Alle 3 Artikel zum Thema 20 Minuten Friday auf medienlese.com:
Das neue Wochenend-Gratisheft von 20 Minuten besticht vor allem durchs Aussehen – im Internet wird auf E-Paper gesetzt, in diesem Fall eine richtig gute Wahl.
Medienmitteilung mit Sperrfrist, große Launch-Party: Seit gestern Nacht feiert 20 Minuten Friday Premiere. Das neue Gratis-Magazin von Tamedia bringt das Flirt- und Party-Portal tillate.com und die Frauenzeitschrift Annabelle mit der Kostenlos-Zeitung 20 Minuten zusammen. Das Layout ist modern-verspielt, am Kiosk erhältliche Magazine sehen deutlich altbackener und langweiliger aus – und kosten dafür auch noch Geld. Was man hingegen mit 20 Minuten Friday nicht kostenlos bekommt: Lesespaß. Kaum hat ein Text angefangen, ist er auch schon wieder vorbei. Selbst das angekündigte Doppel-Porträt der beiden Freitag-Taschenerfinder ist kaum länger als dieser erste Absatz hier.
Kein Wunder, dass die Inhalte von 20 Minuten Friday ihren ganz eigenen Weg ins Web finden: Die aktuelle Ausgabe lässt sich am Bildschirm durchblättern, ganz als hätte man das gedruckte Heft vor sich liegen. Einen entsprechend großen Bildschirm vorausgesetzt macht das sogar Spaß – und ist sinnvoll eingesetzt. Eigentlich gelten die sogenannten E-Paper in der Branche als aber sowas von 1.0 und veraltet.
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Was tut sich auf dem Zeitschriften- und Zeitungsmarkt? Der medienlese.com-Überblick mit vier Premieren, anderthalb Abgängen und einer doppelten Portion Kritik.
Extra zur Buchmesse – und als PDF im Netz
Willkommen zur ersten Ausgabe von “medienlese.com am Kiosk” – vielleicht unserer neuen regelmäßigen Serie über das Geschehen auf dem Zeitschriften- und Zeitungsmarkt. Anmerkungen und Kritik herzlich willkommen!
Premiere
Messe-Zeitung: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung bringt eine eigene tägliche Zeitung zur Buchmesse heraus – die es auch als PDF im Internet gibt.
Neues Heft für Familien: Der Süddeutsche Verlag bringt das Familienmagazin SZ Wir am 5. November vorerst einmalig an den Kiosk. Eckdaten: 100 Seiten, 3,50 Euro, 130.000 Auflage. Den Inhalt verantwortet Dominik Wichmann, seit 2000 Chefredakteur des SZ Magazins. Mehr dazu bei kress.
Nachtrag: Ein Frauenmagazin ohne Hausfrauen-Konditionierung und Diät-Wahn kommt am 20. Oktober an den Kiosk. Das Missy-Magazine will über Popkultur, Politik und Style mit feministischer Haltung berichten – weil auf dem Spielplatz Popkultur-Journalismus sich zu 80 Prozent Junges tummeln.
» weiterlesen: Noch eine Premiere, Abgänge und Meinungen
1. “… und noch ein Schweizer Gratisblatt”
(tagesanzeiger.ch, David Vonplon)
“Ringier will die Lancierung von ‘20 Minuten Friday’ kontern. Der Verdrängungskampf im Markt der Umsonstpresse spitzt sich zu.”
2. “Der Journalist hat immer das letzte Wort. Immer.”
(klartext.ch, Nick Lüthi)
Ursula Haller, Präsidentin der neu gegründeten schweizer Partei BDP, über ihr Verhältnis zu Journalisten: “Ich pflege grundsätzlich ein relativ gutes Verhältnis zu den Journalisten. Das hat aber nie etwas mit Anbiedern zu tun. Denn der Journalist und ich wissen: Wir können noch so gut miteinander auskommen, wenn ich aber einen politischen Fehler mache, muss ich damit rechnen, dass der gleiche Journalist, mit dem ich am Vorabend noch gemeinsam einen Teller Spaghetti gegessen habe, am nächsten Tag bitterböse über mich schreiben kann.”
3. “Klinsmann verstärkt die Homepage der Bayern”
(faz.net, Christian Kamp)
“Bis auf wenige Ausnahmen bieten die Klubs der Fußball-Bundesliga auf ihren Internetseiten auch Fernsehbeiträge in eigener Sache an. Journalismus durch die Vereinsbrille oder Zusatzangebot für Fans?”
4. “‘Newsnetz’-Zynismus”
(medienspiegel.ch, Martin Hitz)
Bazonline.ch titelt eine Story zur Todesstatistik an einem schweizer Berg tatsächlich mit “Das Matterhorn - gefährlicher als ein Irakeinsatz“.
5. “Verflixt, diese Splitscreens”
(medienpiraten.tv, Peer Schader)
Wo befindet sich Peter Klöppel? In Köln oder in Peking?
6. “Herr Federer, ein Mensch”
(arlesheimreloaded.ch, Manfred Messmer)
“Man kommt ja an den Spielen nicht vorbei. Wenn man sich wie ich mit Tagesschau- und Durchzäpphäppchen begnügt, fallen einem so wesentliche Dinge wie der Körperbau dieser Randsportathleten auf.”
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.