Alle 168 Artikel zum Thema Blogosphäre auf medienlese.com:
Soll man Blödsinn auch noch kommentieren? Das war mein erster Gedanke, als Robert Basic seine Schnapsidee verkündete, sein Blog Basic Thinking zu verkaufen.
Basic denkt (Neezee, CC-Lizenz)
Jetzt tut er’s tatsächlich - und es wird absehbar einer der inhaltsleersten Deals, für die jemals jemand auf Ebay Bieter suchte. Grundsätzlich - und vereinfacht gesagt - gibt es zwei Arten von Blogs: Portale, wie unser ‘Blogwerk’ hier, wo mehrere Autoren gewissermaßen eine Online-Redaktion bilden, unter einem gemeinsamen Dach arbeiten und verschiedene Unterblogs mit Inhalten füllen. Diesen Autoren gehört dieses Gebilde nicht, es gibt einen Besitzer, der natürlich sein Portal durchaus auch verkaufen könnte, ohne dass die Qualität sich dadurch notwendigerweise verändern würde: Die Autoren schreiben einfach weiter, sie verhandeln über ihre Vergütung jetzt mit jemand anderem, was nicht unbedingt schlechter oder ausbeuterisch ausfallen muss. Und ebensowenig muss das Portal durch einen Verkauf schlechter werden, die meisten Leser würden vermutlich noch nicht einmal einen Unterschied merken. Zu den Blogportalen zählen bspw. das Bildblog oder auch das Media Coffee Blog …
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Wir schreiben nicht den Untergang von Holzhausen herbei, wir begleiten den medialen Wandel – und fragen uns, wovon Journalisten in Zukunft leben sollen.
Das Wasser bis zum Hals (Keystone)
Hier wäre eine “fast sehnsüchtige Litanei nach dem Untergang von Holzhausen erklungen“, beklagt sich unser Leser David. Eine Äußerung, die eine Entgegnung verdient. Ganz ohne jede Polemik, und zum Jahresausklang auch um Versöhnung und Konsens bemüht, aber auch um Deutlichkeit bei der Situationsbeschreibung. Denn die Aussage ist in dieser Form falsch: Niemand würde die Existenz eines starken, robusten Printjournalismus mehr begrüßen als wir. Nur ist die historische Situation leider eine andere.
Als die Graff, die Jörges usw. zu Beginn des Jahres von irgendwelchen “Sielen” über dem höllischen Untergrund einer Blogosphäre daherschwätzten, die man “dichthalten” müsse, um den Tempel des Qualitätsjournalismus vor all dem wimmelnden Unrat und Gewürm zu retten, da zog doch zunächst nur eine Holzhausener Elite über das kleine Digitalien her.
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Kartenverkauf über Blogs, virtuelle Fan-Zeitschriften im Internet: Unser Gastautor und Fußball-Enthusiast Stefan Heinrich über Web 2.0 und Ballsport.
Autsch: Gladbach gegen Hannover 96 (Keystone)
Der gemeine Fußballfan hat während der 90 Minuten im Stadion genau eine Gemeinsamkeit: Die Liebe zum eigenen Verein. Es ist völlig egal, wer der Nebenmann ist oder was er im richtigen Leben macht: Ob er Butter oder Margarine mag, Stadionwurst oder Bulette, Astra oder Becks – es zählt einzig und allein die gemeinsame Zuneigung zum Verein. Sicher, im Laufe der Jahre entstanden in den Fankurven dieser Republik auch Bekanntschaften oder Freundschaften, schließlich bevorzugt der Mensch als Gewohnheitstier einen bestimmten Block in der Kurve und da lernt man sich zwangsweise im Verlauf der Heimspiele eben kennen. Da wusste man schon mal Bescheid über Max Mustermann und sein Leben neben dem Fußball. Einige Fans wurden sogar dank ihrer dauernden Anwesenheit, in der Fußball-Fachsprache auch „34er“ genannt, zu Persönlichkeiten und vom Rest der Kurve verehrt, für einige wurde sogar eigens ein Fangesang erfunden. Alles in allem ist der Fan in der Kurve aber ein anonymes Wesen – ein Teil der großen wabernden Masse eben.
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Anpfiff im Internet: Unser Gastautor Stefan Heinrich stellt lesenswerte Fußball-Blogs vor – Helden auf dem Hartplatz, Fans in der Gegengerade und 5 Freunde im Abseits.
Bremer Fans feiern ein 6:0 ... (Keystone)
Im Grunde sind die Fankurven der deutschen Fußballstadien heute genau dasselbe wie vor zehn oder zwanzig Jahren: Eine wabernde Masse aus bunt gekleideten, biertrinkenden Männern aller Altersgruppen. Inzwischen gehen allerdings auch vermehrt ganze Familien und ehemalige Fußball-Hasser in die Kurve - weil der Fußball seit der Weltmeisterschaft 2006 ja ein gesellschaftliches Event ist und viele der Jungs da unten auf dem Rasen so süß aussehen. Für den eingefleischten Fan ist nicht nur der weibliche Kurvenfan ein neues Phänomen, nun hat auch noch das Internet einen weiteren Konkurrenten für den Platz in der Fankurve erschaffen: Den Fußball-Blog!
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Blogger aufgepasst: Die Schweizer SonntagsZeitung berichtet in der morgigen Ausgabe von den Fronten des Fortschritts, von den Klowänden der Alpenrepublik, von den Selbstverliebten und Hasserfüllten, von den Nischen und ihren Nerds, von der freien Meinung und ihren Freunden, von den mikro-medialen Perlen, von Tagebüchern und Web-Magazinen, von Bundesräten auf Augenhöhe, vom Wandel der Publizität im neuen Jahrtausend.
Kurz: Von der Schweizer Blogosphäre.
Dazu laden wir ein: Zur Diskussion, gleich hier in den Kommentaren. Bis morgen!
Das Dorf platzt aus allen Nähten: Was oft noch als niedliches Klein-Bloggistan oder Bloghausen beschrieben wird, wächst zur Großstadt heran – mit Speckgürtel und Einkaufscentern.
Vom Dorf zur Metropole: Folgerichtig ‘zerfällt’ auch die Blogosphäre in Downtown-Sektionen und in die grünen Vorstädte mit ihren Miezekätzchen und Kakteenexperten; es gibt geschäftsorientierte Kommerz- und Industrieregionen und zerfallende Slums, schnieke Einkaufsviertel und nerdige Kneipenszenen. Diese Diversifizierung ist aber kein ‘Zerfall’ im Spengler’schen Sinne, es ist - um mich soziologisch auszudrücken - eine ‘Diversifikation’, die aus dem kontinuierlichen Wachstum folgt. Bloghausen gedeiht und ist gesund - Blog-City wäre inzwischen der bessere Name:
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Schweizer Blogosphäre durchleuchtet: Slug sammelt seit Jahren Blog-Artikel Mit einer neuen Funktion werden gebloggte Inhalte miteinander verglichen – und Trends sichtbar.
Immer mehr oder immer weniger: Die Schweizer Blog-Suchmaschine Slug bietet einen neuen Service: Mit der Trend-Funktion lässt sich die Anzahl der Nennungen eines Begriffs auf einem Zeitstrahl anzeigen – und es lässt sich die Häufigkeit von Begriffen miteinander vergleichen.
Offiziell gibt es Slug Trends noch gar nicht. Aber die Seiten sind schon öffentlich zugänglich. Vergleichen lässt sich damit jeder von Slug indexierte Begriff, und das sind einige: “Zur Zeit sind 549694 Artikel, Videos, Podcasts und Bilder im Suchindex enthalten.”
Wir haben uns angesehen, über welche Medien, welche Chefredaktoren und welche bekannten Journalisten in der Schweiz gebloggt wurde.
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Immer die gleiche Leier: Journalisten und Blogger im Dauerstreit. Das Thema ist sowas von durch – oder etwa doch nicht? Wir haben uns auf dem Barcamp in Berlin umgehört.
Die Diskussion “Blogger vs. Journalisten” ist nun plötzlich vorbei - warum?
Ist sie das wirklich? Ich hoffe, dass sie bald vorbei, weil sie einfach unnötig ist. Blogger und Journalisten ergänzen sich - sie sollten sich nicht als Feinde betrachten.
—Jan Tissler, Upload-Magazin
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Wir haben uns am Barcamp Berlin nach zurzeit wichtigen Websites umgehört – seriöse Nachrichtenseiten und die Kurznachrichten-Community Twitter sind besonders beliebt.
Welche Websites sind Dir momentan am wichtigsten?
Readwriteweb.com, Techcrunch, Rivva, Techmeme. Diese Websites schau ich mir auch an, wenn ich nur wenig Zeit habe.
—Jan Tissler, Upload-Magazin
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Nicht die Blogs sind in der Krise, aber die Krise ist überall in den Blogs. Hier eine Zusammenstellung virtueller Klorollen, die sich mit dem derzeitigen Finanzdesaster auseinandersetzen.

(M, iStockPhoto)
1. Der Spiegelfechter: Natürlich führt in Deutschland zunächst kein Weg am ‘Spiegelfechter‘ vorbei, dann, wenn es um eine dezidierte (wirtschafts-)politische Berichterstattung in der Blogosphäre geht. Solch einen Artikel zum Thema ‘isländischer Staatsbankrott’ suchen wir beispielsweise in ganz Holzhausen vergebens. Der Mann ist dabei kein Linker, auch kein Kapitalismuskritiker oder so etwas, er arbeitet an verantwortlicher Stelle für ein kommunales Unternehmen mit beiden Beinen im Marktgeschehen - er ist eben einfach nur anders: Indem er bspw. Argumenten bis zu ihren Quellen nachsteigt, statt sie einfach nur bei den Kollegen abzuschreiben. Oft genug sind dort dann gar keine seriositätshaltigen Quellen mehr zu finden. Kurzum - ein gepflegter Anti-Mainstream gewissermaßen, ein Vademecum für den großen Überdruss des gebildeten Lesers an den journalistischen Klippschulen von ‘Holzhausen’…
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