Alle 11 Artikel zum Thema 20 Minuten auf medienlese.com:
Das neue Wochenend-Gratisheft von 20 Minuten besticht vor allem durchs Aussehen – im Internet wird auf E-Paper gesetzt, in diesem Fall eine richtig gute Wahl.
Medienmitteilung mit Sperrfrist, große Launch-Party: Seit gestern Nacht feiert 20 Minuten Friday Premiere. Das neue Gratis-Magazin von Tamedia bringt das Flirt- und Party-Portal tillate.com und die Frauenzeitschrift Annabelle mit der Kostenlos-Zeitung 20 Minuten zusammen. Das Layout ist modern-verspielt, am Kiosk erhältliche Magazine sehen deutlich altbackener und langweiliger aus – und kosten dafür auch noch Geld. Was man hingegen mit 20 Minuten Friday nicht kostenlos bekommt: Lesespaß. Kaum hat ein Text angefangen, ist er auch schon wieder vorbei. Selbst das angekündigte Doppel-Porträt der beiden Freitag-Taschenerfinder ist kaum länger als dieser erste Absatz hier.
Kein Wunder, dass die Inhalte von 20 Minuten Friday ihren ganz eigenen Weg ins Web finden: Die aktuelle Ausgabe lässt sich am Bildschirm durchblättern, ganz als hätte man das gedruckte Heft vor sich liegen. Einen entsprechend großen Bildschirm vorausgesetzt macht das sogar Spaß – und ist sinnvoll eingesetzt. Eigentlich gelten die sogenannten E-Paper in der Branche als aber sowas von 1.0 und veraltet.
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Die Schweizer Gratiszeitung .ch positioniert sich neu: Aufmachung und Inhalt werden ganz auf Pendler und die Verteilung am Bahnhof zugeschnitten. Rot und Orange dominieren: Die Farben des Boulevards, die Farben von Blick.
Ein Jahr nach ihrem ersten Erscheinen baut die Media Punkt AG die Gratiszeitung .ch kräftig um. Die teure Hauszustellung weicht der Verteilung über Boxen an Bahnhöfen, .ch wird zur typischen Pendlerzeitung. Die klassisch-seriöse Aufmachung in Schwarzweiß und mit Serifenschrift wurde Mittwoch aufgegeben, stattdessen erscheint .ch nun in einem knalligen Design von Katja Hösli. Rot und Orange prägen das neue Erscheinungsbild, grenzen .ch vom kühl-blauen 20 Minuten ab und erinnern an den Blick. Nicht der einzige Schritt Richtung Boulevard: Ganz auf die Informations- und Unterhaltungsbedürfnisse der pendelnden Leserschaft ausgerichtet verändert sich auch der inhaltliche Aufbau. Die Einteilung in Ressorts wie Ausland, Wirtschaft, Schweiz ist aufgehoben, stattdessen läuft ein kruder Nachrichten-Mix unter der Rubrik “aktuell”. So findet sich eine seichte Kurzmeldung über James Bond neben Nachrichten über ein Unwetter mit Todesfolge und den möglichen Tod eines Qaida-Führers.
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Was tut sich auf dem Zeitschriften- und Zeitungsmarkt? Der medienlese.com-Überblick mit vier Premieren, anderthalb Abgängen und einer doppelten Portion Kritik.
Extra zur Buchmesse – und als PDF im Netz
Willkommen zur ersten Ausgabe von “medienlese.com am Kiosk” – vielleicht unserer neuen regelmäßigen Serie über das Geschehen auf dem Zeitschriften- und Zeitungsmarkt. Anmerkungen und Kritik herzlich willkommen!
Premiere
Messe-Zeitung: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung bringt eine eigene tägliche Zeitung zur Buchmesse heraus – die es auch als PDF im Internet gibt.
Neues Heft für Familien: Der Süddeutsche Verlag bringt das Familienmagazin SZ Wir am 5. November vorerst einmalig an den Kiosk. Eckdaten: 100 Seiten, 3,50 Euro, 130.000 Auflage. Den Inhalt verantwortet Dominik Wichmann, seit 2000 Chefredakteur des SZ Magazins. Mehr dazu bei kress.
Nachtrag: Ein Frauenmagazin ohne Hausfrauen-Konditionierung und Diät-Wahn kommt am 20. Oktober an den Kiosk. Das Missy-Magazine will über Popkultur, Politik und Style mit feministischer Haltung berichten – weil auf dem Spielplatz Popkultur-Journalismus sich zu 80 Prozent Junges tummeln.
» weiterlesen: Noch eine Premiere, Abgänge und Meinungen
Schleichender Wandel: Tamedia hat sich in den letzten Jahren zum führenden Schweizer Boulevard-Verlag gemausert und damit das von Ringier angebotene, weil nicht verteidigte Heft aus der Hand genommen.
Was ist das am besten gemachte schweizer Boulevard-Portal im Internet? Die Antwort lautete bis vor kurzem:
20min.ch. Doch seit einigen Monaten steht Konkurrenz aus dem eigenen Haus da. Das vorher kreuzbrave, aber mehr oder weniger seriöse Portal
tagesanzeiger.ch hat sich durch den Einfluss von Newsnetz stark verändert. Wer steht hinter beiden Werken?
Newsnetz-Chefredaktor Peter Wälty, kürzlich auf dem Titelbild des
Schweizer Journalist und
Tamedia, ein Verlag, der bisher nichts mit Boulevard am Hut zu haben schien.
Dank Wälty geht es rund in der Redaktion. Die Website rotiert ständig, der geneigte Leser kriegt den Eindruck, es werde ständig an allen Storys gleichzeitig rumgeschneidert, aktualisiert vor fünf Minuten, aktualisiert vor 36 Minuten, aktualisiert vor 57 Minuten. Doch diese laufenden Änderungen sind intransparent und sorgen beim Leser für Verwirrung: Hinter welcher Version steht nun Newsnetz? Wie kann man einen Artikel zitieren, der vielleicht schon Minuten später anders lautet?
» weiterlesen: Was auf der Strecke bleibt
Welche Schweizer Online-Angebote werden geklickt? Die offiziellen Zahlen für den September wurden heute um 15 Uhr veröffentlicht – wir zeigen die Gewinner und Verlierer des NET-Metrix-Audits.
Was macht die Konkurrenz? Die eigenen NET-Metrix-Zahlen dürfte jeder Seiten-Macher auswendig im Schlaf aufsagen können. Seit 15 Uhr ist klar, wie es um die Konkurrenz steht – unsere erste Analyse:
Die zehn Verlierer im September
Die Liste der Verlierer wird vom Youtube-Klon MyVideo.ch angeführt, an der seit kurzem ProSiebenSat.1 eine Beteiligung hält und die ihren Ländertraffic erst separat ausweist. die ein rundes Drittel verloren. Es folgt die Fussball-Website 4-4-2, deren Zahlen bereits das ganze Jahr stark schwanken; nun ist man wieder auf dem Vor-EM-Niveau vom April. Das Schweizerische Fernsehen verliert 14 Prozent – vermutlich die saisonale Folge der olympischen Spiele im Vormonat August.
(nur Sites über 25.000 Visits im Monat)
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Das Cézanne-Bild auf YouTube, Free Internet, Paris Hilton und der Guru. Drei Beispiele, wie Medien auf PR-Kampagnen reinfallen oder, umgekehrt, wie PR-Aktionen erfolgreich in den Medien lanciert werden.
Spiegel Wissen wirbt ausversehen mit Claus Kleber - prompt berichten
Bild,
Süddeutsche und
FAZ. Ist das jetzt auch viral?
Ein YouTube-Video zeigt zwei vermummte Figuren, die ein gestohlenes Bild an die Wand hängen - die Medien berichten, dann stellt sich heraus, dass es sich um Werbung handelt. Eine Website gibt vor, sich für Free Internet einzusetzen und sammelt sogar Unterschriften - Blogs und Medien berichten, dann stellt sich heraus, dass es sich um eine Werbeaktion handelt. Eine Hotelerbin geht mit einem Schauspieler spazieren - die Medien berichten darüber, dann stellt sich heraus, dass es sich um eine Promoaktion für eine TV-Sendung handelt.
Gibt es überhaupt noch Neuigkeiten, deren Verbreitung nicht im Interesse einzelner ist? Wir erläutern die drei Beispiele genauer und ziehen ein Fazit.
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Prominente Brüste ziehen bei den Klicks - das weiss das noch grösste Schweizer Online-Portal blick.ch. Drogengeschichten aber offenbar auch - das weiss das zweitgrösste Schweizer Online-Portal 20minuten.ch.
Wir machen zum Gedenken an die tatsächlich oder vielleicht drogenkonsumierenden “Stars” eine stille Bildergalerie. Alles, was hier präsentiert wird, war heute, um 18:30 Uhr, so auf 20min.ch zu sehen. Nicht irgendwo, es sind alles Screenshots von der Hauptseite:

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Ende Oktober sind in der Schweiz Parlamentswahlen. Die Nutzer von Börsenspielen auf den Online-Portalen machen dabei sehr gute Prognosen, schreibt die NZZ. Wenigstens ein Leser findet das Blödsinn.
Die Meldung, dass die politischen Pole (SP und SVP) “am Schmelzen” seien, schaffte es heute Nachmittag zum Aufmacher auf NZZ Online und gleich zum meistgelesenen Artikel:
Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, dass die Wahlbörsen den realen Ergebnissen jeweils sehr nahe kommen und dabei bisweilen auch die Voraussagen von Demoskopen übertreffen. Während bei Umfragen die Befragten nach einem Zufallsprinzip stichprobenartig ausgewählt werden, nehmen an Wahlbörsen in der Regel nur gut informierte Personen teil, was die Treffsicherheit der Handelskurse erhöht.
Mutig ist diese Aussage auch, da es sich nicht um eine Teilnehmerbasis von x tausend Leuten handelt, sondern nur um ein paar hundert (gespielt wird überraschenderweise auf den Seiten der Uni Karlsruhe):
Zurzeit sind in der NZZ-Wahlbörse 683 Personen registriert, 508 von ihnen beteiligen sich aktiv am Handel.

Screenshots nzz.ch
Seit dem Relaunch der NZZ können Leser die Artikel kommentieren. Ruedi Lais hat das gemacht, er schreibt im zweiten zum Artikel erschienenen und sehr lesenswerten Kommentar:
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Maisfeld bei Neuenfeld? Neuenfelder Mord? Tötungsdelikt am Libanesen in Neuenfeld? Die Fantasie des Online-Portals der Gratiszeitung 20 Minuten blüht.

Es gibt verschiedene Arten, wie man zu Bildstrecken, in denen “Switzerland’s Most Wanted” präsentiert werden (und immer mal wieder von einer Werbung für Mobiltelefonabos unterbrochen werden), stehen kann.
Aber es gibt im Kanton Aargau, der heute Gastkanton ist hier in Berlin, nur ein Neuenhof. Und kein Neuenfeld. Ein Neuenfeld gibt es in der ganzen Schweiz keines. Dennoch kann man auf 20min.ch in den Bildstrecken-Unterzeilen mehrmals von diesem ominösen Ort lesen:



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Wie das Weblog der Redaktion von Heute, “Trashcan”, heute aufdeckt, verwertet die Gratiszeitung 20 Minuten einen Artikel von August 2005 diesen Sommer neu. Wir haben dazu zwei Interviews geführt: Eines mit jemandem aus der Heute-Redaktion und eines mit einer in beiden Artikeln zitierten Person.
Das Sommerloch in den Redaktionen, wie sieht es aus? Sitzen nur noch vereinzelt Mitarbeiter da, die lieber ihren Tag in der Badeanstalt verbringen möchten? Sind alle etwas träge und schwitzen vor sich hin? Möchten sie lieber Eis essen als Artikel schreiben? Ja, so ist das wohl. Wenn Sommer ist, möchte man oft lieber alles andere tun, als das, was man tun sollte.
Wenn es nun so heiss ist und einem keine Story in den Sinn kommt: Was liegt dann näher, als einen Ordner aufzuklappen und zu gucken, was man das letzte Jahr geschrieben hat oder das vorletzte? Und dann die gleiche Story etwas ähnlich noch einmal zu bringen?
Wie im Redaktions-Weblog der Schweizer Abend-Gratiszeitung Heute dokumentiert ist, wurde mit einer Geschichte in der heutigen Ausgabe der Schweizer Morgen-Gratiszeitung 20 Minuten genau das gemacht. Die Story nennt sich: “Was in Hotels nicht niet- und nagelfest ist, wird gestohlen” und war in der heutigen Printausgabe zu lesen.
Oben auf dem folgenden Bild sehen wir die Story vom 24.07.2007. Unten die vom 08.08.2005 (die vermutlich in der Printausgabe vom 09.08.2005 zu lesen war):

Bild mit freundlicher Genehmigung des Trashcan-Blogs
Anstreichungen: Trashcan-Blog
(für eine grössere Ausgabe: Klick aufs Bild)
Wir haben dazu zwei Interviews geführt:
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