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Ich bin ein Paria

Ronnie Grob, 20. Oktober 2006 um 9.52 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Der im August geschriebene letzte Essay der ermordeten Anna Politkowskaja wurde, wie hier darauf hingewiesen, in der Washington Post veröffentlicht. Die Welt in Form von Wieland Freund hat den Text nun vom Englischen ins Deutsche übersetzt.

Der Vorgang des Übersetzens heisst bei welt.de irritierenderweise “dokumentiert den Bericht”, was auch immer das für den Leser heissen mag. Wem das Wort Paria nicht präsent ist, dem sei es hier erklärt.

Blick mit Medienkritik

Ronnie Grob, 18. Oktober 2006 um 21.04 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Blick macht nun auch Medienkritik. Auf der heutigen Titelseite steht, dass der kranken Schwester von Gabriela Amgarten, Chefin der Abteilung Unterhaltung im Schweizer Fernsehen, übel mitgespielt wird. Passiert sei das in einem “wirren Talk” mit Markus Gilli, Programmleiter und Chefredaktor des Zürcher Regionalsenders TeleZüri und motivierter, aber bisher etwas minimalistischer Blogger.

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Die Bloger

Ronnie Grob, 18. Oktober 2006 um 9.56 Uhr, 6 Kommentare Kommentare

Gestern nachmittag um 16 Uhr, als ich von Pendlerströmen durch die Stadt getrieben wurde und ich nach der Heute-Zeitung suchte, fiel mir auf, wie viele Menschen tatsächlich mit so einer rumlaufen. Das Bedürfnis nach einer Gratis-Abendzeitung kann nur vorhanden sein, wenn geschätzte 1 von 3 Personen so eine in der Hand hält. Dagegen zu halten sind die am nächsten Tag öfters noch vollen Verteil-Boxen, doch vielleicht wird nur viel zu viel gedruckt. Es fragt sich, wie lange es geht, bis Konkurrenz da ist.

Warum bloss suche ich eine Heute-Zeitung? Weil wir Blogger das “Weltwoche”-Archiv geknackt haben (siehe hier und hier) und das dort drin steht, wie shibby mit einem gestochen scharfen Bild beweist. Den Text nachlesen kann man hier (pdf, 4.3 mb, S. 23).

Bemerkt wurde die Geschichte auch von Online-Portal der Schweizer Kommunikationswirtschaft, persoenlich und vom Online Marketing Blog, auf deren Texte wir etwas eingehen möchten:

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Weltwoche rollt den Stein wieder vor das Loch

Ronnie Grob, 17. Oktober 2006 um 14.34 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Nachdem heute auch das Heute-Blog Trashcan über die frei zugänglichen Weltwoche-Texte im Internet geschreiben hat (wir berichteten), ist der Webmaster aufgewacht und hat dicht gemacht:

Gute Nacht, lieber Morgen

Dieser Artikel steht nur Abonnenten der Weltwoche zur Verfügung.

ist nun seit heute Mittag zu lesen, wenn man sich die Druckversion des Artikels ansehen möchte.

Die additiv AG, offenbar verantwortlich für den unerwünschte Zugangsmöglichkeit und zurzeit selbst ohne Internetpräsenz, bedankt sich freundlich bei der lieben “Blogosphäre”, die auf das Leck hingewiesen hat. Die Gänsefüsschen, mit denen die Informanten der eigenen Fehler umarmt werden, könnten so gedeutet werden, dass die Informanten nur begrenzt ernst genommen werden. Das macht ja nichts, wir sagen: Bitteschön, haben wir doch gern gemacht!

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Was möchte der Medienkonsument (II)

Ronnie Grob, 16. Oktober 2006 um 20.44 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

FDP-Präsident Fulvio Pelli möchte nicht mehr über angebliche Provokationen des SVP-Bundesrats Christoph Blocher informiert werden. Stattdessen möchte er lieber erfahren, was entschieden wird:

Das Schweizer Fernsehen hat als Service-public-Sender den Auftrag, über Anträge und Entscheide der Politik zu berichten, nicht über politische Spiele. Dieser Provokation ein derart grosses Gewicht zu geben, war ein unwürdiger Kriechgang des Service public.

Mit Provokation meint er das von einigen Schweizer Medien als “Bückling” eingestufte Verhalten des Justizministers, dessen PR-Abteilung die Bedürfnisse der Schweizer Medien nach Stories offensichtlich am Besten befriedigt und dadurch mit Omnipräsenz belohnt wird.

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Was möchte der Medienkonsument? (I)

Ronnie Grob, 16. Oktober 2006 um 18.21 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Das Bildblog hat kürzlich dazu aufgerufen, Kai Diekmann, Chefredakteur der Bild-Zeitung, zu fotografieren und das Resultat der Öffentlichkeit mitzuteilen. Begründet wurde der Aufruf mit dem Urteil des Landgerichts Berlin, das Diekmanns Persönlichkeitsrecht weniger schwer gewichtet, da dieser einen wirtschaftlichen Vorteil aus der Persönlichkeitsrechtsverletzung anderer sucht. Ausserdem scheint es dem Bildblog und auch mir nur fair, jemanden, der das Volk dazu aufruft, die Freiheit seiner Prominenten in allen Lebenslagen zu beschneiden, mit den gleichen Mitteln zu behelligen.

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Durch die Hintertür

Ronnie Grob, 14. Oktober 2006 um 18.12 Uhr, 19 Kommentare Kommentare

Wer kennt das Problem nicht? Ein interessanter Artikel ist online eingestellt, aber im geschützen Bereich, also nur für Abonnenten des Blatts zu lesen. Es ist ja nicht so, dass Leser im Internet keine Zeitschriften oder Zeitungen kaufen würden, doch was nützen ihnen Hinweise auf Artikel, von denen sie dann doch nicht mehr als den Titel und den Lead zu sehen kriegen?

Bis die Blätter eingesehen haben, dass Artikel, die online nicht in voller Länge zu lesen sind, in Zukunft gar nicht existieren werden, geben wir Tipps, wie gesperrte Texte entsperrt werden. Es ist einfacher, als man denkt:

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Der letzte Text

Ronnie Grob, 14. Oktober 2006 um 15.28 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Der Tages-Anzeiger druckt heute auf der Hintergrund-Seite den am 10.10.2006 im Perlentaucher erschienene Text von Anna Politkowskaja, “Die Umerziehung der Schahiden“. Begleitet wird der Text, was ja nicht selbstverständlich ist, hervorragend: Der Leser wird informiert über die Übersetzerin, über die Erstveröffentlichung des Artikels sowie über das Copyright daran. Die Infobox wird mit “Der letzte Text” übertitelt, was, wie in den nachfolgenden Zeilen erklärt wird, nur teilweise stimmt. Es ist dies der letzte vollständige und in der Nowaja Gaseta erschienene Artikel.

Der vielzitierte allerletzte Text, dessen Erscheinen angeblich durch den Mord hätte verhindert werden sollen, von dem nur das Manuskript besteht und der gemäss Tages-Anzeiger nur fragmentarisch vorhanden ist, kann im Weblog Krusenstern in deutsch und russisch nachgelesen werden. Er heisst: “Wir nennen Dich einen Terroristen“.

Zeitschrift für Utopie- und Busenforschung

Ronnie Grob, 13. Oktober 2006 um 19.51 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Mammopolis, die Zeitschrift für Utopie- und Busenforschung, ist im Juli 2006 erstmals erschienen. Für viele mag das ein abseitiges Thema sein, doch man muss sich wohl erst damit befassen, um ein Urteil fällen zu können, ob die darin besprochenen Themen viel, wenig oder gar nichts mit dem eigenen Leben zu tun haben. Es verwirrt mich zwar etwas, dass die Forschungsgebiete Utopie und Busen im Titel zusammengefasst sind (als Laie kann ich nur schwer einen Zusammenhang ergründen), aber 2,50 Euro ist ein fairer Preis und gäbe es keine Leser, so gäbe es keine Zeitschriften.

Im Editorial ist zu erfahren, dass Bazon Brock ohne Zweifel einer der bedeutendsten Theoretiker der befreiten Brust ist und dass sich Aufklärung nicht mit dem Hinweis begnügen könne, die Brust sei ein Fettgewebe mit Drüsenausgängen und Fettgewebe. In einem frei zugänglichen Interview spricht Herausgeber Marvin Chlada mit Sarah Diehl, Museologin und Herausgeberin der Anthologie Brüste kriegen (Verbrecher-Verlag), was sich als durchaus interessante Lektüre herausstellt. Wie überall: Es ist oft mehr dahinter, als man sich vorstellt. Doch vielleicht will man sich auch nicht alles vorstellen.

Trotzdem kommt es mir reizvoll vor, an einem Schweizer Kiosk, wo nicht einmal die grosse Tageszeitung aus Österreich, Österreich, erhältlich ist, den Sonntags-Blick zu kaufen und nach Mammopolis zu fragen. Ich werde das gleich Sonntag ausprobieren. Danke auch dem vergessengegangenen Linklieferanten.

täglichpress von kress

Ronnie Grob, 12. Oktober 2006 um 11.15 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Von kress.de gibt es einen neuen Report: täglichpress heisst er, hat keine weiterführenden Links und bringt nach eigenen Angaben die tagesaktuellen Pressemeldungen auf den Punkt. Ausgewertet werden darin deutsche Printmedien. Die heutige Ausgabe besteht aus fünf Kurzmeldungen mit einem Titel, der Quellenangabe und drei bis fünf Zeilen Text. Fragwürdig der Titel: “Die Presschau der Medienbranche”. Ist das ein Tippfehler, ein Wortspiel oder ein Versuch, bereits existierendes nicht zu kopieren?

Peter Turi findet, der Dienst sei vergleichbar mit der Feuilleton-Rundschau des Perlentauchers und “prima”. Das finden wir ja auch, aber wenn es um Medien über Medien im Internet geht, dann glaube ich mit Jonet oder dem hauseigenen 6 vor 9 besser bedient zu sein, wenn auch es unmöglich ist, über letzteres nicht voreingenommen zu sein. Echt vergleichbar sind alle vier Angebote nicht, da sie alle eine individuelle Ausrichtung haben und sich entweder auf Inhalte im Netz oder Print konzentrieren.

Der Perlentaucher, langjähriger Anbieter von Presseschauen, muss sich heute vor dem Landgericht Frankfurt für seine wegen ihrer Weitergabe an Dritte angeblich die Urheberrechte verletzende Bücherschau verteidigen. Die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Allgemeine Zeitung haben dagegen offenbar schon vor einem Jahr Klage eingereicht.

 
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