Sechsmal um den Blog:
Blog is back

Klaus Jarchow, 11. November 2008 um 11.43 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Frauenversteher, Ruhrbarone, Blog-Blog: Nachdem die letzte Folge sich auf Blogs kaprizierte, die zum Thema Finanzkrise schreiben, geht es in dieser Folge wieder höchst bunt und unfokussiert zu, so wie es der Blogosphäre am besten entspricht.

1. Methusalem Kino: Da hätten wir - erstens - das Methusalem Kino< des Herrn Bruzard, der manchmal wochenlang schweigt, dann wieder die Frequenz hochfährt, immer aber höchst unterhaltsam ist, zum Beispiel dann, wenn er seine subjektive Meinung über die Redeweise von Frauen unters geneigte Volk streut, bevor er unweigerlich vom Knöcksgen aufs Stöcksgen kommt:
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6 vor 9:
Axel Prahl, Spammer, Schawinski

Ronnie Grob, 11. November 2008 um 8.54 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

1. “Internet: Werbemarkt der Zukunft”
(sf.tv, Video, 8:46 Minuten)
“Die Zeitungsverleger entlassen Personal, täglich werden weniger Zeitungsinserate gebucht. Doch wo der Werbekanal Print an Bedeutung verliert, gewinnt das Internet. ‘ECO’ zeigt, wie die Firma Goldbach Media expandiert und Onlineunternehmen in ganz Europa aufkauft. Auch die Publigroupe, als grösster Schweizer Werbevermarkter, will den Anschluss nicht verpassen.”

2. “Unser nationales Fernsehen unterhält wie ein Privatsender”
(tagesanzeiger.ch, Roger Schawinski)
“Ein Service-Public-Aspekt ist bei SF2 selbst mit der Lupe nicht zu finden - sogar der Minisender 3+ bietet mehr Eigenleistung.”

3. Interview mit Axel Prahl
(planet-interview.de, Ralf Krämer)
“Der Tatort ist ein Familienformat. An das bin ich auch selbst durch meine Eltern herangeführt worden. Anfänglich war der Tatort deswegen spannend, weil man ihn nicht gucken durfte. Dann, im zarten Alter von 12, 13, konnte man sich in Wolldecken gehüllt und mit einer Knabberschale auf dem Tisch schon beim Vorspann in die Hosen machen. Als dann das Angebot, einen Kommissar zu spielen, an mich herangetragen wurde, war mir schon klar, dass das so eine Art Ritterschlag ist. Der Tatort zählt eben zum Besten, was das deutsche Fernsehen zu bieten hat.”

4. “Radio Gaga Radio Googoo”
(bundblog.espace.ch, Artur Vogel)
“Mit den Konzessionsentscheiden hat der Sozialdemokrat Leuenberger seinen Kritikern Recht gegeben, die von einer ‘marxistischen’ Medienordnung reden – nicht inhaltlich natürlich, aber strukturell. Dass Staatsangestellte und Politiker als Zensoren und Juroren auftreten und über die Existenz oder Nichtexistenz von Medien befinden dürfen, einer liberalen Demokratie nicht angemessen.”

5. “Trunkener Reporter wird Youtube-Star”
(netzeitung.de)
“Ein britischer Reporter trennt sich in der Nacht der US-Wahl mit unflätigen Äußerungen von seinen Auftraggebern. Er sei betrunken und wolle ein eigenes Magazin herausbringen.”

6. Interview mit einem Spammer
(blog.oliver-gassner.de)
Oliver Gassner plaudert mit einem Skype-Spammer aus Accra in Ghana, der nach “assistance in the transfer of some huge funds” fragt. Ein schlechtes Gewissen hat er keines, denn “only greedy people fall for this”.

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

6 vor 9:
Ringier, Seinfeld, Merkel

Ronnie Grob, 10. November 2008 um 8.54 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

1. “Ringier handelte verantwortungslos”
(sonntagonline.ch, Kurt-Emil Merki und Patrik Müller)
Ein weiterer Gewinner der Konzessionsvergaben, Roger Schawinski, meint, dass der Ringier Verlag, Verlierer der Konzessionsvergaben, “mitschuldig am Debakel” sei: “Das Management ging ein unverantwortbares Risiko ein, weil man schlicht überheblich war. Wenn sich Radio Energy – wie Radio 1 – auch um die Konzession für das kleine Sendegebiet beworben hätte und nicht ausschliesslich um jene für das grosse Sendegebiet, wäre der Sender mit Sicherheit zum Zug gekommen.”

2. “Über Sender, Hörer und Moritz”
(blick.ch, Marc Walder und Frank A. Meyer)
Im Ringier-Verlag trinkt man derweil weiterhin in schwarzen Anzügen Espresso. Frank A. Meyer vertritt in der Konzessionsfrage das Anciennitäts-Prinzip (wer schon da ist, soll es für immer sein): “Es gibt genug Frequenzen, sie müssen nur zur Verfügung gestellt werden. Und selbst wenn es nicht genug Frequenzen gäbe, würde es der politische Anstand gebieten, keine neuen Radios zuzulassen, sondern die eingelebten Sender bestehen zu lassen.”

3. Interview mit Larry Charles
(dasmagazin.ch, Christian Kaemmerling)
Larry Charles schreibt unter anderem Texte für die Fernsehserie “Seinfeld” und erzählt von den Anfängen: “Eines Tages sagte Larry David zu mir: Ich habe da ein Projekt, eine Fernsehshow mit Jerry Seinfeld, willst du mitmachen? In einer Folge der Show fällt später der berühmte Satz: ‘Alle machen Shows, die von irgendwas handeln. Unsere Show ist eine Show über – nichts.’”

4. “Von wegen Reporter”
(tagesspiegel.de, Benedikt Voigt)
“In China lassen sich Journalisten bezahlen, um über Missstände nicht zu schreiben.”

5. “Berlin, wir haben ein Problem”
(medienpiraten.tv, Peer Schader)
Auch das TV steckt in der Werbekrise. Peer Schader hat mal die Werbeblocks in ‘Peng! Die Westernshow’ am Freitagabend bei Sat.1 zusammengestellt.

6. “Königin der Macht”
(nzzfolio.ch, Thomas Gsella)
“Elf Zehntel aller Deutschen finden, Angela Merkel mache ­rundweg ‘alles richtig’ – wenn sie nur blöd genug gefragt werden. Ein Bericht zur Schieflage der Nation.”

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Start von Carta:
Gute Ansätze, schlechte Sätze

Klaus Jarchow, 8. November 2008 um 14.35 Uhr, 11 Kommentare Kommentare

Schon wird von einer deutschen Huffington Post geträumt: Der Medienwissenschaftler und Leiter des Berlin Institutes Robin Meyer-Lucht hat unter dem Namen “Carta” eine neue Website gestartet.

Es soll die deutsche ‘Huffington Post‘ werden, heißt es unter der Hand: Jenes Portal, das der Medienwissenschaftler und Leiter der ‘Berlin Institute‘ Robin Meyer-Lucht unter dem Namen ‘Carta jetzt gestartet hat. Meyer-Lucht, der in dieser Rezession das Ende des Printjournalismus gekommen sieht, will frühzeitig auf neue mediale Formen setzen, die absehbar das Alte ersetzen werden. Es geht um ein Projekt von Pionieren also …

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6 vor 9:
Carta, NZZ, Martenstein

Ole Reißmann, 7. November 2008 um 8.54 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Der Journalismus wird herausgefordert, es wird viel gespart und NZZ-Verlagschef Albert P. Stäheli setzt ganz berechenbar den Rotstift an, während andere noch diskutieren – unsere tägliche Presseschau.

1. Medien-Gemetzel
(Neue Zürcher Zeitung)
“Die derzeitige Finanzkrise und die heraufziehende Rezession verschärfen die strukturellen Probleme der Presse. Weltweit häufen sich zurzeit Meldungen über dramatische Spar- und Rettungsaktionen.”

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Anzeigenkrise:
Holzhausen wird zur Geisterstadt

Klaus Jarchow, 6. November 2008 um 13.02 Uhr, 19 Kommentare Kommentare

Gruner und Jahr, WAZ-Gruppe, NZZ, Burda: Die Branche spart sich krisenfest, auf der Strecke bleiben Mitarbeiter – und schließlich auch die Leser …

Kahlschlag (®DS, CC-Lizenz)

Im Jahr 2008 blieben die Anzeigenerlöse bei allen Zeitungen weit hinter den Erwartungen zurück - und das nicht nur wegen der kommenden Rezession, die erst 2009 voll durchschlagen dürfte. Bei Gruner und Jahr gilt längst ein rigoroser Einstellungstopp, demnächst müssen wohl ganze Titel daran glauben: “Es ist daher notwendig, dass wir in den nächsten Wochen in all unseren Ländern unser Portfolio um jene Titel bereinigen, die keine Aussicht haben, die Krise zu überstehen”, schreibt Verlagschef Bernd Kundrun. Um sprachlich zwischen den getrennten Welten der Ökonomen und der Geistigen übersetzend auszuhelfen - der Reporter, der ‘bereinigt’ dann auf der Straße stehen wird, der nannte Kundruns ‘Portfolio’ bisher schlicht ’seine Redaktion’.

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6 vor 9:
Roger & Roger, Lafontaine, Tallinn

Ronnie Grob, 6. November 2008 um 8.54 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

1. “Die schleichende Entmündigung”
(ejo.ch, Natascha Fioretti)
“Frankreichs Zeitungen bauen schleichend ihren Politikjournalismus ab. In Italien ändert sich wenig – der Journalismus bleibt eng mit der Politik verwoben. Ein Bericht über zwei aufwändige Studien.”

2. Roger & Roger
(weltwoche.ch, Roger Köppel)
Klare Worte von Weltwoche-Chef Roger Köppel an den Radio1-Chef Roger Schawinski. Der “angeblich urliberale Funkbefreier” würde sich als “eine Art Spartakus der Schweizer Medienszene” inszeniseren, jedoch durch die Annahme von Staatsgeldern beweisen, “dass ihm die Prinzipien, auf die er sich beruft, nichts wert sind”. Fazit: “Alt-Pirat Schawinski ist zur Verkörperung all dessen geworden, was er früher leidenschaftlich bekämpfte.”

3. “Foto: ddp (Symbolbild)”
(eichen.blogger.de)
Oskar Lafontaine dient der Online-Ausgabe des Express als Illustration zur Beschreibung eines Vorfalls aus Ägypten, bei dem ein Lehrer offenbar einen Schüler zu Tode geprügelt hat.

4. “Die Grüne Partei will Blogger kaufen”
(ruhrbarone.de, David Schraven)
“Die Grünen wollen ihre Partei modern darstellen. Deswegen wollen sie in diese verdammten Blogs rein, die Obama so erfolgreich gemacht haben. Sie wollen ihren staublangweiligen Parteitag in angesagten, ehrlichen und deswegen relevanten Blogs platzieren.”

5. “Die modernste Stadt der Welt”
(morgenkommichspaeterrein.de, Markus Albers)
Markus Albers war in Tallinn, der Hauptstadt von Estland und ist auf Internet gestossen: “Hier gibt es flächendeckend freies Internet. Cafés, Museen, Tankstellen und seit einigen Monaten sogar Bus und Bahn bieten kostenloses WIFI. In der Innenstadt von Tallinn hängen überall Straßenschilder, die auf staatlich gesponserten Datenfunk hinweisen.”

6. “Who needs an election when you have holograms?”
(guardian.co.uk, Anna Pickard)
Hologramme und Touchscreens sind weder neu (neuerdings.com, 13.3.2007 und 2.6.2008), noch erzeugen sie automatisch besseren Journalismus. Doch sie werden angewendet. “Why? Because we can. We COULD have a correspondent that could say what she says perfectly well in 2D on a normal screen. But why should we, when we can have a hologram?”

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Zeitungen weltweit:
Obama novi predsjednik

Ole Reißmann, 5. November 2008 um 20.40 Uhr, 7 Kommentare Kommentare

Wir zeigen Zeitungen aus Bosnien, Chile, Costa Rica, Frankreich, Griechenland, Italien, Japan, Kenia, Kroatien, Niederlande, Pakistan, Schweden, Spanien, Südafrika, Türkei, USA und Zypern zur Wahl von Barack Obama.

News1.ch ist da:
Mehr Community wagen

Ole Reißmann, 5. November 2008 um 16.54 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Regionalverlage starten gemeinsames Artikel-Verzeichnis: Die Beta-Version von News1.ch präsentiert eine Nachrichten-Community mit vielen Links – und lädt die Nutzer ein, selber Artikel zu schreiben und Videos hochzuladen.

Alle unter einem Dach: Sechs Schweizer Medienhäuser haben sich zusammengetan, es mit endlich mit dem Internet aufzunehmen. News1.ch ist die regionale Antwort auf das Newsnetz von Tages-Anzeiger und Co. – seit heute ist eine öffentliche Beta-Version von News1.ch im Netz. Die große Überraschung: Es ist eine Nachrichten-Community, die auf die Mitarbeit ihrer Leser setzt. Schon der Zugang zur Beta-Seite erfordert eine Registrierung. Gut sichtbar prangt nach dem Login gleich neben dem Logo der Nachrichten-Seite die Aufforderung, doch News zu schreiben, ein Video hochzuladen oder das eigene Profil anzusehen.

News1.ch keine klassische Nachrichten-Seite. Stattdessen ein Portal für Bürger-Journalismus, ein Facebook für Hobby-Redakteure und ein Schaufenster in die Nachrichtenseiten der regionalen Medienhäuser hinter dem Projekt. Nachrichten, wie zum Beispiel aus dem Zürcher Oberländer, werden nur angerissen. Ein Klick auf Überschrift, Foto und Teaser führt zu einer Seite mit, nun ja, Überschrift, Foto und ein wenig mehr Teaser. Lesen kann man den Artikel dann schließlich auf der Website der Zeitung - noch ein Klick mehr ist nötig. Dafür gibt’s eine Kommentar-Funktion …

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Präsident Obama:
Entscheidende Nacht

Ole Reißmann, 5. November 2008 um 12.05 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

“Obama” – so einfach macht gerade die Website der New York Times auf. Auch auf der druckfrischen Print-Ausgabe, die einem CNN-Reporter in die Livesendung gereicht wird, prangt nur dieser eine Name. Unmittelbar vor 5 Uhr heute Morgen verkündete CNN, dass Barack Obama der 44. Präsident der Vereinigten Staaten wird. Und noch ein anderer Gewinner steht fest: Das Medienportal Meedia kürt das Online-Portal mit der besten Berichterstattung in der Wahlnacht.

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