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	<title>medienlese.com</title>
	
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	<description>Das Medienblog</description>
	<pubDate>Sat, 22 Nov 2008 12:05:47 +0000</pubDate>
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		<title>Greatest Stories: Esquire verschenkt Artikel</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Nov 2008 11:54:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ole Reißmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[News]]></category>

		<category><![CDATA[Esquire]]></category>

		<category><![CDATA[Gay Talese]]></category>

		<category><![CDATA[Reportage]]></category>

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		<description><![CDATA[Beslan, 9/11, Vietnam: Das amerikanische Magazin <em>Esquire</em> feiert 75. Geburtstag und verschenkt sieben herausragende Artikel auf seiner Website – einige davon sind erstmals online zugänglich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>Beslan, 9/11, Vietnam: Das amerikanische Magazin <em>Esquire</em> feiert 75. Geburtstag und verschenkt sieben herausragende Artikel auf seiner Website – einige davon sind erstmals online zugänglich.</h4>
<p><a href="http://medienlese.com/2008/11/22/greatest-stories-esquire-verschenkt-artikel/esquire/"><img src="http://medienlese.com/wp-content/uploads/2008/11/esquire200.jpg" width="200" height="258"  alt="" align="left"/></a>&#8220;Oh my God – we hit a little girl.&#8221; Diese schreckliche wie legendäre Zeile stand im Oktober 1966 auf dem Cover des <em>Esquire</em>, John Sack schrieb für das Magazin einen Artikel über eine Kompanie amerikanischer Soldaten. Der Reporter hat sie begleitet, vom Training zu Hause bis nach Süd-Vietnam aufs Schlachtfeld. Der Text <a href="http://www.esquire.com/features/vietnam-war-m-company-0365">&#8220;M&#8221;</a>, benannt nach dieser Kompanie, ist einer von sieben, die anlässlich des 75. Geburtstags des Hefts <a href="http://www.esquire.com/features/page-75/greatest-stories">präsentiert werden</a>. Nachzulesen sind gewaltige Geschichten, aufwendig recherchiert und meisterhaft aufgeschrieben, die noch heute lesenswert sind.</p>
<p><span id="more-5691"></span>Darunter auch das wohl berühmteste Portrait von Frank Sinatra, aufgeschrieben von <a href="http://medienlese.com/2007/12/17/gay-talese-reportagen-fuer-die-ewigkeit/">Gay Talese</a>: <a href="http://www.esquire.com/features/ESQ1003-OCT_SINATRA_rev_">&#8220;Frank Sinatra has a cold.&#8221;</a> Außerdem die Geschichte eines Fotos, das um die Welt ging: Ein fallender Mensch, gesprungen aus dem brennenden World Trade Center. Ein Verstoß gegen die Würde des Opfers? Für den <em>Esquire</em> begab sich Tom Junod auf Spurensuche nach <a href="http://www.esquire.com/features/ESQ0903-SEP_FALLINGMAN">&#8220;The Falling Man&#8221;</a>. So unterschiedlich die sieben Artikel sind – und der durchscheinende Pathos hier ist noch eine Untertreibung – sie stechen heraus, sie sind zeitlose Klassiker, die uns etwas von der (amerikanischen) Geschichte erzählen, sind einzigartige Zeugnisse.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.esquire.com/features/page-75/greatest-stories">The 7 Greatest Stories in the History of Esquire Magazine</a></li>
</ol>
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		<title>6 vor 9: Filmkritik, Turi, Leyendecker</title>
		<link>http://medienlese.com/2008/11/21/6-vor-9-filmkritik-turi-leyendecker/</link>
		<comments>http://medienlese.com/2008/11/21/6-vor-9-filmkritik-turi-leyendecker/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 21 Nov 2008 07:54:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[6 vor 9]]></category>

		<category><![CDATA[Hans Leyendecker]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Presseschau heute mit zwei langen Texten zur Filmkritik mit Weblogs, einem Peter Turi, der auspackt und einer unsinnigen Sperrfrist für eine PR-Meldung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.blogmedien.de/?p=1123"><strong>1. &#8220;Sperrfrist für PR-Meldung&#8221;</strong></a><br />
<em>(blogmedien.de)</em><br />
&#8220;Thomas Gottschalk hat irgendwann beim &#8216;Prominenten-Special&#8217; von &#8216;Wer wird Millionär?&#8217; eine Million Euro gewonnen. Nach den Vorstellungen der RTL-Öffentlichkeitsarbeiter soll’s aber erst am späten Donnerstagabend passiert sein.&#8221;</p>
<p><a href="http://www.zeit.de/online/2008/47/Filmkritik-heute?page=all"><strong>2. &#8220;Kleines Einmaleins der Filmkritik&#8221;</strong></a><br />
<em>(zeit.de, Christoph Hochhäusler)</em><br />
&#8220;Ich bin Filmemacher, der durstig auf dem langen Weg zwischen Film und Film 2006 angefangen hat, einen <a href="http://parallelfilm.blogspot.com/">Blog</a> zu betreiben. <em>Parallelfilm</em> heißt es. Ich notiere mir Gedanken, Ideen, berichte von meiner Arbeit und von Aktivitäten anderer. Das alles ohne Zwang, ohne Regelmäßigkeit und ohne ein klares Bewusstsein von einem Gegenüber. Manchmal kommt es zu Berührungen, ein Eintrag zieht Kreise, jedes Mal unerwartet eigentlich. Wenn sich nach besonders schönen Einträgen niemand rührt, schmolle ich und mache lange nichts.&#8221;</p>
<p><a href="http://newfilmkritik.de/archiv/2008-11/das-schweigen-der-weblogs-wird-unterbewertet/"><strong>3. &#8220;Das Schweigen der Weblogs wird unterbewertet&#8221;</strong></a><br />
<em>(newfilmkritik.de, Volker Pantenburg)</em><br />
&#8220;Bei der <em><a href="http://newfilmkritik.de/">new filmkritik</a></em> fließt kein Geld, es gibt keine Werbung (außer von uns für Menschen und Dinge, die wir mögen) und niemand hat je ein Honorar bekommen. Das ist zu konstatieren, nicht zu glorifizieren. Ich bin nicht so naiv, damit irgendein Außerhalb zu den beschriebenen Markt- und Verwertungslogiken zu verbinden. Aber in bescheidenem Maße kann man natürlich versuchen, nicht mitzumachen beim abstrakten Linktausch, beim Werbebannerwettlauf oder beim USERCONTENTSERVICE-Rennen. Das geht nur, wenn man nicht davon leben muss, ganz klar.&#8221;</p>
<p><span id="more-5690"></span>
<p><a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/medien/verschraenken_sie_die_haende_hinter_dem_kopf_1.1293421.html"><strong>4. &#8220;Verschränken Sie die Hände hinter dem Kopf&#8221;</strong></a><br />
<em>(nzz.ch, ras.)</em><br />
Rainer Stadler ist in die Archive gestiegen, um der <em>Weltwoche</em> zum 75. Geburtstag zu gratulieren. Er stellt fest, dass sich gar nicht so viel geändert hat: &#8220;Das Blatt setzte klar auf Personalisierung, es fokussierte die mächtigen Politiker von damals.&#8221; </p>
<p><a href="http://www.massenpublikum.de/blog/?p=622"><strong>5. Interview mit Peter Turi</strong></a><br />
<em>(massenpublikum.de)</em><br />
Peter Turi wird zum &#8220;Geheimnis des Erfolgs von turi2&#8243; befragt, weiss darauf aber auch keine Antwort. Dass der Mediendienst ein Erfolg ist, steht für ihn aber ausser Frage, das habe er im Januar 2008 gemerkt, als sein &#8220;Konto erstmals fünfstellig im Plus war&#8221;. Das aufschlussreiche Gespräch schliesst mit einem etwas pathetischen Leitsatz: &#8220;Folge Deinem Herzen, aber schalt dabei das Hirn nicht ab.&#8221;</p>
<p><a href="http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11366315/61009/Starjournalist-Hans-Leyendecker-sprach-vor-der-Brandenburger-Juristischen.html"><strong>6. &#8220;Starjournalist Hans Leyendecker sprach vor der Brandenburger Juristischen Gesellschaft&#8221;</strong></a><br />
<em>(maerkischeallgemeine.de, Jürgen Lauterbach)</em><br />
Hans Leyendecker empfand es als ungerecht, &#8220;dass der wegen Drogenmissbrauchs angeklagte Fußballtrainer Christoph Daum wegen der Fernsehberichterstattung 30 Verhandlungstage durchhalten musste, wo im Falle nicht prominenter Angeklagter bei solchen Vorwürfen ein halber Verhandlungstag ausreiche.&#8221;</p>
<p><small>Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.<br />
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.<br /></small></p>
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		<title>Sprachkritik: Wortpollen aus Stilblüten</title>
		<link>http://medienlese.com/2008/11/20/sprachkritik-wortpollen-aus-stilblueten/</link>
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		<pubDate>Thu, 20 Nov 2008 13:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Jarchow</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[News]]></category>

		<category><![CDATA[CDU]]></category>

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		<category><![CDATA[Nationale Initiative Printmedien]]></category>

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		<description><![CDATA[CDU und CSU sprechen sich für die Nationale Initiative Printmedien aus – mit einem Sprachwust aus Blähsätzen und Politiker-Phrasen, der hier gebührend gewürdigt werden soll.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>CDU und CSU sprechen sich für die Nationale Initiative Printmedien aus – mit einem Sprachwust aus Blähsätzen und Politiker-Phrasen, der hier gebührend gewürdigt werden soll.</h4>
<p><a href="http://medienlese.com/2008/11/20/sprachkritik-wortpollen-aus-stilblueten/wolfgangboernsen/"><img src="http://medienlese.com/wp-content/uploads/2008/11/wolfgangboernsen200.jpg" width="200" height="200"  alt="Stark für Holzhausen: MdB Wolfgang Börnsen, CDU (Robert Schlesinger/CDUCSU)" align="left"/></a>Zunächst die gute Nachricht - technologisch bleiben uns CDU/CSU als zutiefst konservative Parteien erhalten. Da bewegt sich nichts, da weiß der Wähler auch morgen noch, was er an ihnen hat oder vermisst. Zu recht mokiert sich jedenfalls <a href="http://netzpolitik.org/2008/nationale-initiative-printmedien-perfekte-demokratiefoerderung/" target="_blank">netzpolitik.org</a> über die medienpoltische Kompetenz, die auch die jüngste Presseerklärung dieser volkstümlichen Partei wieder einmal so verschwenderisch verstrahlt. Der Leser hört bei der Lektüre unentwegt ein ebenso melodisches wie lautes Pfeifen dort im Wald von Holzhausen, das der &#8216;Nationalen Initiative Printmedien&#8217; und ihrer zahlreichen Leserschaft den wahren Weg weist und ihnen gewisslich Mut machen wird auf dem dornigen Weg in eine noch ungewisser glänzende Zukunft.</p>
<p><span id="more-5631"></span>Über die Initiative selbst ist auf medienlese.com schon alles Notwendige anlässlich ihrer Gründung <a href="http://medienlese.com/2008/04/18/nationale-initiative-printmedien-schlechte-medizin/" target="_blank">gesagt worden</a>. Sprachlich wollen wir diesmal das Durchhaltevokabular der Holzhausener <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_den_Thermopylen_(Perserkriege)" target="_blank">Thermopyläen-Kämpfer</a> gebührend <a href="http://cducsu.de/Titel__Pressemitteilung_Nationale_Initiative_Printmedien_perfekte_Demokratiefoerderung/TabID__6/SubTabID__7/InhaltTypID__1/InhaltID__11190/Inhalte.aspx" target="_blank">herausstellen</a>, um den Leser gegen lästige Allergien durch Wortpollen aus Stilblüten zu desensibilisieren. Los geht&#8217;s:</p>
<blockquote><p>&#8220;<strong><font style="BACKGROUND-COLOR: #ff8080">Auch und gerade</font></strong> im Zeitalter des Internet bleiben Zeitungen und Zeitschriften für unsere Demokratie <strong><font style="BACKGROUND-COLOR: #ff8080">unverzichtba</font><font style="BACKGROUND-COLOR: #ff8080">r</font></strong>. Sie <font style="BACKGROUND-COLOR: #ff8080"><strong>sind und bleiben</strong></font> der <font style="BACKGROUND-COLOR: #ff8080"><strong>Garant</strong></font> für Meinungsvielfalt in Deutschland. Die Nationale Initiative Printmedien ist <strong><font style="BACKGROUND-COLOR: #ff8080">die angemessene Antwort</font></strong> &#8230; <strong><font style="BACKGROUND-COLOR: #ff8080">Bereits die vielseitige Beteiligung &#8230; zeigt das Problembewusstsein</font></strong> &#8230; Die „Nationale Initiative Printmedien“ ist <font style="BACKGROUND-COLOR: #ff8080"><strong>ein beispielhaftes Projekt</strong></font> &#8230; <strong><font style="BACKGROUND-COLOR: #ff8080">Die Weichen sind gestellt</font></strong>. Nun gilt es, sie <strong><font style="BACKGROUND-COLOR: #ff8080">zu nutzen und auszubauen</font></strong>.&#8221;</p></blockquote>
<p>So schön röhrt doch kein Hirsch in der Brunftzeit: Die gestellten Weichen werden genutzt und ausgebaut, weil die vielseitige Beteiligung der unverzichtbare Garant für das beispielhafte Problembewusstsein auch und gerade in Zeiten des Internet für unsere Demokratie ist und bleibt. Oder so ähnlich &#8230;</p>
<p>Ha - das nenne ich lösungsorientiertes Denken!</p>
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		<title>6 vor 9: Demut, Freischützentum, Reich-Ranicki</title>
		<link>http://medienlese.com/2008/11/20/6-vor-9-demut-freischuetzentum-reich-ranicki/</link>
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		<pubDate>Thu, 20 Nov 2008 07:54:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[6 vor 9]]></category>

		<category><![CDATA[Bild]]></category>

		<category><![CDATA[Henryk M. Broder]]></category>

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		<category><![CDATA[Kai Diekmann]]></category>

		<category><![CDATA[Marcel Reich-Ranicki]]></category>

		<category><![CDATA[Rainer Stadler]]></category>

		<category><![CDATA[Weltwoche]]></category>

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		<description><![CDATA[Bild-Blattkritik mit Broder, die Zukunft des Journalismus als brotlose Kunst, erbarmungslose, verächtliche Urteile und Hugo Bütler mit dem noch fast unbenutzten Wort "Freischützentum". Die Presseschau.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.cicero.de/97.php?ress_id=7&#038;item=3207"><strong>1. Interview mit Marcel Reich-Ranicki</strong></a><br />
<em>(cicero.de, Christine Eichel)</em><br />
&#8220;Ich stimme zu, das war keine originelle Äußerung von mir. Nur – keiner hat gewagt, es zu sagen, daher (lacht) diese ungeheure Aufregung! Dabei wissen wir doch: Die Intellektuellen werden vom Fernsehen ignoriert, bagatellisiert, vernachlässigt, deshalb ist das Programm so schlecht.&#8221;</p>
<p><a href="http://www.blogmedien.de/?p=1118"><strong>2. &#8220;Brotlose Künstler&#8221;</strong></a><br />
<em>(blogmedien.de)</em><br />
&#8220;Geringe Einkommen, zunehmende Ausbeutung und schlechtes Image - ein Traumberuf sieht anders aus. Wer heute noch Journalist werden will, braucht vor allem viel Idealismus und große Bescheidenheit, wenn es um eigene Ansprüche geht.&#8221;</p>
<p><a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/139249.von-hier-aus-regierst-du-die-welt.html"><strong>3. &#8220;Von hier aus regierst Du die Welt&#8221;</strong></a><br />
<em>(neues-deutschland.de, Hanno Harnisch)</em><br />
&#8220;David Montgomery hat den Aufsichtsratsvorsitz bei der Heuschrecke Mecom abgegeben.&#8221;</p>
<p><a href="http://www2.weltwoche.ch/ausgaben/2008-47/artikel-2008-47-warum-braucht-es-sie-noch.html"><strong>4. &#8220;Sind 75 Jahre Weltwoche genug?&#8221;</strong></a><br />
<em>(weltwoche.ch)</em><br />
Die Weltwoche wird 75 Jahre alt, feiert sich mit einem neuen Web-Auftritt und lässt sich gratulieren. Der Bitte nachgekommen ist zum Beispiel der ehemalige Chefredakteur der <em>NZZ</em>, Hugo Bütler: &#8220;Seit dem unsäglichen Kotau Köppels vor der SVP – ihr Parteipräsident Maurer wurde uns als &#8216;letzter Staatsmann&#8217; angepriesen – hat die Weltwoche doch wieder etwas mehr Denkselbständigkeit gewonnen. Es gibt aber nach wie vor einen Überschuss an intellektuellem Freischützentum von Autoren, die sich kreuz und quer in der Landschaft dort positionieren, von wo sich auf einen gerade erkorenen Gegner am besten feuern lässt. Aber daneben stösst man auch auf viel Interessantes und gut Recherchiertes, das man als Leser nicht missen möchte. Unser Land verdient klärende Debatten zwischen kontroversen Standpunkten und Milieus.&#8221;</p>
<p><a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/medien/schrumpfender_gemeinsinn_1.1284207.html"><strong>5. &#8220;Bundesrat Schmid und die Rolle der Medien&#8221;</strong></a><br />
<em>(nzz.ch, ras.)</em><br />
Rainer Stadler konstatiert in der Debatte Schmid, dass es keinen Grund gibt, dass Journalisten pikiert auf Angriffe reagieren, denn schliesslich würden sie selbst fast täglich Personen angreifen: &#8220;Deren Urteile sind manchmal geradezu erbarmungslos, manchmal auch verächtlich. Man zweifelt, wie gut Medienschaffende solche Zuschreibungen selber ertragen würden. Ein bisschen Demut würde niemandem schaden.&#8221;</p>
<p><a href="http://www.bild.de/BILD/video/clip/news/blattkritik/2008/11/blattkritik-191108,templateId=renderBuehne.html"><strong>6. Bild-Blattkritik mit Broder (und Kerner)</strong></a><br />
<em>(bild.de, Video, 17:12 Minuten)</em><br />
Henryk M. Broder und Johannes B. Kerner sitzen bei Kai D. Diekmann im kuschligen Bild D. Büro und plaudern miteinander über die neuste Ausgabe.</p>
<p><small>Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.<br />
Anmerkung: Gegenüber einer früheren Version wurde ein Link (3.) ausgetauscht, da übersehen wurde, dass dieser Text von September stammt.<br /></small></p>
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		<item>
		<title>Wirtschaftskrise: Park Avenue wird eingestellt</title>
		<link>http://medienlese.com/2008/11/19/wirtschaftskrise-park-avenue-wird-eingestellt/</link>
		<comments>http://medienlese.com/2008/11/19/wirtschaftskrise-park-avenue-wird-eingestellt/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 19 Nov 2008 19:29:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Steglich</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[News]]></category>

		<category><![CDATA[Börse Online]]></category>

		<category><![CDATA[Capital]]></category>

		<category><![CDATA[Financial Times Deutschland]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Wirtschaftskrise brettert ungebremst in die Anzeigenabteilungen der Verlage – erwischt hat es jetzt Gruner und Jahrs hochglänzende Celebrity-Postille <em>Park Avenue</em>.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>Die Wirtschaftskrise kommt ungebremst in den Anzeigenabteilungen der Verlage an. Nachrichten über entlassene Mitarbeiter oder eingestellte Titel werden mittlerweile im Tagesrhythmus verkündet. Jetzt hat es auch die <em>Park Avenue</em> erwischt.</h4>
<p><a href="http://medienlese.com/2008/11/19/wirtschaftskrise-park-avenue-wird-eingestellt/park-avenue-cover/"><img src="http://medienlese.com/wp-content/uploads/2008/11/park-avenue-cover.png" width="422" height="149"  alt="Park Avenue: Im Januar 2009 kommt die letzte Ausgabe." /></a></p>
<p>Keine wirtschaftliche Zukunft: Das nennt der Verlag <em>Gruner und Jahr </em>(G+J) als Grund für das Ende seines Gesellschaftsmagazins. <em>Park Avenue</em> war 2005 in Erwartung der deutschen <em>Vanity Fair</em> gestartet worden und schwankte - ähnlich wie das Konkurrenzmagazin - heftig zwischen biederem Klatsch und dem eigentlichen Anspruch des &#8220;Premiumsegments&#8221;.</p>
<p><span id="more-5678"></span>Die Auflage schaffte es zuletzt auf über 100.000 Exemplare, von denen aber nur rund 40.000 am Kiosk oder im Abo verkauft werden - fast ebensoviele finden als kostenlose Bordexemplare den Weg zum Leser. <em>Gruner und Jahr</em> beklagt sich <a href="http://www.guj.de/de/presse/suchergebnisse/meld_081119_30.php4">offiziell</a> dennoch nicht über die Auflagenhöhe - das Problem sei allein, dass die &#8220;ambitionierten Ziele im Anzeigengeschäft&#8221; nicht erreichbar seien. Die Ausgabe im Januar 2009 wird die letzte sein, 23 Mitarbeiter sind von der Einstellung des Magazins betroffen. Zudem werden die niederländische und die russische (dort mit anderem Namen) Ausgabe der <em>Gala</em> vom Markt genommen.</p>
<p>Das Ganze kommt nicht überraschend: Das defizitäre Gesellschaftsmagazin <a href="http://meedia.de/nc/details/article/angst-bei-gj--was-wird-eingestellt_100012857.html">machte sofort als Abschusskandidat die Runde</a>, als <em>G+J</em>-Vorstandschef Bernd Kundrun Ende Oktober deutliche Sparmaßnahmen ankündigte. Und nur wenige Stunden, bevor das Ende für die <em>Park Avenue</em> bekannt wurde, hatte <em>Gruner und Jahr</em> bereits <a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=1971">drastische Schnitte bei seinen Wirtschaftstiteln mitgeteilt</a>: <em>Capital</em>, <em>Financial Times Deutschland</em>, <em>Impulse</em> und <em>Börse Online</em> werden ab März 2009 von einer gemeinsamen Redaktion befüllt, die Standorte Köln und München aufgegeben, 121 Mitarbeiter entlassen - sie können sich zu schlechteren Konditionen neu bewerben, etwa jeder zweite dieser Jobs soll aber nicht neu besetzt werden.</p>
<p>Immerhin: Die Sparrunde des Hamburger Verlagsdampfers soll damit erstmal abgeschlossen sein.</p>
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		<title>6 vor 9: H.-J. Jakobs, Lebrument, Nasenbluten</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Nov 2008 07:54:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[6 vor 9]]></category>

		<category><![CDATA[Andrea Masüger]]></category>

		<category><![CDATA[Bild-Zeitung]]></category>

		<category><![CDATA[Gerhard Henschel]]></category>

		<category><![CDATA[Hans-Jürgen Jakobs]]></category>

		<category><![CDATA[Kurt Imhof]]></category>

		<category><![CDATA[samuel schmid]]></category>

		<category><![CDATA[Thomas Zaugg]]></category>

		<category><![CDATA[Ueli Haldimann]]></category>

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		<description><![CDATA[Hans-Jürgen Jakobs beleuchtet mit einem Buch Probleme bei sueddeutsche.de, Ueli Haldimann will sich vom Tages-Anzeiger nichts vorschreiben lassen und "die Bild-Zeitung führt sich auf, als ob ihr die Bundesrepublik gehört". Die Presseschau.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.derbund.ch//zeitungen/gesellschaft/Medien-zwischen-Geld-und-Geist/story/20962788"><strong>1. &#8220;Medien zwischen Geld und Geist&#8221;</strong></a><br />
<em>(derbund.ch, Daniel Goldstein)</em><br />
&#8220;Was bleibt vom Renommee, wenn die Rendite alles diktiert? In den Medien noch weniger als in anderen Branchen, meint der deutsche Journalist und Buchautor Hans-Jürgen Jakobs. An Fallbeispielen zeigt er auf, wie schlecht sich schnelles Geld und schürfender Geist vertragen. Er plädiert für Qualität – auch im Internet und auch mit Staatshilfe.&#8221;</p>
<p><a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/die-schleichwerbelinks-von-sueddeutschede/"><strong>2. &#8220;Die Schleichwerbelinks von sueddeutsche.de&#8221;</strong></a><br />
<em>(stefan-niggemeier.de)</em><br />
Hans-Jürgen Jakobs (siehe Link 1) schreibt nicht nur Bücher, er hat auch einen Daytime-Job, er ist nämlich <a href="http://www.sueddeutsche.de/app/service/impressum/">presserechtlich verantwortlich</a> für das Angebot von sueddeutsche.de, das sich unter anderem durch ungenaue Abgrenzung zwischen redaktionellem Inhalt und Werbung auszeichnet. Zitieren wir von oben: &#8220;An Fallbeispielen zeigt er auf, wie schlecht sich schnelles Geld und schürfender Geist vertragen.&#8221;</p>
<p><a href="http://www.jungewelt.de/2008/11-19/014.php"><strong>3. Interview mit Gerhard Henschel</strong></a><br />
<em>(jungewelt.de, Reinhard Jellen)</em><br />
&#8220;Die Bild-Zeitung führt sich auf, als ob ihr die Bundesrepublik gehört, inklusive Bundesregierung, Bundeskriminalamt und Bundesliga.&#8221;</p>
<p><a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Professor-Imhof-soll-in-seinem-eigenen-Laden-Ordnung-schaffen/story/26131689"><strong>4. Interview mit Hanspeter Lebrument</strong></a><br />
<em>(tagesanzeiger.ch, David Vonplon)</em><br />
Nach Artur Vogel vom <em>Bund</em> greift auch der Präsident des Verbandes Schweizer Presse die von der Regierung lancierte Debatte auf, die schweizer Medien hätten im Fall Schmid nur einseitig berichtet. Er zweifelt daran, dass die Studie des Soziologieprofessors Kurt Imhof überhaupt stichhaltig ist: &#8220;Nehmen wir als Beispiel die &#8216;Südostschweiz&#8217; (SO), die ich verlege. Die Zeitung vertrat eine völlig andere Auffassung in der Affäre Schmid als die Zürcher Medien. Das hat SO-Chefredaktor Andrea Masüger Herrn Imhof auch mitgeteilt. Dieser hat dann aber verlauten lassen, dass seinem Institut das Geld fehle, unsere Zeitung zu abonnieren.&#8221;</p>
<p><a href="http://cr.blog.sf.tv/p106.html"><strong>5. &#8220;Samuel Schmids Nasenbluten&#8221;</strong></a><br />
<em>(cr.blog.sf.tv, Ueli Haldimann)</em><br />
Der Chefredakteur des Schweizer Fernsehens wehrt sich gegen den Vorwurf, es sei unstatthaft gewesen, den Ausbruch von Nasenbluten beim zurückgetretenen Bundesrat zu zeigen: &#8220;Was soll daran ehrenrührig oder verletzend sein, wenn ein Bundesrat Nasenbluten hat? Schmids Gesundheitszustand hat im Zusammenhang mit dem Rücktritt ja auch einen Aussagewert.&#8221; An seine Kritiker schreibt er: &#8220;Wollen wir uns in Zukunft vom Tages-Anzeiger vorschreiben lassen, was richtig ist?&#8221;</p>
<p><a href="http://dasmagazin.ch/index.php/ausgebloggt/"><strong>6. &#8220;Ausgebloggt?&#8221;</strong></a><br />
<em>(dasmagazin.ch, Thomas Zaugg)</em><br />
Thomas Zaugg ist es leid, &#8220;diese superkryptokritischen Medienbeobachtungsblogs&#8221; zu lesen: &#8220;Menschen, die vor ihren Laptops sitzen und alles beobachten und lesen und jeden Tag irgendetwas zu kritisieren haben&#8221;, kommen ihm nicht auf sein MacBook Air. Allerdings hat er gemerkt, dass er selbst längst Blogger ist - bei Facebook.</p>
<p><small>Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.<br />
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.<br /></small></p>
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		<title>Alternde Neokonservative: Mach mir den Matussek!</title>
		<link>http://medienlese.com/2008/11/18/alternde-neokonservative-mach-mir-den-matussek/</link>
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		<pubDate>Tue, 18 Nov 2008 10:02:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Jarchow</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[News]]></category>

		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>

		<category><![CDATA[Heinrich Heine]]></category>

		<category><![CDATA[Matthias Matussek]]></category>

		<category><![CDATA[Nationalismus]]></category>

		<category><![CDATA[Neokonservative]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach dem großen Kladderadatsch der Finanzkrise verdunsten wieder mal alte Überzeugungen wie Frühnebel in der Sonne – Zeit, Matthias Matusseks Buch "Wir Deutschen" erneut zu lesen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://medienlese.com/2008/11/18/alternde-neokonservative-mach-mir-den-matussek/wirdeutschen/"><img src="http://medienlese.com/wp-content/uploads/2008/11/wirdeutschen200.jpg" width="200" height="286"  alt="" align="left"/></a>Wenn sich der politische Mainstream nach einigen Jahren in ein Rinnsal aus kaltem Kaffee verwandelt hat, dann sind plötzlich rückblickend Einsichten möglich, welche die aufgeblähten Selbstgewissheiten vormals Zeitgemäßer uns bisher verstellten. Jetzt, nach dem großen Kladderadatsch der Finanzkrise, verdunsten wieder mal alte Überzeugungen wie Frühnebel in der Sonne. Mir öffneten sich gestern die Augen, als ich - um abgelagerte Prophetien zu prüfen - in einem Buch blätterte, das vor zwei Jahren den ominösen &#8216;neuen Patriotismus&#8217; in der Bundesrepublik begründete: Es geht um <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Matthias_Matussek" target="_blank">Matthias Matusseks</a> <em><a href="http://www.perlentaucher.de/buch/24349.html" target="_blank">&#8216;Wir Deutschen&#8217;</a></em>. In ihm sprang Matussek in einem lockeren Flicflac über den großen Auschwitz-Graben hinweg, um uns die attraktiveren Postkartenmotive der deutschen Geschichte vor Augen zu führen. Auf dass sich die toitsche Brust selbstbewusst wieder weiten möge.</p>
<p><span id="more-5613"></span>Jeder Nationalismus braucht zunächst einmal &#8216;die anderen&#8217;. Ohne sie keine Nation. Die dunkle Folie, vor deren Hintergrund Matussek eine solche &#8216;Normalisierung&#8217; unseres Nationalgefühls versucht, bilden &#8216;die Engländer&#8217;, immerhin ein Volk mit viel Kultur und einer langen Geschichte, das aber perfiderweise auf uns Deutsche herabzusehen wagt. Dabei sei es doch nur, sagt Matussek, eine &#8220;<em>kleine verregnete Insel mit verdreckten Krankenhäusern und entgleisenden Zügen</em>&#8221; (12). Wir dagegen würden überall dafür &#8220;<em>beneidet, dass unsere Züge pünktlich sind, dass unsere Rechtsprechung funktioniert und dass man eher selten auf der Straße erschossen wird&#8221;</em> (20). Solche nationalen Kontraste sieht Matussek wiederum in einer nationalen &#8216;Kultur&#8217; verankert, diese Differenzen seien eine Sache der Mentalität.</p>
<p>An dieser Stelle fragte ich mich, in welcher Welt der Kerl eigentlich lebt? Wer nur ein Minimum an Geschichtswissen besitzt, der weiß, dass in England die Züge vor allem deshalb entgleisen, weil 20 Jahre Thatcherismus mitsamt einem gnadenlosen Privatisierungswahn über die Insel hinweggeschwappt sind. Seither muss ich Angst um meine Gesundheit haben, nehme ich dort einen Schluck aus dem privatisierten Trinkwassernetz; seit die E-Werke dort privatisiert wurden, trieft der radioaktive Abfall in Sellarsfield kübelweise in die Irische See; seither fallen auch Kanaldeckel ohne ersichtlichen Grund in marode Kanalisationsschächte, die - <em>you name it!</em> - längst auch den Aktionären gehören. Das gesamte Volksvermögen wurde unter den Thatcheristen an Anleger verschleudert, mit unangenehmen Folgen überall dort, wo auf monopolisierten Märkten - also in Trinkwassernetzen, Kanalnetzen, Schienennetzen, Stromnetzen usw. - gar kein Wettbewerb herrschen kann. Auf solchen Feldern zerstört die Gier der Aktionäre die Systeme in kürzester Zeit, weil plötzlich alles &#8216;des Dollars wegen&#8217; auf Verschleiß gefahren wird und der &#8216;Kunde&#8217; ihnen dort nicht weglaufen kann.</p>
<p>Auch in Deutschland ist das so - und ich weiß nicht, woher Matussek seinen Wahn bezieht, dass in Deutschland irgendwo Züge noch einigermaßen pünktlich führen. Vermutlich nimmt er nie den Zug. Auch hier brechen die Achsen, auch hier verrotten die Strecken, auch hier leiden die Sicherheit und der Fahrplan, seit der Mehdorn &#8216;den Börsenwert des Unternehmens steigert&#8217; - und seinen Jahresbonus dazu.</p>
<p>Geradezu im Umkehrschluss zu Matusseks These vom fehlenden Nationalgefühl der Deutschen zerstört also die eingerissene neokonservative Laissez-Faire-Wirtschaftspolitik, deren führender Vertreter Matussek im Kulturressort beim &#8216;Spiegel&#8217; bekanntlich ist, jenes &#8216;Nationalgefühl, das die Bundesbürger durchaus schon besaßen. Zumindest im Westen der Republik. Wir hatten - man beachte die Vergangenheitsform - ein funktionierendes Gesundheitssystem, wir hatten ein funktionierendes Rentensystem, wir hatten ein intaktes Sozialsystem. Und wir waren darauf alle stolz wie Bolle. Jetzt will uns der Matussek ersatzweise schwarzrotgüldene Fähnchen in die Hand drücken, die wir fleißig schwenken sollen, um dazu lauthals &#8216;Deutschland!&#8217; zu rufen, damit wir uns, statt an unserem öffentlichen Eigentum, an uns selbst berauschen.</p>
<p>Die These von einem angeblich fehlenden Nationalbewusstsein unter Neudeutschen hängt Matussek einerseits an der <em>&#8216;Auschwitz-Keule&#8217;</em> (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Walser" target="_blank">M. Walser</a>) auf - Matussek nennt Hitler einen bloßen &#8220;<em>Freak-Unfall</em>&#8221; (14) - , andererseits zieht er einige dürre Umfragen heran: So seien überall auf der Welt die Völker noch richtig auf sich &#8217;stolz&#8217;, die Dänen, Chinesen, Australier oder Liechtensteiner, &#8220;<em>bei uns liegt der Wert bei mageren 25 Prozent</em>&#8221; (23). Ja, warum ist das denn wohl so, Herr Matussek? Haben Sie denn von einem <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/Muegeln-Rechtsextremismus;art122,2369238" target="_blank">gewissen einschlägigen Slogan</a> der Rechtsextremen wirklich noch nie etwas gehört? Der es seither jedem politischen Anstandsgefühl verbietet, die Adjektive &#8217;stolz&#8217; und &#8216;deutsch&#8217; in einen direkten Zusammenhang zu stellen. Oder haben Sie nur mal wieder ein wenig an irgendeinem Tabu geknabbert?</p>
<p>Hören wir dem Herrn Matussek zu, dann müssen wir jetzt &#8216;deutsch&#8217; werden, um uns besser &#8216;globalisieren&#8217; zu können. Das sei geradezu eine Existenzfrage:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Nationalismus ist kein Schimpfwort mehr, keine abgelegte Schandvokabel aus der Pickelhauben-und-Kanonenboot-Ära, sondern es drückt das notwendige Selbstinteresse eines Landes aus, das sich seiner geschichtlichen und kulturellen Identität bewusst ist. Nationalismus ist das Abgrenzungs-Interesse in der Ära des totalen Internationalismus, und schon wirtschaftlich ist das eine Notwendigkeit.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>So offen paradox denke ich selten. Damit ein solches Projekt trotz seiner Widersprüche realisierbar erscheinen kann, muss Matussek an gewissen nationalen Traditionen der Deutschen herumschrauben. Zum historischen Kronzeugen seiner neopatriotischen Weltsicht macht Matussek daher den Vormärz-Dichter <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Heine" target="_blank">Heinrich Heine</a>. Da dann platzte mir dann nächtens der Kragen: Ausgerechnet den ewigen Exilanten Heinrich Heine, der bei all seinen Meinungsschwankungen immer feste anschrieb gegen jeden nationalen Qualm und all den spießbürgerlichen Mief, der sowohl aus dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wartburgfest" target="_blank">Wartburg-</a> und wie aus dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hambacher_Fest" target="_blank">Hambacher Fest</a> emporstieg, der sowohl den Gevatter Tütendreher wie den Professor Schwurbeltuter nach Kräften durch den Kakao zu ziehen pflegte?</p>
<p>Damit dieser Trick klappen kann, muss Heine zunächst ein wenig umfrisiert werden, was bei demjenigen Teil des Publikums, der Heine nie las, ja auch klappen mag. Matussek recycelt hierfür eine bekannte Blaupause von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Kraus" target="_blank">Karl Kraus</a>, die der Fackel-Herausgeber 1910 unter dem Titel <em><a href="http://heinrich-heine.com/sche1.htm" target="_blank">&#8216;Heine und die Folgen&#8217;</a></em> zu einer bis heute einzigartigen und gnadenlosen Abrechnung mit dem spracheitlen Journalismus seiner Zeit nutzte:</p>
<blockquote><p>&#8220;<em>Ein Feuilleton schreiben heißt auf einer Glatze Locken drehen; aber diese Locken gefallen dem Publikum besser als eine Löwenmähne der Gedanken. &#8230; Mit leichter Hand hat Heine das Tor dieser furchtbaren Entwicklung aufgestoßen, und der Zauberer, der der Unbegabung zum Talent verhalf, steht gewiß nicht allzu hoch über der Entwicklung. / Der Trick wirkt fort. Die Verschweinung des praktischen Lebens durch das Ornament &#8230; entspricht der Durchsetzung des Journalismus mit Geistelementen, die aber zu einer noch katastrophaleren Verwirrung führen musste. &#8230; Ihren besten Vorteil verdankt [die Lumperei] jenem Heinrich Heine, der der deutschen Sprache so sehr das Mieder gelockert hat, daß heute alle Kommis an ihren Brüsten fingern können</em>&#8221; (KK: Untergang der Welt durch schwarze Magie, 188 ff).</p></blockquote>
<p>Kraus sieht Heine einerseits also durchaus als einen Wegbereiter des Journalismus, im Kern bleibt bei ihm der Autor aber ein Dichter: Heine selbst ist kein Journalist. Matussek wendet die dort bei Kraus formulierte Kritik nun affirmativ ins Positive und begrüßt Heinrich Heine als seinen Redaktionskollegen, er fühlt sich mit ihm ein Herz und eine Seele:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Harry Heine ist der erste unseres Berufsstandes, der erste Pflastertreter, und sein Geburtsname war tatsächlich Harry. Und er war gleich der Champ&#8221;</em> (36 f).</p></blockquote>
<p>Das ist natürlich historisch unhaltbar und Matussek&#8217;scher Blödsinn - gewissermaßen wiederum Journalismus im Kraus&#8217;schen Sinne: Der Dichter Heine, der sich vor allem poetisch über sein <em>&#8216;Buch der Lieder</em>&#8216;, über seinen &#8216;<em>Romanzero</em>&#8216;, seinen <em>&#8216;Atta Troll</em>&#8216; usw. definierte, der wird glatt zu einem Alphajournalisten der Vormärzzeit umgelogen. Richtig ist daran so viel: Heine schrieb höchst erfolgreich auch für Zeitungen, so wie dies heute vergleichsweise Enzensberger oder Botho Strauß tun, woraus bei Heine dann wiederum so wunderbare Dichtungen wie die &#8216;<em>Lutetia</em>&#8216; entstanden sind. Mit dem journalistischen Titel <em>&#8216;Wir Deutschen</em>&#8216; übrigens hätte er eines seiner Bücher niemals getauft.</p>
<p>Heinrich Heine, dieser schwerkranke Mann, der viele Jahre lang eben nicht &#8216;das Pflaster treten&#8217; konnte, der zur gleichen Zeit seine härtesten Kämpfe gegen den hohl tönenden National-Publizismus einer ganzen Schar von Journalisten führte, gegen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Menzel" target="_blank">Menzel</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_B%C3%B6rne" target="_blank">Börne</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Gutzkow" target="_blank">Gutzkow</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wienbarg" target="_blank">Wienbarg</a> usw., der sollte im Kern seines Wesens ein Journalist gewesen sein? Dazu von seinen Ansichten her fast noch konservativer als der zeitgeistige Spiegel-Schreiber heute?</p>
<p>Mit Verlaub, das ist Bullshit, Herr Matussek &#8230; wenn Heine politisch irgendetwas liebte und als ideologische Bezugsgröße anführte, dann das siegreiche Frankreich unter Napoleon. Lesen Sie das <em>&#8216;Buch Le Grand&#8217;.</em> Das existierende Deutschland, das war für ihn nichts Reales oder Hoffnungsträchtiges, es war vielleicht so etwas wie das Mittelalter für die Romantiker. Ein Ort der Sehnsucht, ein verschlafenes Krähwinkel, eine himmlische Heimat, aber kein existierender nationaler Ort des Stolzes &#8230; im Gegenteil, eher ein Märchenwald-Idyll, das bedroht war von der nationalen Publizistik und ihren Priestern, von den Matusseks seiner Zeit, die in Deutschland immer lauter blökten. Das Verhältnis zwischen ihm und jenen hat er in eindrucksvolle Bilder gefasst:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Auch bei der Aufrichtung großer Geistesobelisken können allerlei Skorpionen zum Vorschein kommen, kleinliche Gifttierchen, die bald sterben und vergessen werden, während das große Monument erhaben und unzerstörbar stehen bleibt, bewundert von den spätesten Enkeln&#8221; (IV, 139).</em></p></blockquote>
<p>Der &#8216;neonationale Denken&#8217;, mit dem Matussek &amp; Co. uns vor zwei Jahren noch beglücken wollten, das sollten wir deshalb heute besser durch konkrete Taten rückbinden an jene bestens &#8216;regulierten Tage&#8217;, in denen der deutsche Nachkriegs-Patriotismus noch in voller Blüte stand, weil wir stolz waren auf sein modellhaftes Funktionieren. Heine aber trug für diese neonational daherschwätzenden Herren wirklich zu große Schuhe &#8230;</p>
<p>Ein letzter Punkt, der mir aufstieß, ist das Bild vom Journalisten an und für sich, das Matussek als geheimes Selbstporträt in seinen imaginären Heine hineinzeichnet:</p>
<blockquote><p>&#8220;<em>Da war Harry Heine oben angekommen, ganz oben auf dem Wellenkamm der öffentlichen Erregung. Da hatte er genau jene Betriebstemperatur aus Arroganz und Paranoia, aus Vernichtungslust und Nervosität, die einen großen Journalisten auszeichnet&#8221;</em> (37).</p></blockquote>
<p>Nun, ich glaube gern, dass jemand charakterlich so strukturiert sein kann, in seinen Stigmata Auszeichnungen zu erblicken, weshalb er sich dann auch notwendigerweise mit einem großen Journalisten verwechselt &#8230;</p>
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		<title>6 vor 9: Hochparterre, Sat.1, Harry Rowohlt</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Nov 2008 07:54:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[6 vor 9]]></category>

		<category><![CDATA[Artur Vogel]]></category>

		<category><![CDATA[Gert Scobel]]></category>

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		<category><![CDATA[Süddeutsche Zeitung]]></category>

		<category><![CDATA[Thomas Knüwer]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein internes Mail aus der "SZ", Onlinejournalismus ist nichts ansteckendes und Harry Rowohlt sieht Mäuschen. Unsere tägliche Presseschau.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://bundblog.espace.ch/medienwelt/journalistenrudel-auf-hetzjagd.html"><strong>1. &#8220;Journalistenrudel auf Hetzjagd&#8221;</strong></a><br />
<em>(bundblog.espace.ch, Artur Vogel)</em><br />
<em>Bund</em>-Chefredakteur Artur Vogel nimmt die vom Bundesrat angestossene Debatte über die angebliche Hetze von schweizer Medien auf und studiert die Studie des Soziologieprofessors Kurt Imhof. Er kontert die Anklage mit drei Gegenargumenten und beklagt die fehlende Rücktrittskultur in der Schweiz.</p>
<p><a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/medien/auf_keinen_fall_auf_ratschlaege_von_businessleuten_hoeren_1.1273595.html"><strong>2. &#8220;&#8216;Auf keinen Fall auf Ratschläge von Businessleuten hören&#8217;&#8221;</strong></a><br />
<em>(nzz.ch, ak.)</em><br />
Interview zum 20. Geburtstag der Architekturzeitschrift <a href="http://www.hochparterre.ch/">Hochparterre</a>. Verwaltungsratspräsident Benedikt Loderer erklärt, warum es die Zeitschrift immer noch gibt: &#8220;Zuerst einmal muss man ziemlich arbeiten – und auf keinen Fall auf Ratschläge von Businessleuten hören. Man muss an sein eigenes Projekt glauben und das durchziehen.&#8221;</p>
<p><a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~EC7A61B0D5D5A485280E293712B499ABB~ATpl~Ecommon~Scontent.html"><strong>3. &#8220;Sat. 1 - Sender ohne Profil&#8221;</strong></a><br />
<em>(faz.net, Peer Schader)</em><br />
&#8220;Sat. 1 zieht von der Hauptstadt nach München und muss gravierende Einsparungen vornehmen. Eine Gefahr für die Programmqualität? Eigentlich nicht, denn schon seit langem gleicht das Programm des Senders einer Recyclingstation des Immergleichen.&#8221;</p>
<p><a href="http://fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/medien/1631210_Ich-bin-fernsehsuechtig.html"><strong>4. Harry Rowohlt im Interview</strong></a><br />
<em>(fr-online.de, Tilmann P. Gangloff)</em><br />
Harry Rowohlt freut sich, dass Gert Scobel die <a href="http://www.3sat.de/kulturzeit/">Kulturzeit auf 3sat</a> nicht mehr moderiert: &#8220;Ach wissen Sie, früher habe ich immer &#8216;Arschloch&#8217; geschrieen, wenn Joschka Fischer auftauchte. Jetzt ist er aus den Medien verschwunden, deshalb muss Gert Scobel herhalten. Aber manche Moderatorinnen sind noch schlimmer, ich frage mich wirklich, wer diese Mäuschen aussucht; jede Backwarenfachverkäuferin hat mehr Kompetenz.&#8221;</p>
<p><a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=1967"><strong>5. &#8220;Klar muss dabei sein: Der Stellenabbau ist unvermeidlich&#8221;</strong></a><br />
<em>(blog.handelsblatt.de/indiskretion, Thomas Knüwer)</em><br />
Thomas Knüwer publiziert ein internes Mail aus der Redaktion der <em>Süddeutschen Zeitung</em>. Ein Ressortleiter wendet sich darin an seine Mitarbeiter.</p>
<p><a href="http://wissenswerte.wordpress.com/2008/11/17/maschinensturmer-uber-die-befreiende-kraft-des-onlinejournalismus/"><strong>6. &#8220;Über die befreiende Kraft des Onlinejournalismus&#8221;</strong></a><br />
<em>(wissenswerte.wordpress.com, mscheloske)</em><br />
&#8220;Der Onlinejournalismus gilt vielerorts (noch) als minderwertig. Es gibt Journalisten, die es sich inzwischen angewöhnt haben, in jedem zweiten Satz die Bemerkung einzustreuen, daß sie selbst ja Print(!)-Journalisten seien. Gar so, als ob es sich beim Präfix &#8216;Online-&#8217; um etwas Ansteckendes handele.&#8221;</p>
<p><small>Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.<br />
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.<br /></small></p>
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		<title>18 Sekunden: Ausgewogene Knappheit mit Loriot</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Nov 2008 14:49:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ole Reißmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[News]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Fernsehen beeinflusst das Ergebnis von politischen Wahlen: Ein ernster Vorwurf, eine sachliche Diskussion mit den Herren Graupner und Müller-Meisenbach aus der Politik.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Fernsehen beeinflusst das Ergebnis von politischen Wahlen: Ein ernster Vorwurf, eine sachliche Diskussion mit den Herren Graupner und Müller-Meisenbach aus der Politik.</p>
<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/rlluuZZqdxg&#038;hl=de&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/rlluuZZqdxg&#038;hl=de&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
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		<title>Print-Strategie: Mit Klickibunti in die Bedeutungslosigkeit</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Nov 2008 11:52:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[News]]></category>

		<category><![CDATA[Newsnetz]]></category>

		<category><![CDATA[Page-Impressions]]></category>

		<category><![CDATA[Peter Wälty]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Printverlage glauben, sie handeln schlau, wenn sie Journalismus online vernachlässigen. Doch die Klickibunti-Strategie führt geradewegs in die Zerstörung ehemals stolzer Marken.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>Die Printverlage glauben, sie handeln schlau, wenn sie Journalismus online vernachlässigen. Doch die Klickibunti-Strategie führt geradewegs in die Zerstörung ehemals stolzer Marken.</h4>
<p><a href="http://medienlese.com/2008/11/17/print-strategie-mit-klickibunti-in-die-bedeutungslosigkeit/deutschland-weihnacht-ausverkauf/"><img src="http://medienlese.com/wp-content/uploads/2008/11/sale200.jpg" width="200" height="200"  alt="(Keystone)" align="left"/></a>Wir haben uns daran gewöhnt. Unter dem Druck der Werbewirtschaft rennen die werbetreibenden Online-Teilnehmer Messgrössen nach, die zwar die aufgenötigten Klicks (Page Impressions) und die SEO-Investitionen (Unique Visitors) ausweisen, aber nichts über die Zufriedenheit der Leser oder die Qualität des Dargebotenen aussagen. Doch man kann es drehen und wenden, wie man will, zurzeit sind das die Anforderungen, denen auch diese Website unterworfen ist.</p>
<p>Die Strategie der meisten Printverlage lautet darum so: &#8220;Weil wir online nicht so viel Geld verdienen, wie wir das offline über Jahre gemacht haben, investieren wir dort nur in das Nötigste.&#8221; Und das Nötigste erscheint den Meisten, den Anschluss nicht zu verlieren an die, die bei den Messgrössen die Nase vorn haben. Derweil verdienen sie mit ihrem Kerngeschäft, dem Verkaufen von Anzeigen neben redaktionellem Inhalt auf gedrucktem Papier, immer weniger Geld.</p>
<p><span id="more-5605"></span>Damit der Anschluss nicht verloren wird, handeln die Verlage wie die von ihnen zurzeit gerne angegriffenen Investmentbanker. Den kurzfristigen Erfolg vor Augen, schaukeln sie sich hoch, von <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/journalismus-von-welt/">absurden Bildergalerien</a> über <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/der-saechsische-npd-eklat-eklat/">Eklate</a> bis zu Texten, in denen eine durchaus bekannte Website mit dem Namen <a href="http://www.flickr.com/">Flickr</a> mal Flick (<a href="http://www.20min.ch/news/dossier/uswahlen/story/Obama-Fotos-begeistern-Internet-Nutzer-16469599">20min.ch</a>), mal Fickr (<a href="http://friendfeed.com/e/5e8b9d4c-b2e3-490b-8b70-ec91de942890/Fickr/">meedia.de</a>) genannt wird. Die Begleitung einiger solcher Fehler hat dieses Blog die letzten zwei Jahre geprägt. Doch einhergehend mit dem Qualitätseinbruch wird auch die Kritik daran obsolet - die Erwartungen wurden in dieser Zeit von allen Seiten heruntergeschraubt.</p>
<p><!--more-->Weiter heisst es in der Strategie der meisten Printverlage: &#8220;Den guten, den journalistischen Inhalt, den bringen wir nur auf Papier. Wenn die Leute das mal gemerkt haben, dann kommen sie zu uns zurück. Denn sie begreifen, dass sie ohne nicht informiert sind.&#8221; Doch auch das ist kurzfristig gedacht: Gerade junge Leser unterscheiden nicht zwischen der Printmarke <em>Süddeutsche Zeitung</em> und der Onlinemarke sueddeutsche.de. Es ist für sie eins. Produziert sueddeutsche.de Trash, dann wird damit die Marke <em>Süddeutsche Zeitung</em> beschädigt. Zudem heisst die Zukunft online und nicht Papier. Das sperrige und inhaltlich nicht weiterverarbeitbare Papier wird zwar überleben, aber nur als ausgedruckte Dienstleistung eines Angebots, das im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Content-Management-System">CMS</a>, ob online oder nicht online gestellt, sowieso vorhanden ist.</p>
<p>Noch befindet sich die Konjunktur in einer recht guten Verfassung. Die Leute haben Geld, gehen aus, die Arbeitslosenzahlen sind tief, die Sozialgelder reichen. Doch wie ist das mit der kritischen Information in einer Demokratie, wenn die Leute nicht mehr das Geld haben, sich ein Jahresabo einer <em>Süddeutschen Zeitung</em> für 460 Euro zu leisten? Und wenn in den Online-Redaktionen keine Journalisten mehr sitzen, nur noch Inhaltsproduzenten mit einer Ausbildung für Suchmaschinen?</p>
<p>Dann wird fortgesetzt, was sich durch die aktuellen Sparmassnahmen überall bemerkbar macht. Weniger Journalismus, weniger Trennung zwischen redaktionellem und werblichem Inhalt, nicht ausreichend geprüfte Übernahmen von Inhalten aus den PR-Abteilungen und aus den Nachrichtenagenturen. Vom ehemals stolzen Journalismus bleibt nicht mehr als die Verwaltung und Bewegung von Content. Und die <a href="http://www.blick.ch/news/fam/ueber-sender-hoerer-und-moritz-104696">Wahrung der eigenen Interessen</a>. Aber das hätte dann nichts mehr mit Journalismus zu tun.</p>
<p>In Gefahr ist tatsächlich der Traditionsjournalismus von grossen Marken, sei es die 1780 gegründete <em>Neue Zürcher Zeitung</em>, die 1949 gegründete <em>Frankfurter Allgemeine Zeitung</em>, die 1945 gegründete <em>Süddeutsche Zeitung</em> oder der 1947 gegründete <em>Spiegel</em>, bekannte Qualitätsblätter, deren Online-Auftritte weniger (<em>NZZ</em> und <em>FAZ</em>) bzw. mehr (<em>SZ</em> und <em>Spiegel</em>) boulevardesk sind. Denn Sparanstrengungen, kommuniziert oder nicht kommuniziert, durchleiden alle. Und gespart wird dort, wo man glaubt, der Leser merke es nicht. So kosten beispielsweise die Korrespondenten der <em>NZZ</em> zwar weiterhin pro Kopf hunderttausende von Franken im Jahr, sie dürfen aber &#8220;dem Vernehmen nach&#8221; im betreffenden Land <a href="http://www.medienspiegel.ch/archives/002169.html">nicht mehr herumreisen</a> (was den Sinn des Korrespondentendaseins gerade im Internetzeitalter ziemlich in Frage stellt).</p>
<p>Andere Zeitungen, so die 1946 gegründete <em>Rheinische Post</em> verlassen online viele journalistische Leitlinien, bolzen mit allen Mitteln Klicks und begeben sich offensiv in die Niederungen. Einige Beispiele davon sind bei <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/search/%22RP+online%22/">Stefan Niggemeier</a> oder <a href="http://www.coffeeandtv.de/index.php?s=%22RP+online%22">Lukas Heinser</a> zu finden.</p>
<p>Auch der 1893 gegründete <em>Tages-Anzeiger</em> spielt ein gefährliches Spiel. Dank der aggressiven, sich ständig umwälzenden Kurzfutter-Strategie des vom Online-Portal der Gratiszeitung <em>20 Minuten</em> kommenden Hobbyboxers Peter Wälty hat das hinter tagesanzeiger.ch stehende Newsnetz die <a href="http://persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=78907">Führungsrolle bei den schweizer Medienseiten</a> übernommen, vor den Boulevardportalen blick.ch und 20min.ch. Zu dieser Leistung kann man gratulieren - doch was wird mit dem auch schon mal als investigativ und hintergründig bekannten Journalismus des <em>Tages-Anzeigers</em> passieren? Wird er, zusammen mit der auf Papier gedruckten Ausgabe, in einigen Jahren sterben?</p>
<p>Journalismus online wird gerne vollmundig angekündigt (&#8221;<a href="http://sc.tagesanzeiger.ch/dyn/news/schweiz/921860.html">Newsnetz, das bisher ambitiöseste journalistische Projekt im Internet</a>&#8220;). Tatsächlich ist dann aber weder die Energie noch das Geld vorhanden, das Büro auch mal zu verlassen oder überhaupt eigene Inhalte zu erarbeiten. Bei tagesanzeiger.ch ist das sehr gut zu sehen: Jeder über drei oder vier Absätze hinausgehende Text ist eine Übernahme aus dem Printprodukt.</p>
<p>Man kann es nur wiederholen: Kritischer Journalismus ist für eine Demokratie überlebensnotwendig. Statt mit dem Finger auf <a href="http://medienlese.com/2008/08/16/westliche-journalisten-in-peking-unverstaendnis-deluxe/">China</a> oder <a href="http://medienlese.com/2008/11/03/amateure-wehren-sich-bla-bla-blogger-gegen-goliath/">Blogger</a> zu zeigen, sollten sich die Mitarbeiter der Printverlage fragen, wohin sie ihre Produkte online führen. Früher war es en vogue, sich gegen primitiven Boulevardjournalismus, zum Beispiel der <em>Bild</em>-Zeitung, einzusetzen oder zumindest abzugrenzen. Heute scheinen ihn alle selbst produzieren zu wollen.</p>
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