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Ronnie Grob, 5. November 2008 um 8.54 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

1. “Diese vier Menschen da”
(faz.net, Michael Hanfeld)
“Nach einem halben Tag Hessisches Fernsehen ist man reif für die geschlossene Anstalt. Man will es nicht fassen und muss am Ende, gegen Mitternacht, doch erkennen: So kann ein öffentlich-rechtliches Programm im Jahr 2008 tatsächlich aussehen. So geistlos, so unreflektiert und – man muss es sagen – so brutal.”

2. Interview mit Stephen B. Shepard
(sueddeutsche.de, Stephan Weichert)
“Es ist absehbar, dass Zeitungen, wie wir sie kennen, verschwinden werden. Eine Zukunft ohne gedruckte Zeitung ist durchaus realistisch - aber das bedeutet ja noch lange nicht das Ende des Journalismus.”

3. “Ihr Kinderlein kommet”
(taz.de, David Denk)
“Das neue Magazin ‘Wir’ feiert die Freuden des Kinderkriegens auf knapp hundert Seiten. Mehr nicht. Und genau das ist das Problem des ‘SZ’-Ablegers.”

4. “‘RP Online ist ein Premium-Angebot’”
(meedia.de, dem)
Der Geschäftsführer von RP Online, Oliver Eckert, erklärt sein Portal, das durch ungenaue Trennung zwischen Werbung und Inhalt sowie durch verschiedene Aktionen zur Erhöhung der Zahl der Page Impressions auffällt, zu “journalistischer Qualität”: “Und ich muss ganz ehrlich sagen – wenn die Kritik der Blogs alles ist, was man uns vorwerfen kann, dann können wir sehr stolz auf die tägliche Qualität sein.”

5. Albert P. Stäheli im Interview
(persoenlich.com, Christian Lüscher)
Der neue CEO der NZZ AG spart erstmal: “Es wird kein Bereich verschont. Finanzen, Informatik, sämtliche Verlagsbereiche aber auch die Redaktionen müssen den Gürtel enger schnallen. Es ist eine proportionale Angelegenheit. Die NZZ am Sonntag wird es vermutlich weniger hart treffen als die NZZ-Redaktion, weil die Redaktionen verschieden gross sind. Die Details haben wir noch nicht genau analysiert. Das sind Arbeiten, die jetzt anstehen.”

6. “Covers of the Campaign”
(foliomag.com)
“The 2008 race for the White House as viewed through the lens of magazine covers.”

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

Phrasendreschen in der Krise:
Der Chor der Schwafelmänner

Klaus Jarchow, 4. November 2008 um 11.33 Uhr, 18 Kommentare Kommentare

(Siobhan Curran, CC-Lizenz)

‘Jede Krise hat ihre Phrasen’, so lässt sich jener taz-Artikel zusammenfassen, der uns auf die Labersäcke und Sprücheklopfer aufmerksam macht, die uns jetzt in jeder Kolumne mit breitgetretenem Quark belästigen. Michael Ringel schreibt:

“Das jedenfalls verstand ich, und ich wusste in diesem Moment: Nicht meine Ohren rebellierten, sondern mein Verstand sollte mürbe gemacht werden durch die dauernde Wiederholung der dümmsten Phrase der Welt: “Jede Krise ist immer auch eine Chance.”

Warum aber ist das so? Ich meine, warum leiden gerade ‘unerhörte Zeiten’ unter einem Übermaß von Plattitüden und Gemeinplätzen. Vermutlich liegt es genau an dieser Unübersichtlichkeit einer Krisenzeit: In ihr kann es eben noch keine neuen Gewissheiten geben, die sprachlich ihren zutreffenden und bewährten Ausdruck gefunden hätten. » weiterlesen

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Ronnie Grob, 4. November 2008 um 8.54 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

1. “Vorsicht, Google!”
(nzzfolio.ch, Nico Luchsinger)
“Im Internet können grundsätzlich alle alles behaupten. Gegen die digitale Rufschädigung hilft nur eines: Transparenz. Tips für die Selbstdarstellung im Netz.”

2. “Die Dolchstosslegende”
(moritzleuenberger.blueblog.ch)
Auf der offiziellen Website veröffentlicht der schweizer Medienminister Moritz Leuenberger ein bisher nicht öffentlich zugängliches Interview über Blogs, in seinem Blog schreibt er über die Aufnahme des Konzessionsentscheids der Medien: “Einzig Blick am Abend, Blick und Sobli, die wie Radio Energy zu Ringier gehören, werteten die Vergabe wider besseres Wissen als persönlichen Rachefeldzug des Medienministers.”

3. “Der Preis staatlicher Finanzierung”
(medienheft.ch, Urs Meier)
Urs Meier glaubt, dass die, die gegen den Konzessionsentscheid protestieren, sich einfach nicht genau mit dem geltenden Radio- und Fernsehgesetz auseinandergesetzt haben und es darum auch nicht verstehen: “Bundesverwaltung und zuständiges Departement haben das Gesetz strikte angewandt.”

4. “Interview mit Niklas Luhmann: ‘Das Internet ist kein Massenmedium’”
(ruhrbarone.de, Stefan Laurin)
Aus einem Interview mit Niklas Luhmann von 1997: “Für Massenmedien selber werden die aktuellen technischen Innovationen wie das Internet oder individuell wählbare Informationen wenig Bedeutung haben. Sie werden sich neben Massenmedien wie Tageszeitungen oder auch das Fernsehen setzen, sie jedoch nicht verdrängen. Das Internet mit seinen Kommunikationsmöglichkeiten ist auch, wenn es massenhaft als Medium genutzt wird, kein Massenmedium, denn es ist ja gerade keine einseitige technische Kommunikation, sondern kann individuell genutzt werden.”

5. “Hilmar Poganatz, seine nachplappernden Blogger in der abschreibenden Süddeutschen Zeitung”
(blogbar.de, Don Alphonso)
Hilmar Poganatz schreibt für einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung aus einem Artikel in der International Herald Tribune ab.

6. “Eine fast lustige Journalistenbegegnung”
(noahsow.de)
Ein Besuch eines Journalisten, ein abgebrochenes Interview. Eine Schilderung aus der Warte der Befragten.

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Amateure wehren sich:
Bla-Bla-Blogger gegen Goliath

Ronnie Grob, 3. November 2008 um 11.19 Uhr, 8 Kommentare Kommentare

Zu wenig eigenständig, nicht genug Qualität: Die SonntagsZeitung ist enttäuscht von Schweizer Blogs. Das könnte daran liegen, dass es für bahnbrechende Geschichten Recherche, Zeit und damit Geld braucht.

(t_buchtele, CC-Lizenz)

Bla-Bla-Blogger? Die SonntagsZeitung ist enttäuscht von der Schweizer Blogosphäre – das ruft nach einer Antwort, nicht nur in unseren Kommentaren. Nehmen wir mal an, der Fünftligaverein FC Oberwil III spielt Fussball gegen den FC Basel. Auf der einen Seite Arbeiter und Angestellte, die nach einem harten Tag auf der Baustelle oder in der Fabrik sich abends einmal in der Woche vor dem Biertrinken zum Fussball treffen. Auf der anderen Seite Profifussballer, die den ganzen Tag nichts anderes zu tun haben als zu trainieren, sich massieren zu lassen, Taktik zu büffeln und Autogramme zu geben. Würde es jemand wundern, wenn die Profis vom FC Basel die saubereren Pässe schlagen, konditionell besser drauf sind, das Spiel vielleicht zurecht gewinnen?

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Ronnie Grob, 3. November 2008 um 8.54 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

1. Interview mit Bill Morrison, Chefzeichner der Simpsons
(jetzt.sueddeutsche.de, Johannes Graupner)
“Es gab eine Folge, in der Bart mit ein paar Schulkindern die Itchy&Scratchy-Studios besuchen. Sie kommen auch durch die Räume, wo die Witze für die Show getestet werden. Dort sieht man dann eine ‘echte’ Katze und eine ‘echte’ Maus, mit denen allerlei Sachen angestellt werden. Die Zensoren beim Fernsehsender Fox haben dann gesagt, dass das nicht gehe, weil man einfach keine echte Maus und keine echte Katze im Fernsehen umbringen könne.”

2. “Der Toujourismus”
(miriammeckel.de)
“Im Google-Journalismus sind Menschen immer seltener die Handelnden. Eine entschuldigende Medienmitteilung des Tribune-Konzerns zum Fall United Airlines lautet: ‘Es sieht so aus als habe niemand, der die Geschichte weiter reichte, sich die Mühe gemacht, sie zu lesen.’ Lesen hätte geholfen! Aber das können eben Menschen immer noch sehr viel besser als Computer.”

3. “Manager sind Schuld am Scheitern von Energy”
(persoenlich.com, Stefan Wyss)
Giuseppe Scaglione, einer der Gewinner der Konzessionsvergaben, macht die Manager bei Ringier für ihren Verlust der Konzession verantwortlich: “Nicht Bundesrat Leuenberger ist Schuld am Scheitern von Energy, sondern die Arroganz und die komplette Selbstüberschätzung gewisser Verlags- und Radiomanager. Anders kann man das schlecht abgefasste Gesuch von Energy nicht begründen.”

4. “Präsident Dmitri Medwedew liest Lenta.ru”
(krusenstern.ch)
“Russische Blogger enthüllen, welche Nachrichten Präsident Dmitri Medwedew am Morgen liest: Die auch mal regierungskritische russische Nachrichten-Website Lenta.ru. Sein Tag beginne stets mit einem Blick ins Internet, erklärt Dmitri Medwedew immer, bei Interviews ist auf seinen Computern aber jeweils nur die Kreml-Website zu sehen. Unbeabsichtigt zeigte Telekanal Rossija, dass der Präsident Lenta.ru liest.”

5. “asdfjklööö, oder: The Beauty of Blindtext”
(sehsucht.wordpress.com)
Die Sonntag bz bringt Blindtext auf die Titelseite.

6. “Mission Accomplished Mister President!”
(theamericanpoint.blogspot.com)
“Eine ganz persönliche Hitliste von ‘Elf Dingen, für die George W. Bush in die Geschichte der USA eingehen wird’.”

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Wochenrückblick:
Radio 1, Cicero, Keira Knightley

Ole Reißmann, 2. November 2008 um 14.54 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Sparen, nachlegen, vermarkten. Außerdem: Pünktlich zum 25. Geburtstag des Schweizer Privatradios gibt es ein “Beben” in der Zürcher Radiolandschaft.

Das Bild der Woche: Endlich in der Legalität angekommen sendet “Radio 24″ privates Radio aus einem Studio in Zürich – eine Aufnahme aus dem Jahre 1983. Zuvor musste Radio-Rebell Roger Schawinski illegal auf Sendung gehen, er funkte seine Welle ab November 1979 von einem Berg aus Italien in Richtung Zürich. Nach Protesten und Unterschriftenaktionen wurde 1983 das Privatradio erlaubt, “Radio 24″ machte ganz ordnungsgemäß mit einer Konzession weiter. Mittlerweile gehört der Sender Tamedia – doch Roger Schawinski mischt just in diesen Tagen erneut die Zürcher Radiolandschaft auf.

» weiterlesen: Der Wochenrückblick

Nicht vergessen:
SonntagsZeitung über Blogger

Ole Reißmann, 1. November 2008 um 9.42 Uhr, 18 Kommentare Kommentare

Blogger aufgepasst: Die Schweizer SonntagsZeitung berichtet in der morgigen Ausgabe von den Fronten des Fortschritts, von den Klowänden der Alpenrepublik, von den Selbstverliebten und Hasserfüllten, von den Nischen und ihren Nerds, von der freien Meinung und ihren Freunden, von den mikro-medialen Perlen, von Tagebüchern und Web-Magazinen, von Bundesräten auf Augenhöhe, vom Wandel der Publizität im neuen Jahrtausend.

Kurz: Von der Schweizer Blogosphäre.

Dazu laden wir ein: Zur Diskussion, gleich hier in den Kommentaren. Bis morgen!

E-Paper:
Friday sieht glänzend aus

Ole Reißmann, 31. Oktober 2008 um 14.38 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Das neue Wochenend-Gratisheft von 20 Minuten besticht vor allem durchs Aussehen – im Internet wird auf E-Paper gesetzt, in diesem Fall eine richtig gute Wahl.

Medienmitteilung mit Sperrfrist, große Launch-Party: Seit gestern Nacht feiert 20 Minuten Friday Premiere. Das neue Gratis-Magazin von Tamedia bringt das Flirt- und Party-Portal tillate.com und die Frauenzeitschrift Annabelle mit der Kostenlos-Zeitung 20 Minuten zusammen. Das Layout ist modern-verspielt, am Kiosk erhältliche Magazine sehen deutlich altbackener und langweiliger aus – und kosten dafür auch noch Geld. Was man hingegen mit 20 Minuten Friday nicht kostenlos bekommt: Lesespaß. Kaum hat ein Text angefangen, ist er auch schon wieder vorbei. Selbst das angekündigte Doppel-Porträt der beiden Freitag-Taschenerfinder ist kaum länger als dieser erste Absatz hier.

Kein Wunder, dass die Inhalte von 20 Minuten Friday ihren ganz eigenen Weg ins Web finden: Die aktuelle Ausgabe lässt sich am Bildschirm durchblättern, ganz als hätte man das gedruckte Heft vor sich liegen. Einen entsprechend großen Bildschirm vorausgesetzt macht das sogar Spaß – und ist sinnvoll eingesetzt. Eigentlich gelten die sogenannten E-Paper in der Branche als aber sowas von 1.0 und veraltet.

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6 vor 9

Ronnie Grob, 31. Oktober 2008 um 8.54 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

1. “Energy Zürich” von Ringier verliert die Konzession
(persoenlich.com)
“Erdbeben in der Zürcher Radioszene: Wie Recherchen von ‘persoenlich.com’ ergeben haben, wird das UVEK Energy Zürich keine Konzession mehr erteilen. Neu wird dafür Roger Schawinskis Radio 1 im Raum Zürich-Glarus über UKW empfangbar sein. Der Privatradiopionier ist dafür im Aargau und in der Südostschweiz leer ausgegangen. Zweiter grosser Gewinner ist Giuseppe Scaglione. Neben der Jugendradio-Konzession hat er nun im Sendegebiet Zürich mit Radio Monte Carlo Züri eine zweite UKW-Frequenz ergattert.”

2. “Eine Google-Anzeige für DerWesten”
(wortfeld.de)
Die Freude über die schöne Kanzlerin (Angela Merkel, Abendkleid, Dekolleté) währt auch ein halbes Jahr später. Das Internetangebot derwesten.de macht Werbung für eine “Fotosstrecke”.

3. “Helge Schneider zur TV-Krise”
(sueddeutsche.de, Ruth Schneeberger)
Helge Schneider zu Marcel Reich-Ranicki: “Für mich ist das kein richtiger Kritiker. Komischerweise wird er sehr ernst genommen. Der ist ja eigentlich ein bisschen schratig. Ich finde, seinem Wort wird zu viel Bedeutung beigemessen. Was soll das? Er ist von den Medien zu dem gemacht worden, was er ist.”

4. “Andrew Keen und die Stunde der Stümper”
(netzpolitik.org, Markus)
“Das Geschäftsmodell von Andrew Keen ist, kulturelle Entwicklungen durch das Internet einfach planlos zu kritisieren, darüber Pamphlete zu verfassen und als Kritiker auf Konferenzen eingeladen zu werden. Dafür gibt es einen Markt, und sicherlich pflichten ihm viele Internet-Ausdrucker, sowie ältere Entscheider und Journalisten in klassischen Medienunternehmen gerne zu.”

5. “Medientage: Konflikt zwischen Journalisten und Bloggern?”
(silicon.de, Dietmar Müller)
“Blogs und soziale Netzwerke stellen für den Journalismus und für die politische Kommunikation eine wertvolle Ergänzung dar - aber nur in den USA. Zu diesem Ergebnis gelangten die Teilnehmer eines Panels der Medientage München.”

6. “Das Team ist ein Schwein”
(dasmagazin.ch, Birgit Schmid)
“Zur Teambildung ist Betrieben jeder Blödsinn recht: feuerlaufen, raften, säulitreiben. Warum machen die das?”

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
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Fotoreportage:
Vanity Fair zeigt Obamas Wahlkampf

Ole Reißmann, 30. Oktober 2008 um 18.21 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Eine kleine Auswahl der Obama-Fotos von Callie Shell, über die wir vor einer Woche berichtet haben, findet sich in der aktuellen Ausgabe der Vanity Fair. “Am Ziel einer langen Reise” heißt die Fotostrecke über den wahlkämpfenden Senator aus Illinois. Leider sind die schriftlichen Anmerkungen von Times-Fotografin Callie Shell nicht einfach übersetzt worden, stattdessen werden grundsätzlichere Fakten zu Obamas Wahlkampf erzählt. Auch mein Lieblingsbild – Barack Obama räumt nach einer Veranstaltung in einem kleinen Eisladen in Iowa selber auf – hat es leider nicht in die Vanity Fair geschafft. Wer Englisch kann, sollte die “echte” Callie Shell auf der Seite Digital Journalist ansehen und lesen:

 
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