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Journalismus 2.0:
Radio im Internet – aber warum?

Ole Reißmann, 28. November 2008 um 10.11 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Das Internet ist geduldig, alle möglichen multimedialen Inhalte lassen sich abladen. Warum nicht statt eines drögen Textes auch mal einen Audio-Clip veröffentlichen? Oder warum nicht?

Ein Beispiel von der gerade gestarteten Journalistenschüler-Seite “Macht-Maschine”: Unter der Überschrift “Die Macht der Medien” wird ankündigt, dass “Politikredakteure führender Medien” ihre Rolle als vierte Macht im Staat “selbstkritisch beurteilen”. Zwei Probleme habe ich mit dem Beitrag, eins betrifft die Form, das andere den Inhalt:

Angeboten wird ein Podcast, eine Audio-Datei. Welche führenden Journalisten da zu Wort kommen, wird vorher nicht verraten. Dafür dauert die Sendung nur Web-freundliche 3 Minuten, in denen aber gleich vier Journalisten zu Wort kommen. Mit kurzen Statements, sogenannten O-Tönen, mehr ist da nicht drin. Keine Nachfragen, keine Erklärung, was eigentlich die Arbeit der zitierten ausmacht. Das ist nett zusammengeschnitten, zum Schluss gibt es noch ein versöhnliches Fazit – nur was ist damit gewonnen?

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Swiss Press Photo 2008:
Die Fotos des Jahres

Ole Reißmann, 27. November 2008 um 18.00 Uhr, 5 Kommentare Kommentare

In Bern wütet eine Demonstration, das enfant terrible sitzt still am Rand: Das Swiss Press Photo des Jahres 2008 zeigt Christoph und Silvia Blocher, von Leibwächtern streng bewacht.

Umringt und gesichert von Leibwächtern wartet das Ehepaar Blocher auf das Aufbruchzeichen zum geplanten Marsch der Schweizerischen Volkspartei durch die Berner Altstadt. Der freischaffende Fotograf Charles Ellena hielt diese vertrauliche Szene auf Bild fest, während seine Fotografenkollegen den Fokus auf die zur gleichen Zeit stattfindenden Unruhen in der Berner Innenstadt gerichtet hatten. Charles Ellena erhält für dieses Bild den Espace Media-Preis für Pressefotografie Swiss Press Photo 2008 – und 10.000 Schweizer Franken.

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Stellenabbau in der Schweiz:
Ringier, Weltwoche und Gassmann kürzen Personal

Ole Reißmann, 26. November 2008 um 17.42 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Zeitungskrise? Ein Chefredaktor auf einer Veranstaltung in Zürich wollte davon nicht viel wissen: Eigentlich gehe es noch erstaunlich gut. Trotzdem werden in Schweizer Verlagen gerade Stellen abgebaut.

Gestern Abend waren sich die Medienschaffenden auf dem Podium einer Veranstaltung von News Aktuell in Zürich beinahe einig: Inhalte zählen, Qualität setzt sich durch – und so dramatisch sei der der Niedergang der Zeitung dann doch nicht, so zumindest Norbert Neininger, Verleger und Chefredaktor der Schaffhauser Nachrichten. Allerdings: Zur gleichen Zeit wurde offenbar bei der NZZ telefoniert, nicht alle Mitarbeiter können wohl weiter beschäftigt werden.

Also doch eine Zeitungskrise? Am Mittwoch, keine 24 Stunden später, dann weitere “undramatische” Nachrichten: Bei Ringier, der Weltwoche und bei der Gassman AG werden Stellen abgebaut. Bei Ringier fallen 22 Stellen weg, davon 6 durch Frühpensionierungen, berichtet persoenlich.com. Vor allem der Blick sei betroffen, allein hier sollen acht Stellen wegfallen, davon zwei bei Blick Sport.

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Sparen in der Zeitungskrise:
Weniger Breite, mehr Tiefe

Ronnie Grob, 26. November 2008 um 11.19 Uhr, 9 Kommentare Kommentare

Die Krise in der Printbranche führt zwangsläufig zum Abbau von Kapazitäten. Weniger ist auch dabei mehr: Verringert werden muss die Breite des Angebots, nicht die Tiefe.

Zeitungskrise: Schlechte Nachrichten für die Printbranche (iStockphoto)

Nachdem die Zeitungskrise aus den USA nun auch bei uns ankommt (was tatsächlich noch gewisse Leute überrascht), geht es darum, wie abgebaut wird.

Deutschland ist stolz auf seine tatsächlich beeindruckende Medienvielfalt. Aber was bedeuten viele Titel, wenn alle das Gleiche schreiben? Nichts. Für Journalismus braucht es Zeit und damit Geld. Und weil immer weniger davon vorhanden ist, müssen sich die Verlage auf die Stärken der einzelnen Produkte besinnen. Was Verlage, Redakteure und Zeitungsleser jetzt machen müssen:

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Berufsbild:
Presseverschweiger

Klaus Jarchow, 25. November 2008 um 11.44 Uhr, 12 Kommentare Kommentare

Eigentlich sollen sie mit der Presse sprechen – eigentlich, denn immer öfter verweigern sich die Ansprechpartner: Ein Besuch auf Deutschlands Pressebaustellen.

Fußballchef Theo Zwanziger: Wie auch immer das ausgehen mag (Keystone)

Oh ja - ich weiß sehr wohl was in den PR-Lehrgängen von ‘Transparenz’, ‘Dialogbereitschaft’ und ‘kommunikativen Prozessen’ gesäuselt wird. Und manch eine Tanja Anja mit ihren schönen blauen Augen mag das sogar glauben. Die Wirklichkeit sieht doch ein wenig anders aus als im Code d’Athènes ausgemalt. Beispielhaft ist vielleicht diese Odyssee, die der taz-Schreiber Felix Werdermann hinter sich hat. Das Vordringen zum heilgen Gral der Transparenz im PR-Gewerbe erinnert mich hier doch mehr an die Mission eines Sturmtrupps im Ersten Weltkrieg, der hinter den Stacheldrahtverhau der feindlichen Linien zu gelangen trachtet:
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Studie über Journalistenschüler:
Woher kommen die Alpha-Journalisten?

Florian Steglich, 24. November 2008 um 14.29 Uhr, 6 Kommentare Kommentare

Die deutsche Medien-Elite rekrutiert sich aus den Journalistenschulen, kommt aus mittelständischem Elternhaus und fühlt sich den Grünen nahe – sagt eine neue Studie.


Journalistenschulen gelten als Königsweg in die Teppichetagen der Medienbranche. Freier Mitarbeiter rein, Anchorman raus - diesen Eindruck kann man bekommen, wenn man sich die Namen der Absolventen ansieht. Maischberger, Kloeppel, Kister, Schnibben oder Jauch: Eine Medien-Elite qua Ausbildung? Oder kommen nur bestimmte Bewerber in den Genuss eines Ausbildungsplatzes?

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Wochenrückblick:
Almosen für Journalisten

Ole Reißmann, 23. November 2008 um 20.28 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Entlassene Journalisten sollen zum Bloggen verführt werden, gigantische Bildermengen tauchen im Netz auf und Europas digitales Erbe lockt mehr Nutzer, als die Server aushalten – der Rückblick auf die 47. Kalenderwoche.

Ja, es wurde weiter gespart. Aber das ist nicht alles:

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Greatest Stories:
Esquire verschenkt Artikel

Ole Reißmann, 22. November 2008 um 12.54 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Beslan, 9/11, Vietnam: Das amerikanische Magazin Esquire feiert 75. Geburtstag und verschenkt sieben herausragende Artikel auf seiner Website – einige davon sind erstmals online zugänglich.

“Oh my God – we hit a little girl.” Diese schreckliche wie legendäre Zeile stand im Oktober 1966 auf dem Cover des Esquire, John Sack schrieb für das Magazin einen Artikel über eine Kompanie amerikanischer Soldaten. Der Reporter hat sie begleitet, vom Training zu Hause bis nach Süd-Vietnam aufs Schlachtfeld. Der Text “M”, benannt nach dieser Kompanie, ist einer von sieben, die anlässlich des 75. Geburtstags des Hefts präsentiert werden. Nachzulesen sind gewaltige Geschichten, aufwendig recherchiert und meisterhaft aufgeschrieben, die noch heute lesenswert sind.

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Sprachkritik:
Wortpollen aus Stilblüten

Klaus Jarchow, 20. November 2008 um 14.00 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

CDU und CSU sprechen sich für die Nationale Initiative Printmedien aus – mit einem Sprachwust aus Blähsätzen und Politiker-Phrasen, der hier gebührend gewürdigt werden soll.

Stark für Holzhausen: MdB Wolfgang Börnsen, CDU (Robert Schlesinger/CDUCSU)

Zunächst die gute Nachricht - technologisch bleiben uns CDU/CSU als zutiefst konservative Parteien erhalten. Da bewegt sich nichts, da weiß der Wähler auch morgen noch, was er an ihnen hat oder vermisst. Zu recht mokiert sich jedenfalls netzpolitik.org über die medienpoltische Kompetenz, die auch die jüngste Presseerklärung dieser volkstümlichen Partei wieder einmal so verschwenderisch verstrahlt. Der Leser hört bei der Lektüre unentwegt ein ebenso melodisches wie lautes Pfeifen dort im Wald von Holzhausen, das der ‘Nationalen Initiative Printmedien’ und ihrer zahlreichen Leserschaft den wahren Weg weist und ihnen gewisslich Mut machen wird auf dem dornigen Weg in eine noch ungewisser glänzende Zukunft.

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Wirtschaftskrise:
Park Avenue wird eingestellt

Florian Steglich, 19. November 2008 um 20.29 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Die Wirtschaftskrise kommt ungebremst in den Anzeigenabteilungen der Verlage an. Nachrichten über entlassene Mitarbeiter oder eingestellte Titel werden mittlerweile im Tagesrhythmus verkündet. Jetzt hat es auch die Park Avenue erwischt.

Keine wirtschaftliche Zukunft: Das nennt der Verlag Gruner und Jahr (G+J) als Grund für das Ende seines Gesellschaftsmagazins. Park Avenue war 2005 in Erwartung der deutschen Vanity Fair gestartet worden und schwankte - ähnlich wie das Konkurrenzmagazin - heftig zwischen biederem Klatsch und dem eigentlichen Anspruch des “Premiumsegments”.

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