Alle 7 Artikel zum Thema Alphajournalisten auf medienlese.com:
Uh-oh: Filmkritik geht natürlich nur im Print, im Internet überall nur “sprachliches und intellektuelles Unvermögen”, wettert Josef Schnelle in der Berliner Zeitung.
(atomicjeep, CC-Lizenz)
Im Internet treiben sich “hauptsächlich Dilettanten und Abschreiber” herum, warnt Josef Schnelle in der Berliner Zeitung. Im besten Oberlehrer-Tonfall beklagt er den eigenen Autoritätsverlust angesichts der meinungsfreudigen Stimmenvielfalt der Blogger – die Geschichte geht so:
In den USA entlassen Zeitungen ihre Filmkritiker, in Deutschland werde das auch so kommen – und Schuld hat natürlich das Internet, genauer: Die Blogger, die damit die Filmkritik zu Grabe tragen. Denn damit mal eins klar ist: Filmkritik gehört gedruckt, das ist “keine demokratische Angelegenheit”, mit Daumen rauf oder runter kommt man da nicht weiter. Dass im Netz jeder einfach so seine Meinung veröffentlich darf, ist Josef Schnelle ganz und gar nicht geheuer. Was da in den Blogs steht ist eh nur “flüchtige Gesprächskultur”, zitiert er einen Kollegen, weit entfernt vom “respektablen Literaturgenre” Filmkritik.
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Florian Rötzer: Mein Alpha Romeo!
Der Deutsche Online-Journalismus wäre ohne Telepolis kaum denkbar. Nur leider verliert sich auch Chef Rötzer, der Alphajournalist des New-Media-Zeitalters, bisweilen im Zahlen- und Faktenwirrwarr. (22. April 2008)
Frank A. Meyer: Lilliput putt ?
Wunschwelt-Blasen eines Linkspopulisten: Unser loser Streifzug durch die Welt der Alphajournalisten führt uns diesmal zu Frank A. Meyer, Chefpublizist bei Ringier. (11. April 2008)
Hallelujah: Schirrmacher macht uns ein Föjetong
Behaupten, Beglaubigen und Sinngeben: In unserer losen Serie über Deutschlands Alphajournalisten widmen wir uns heute FAZ-Herausgeber und Feuilleton-Chef Frank Schirrmacher. (23. März 2008)
Zehn Regeln für angehende Musterpatrioten: Mach mir den Matussek!
Der Matthias Matussek, frischerkorener Ex-Kulturchef des Spiegel, ist bekanntlich der Erfinder des Neo-Patriotismus … Zehn Regeln, um es in fünf Minuten zum Musterpatrioten zu bringen. (23. Februar 2008)
Helmut Markwort: Es gibt nichts Gutes, außer Litotes
Fingerfood für Mittelständler: Focus-Chefredakteur Helmut Markwort schreibt ein öffentliches Tagebuch. In seinem aktuellen Kommentar zur Prügel-Attacke auf einen Rentner in der Münchner U-Bahn spielt er virtuos mit den Fakten. (5. Januar 2008)
Hans-Ulrich Jörges: Im Zauberreich der Alphajournalisten
Wer für ein großes Medium Kolumnen und Editorials schreibt, der darf sich mit Fug und Recht zu den Alphajournalisten zählen. So auch Hans-Ulrich Jörges, Sielwärter und Zwischenrufer beim Stern. Erster Teil unserer losen Folge über Alphajournalisten. (26. Dezember 2007)
Der Deutsche Online-Journalismus wäre ohne Telepolis kaum denkbar. Nur leider verliert sich auch Chef Rötzer, der Alphajournalist des New-Media-Zeitalters, bisweilen im Zahlen- und Faktenwirrwarr.
Mir ist es verhältnismäßig egal, ob jemand meine politische Positionen teilt. Davon hängt Sympathie nicht ab. So gingen mir die steilen Thesen eines Matthias Bröckers zu Nine-Eleven am Mors vorbei, unterhaltsam waren seine Telepolis-Artikel allemal. So wie ein dicker Abenteuerroman von Sir John Retcliffe, der wiederum ein ultrakonservativer Kotzbrocken aus dem 19. Jahrhundert war, aber ganz ähnlich wie Bröckers vollgestopft mit hanebüchener Weltverschwörung. Was in meinen Augen bei beiden verzeihlich ist, denn sie können schreiben: der rechte Retcliffe wie auch der linke Matthias Bröckers. Und darum geht es letztlich im Buchstabengewerbe.
Bekanntlich ist das Portal Telepolis aus dem Heise-Verlag das Flaggschiff des deutschen Online-Journalismus. Als virtuelle Artikelabwurfstelle für schreibende Nerds und andere Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine vertritt Telepolis eine geopolitisch antihegemoniale und innenpolitisch eine dezidiert altliberale Position, so in etwa, als wäre ein Gerhart Baum noch immer für Datenschutzfragen zuständig. Politisch ist Telepolis mir daher recht sympathisch.
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Wunschwelt-Blasen eines Linkspopulisten: Unser loser Streifzug durch die Welt der Alphajournalisten führt uns diesmal zu Frank A. Meyer, Chefpublizist bei Ringier.

Für ein paar Minuten stand hier ein falsches Foto. Jetzt aber: Blochers Gegenspieler, Frank A. Meyer (Bild [M] Keystone)
Wer als Deutscher über die Schweiz schreibt, der kann eigentlich nur Verkehrtes sagen. Schließlich lässt sich auch die Geschichte des Denver-Clans nur aus der Binnenperspektive fehlerfrei aufdröseln. Ein seltsam verworrenes Land voller Ricola-Kräuterbonbons und granitener Bankfestungen, so erscheint es uns, wo inzwischen fast alle Bewohner für einen Milliardär schwärmen, der ihr Land ausländerfrei machen und in ein zweites Liechtenstein verwandeln möchte, in eine Insel mit drei Bergen (oder so), fern, möglichst fern von Europa –
Aber sind es denn wirklich alle Bewohner, die für diese Schlümpfe schwärmen? Nein, es sind dort vor allem jene Regionen, wo noch die Kuhglocken bimmeln und allnächtlich die Muren zu Tale rauschen, wo die Menschen allem Urbanen Valet sagen möchten, aber trotzdem twittern wollen. Ein einziger Held aber, ein republikanischer Winkelried, der stemmt sich wie der Berner Bär gegen die fortschreitende Provinzialisierung und die große SVP-Dampfwalze des Herrn Blocher. Das ist Frank A. Meyer, die graue Eminenz des Ringier-Presseimperiums. Ein leibhaftiger Linkspopulist!
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Fingerfood für Mittelständler: Focus-Chefredakteur Helmut Markwort schreibt ein öffentliches Tagebuch. In seinem aktuellen Kommentar zur Prügel-Attacke auf einen Rentner in der Münchner U-Bahn spielt er virtuos mit den Fakten.
Focus-Chef Helmut Markwort auf dem Münchner Mediengipfel ‘04 (Bild: Keystone)
“Auf jeder Feier begegnest du dem Meier!” - dieser Satz wäre für einen Betroffenen nicht gerade schmeichelhaft. “Keine Feier ohne Meier!” aber, das ist - ganz abgesehen vom werblicheren Schmiss - schon ein anderer Schuh: Aus Meier, dem Unvermeidlichen, wurde Meier, der Unverzichtbare. Verantwortlich dafür ist die ‘Litotes’ oder die ‘doppelte Verneinung’.
Allerdings kann diese Redepirouette auch eine ganze Menge Blödsinn anrichten, weil sie ‘wahre Verhältnisse’ durch ihre logische Kreisbewegung verwirrt, obwohl sie nach den zwei Negationen wieder auf dem gleichen Punkt zu landen scheint.
Hier ein konstruiertes Beispiel aus der spekulativen Geschichtsschreibung: “Ohne den Führer gäbe es keine demokratische Bundesrepublik”.
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Wer für ein großes Medium Kolumnen und Editorials schreibt, der darf sich mit Fug und Recht zu den Alphajournalisten zählen. So auch Hans-Ulrich Jörges, Sielwärter und Zwischenrufer beim Stern. Erster Teil unserer losen Folge über Alphajournalisten.
Jörges Fans, die sich allwöchentlich zu Hunderten, vielleicht sogar Tausenden, vor dem Internet-Portal seines Magazins drängen, müssen dort allerdings eine strenge Inquisition über sich ergehen lassen. Der Verlag will erst einmal Adresse und Bankverbindung wissen, bevor sie zu den Quellen politischer Weisheit vordringen dürfen. Ein Hans-Ulrich Jörges bleibt Paid Content: Ihn gibt’s nur am Stück für einen Euro.
Medienlese bietet seinen Lesern aus Anlass des Weihnachtsfestes Gelegenheit, einmal einen echten “Zwischenruf” auch ohne Obolus kennenzulernen. Wir haben höchstselbst eine Printausgabe des Stern (Nr. 52/2007) am Kiosk erstanden, um unseren Lesern im Detail zu zeigen, wie wahrer Qualitätsjournalismus sich zum wahren Wort verhält.
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Schon wieder einer, dem ein gnädiger Gott die Stimme gab, zu sagen, wie’s ihm ums Herz ist. FAZ-Autor Jürgen Kaube, Pauschalreisender in Sachen Netzkritik, fordert in der Überschrift seines Artikels das, was er in diesem Fall leider nicht durchhielt: sachlich zu bleiben.
Beim Gebarme über den ‘Verlust der Fairness‘, über die ‘ungewaschene Subjektivität‘ von ‘Anti-Journalisten‘, die sich aufführen, als seien sie ‘am Tresen zu Hause‘, wäre unsereiner doch mal gespannt, zu erfahren, wo, an wem und auch an was er diesen Tatbestand einer unaufhörlichen Schmähkritik konkret verortet, die er wild daherschmähend anderen vorwirft. Ein einziges Zitat nur, mit Link oder Quellennachweis natürlich, das sollte doch einen Qualitätsjournalisten nicht überfordern. Darüber ließe sich anhand des (Kon-)Textes dann auch reden.
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