Berufsbild:
Presseverschweiger
Eigentlich sollen sie mit der Presse sprechen – eigentlich, denn immer öfter verweigern sich die Ansprechpartner: Ein Besuch auf Deutschlands Pressebaustellen.
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In Deutschlands Wahrheitsindustrie kläffen die Wachhunde immer noch aus Leibeskräften. Zur Vorgeschichte: Vor einiger Zeit hatte der Münsteraner Kommunikationsprofessor und Konstruktivist Klaus Merten auf einer Fachtagung des Weißwäscher-Gewerbes verkündet, dass alle Kommunikation der Erzeugung von Wirklichkeiten diene und dass sie insofern auch niemals wahrheitsdienlich sein könne, weil die Wahrheit notwendigerweise immer eine Kategorie des Lügners sei - womit er bloß den Systemtheoretiker Heinz von Foerster paraphrasierte. Merten vertrat damit gewissermaßen die forschungstheoretisch avancierte Position in der Kommunikationstheorie, die von ihren Anhängern schon ein wenig mehr Gehirnschmalz verlangt. Jetzt hat dieser Professor Merten dafür nachträglich von den lernunwilligen Verbandsfürsten eine kräftige Watschen erhalten:
“Ganz klar und vollkommen unwissenschaftlich ausgedrückt: ich sehe Täuschung nicht als Teil unseres Berufes und ich hoffe, es gibt Kollegen und Kolleginnen, die diese Meinung teilen.”
Was aber war ihr bloß über die Leber gelaufen? Ganz einfach: Der Kommunikationswissenschaftler Klaus Merten war in Münster auf einem Treffen der Branche aufgetreten, um unter anderem dies zu verkünden: » weiterlesen