Alle 11 Artikel zum Thema Auslandsberichterstattung auf medienlese.com:
Im Kern ist es schon eine interessante Debatte, die der Thomas Knüwer dort angestoßen hat: Ob der Leser besser informiert sei, wenn eine Zeitung einen Korrespondenten vor Ort habe? Ich komme zu einem ähnlichen Ergebnis wie er - dass nämlich diese Wesen oft nur gut für Spesen seien - aber aus anderen Gründen. Denn es ist vor allem die Macht der Gewohnheit, die das afrikanische oder amerikanische Auge der Redaktion über kurz oder lang blind machen wird. Und damit unnütz.
Was erfahre ich als Leser denn mehr, wenn ‘Halbamerikaner’ wie der Gabor Steingart oder der Dieter Degler mir etwas vordenken? Meist sind es doch die üblichen Philosphokastereien darüber, ob der McCain nicht schon ein wenig zu alt für den Job sei, mit den üblichen Querverweisen auf Konrad Adenauer, worüber ich vom heimischen Schreibtisch aus genauso schön hätte sinnieren können. Oder aber ich hätte einfach den Fernseher eingeschaltet, um vom heimischen Ohrensessel aus beim Anblick des Republikaner-Konvents zu solchen Erkenntnissen zu gelangen:
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Die britische Rundfunkanstalt BBC bündelt internationale Angebote in einem globalen Sendezentrum. Nachrichten kommen nun multimedial aus dem “central world news hub” in London.
Der Fernsehsender BBC World News, Mitarbeiter des Radiosenders BBC World Service sowie die internationalen Nachrichtenteams der BBC und Mitarbeiter der verschiedenen Online-Plattformen arbeiten von nun an enger zusammen. Damit entstehe, lobt sich die BBC, ein einzigartiges, multimediales und globales Nachrichtenunternehmen. Bei der medien- und redaktionsübergreifenden Konzentration auf das Produkt “News” treffen nicht nur Fernsehmacher und Online-Redakteure aufeinander: Während der Hörfunksender BBC World Service, der in 33 Sprachen auf Kurzwelle und Satellit Nachrichten verbreitet, staatlich gefördert wird, finanziert sich die BBC aus Gebührengeldern.
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Auslandsberichterstattung: “Da wird es einem zu viel”
(tagesspiegel.de, Marlis Prinzing)
Ulrich Tilgner lobt schweizer und kritisiert deutsche Redaktionen: “Ich will keine Berichte liefern, die beliebig sind. Ich möchte sagen, was ich denke. Dafür stehe ich gerade und für sachliche Richtigkeit. Ich möchte keinem redaktionellen Druck nachgeben, der Konzessionen bedeutet, die ich nicht mehr eingehen mag. Diese Grenze ist beim ZDF an einigen Punkten verschwommen.”
Die Linkrevolution
(blog.kooptech.de, Christiane Schulzki-Haddouti)
Christiane Schulzki-Haddouti erklärt, wie das geht mit den Links im Text - was viele Journalisten nicht machen oder können. Aber: “Auch Blogger verlinken nicht (immer)” (neunetz.com, Marcel Weiß).
“Auf eine Charles-Dickens-artige Weise rührend”
(heise.de/tp, Peter Mühlbauer)
“Teile der Musikindustrie bemustern nur noch Journalisten, von denen ausschließlich positive Rezensionen zu erwarten sind.”
Fernsehen, sei umschlungen!
(sueddeutsche.de, Mario Sixtus)
“Für die meisten TV-Sender ist der Ausflug ins Internet ein Kulturschock. Man sieht’s. Können oder wollen die das nicht besser? Eine Tour d?Horizon durch das Netz der Möglichkeiten.”
Die T3N-Gründer im Interview
(itfrontal.de, Daniel Hinderink)
“Seit nunmehr drei Jahren veröffentlichen Martin Herr (MH), Jan Christe (JC) und Andreas Lenz (AL) das T3N-Magazin. Das Konzept ist auf die Open Source-Szene ausgerichtet und einige Zeitschriftenverlage beobachten diese Entwicklung bereits intensiv, denn das Magazin ist ein Erfolg.”
Zurück in der echten Welt – Second Life Magazin von Insolvenz eingeholt
(magaziniac.de, Evil)
“Und nun ging es doch ganz schnell. Die Gerüchte hatten sich in den letzten Tagen verdichtet und inzwischen ist die Gewissheit vorhanden.”
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Interview: Burda fordert klare Grenzen für ARD und ZDF
(FAZ, Michael Hanfeld)
Hubert Burda ist dagegen: Frauen-Boxen als Grundauftrag der Öffentlich-rechtlichen? Und das ganze noch im Internet? Zentrale Forderung: “dass die Angebote von ARD und ZDF nur für eine begrenzte Zeit – sieben Tage – verfügbar sind.” Tagesschau-Chef Kai Gniffke bloggt zurück.
15 Jahre jetzt-Journalismus
(jetzt.de, Tobias Kniebe)
“In dieser Woche ist es 15 Jahre her, dass erstmals ein jetzt-Magazin der Süddeutschen Zeitung beilag. Aus diesem Grund gibt es online auf jetzt.de in dieser Woche einen Blick ins Archiv: 15 Jahre jetzt-Journalismus, als gedrucktes Heft, als Online-Magazin und als jetzt-Kosmos …”
“Afrika ist kein Land”
(Neue Gegenwart, Frank Windeck)
“Welche Nachrichten erreichen uns vom schwarzen Nachbarn? (…) Immer mehr afrikanische Internetseiten gehen an den Start. Immer mehr Blogs werden geschrieben, immer mehr digitale Fotos oder auch Videos eingestellt. Für den proaktiven europäischen Mediennutzer ist dies eine Fundgrube an Informationen, die nicht überschätzt werden kann.
Interview: Die Langeweile Maxim Billers (PDF)
(Galore, Patrick Wildermann)
“Wie alle Heuchler neige ich zum Pathos, auch in der Liebe. Und am Ende werde ich dann doch wieder ganz kalt. – Ist Pathos ein negativer Begriff für Sie? – Pathos ist scheiße. Pathos ist immer Lüge. – Aber Pathos hat doch auch etwas Opernhaftes, es transportiert große Gefühle. – Sie müssen mich bitte irgendwas fragen, ich will jetzt nicht diskutieren.”
Sonderseite 700 Folgen “Tatort”
(FAZ.net)
Unter anderem “Einsame Wölfe und Gruppendynamiker, starke Frauen und sensible Männer, alte Hasen und junge Hüpfer und demnächst ein geschiedenes Ehepaar” oder “Und Schimanski warf zwei rohe Eier ein”.
Wired erklärt die Formel 1 (Lesetipp)
(Wired, Mark Seal)
“Of all the copy shops in all of England, Trudy Coughlan had the rotten luck of walking into Document Image Processing. (…) Thus began the biggest scandal ever to rock the world of Formula One racing.”
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Fußball-Mobiliserung in Schweizer Medien
(Eurospuk 08, Ballerina)
“Was machen eigentlich die grossen Schweizer Medienportale in Sachen Euro? Wenig bis gar nix, viel PR und weitgehend infantile Wettbewerbli – zeigt ein kleiner Rundgang. “
Korrespondenten fehlt Zuwendung
(taz, Steffen Grimberg)
“Viele Korrespondenten von ARD und ZDF sind genervt: Berichte seien oft einseitig - und manche Redaktionen so ahnungslos, dass man ihnen ‘Afghanistan’ buchstabieren müsse.”
Kritik an “Geheimprojekt Traumhochzeit”
(medienpiraten.tv, Peer Schader)
“Ist das wirklich so eine gute Idee? Oder hat RTL 2 vielleicht endgültig jeglichen Respekt vor der Würde der Protagonisten verloren, die der Sender durch seine miesen kleinen Dokusoaps schleust, um zwischendurch ein paar Werbespots verkaufen zu können?” Es ist halt Privatfernsehen.
Schwedische Gratiszeitung eingestellt
(NZZ, Ingrid Meissl Årebo)
“Der norwegische Medienkonzern Schibsted kauft 35% der Aktien von Metro Schweden, welche die Gratiszeitung ‘Metro’ herausgibt. Gleichzeitig stellt Schibsted das eigene, verlustbringende Pendlerblatt ‘Punkt SE’ per sofort ein”
“Zeitungen und Zeitschriften haben Zukunft”
(Tages-Anzeiger, Judith Wittwer)
Springer-Chef Mathias Döpfner im Interview. Frage: “Wie bei praktisch allen Tageszeitungen bröckelt aber auch bei Ihrer ‘Bild’ die Auflage.” Döpfner: “Und die Rendite steigt Jahr für Jahr, nun schon zum fünften Mal auf einen historischen Höchststand. Hinzu kommt: Wir verdienen mit Bild.de seit vier Jahren gutes Geld.”
Medienstunt für 40 Euro
(medienrauschen.de, Jörg-Olaf Schäfers)
“Sie sind Neonazi und wollen für kleines Geld maximale Aufmerksamkeit? Kein Problem, mit weniger als 40 Euro können Sie einen PR-Stunt in führenden deutschen Medien platzieren.”
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Ein aufgebrachter Mob fackelt eine Nomadensiedlung ab – wer sich aus deutschen Medien informiert, könnte bei einigen Meldungen auf die wahnwitzige Idee kommen: Recht so.
‘Die Aufgabe der Medien ist es, Ereignisse begreiflich zu machen, die Hintergründe zu erhellen und zur Aufklärung und zur Völkerverständigung beizutragen’ — Leider, liebe Zuhörer, müssen wir an dieser Stelle unseren Bericht von den Festreden auf dem Bundespresseball unterbrechen. Die Wirklichkeit brennt uns auf den Nägeln und sie sieht anders aus …
So glaubt in Neapel derzeit ein abergläubischer, aufgehetzter Mob fest daran, dass die bösen Roma den ganzen Tag lang kleine Kinder entführen würden, vermutlich deshalb, weil dieses Verbrechervolk an den eigenen Kindern nicht genug hat. Dieser Pöbel ist so fest von seiner fixen Idee überzeugt, wie es einst unsere seligen Antisemiten von ihrem Wahn waren, dass Juden Brunnen vergiften und geschlachtete Säuglinge zu leckeren Matze-Plätzchen verbacken. Folgerichtig fackeln diese neapolitanischen Protofaschisten, legitimiert allein durch ihren Köhlerglauben, ganze Roma-Siedlungen ab - und Berlusconi und die italienische Presse von rechts bis links klatscht zu den brutalen Ereignissen Beifall und macht - zappzerapp! - die Opfer auch noch zu Tätern, indem sie die Pogrome zum Anlass nimmt, unter dem Asylantenpack mal richtig aufzuräumen. Was aber machen unsere Medien derweil - hier, wo alles doch ganz anders ist?
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Über welche Länder steht etwas in der Zeitung? Worüber berichtet die New York Times, woher die Sun? Worüber die Blogosphäre? Aus diesen Daten haben Nicolas Kayser-Bril und Gilles Bruno eine Infografik erstellt.

Screenshot
Die Nähe macht’s, und je weiter weg ein Ereignis stattfindet, desto größer, verheerender muss es für die Berichterstattung sein. Warum es eine Nachricht in ein Medium schafft, versucht die Wissenschaft anhand der Nachrichtenfaktoren zu erklären. Denn diese journalistische Binsenweisheit lässt sich nicht nur “fühlen”, sondern auch empirisch überprüfen. Genau das hat Nicolas Kayser-Bril in seiner Dissertation getan, indem er online verfügbare Artikel verschiedener Zeitungen auf das Land der Berichterstattung untersucht hat.
Zusammen mit Gilles Bruno hat er aus den Daten außerdem eine interaktive Weltkarte erstellt. Das Ergebnis wird auf der Seite L?Observatoire des médias gezeigt. Herausgekommen ist eine kleine Flash-Anwendung, in der die Staaten der Erde entsprechend ihres Vorkommens in der Berichterstattung verschiedener Zeitungen größer oder kleiner dargestellt werden:
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Wenn ich behaupte, dass ein Blick in die Geschichte erhellend sein kann, schaut mich eine aufs Hier und Heute gepolte Zeitgenossenschaft zumeist an, als wäre ich der Flatulenz verdächtig. Mancher vermutet sogar einen Guido-Knopp-Komplex bei mir. Dabei liegt es mir fern, in den Farbfilmen des Führers zu wühlen oder Bomberstaffeln hintereinander zu montieren. Ich will an dieser Stelle auch weiter zurück als der Guido, bis zum Sommer 1789, zur großen Französischen Revolution.
Damals reiste einer der ersten deutschen Auslandskorrespondenten, Johann Heinrich Campe, zusammen mit Wilhelm Humboldt ins revolutionäre Paris, wo beide am 4. August 1789 eintrafen, also knapp drei Wochen nach dem Sturm auf die Bastille. Campes ‘Briefe aus Paris’, deren erste Nummern noch im gleichen Jahr im ‘Braunschweigischen Journal’ erschienen, prägten das Bild, das sich die Deutschen von den umstürzlerischen Vorgängen in der Kulturhauptstadt Europas machten, wie keine andere publizistische Quelle; zugleich begründeten seine Texte ein neues Genre: Heine, Börne, Gutzkow, Laube … viele Schriftsteller werden sich in der Folge an ‘Briefen aus Paris’ versuchen, auch um Campes Erfolg zu wiederholen. Der ‘Auslandskorrespondent’ war geboren, auch wenn er damals noch Reiseschriftsteller hieß.
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Politik, wir machen ein Quiz. Raten sie das Land, um das in den folgenden Zitaten geht. Ein Tipp: So weit weg ist es nicht.
Artikel 1: spiegel.de
Demokratie am Rande des Nervenzusammenbruchs: Das Land ist außer Rand und Band, die Stimmung alarmiert bis konsterniert. Dem rechten Durchmarsch von xxx und seiner xxx scheint sich niemand in den Weg stellen zu können - weder Demokraten noch Antidemokraten.
Artikel 2: spiegel.de
Der aggressive Wahlkampf (…) hat das Land in ein Tollhaus verwandelt. Die Truppe um xxx hetzt so offen gegen Ausländer, dass die Uno den Rassismus anprangert.
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Heute läuft im ORF eine Sendung über den gefährlichsten Staat der Welt: die Schweiz. Wie Österreich weiss, ist dort in einigen Gegenden sogar der Verzehr von Hundefleisch im Eigenverbrauch erlaubt.
Heute Abend, am 23.08.2007, um 23:00 Uhr auf ORF1, läuft die Satiresendung “Willkommen Österreich”. Thema diesmal der linke Nachbar, die kleine und oft als harmlos eingestufte Schweiz.

Im Trailer dazu heisst es:
Es ist der gefährlichste Staat der Welt. Seine Bewohner sind grossteils bewaffnet. Sie verachten die europäische Kultur. Das Essen von Haustieren gehört zum barbarischen Alltag. Mit DIESEM Land sollen wir eine Europameisterschaft ausrichten? “Der Schurkenstaat Schweiz” in “Willkommen Österreich” auf ORF1.
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