1192 Artikel in der Kategorie News auf medienlese.com.

Deutschland und die Schweiz:
Nachsitzen in der Alpenschule

Ronnie Grob, 8. Dezember 2008 um 12.50 Uhr, 5 Kommentare Kommentare

Von Schweizern lernen, schlägt die Zeit vor. Sich von Deutschen nicht ausnutzen lassen, warnt der SonntagsBlick. Das Verhältnis der beiden Länder ist medialer Dauerbrenner.


Immer diese Deutschen, immer diese Schweizer: Endlos beschäftigt die Medien das Verhältnis der beiden Nachbarländer. Dieser Tage zu beobachten im SonntagsBlick und in der Zeit. Die Hamburger Wochenzeitung schreibt, was die Schweizer besser können und fragt, was Deutsche lernen können. Zum Auftakt der neuen Schweiz-Seiten gibt es ein ganzes Dossier mit Texten von Moritz Leuenberger und Iris Radisch. Urs Willimann und Peer Teuwsen bitten in “Die Alpenschule“.

» weiterlesen: Hefte raus, Klassenarbeit!

Noam Chomsky:
“Die Schule erzieht zur Dummheit”

Ole Reißmann, 7. Dezember 2008 um 19.54 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Bahnbrechender Linguist, polarisierender Intellektueller: Der amerikanische Sprachwissenschaftler und Globalisierungskritiker Noam Chomsky wird 80 Jahre alt.

Protest als Aufgabe: Noam Chomsky (Keystone)

Spätestens seine Kritik an der amerikanischen Außenpolitik nach dem 11. September und die Rolle der Massenmedien machten ihn auch in Deutschland zu einem beachteten Vertreter der intellektuellen Linken: Noam Chomsky. Als politischer Aktivist gilt er der globalisierungskritischen Bewegung als Vordenker. Als Wissenschaftler hat er eine ganze Disziplin auf den Kopf gestellt, als er mit seiner Theorie einer angeborenen Sprachfähigkeit zu einem der bedeutendsten Linguisten des 20. Jahrhunderts wurde. Heute wird “der meistzitierte Außenseiter der Welt” (Netzeitung) 80 Jahre alt, und der einzige Beitrag, den unser Leser mds auf medienlese.com zu Chomsky finden kann, ist aus dem Jahr 2007. So geht’s natürlich nicht. Zum Glück hat der britische Komiker Sacha Baron Cohen in seiner Rolle als Ali G mit der “Stimme der Linken (Tagesspiegel) ein Interview geführt, das es auf YouTube gibt: » weiterlesen

Audio im Netz:
Ton fürs Internet

Ole Reißmann, 5. Dezember 2008 um 12.47 Uhr, 8 Kommentare Kommentare

Voll auf die Ohren: Vorschläge für den Einsatz von Audio im Netz. Im ersten Teil: Warum nur Jingles, wieso Interviews, bessere Podcasts und Musik nie ohne Musik.


Neulich habe ich mich hier gefragt “Radio im Internet – aber warum?”. Anlass war ein kurzer Radiobeitrag auf einer nachrichtlichen Seite, für dessen Inhalt ich mich interessiert habe. Nur das Format hat mich abgeschreckt. Deswegen hier eine erste noch eher subjektive Sammlung, wann Audio im Internet eine gute Idee ist. Später soll daraus einmal eine Liste mit nützlichen Tipps werden – doch bis dahin freue ich mich über Kommentare und Anmerkungen. » weiterlesen

Journalistenschwemme:
Wohin mit all den Entlassenen?

Klaus Jarchow, 4. Dezember 2008 um 10.21 Uhr, 11 Kommentare Kommentare

Angesichts von Jobabbau in Redaktionen sieht unser Autor schwarz: Weniger Mitarbeiter schaffen weniger Qualität – die Leser werden’s merken und Holzhausen den Rücken kehren.

Journalistenschwemme: Die verlegerische Heckenschere surrt (Keystone)

Über die Zahl der anstehenden Entlassungen im journalistischen Bereich ist viel und ausdauernd geredet worden. Auch hier. Zunächst wurde man, wegen der Übertragung des amerikanischen Vorlaufs auf deutsche Verhältnisse, als blöde Blogger-Unke bezeichnet, die nicht wisse, wie begehrt wahrer Qualitätsjournalismus doch sei. Inzwischen surrt flächendeckend die Heckenschere - in Deutschland, in der Schweiz, in Österreich, eigentlich im gesamten westlichen Ausland. Bleibt die Frage: Wohin mit all den Journalisten?

Entlassen werden dort jetzt Menschen, die - um ein altbekanntes Bonmot zu zitieren - ihr Leben lang überlegt haben, welchen Beruf sie eigentlich genau verfehlten. Denn außerhalb des großen Medienzirkus gibt es nur wenige Einsatzgebiete für sie. Auch dürfen wir getrost davon ausgehen, dass die Verleger zunächst nicht ihre ‘besten Pferde im Stall’ mit Auflösungsverträgen und Abfindungen behelligen werden. Zunächst sind die kleinen Redaktionssoldaten dran, die wortarme Heerschar der dpa-Drapierer und Fertigsprachler. Wohin werden die gehen? » weiterlesen

Indien:
Zeitungen mit Zukunft

Ole Reißmann, 3. Dezember 2008 um 15.40 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Immer mehr Zeitungen und Zeitschriften kämpfen um immer weniger Leser und Anzeigen, das ist längst keine Nachricht mehr. Doch in Indien ist das Gegenteil der Fall – Print-Produkte boomen.

Die Auflage sinkt! Es gibt weniger Anzeigen! Es ist ein Graus! Vielen Zeitungen in Deutschland (und natürlich auch der Schweiz) geht es nicht mehr so phantastisch wie vor einigen Jahren noch. Dieses Internet verdirbt die Jugend, die sich News kostenlos aus dem Netz ziehen. Statt einer großangelegten Qualitätsoffensive ist in den Print-Häusern derzeit auch noch Sparen angesagt, die Wirtschaftskrise macht das Geschäft mit den Anzeigen nicht eben einfach. Bei der WAZ sollen etliche Millionen gespart werden, in dieser Woche wurde weitgehend auf Material der Nachrichtenagentur dpa verzichtet. Zum Ende des Jahres läuft der Vertrag aus, vielleicht geht es ja auch ohne.

Ganz anders sieht es in Indien aus – dort hat die Zeitung noch Zukunft. » weiterlesen

Geschenke für Journalisten:
Nützlich bis heiter

Ole Reißmann, 3. Dezember 2008 um 13.33 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Nie wieder Socken, bloß keine Krawatte: medienlese.com hat fünf Vorschläge für passende Geschenke zu Weihnachten – nicht nur für Journalisten.

(iStockphoto)

(iStockphoto)
Noch nicht das richtige Geschenk gefunden? Journalisten im Bekannten- oder Freundeskreis, womöglich gar in der eigenen Familie? Wir haben fünf Vorschläge, was man Reportern, Redakteuren und Rechercheuren unter den Weihnachtsbaum legen kann. Alkohol geht natürlich immer, gerade in den miesen Medienzeiten. Wir haben trotzdem Vorschläge jenseits von Schnapps. Für jeden ist etwas dabei: Wir stellen je ein niedliches, praktisches, elektronisches, unverwüstliches und spaßiges Präsent vor. » weiterlesen

TV-Bezahlmodelle:
Dafür keinen Zwanziger mehr!

Klaus Jarchow, 2. Dezember 2008 um 12.51 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Für Fernseh-Fußball muss man richtig Geld bezahlen – oder beamt sich die Bundesliga live auf den heimischen Rechner, kostenlos aus China.

TV-Bezahlmodell: Die Bundesliga gibt es im Internet - als Live-Raubkopie (iStockphoto)

Nachdem ich diesen Beitrag in der taz gelesen hatte, habe ich es selbst mal ausprobiert: einfach den Peer-to-Peer-Client geladen - und schon zehn Minuten später guckte ich mein erstes Bundesliga-Spiel im Internet. Dabei galt für mich dann das Fielmann-Prinzip: Ich hatte nicht einen Cent dazubezahlt.

Okay, die Bildqualität war pixelig, kein High-Definition-TV, schließlich kam das Gekicke ja retour aus dem fernen China - aber das wird mit steigenden DSL-Raten rasch besser werden. Was aber wird denn dann mit all den teuren Pay-TV-Modellen hier in Deutschland, mit medialen Megalomanien von Kirch’schen Ausmaßen, mit den Gehältern gut- bis überdotierter Fußball-Stars - siehe zuletzt das trostlose Gekicke bei Schalke und Werder - oder auch mit den Einnahmen eines florienden Gemischtwarenkonzerns namens DFB? Unter anderem auch mit dem Gehalt eines Herrn Zwanziger …?

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Zusammenarbeit:
Tages-Bund? Berner-Bund?

Ole Reißmann, 1. Dezember 2008 um 16.37 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Entweder Berner Zeitung oder Tages-Anzeiger: Mit einer der beiden Redaktionen soll die Schweizer Tageszeitung Der Bund kooperieren – es fehlt die wirtschaftliche Perspektive.


Noch erscheinen in Bern zwei eigenständige Tageszeitungen: Die eher bunte, lokale Berner Zeitung und die altehrwürdige, konservative Qualitätszeitung aus der Bundeshauptstadt, Der Bund – über deren Zukunft schon seit Jahren geredet wird. So kommt die folgende Nachricht auch nicht überraschend: Ohne redaktionelle Zusammenarbeit habe Der Bund keine wirtschaftliche Perspektive, teilte die zu Tamedia gehörende Espace Media mit. Geprüft werde eine Zusammenlegung mit der ebenfalls in Bern erscheinenden Berner Zeitung sowie eine Zusammenarbeit mit dem Zürcher Tages-Anzeiger. Bis Mitte 2009 soll entschieden werden, welche der beiden Kooperationen angegangen wird. In die Online-Mantelredaktion Newsnetz wurde Der Bund bereits im November aufgenommen.

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Blocher in den Medien:
Blochermania

Ronnie Grob, 1. Dezember 2008 um 12.52 Uhr, 48 Kommentare Kommentare

Der mächtigste Politiker der Schweiz hat nicht einmal ein wichtiges Amt: Christoph Blocher beherrscht die Politikseiten, er ist das Feindbild der Journalisten – und wird unterschätzt.


Einer gegen alle, er gegen die gesamte Politik, hinter ihm die Mehrheit der Schweizer. So sieht sich Christoph Blocher, nachdem er 1992 den Beitritt der Schweiz zum Europäischen Wirtschaftsraum bekämpfte und die Abstimmung mit nur 50,3 Prozent der Stimmen gewann. Seitdem hat einen Grossteil der Schweizer Medien gegen sich. Nicht unreflektiert natürlich, nicht einseitig – aber stetig. Sie passen einfach nicht zusammen:

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Medienkrise:
Vorauseilender Spar-Gehorsam

Ole Reißmann, 29. November 2008 um 14.38 Uhr, 5 Kommentare Kommentare

Grausamer November: Immer neue Schreckensmeldungen für die von Anzeigenkrise und Wirtschaftsflaute gebeutelte Journalisten – überall wird eingespart und abgebaut.

Die FHM verlässt München: Es spricht ja auch einiges für Berlin (savv, CC-Lizenz)

Es ist ohnehin keine einfache Zeit für Verlagshäuser: Leser schauen immer öfter online vorbei und zahlen nichts mehr für Nachrichten, Print-Produkte büßen Auflage ein – gleichzeitig lassen sich die großen Redaktionen aus dem Online-Geschäft nicht finanzieren. Auftritt Wirtschaftskrise: Die Folgen der weltweiten Finanz-Turbulenzen treffen die Verlage, es gibt weniger Anzeigen und weniger Geld, für das nächste Jahr wird keine Besserung erwartet, im Gegenteil. Wie ein Katalysator wirkt in dieser Übergangszeit die Finanzkrise.

Deutliche Worte zur Situation der Medienhäuser in Deutschland findet Götz Hamann in der Zeit: “Die alte Welt ist aus den Fugen. Süddeutsche Zeitung und Financial Times Deutschland , Zeitschriften wie stern und Capital – überall wird gespart, gekürzt, gekündigt.” Unsere Übersicht für den November:

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