livebloggen wollen. Obwohl die Teilnehmer selbst bereits geschrieben haben, dass sich das Thema mit der Absage von mehreren Journalisten (die den Gegenpart stellen sollten) wohl ändern wird, heisst es bisher unverändert “Blogs vs. Journalismus”.
Vielleicht geht es heute auch um Kommentarkultur oder was ganz anderes. Das offizielle Programm hilft da vorerst nicht weiter, für eine Beschreibung des Panels fehlte offenbar die Zeit. Ziemlich sicher aber geht es um 14:30 Uhr los.
Wer vergleichen will, wie sehr die Diskussion von der letztjährigen abweicht - oder eben auch nicht -, kann im Beitrag von 2007 nachsehen: “Die Medien(r)evolution - re-live von der re:publica“.
14.28: Auf dem Podium eingetroffen sind:
Mercedes Bunz (mb)
Stefan Niggemeier (sn)
Thomas Knüwer (tk)
Johnny Häusler (jh)
Wird wohl bald losgehen.
14:30: Geht los: tk legt Wert darauf, Printjournalist zu sein.
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Es hat funktioniert. Im letzten November hatten wir beschlossen, ein «Blogwerk Jahrbuch 2007» mit den besten Blogwerk-Beiträgen des vergangenen Jahres herauszugeben. Auf Papier, denn unsere Überlegung war: So besteht eine grössere Chance, dass auch Journalisten und Werber es lesen.
Vor Weihnachten haben wir es versandt; auf den Verteiler habe ich unbekannterweise auch Stefan Betschon, Ressortleiter «Medien und Informatik» bei der NZZ genommen. Und tatsächlich, schon nach drei Monaten hat er es gelesen und publiziert in der Ausgabe von gestern die Replik. (Das ist wohl der übliche Vorlauf bei der NZZ für alles, was nicht tagesaktuell ist; der Blogger-Artikel von Matthias Daum, für den ich Mitte Januar interviewt wurde und Anfang Februar die Zitate autorisiert habe, ist auch noch nicht erschienen. Ist allerdings nicht für das Medien-Ressort.)
Betschon nennt seine Betrachtungen originellerweise Web 2.0. Vom Leistungsdruck, dass diese Überschrift einen weiten Fokus verspricht, befreit sich der Autor sogleich mit etwas Ironiegeschwurbel, bei dem man nicht genau versteht, worauf er hinaus will, sowie etwas am unpassenden Ort angebrachtem Typografie-Detailwissen. Vielleicht kommt das ja in der gedruckten Zeitung gut. In der wird man im übrigen auch nicht abgelenkt dadurch, dass der Text durchbrochen ist von einem grossen, quadratischen Banner, das wechselweise für eine Fluglinie oder «Schnäppchen bei Neckermann» wirbt. (Ja, Blogwerk hat auch Banner, aber nicht in der Mitte des Lauftexts.)
Nach dem Geblinke geht’s aber endlich los mit dem Inhalt.
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Auf einem “Kompetenzportal für Buch-PR” wird der angebliche Gewinner des Grimme Online Award Spezial 2006, Spreewald.de, besprochen. Manche Texte kann man sich einfach sparen.
Der Preisträger des »Grimme Online Award Spezial« im Jahr 2006 war die vielleicht dem einen oder anderen bekannte Website spreeblick.com, zurzeit auf Rang 3 der Deutschen Blogcharts. Das weiss auch Christina Bacher, die sich für die Website buch-pr.de, einem “Kompetenzportal für Buch-PR”, an einem Text über Weblogs versucht. Doch irgendwann im Text schweift ihr Blick ab, in den Wald.

Bild: Screenshot buch-pr.de, rote Rechtecke: medienlese.com
Von dann an hält Frau Bacher aber gut durch und verlinkt am Ende des Texts tatsächlich auch noch die Website spreewald.de, gegen die nun wirklich gar nichts einzuwenden ist, hätte sie denn auch nur entfernt etwas mit Weblogs zu tun. Es handelt sich dabei um die Homepage des Tourismusverband Spreewald e. V. in Vetschau.
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Themen finden, Themen verkaufen, das passende Medium finden: Als freier Journalist hat man`s nicht immer leicht. Hier setzt Suite 101 an, der deutsche Ableger des kanadischen Online-Magazins. Geld gibt es auch - nur nicht pro Text, sondern pro Klick.
Im Gegensatz zu aktuellen News-Portalen setzt Suite 101 auf zeitlose Hintergrundberichte. Bilderstrecken oder Bewegtbild sucht man vergeblich. Suite101.com-Media-Präsident Peter Berger sieht das Magazin in der Nische zwischen den rein redaktionell getriebenen Nachrichtenportalen und Blogs. Suite 101 bietet Artikel zu Sachthemen, die von Journalisten oder anderen Experten verfasst werden. Aktuell schreiben rund 140 Freie für Suite 101.
Das Unternehmen war bisher in den USA und Kanada aktiv. Dort erreicht die Seite laut Eigenangaben monatlich 4,5 Millionen Klicks. Wirtschaftlich erfolgreich war das Projekt anfangs wohl weniger. In der Zeit der ersten Dot.com-Blase war es an der Börse notiert, später wurde es von Finanzinvestoren übernommen.
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Seht her: In Hamburg wurden die LeadAwards vergeben. Überraschend ging die wichtigste Auszeichnung an das elitäre Magazin 032c.

Silber, Gold, Bronze: Die Magazine des Jahres
Die LeadAwards wurden vergeben – und wir lagen mit unseren Tipps nicht schlecht: Das Kunst- und Modemagazin 032c gewinnt tatsächlich in der Kategorie “LeadMagazin des Jahres” und Facebook ist “WebLeader des Jahres”. Nur “Newcomer des Jahres” ist dann doch nicht Zeit Campus oder Vanity Fair – sondern tatsächlich das Hunde-Lifestyle-Heft Dogs mit seinen todniedlichen Vierbeinern und biederer Park-Avenue-Optik.
LeadAcademy-Vorsitzender und Liebling-Herausgeber Markus Peichl über den Sieger des Abends:
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Wir haben schon lange nichts mehr gelesen in den Zeitungen über die effektiv verschwindend kleinen Zugriffszahlen auf Blogs, die sie zu komplett irrelevanten und daher unzubeachtenden Medien macht. Heute ist es mal wieder so weit, ausgerechnet in der renommierten Neuen Zürcher Zeitung.
Dr. Sabine Pamperrien, selbst Bloggerin bei einem Blog, der mir bisher vor allem darum aufgefallen ist, weil ich mal während fünf Minuten herauszufinden versuchte, wie man dort einen Kommentar abgibt (ich bin gescheitert), schreibt heute in der NZZ unter dem Titel “Blogs als Seismografen“:
Wenn vor zwei Jahren im deutschen Wahlkampf die Rede davon war, dass die Blogosphäre sich im Entwicklungszustand des Kleinkinds beim Zahnwechsel befinde, so hat sich daran bis heute nicht viel geändert. Selbst das deutsche Top-Blog schlechthin, Bildblog.de, verzeichnet gerade einmal etwa 20 000 Zugriffe im Monat.

Bild: Screenshot google.de
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