Peter Sennhauser

Peter SennhauserPeter Sennhauser (41) war schon lange online, bevor das World Wide Web die Medienwelt auf den Kopf zu stellen begann. Als Lokaljournalist in der Region Basel, Parlamentsberichterstatter beim Berner “Bund” und Ressortleiter “E-World” der Wirtschaftszeitung “Cash” interessierte er sich genauso für politische Konsequenzen und gesellschaftliche Auswirkungen der Digitalisierung wie als Vollblut-Geek für technisches Spielzeug.

Seit 2004 lebt und arbeitet Peter in San Francisco am Eingang zum Silicon Valley. Seit März 2007 ist er als vollamtlicher Chefredaktor von Blogwerk verantwortlich für alle Blogs.

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Alle 101 Artikel von Peter Sennhauser auf medienlese.com:

Blick vermeldet Geilerli

Peter Sennhauser, 23. April 2007 um 0.02 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Keine Kampagne des Bündner Tourismusbüros, nehmen wir mal an:

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Tippfehler, dämlicher Gag oder clevere Methode, um in den Blogs zitiert zu werden?

Egal. Wir tun Blick Online den Gefallen.

Eine Stadt ohne Werbung

Peter Sennhauser, 15. April 2007 um 15.43 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Für Europäer aus dem ehemaligen Ostblock mögen die Fotos schon fast nostalgisch wirken, für Menschen aus der seit ehedem kapitalistischen Welt ist es geradezu gespenstisch: Die Brasilianische Grossstadt Sao Paulo präsentiert sich seit einigen Tagen fast vollständig werbefrei.

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50′000 zahlen Steuern

Peter Sennhauser, 12. April 2007 um 11.05 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Der Tages-Anzeiger zum Hype um Second-Life: All das Geschrei wegen 50′000 Nasen weltweit?

Christian Bütikofer vom Zürcher Tages-Anzeiger ist der nächste, der sich fragt, was der Hype um Second Life soll. Er hat ein paar Zahlen zusammengetragen.

Am eindrücklichsten ist das Faktum, dass laut LindenLab grade mal 50′000 der angeblich 5 Millionen Mitglieder von Second Life ein kostenpflichtiges Konto besitzen.

Demnach müssten all die Autokonzerne, Zeitungen und PR-Agenturen, die jetzt auf den Rechnern der Firma in San Francisco virtuelle Büros eröffnen, schleunigst umziehen in die Fantasy-Welt von world of Warcraft. Dieses Spiel verzeichnet nämlich weltweit 8 Millionen Mitglieder, die allesamt eine monatliche Gebühr berappen.

Was, bitte, ist Second Life?

Peter Sennhauser, 11. April 2007 um 13.02 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Man kann sein Geld mit Rechschreibung verdienen, und offenbar ist es kein schlecht verdientes Gel. (Entschuldigung: Geld). Oder aber man verlegt sich drauf, den Managern den neusten Hype zu erklären - damit sie wissen, was es hätte sein können, wenns vorbei ist.

Inserat aus dem in der Schweiz verbreiteten Medien- und Werbe-Newsletter Kleinreport:

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Jawohl, bitte fundiert entscheiden. Für läppische 450 Franken lernt die geneigte Führungskraft

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Schmerzende Satire

Peter Sennhauser, 4. April 2007 um 13.56 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

JibJab: “What we call the news”: Leider nur zu wahr und deshalb fast nicht mehr witzig.

Die Flash-Künstler von JibJab haben ein neues Hit-Video veröffentlicht, das sich über den Mist lustig macht, den die US-TV Stationen als News verkaufen. Ich weiss nicht mehr, ob ich lachen oder heulen soll, denn Zeilen wie die “Keine drei Prozent können auf einer Karte Kabul finden, aber 96% haben Britneys Pussycat gesehen” entsprechen wohl den statistischen Tatsachen. Und nicht nur in den USA.

Am Freitag voriger Woche allerdings hat eines der gleichgeschalteten Kabelnetzwerke den Vogel mit einem der vielen Teaser abgeschossen, die jeweils zu Fanfarenklängen vor dem Werbeblock (so ungefähr sechs pro Stunde) verlesen werden: FANFAREEEE! Sprecher: “Und wenn wir zurückkommen: Ein Sechsjähriger bricht in Tränen aus.” FANFAREEE! - Werbung.

Der Teaser war wohl gekürzt worden - der Sechsjährige, den jeder Sender zeigte, über den ich drüberzappte, war in der Schule von seinem vorzeitig aus dem Irak heimgekehrten Papi überrascht worden und hatte vor laufenden TV-Kameras eine herzerweichende “Jöööööhhhh”-Szene hingelegt.

Wired:
Zieht Euch aus!

Peter Sennhauser, 4. April 2007 um 9.20 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Das Trendmagazin rät Firmen zur totalen Transparenz.

So mancher Artikel aus dem Silicon-Valley-Magazin “Wired” hat einen neuen Marketingtrend oder ein Startup-Paradigma geschaffen. Der Titelbeitrag der jüngsten Ausgabe ist nicht völlig revolutionär, aber in seiner Aussage doch etwas radikaler als das, was wir bisher über Corporate Blogs gehört haben. Und das Cover-Bild-System lässt sich sehen:

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Umblättern, bitte…

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YouTube vor dem Aus?

Peter Sennhauser, 14. März 2007 um 6.45 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Viacom, Produzentin von populären TV-Shows wie “The daily show”, verklagt YouTube auf eine Milliarde - mit Aussichten auf Erfolg.

Es ist nicht ausgestanden: nach dem Kauf von YouTube durch Google herrschte in der Industrie die Meinung vor, der Suchgigant werde sich mit Hollywood rasch auf ein paar Abkommen über die Verteilung von copyrightgeschütztem Material einigen und die Gebühren dafür aus der Portokasse berappen. In etlichen Fällen ist das auch gelungen.

Viacom, Produktionsfirma einiger äusserst populärer (und auf Youtube hunderttausendfach als Clips veröffentlichten) Sendungen, hat zunächst nicht gemuckt und auf den eigenen Seiten eine Art Konkurrenz zu YouTube lanciert.

Aber jetzt hat Viacom YouTube und deren Mutterfirma Google auf eine Milliarde Dollar verklagt. Die Firma verlangt, dass YouTube inskünftig das gepostete Material auf Copyright überprüft und beruft sich auf den Digital Millenium Copyright Act DMCA - jenes Gesetz aus dem Jahr 1997, das schon Napster das Genick gebrochen hat.

Cnet kommt jetzt in einer Analyse zum Schluss, dass dies durchaus auch YouTube blühen könnte. Denn schon Napster hat sich auf den Absatz 512 berufen, der Webhostern eine Schonfrist einräumt und sie vond er Haftung ausnimmt, wenn sie aufgrund von Hinweisen urheberrechtlich geschütztes Material sofort löschen - und Napster hat dennoch verloren.

Der kleine Unterschied besteht darin, dass den verurteilten Dateitausch-Diensten bisher vorgeworfen wurde, sie legten es darauf an, urheberrechtlich geschütztes Material zugänglich zu machen. Die rettung für Youtube könnte darin bestehen, dass grosse Teile seines Angebots aus Amateur-Material der teilnehmer bestehen und “raubkopierte” TV-Clips zwar die populärste, aber nicht die umfangreichste Kategorie der Plattform ausmachen.

Neckisches Detail am Rande: Dieser Clip aus Southpark, veröffentlicht auf Comedycentral. Man beachte den Dialog ab 1:19… Zweites neckisches Detail: Suche nach “Southpark” auf YouTube

Vier Minuten

Peter Sennhauser, 8. März 2007 um 14.28 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Musterbeispiel amerikanischen TV-Journalismus’: Zwei Sätze Information in vier Minuten Beitrag

Darüber bin ich im Zug einer Recherche über das JetSet-Social-Network asmallworld.net gestolpert: CNN-Bericht über das Netzwerk. Es berichtet Xeni Jardin, die auch in Wired schreibt - und dort bisweilen durchaus was zu sagen hat. Hier labert sie vier Minuten lang. Die Information, die dabei vermittelt wird, reicht zwei Sätze lang:

Es gibt im Internet ein exklusives Socialnetwork für Promis. Anmelden kann sich nur, wer von einem gestandenen Mitglied eingeladen wird.

Uns das mitzuteilen, dafür benötigen die beiden Frauen vier Minuten und vier Sekunden. Aber immerhin sind sie nett anzuschaun, oder nicht?

Kriegsgrund YouTube? Verantwortung und «User generated Content»

Peter Sennhauser, 8. März 2007 um 9.56 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Die Videoplattform verliert ihre Unschuld: Der Flaming-Krieg zwischen türkischen und griechischen Jugendlichen ist ein Fanal.

Nachdem schon ein brasilianisches Gericht den dortigen Internetprovidern die Sperrung des Videodienstes YouTube wegen eines Paparazzi-Videos eines Promi-Sternchens beim Sexspiel befohlen hatte, und Kasachstan die Borat-Webseite aus seiner Domäne verbannt hatte, zieht jetzt das türkische Obergericht nach: Weil irgendein griechischer Teenager ein Video des türkischen Staatsgründers Kemal Atatürk gepostet hatte, in dem dieser sich als homosexuell bezeichnet, ist Youtube vorerst in der Türkei nicht mehr erreichbar.

Nach empörten Kampagnen der berüchtigten türkischen Boulevard-Zeitungen sollen angeblich Hundertausende von Türken YouTube mit Antwort-Mails und -Postings von nicht minder primitivem Inhalt geflutet haben. Am Mittwoch wurde die Seite dann aufgrund eines Urteils des ersten Strafgerichtshofs des Instanbuler Friedensgerichts durch die Internetprovider gesperrt.

Bleibt der Krieg der Teenager online?

Weniger als das Gerichtsurteil gibt in diesem Fall der Flaming-Krieg der ohnehin nicht sonderlich gut aufeinander zu sprechenden Nationen oder ihrer Jugendlichen zu Denken.

Dass einige initiative Moslems die Karrikaturen einer dänischen Zeitung, die den Propheten Mohammed mit Bombenterror in Zusammenhang brachten, mit monatelangem Lobbying in der islamischen Welt zum Thema machen konnten und dann von der Macht des Volkszorns selber überrascht waren, ist angesichts der herrschenden Animositäten zwischen den Kulturen nicht verwunderlich.

Wenn jetzt aber jedes dümmliche Spott-Video eines verirrten Jugendlichen Brandstifters internationale Konflikte verschärfen kann, wird sich YouTube wohl bald schon eine Form der Zensur überlegen müssen. das wird spätestens dann geschehen, wenn aufgrund solcher Vorfälle erste Tote zu beklagen sind, weil die Flaming-Kriege in der Offline-Welt eine Fortsetzung gefunden haben.

Denn mit Grösse und Reichweite eines Mediums - und sei es auch eines «lesergenerierten» - kommt eine Verantwortung, der sich die Betreiber der Plattform nicht ganz so leicht entziehen können wie den Klagen Hollywoods durch Lizenzzahlungen aus der Google’schen Portokasse.

«Bei Bedarf» nachrecherchieren?

Damit wird einmal mehr auch deutlich, dass all die Propheten des “Bürgerjournalismus”, wie eben grade am Europäischen Verlegerforum einen Punkt nicht deutlich genug sehen: Medien sind - oder waren zumindest bisher - nicht nur die Gefässe für Inhalte, sie tragen die Verantwortung für ihren Stoff, und dazu brauchte es Redaktoren und -innen. Aus dem Bericht des «Medienfachverlag Oberauer GmbH» im Originaltextservice auf presseportal.ch:

Nicolaus Fest, bei “Bild” in Hamburg für das Projekt Leserreporter
verantwortlich, relativierte die Rolle der Amateurjournalisten, die
jetzt auch bei Deutschlands größter Tageszeitung mitarbeiten und
dafür Honorare zwischen 100 und 500 Euro erhalten. Allerdings: “Für
Nachrichtenjournalismus gibt es keine Alternative zum Leserreporter.
Ohne die Hilfe der Leser wird man in Zukunft nicht mehr auskommen”,
sagte Fest. Täglich erreichen die Redaktion 1.000 Bilder. Sechs
Fotojournalisten und weitere sechs Journalisten sind damit
beschäftigt, das Material zu sichten und bei Bedarf gegen zu
recherchieren
.

Bei Bedarf? Und wer entscheidet, wann Bedarf besteht und wann nicht? Und wer übernimmt die Verantwortung, auch juristisch, die bisher innerhalb von redaktionen klar nach dem Kaskadenprinzip vom Text- oder Bildautor nach oben bis zum Verlag reicht?

“Leserreporter sind kein Instrument um Geld zu sparen, sondern um
die Qualität der Zeitung zu erhöhen”, sagte Stefan Herbst,
Chefredakteur der “Saarbrücker Zeitung” beim Editors Forum in Wien.
In Saarbrücken beteiligen sich die Leser vor allem mit Informationen
über Brände und schwere Unfälle. “Die Hinweise auf Ereignisse kommen
früher als von der Polizei”, sagte Herbst.

Es mag kurzfristig kommerziell gesehen für die Verleger spannend sein, der Konkurrenz nach einem tödlichen Autounfall mit “Bürgervideos” der Leichen auf der Strasse zuvor zu kommen.

Längerfristig bleiben dabei mit Sicherheit die Sorgfalt und die Medienethik auf der Strecke. Und wenn der erste Leser für einen Beitrag verurteilt worden ist, werden die «Bürgerjournalisten» selber sich Gedanken darüber zu machen beginnen, was genau sie den Verlagen da für ein Trinkgeld verkaufen.

Kein Recht auf die eigene Stimme?

Peter Sennhauser, 1. März 2007 um 23.28 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

blogZiemlich absurder Copyright-Fall in den USA: Der halbstaatliche Parlaments-TV-Sender C-SPAN verlangt von Parlamentspräsidentin Nancy Pelosi die Löschung einer minutenlangen Aufnahme einer ihrer Reden.
Pelosi hatte sich des Materials bedient, um auf ihrer Webseite ihre Position zu dokumentieren. Der TV Sender verlangte daraufhin die Löschung des Materials und berief sich auf sein Urheberrecht.

In der Blogosphäre nervt sich jetzt insbesondere BoingBoing und wirft dem TV Sender vor, sich zu benehmen wie Disney, die mit den Rechten an Mickea MOuse Geld raffe. Abgesehen davon, dass es sich bei der einen Minute um ein Zitat und damit um so genannten Fair Use handle, zieme sich das an den Tag gelegte Verhalten für ein Non-Profitunternehmen nicht, schreibt Carl Malamud den Verantwortlichen von C-SPAN in einem offenen Brief.

“Es gibt noch etwas was die Leute nicht verstehen, und das ist, wenn ein Non-Profitunternehmen wie C-SPAN, welches nicht schlecht dafür bezahlt wurde, einen wertvollen öffentlichen Dienst zu leisten, Gewinne macht. Laut Guidestar hat C-SPAN im Jahr 2005 52,5 Millionen $ Einnahmen und 48,8 Millionen Dollar Ausgaben gehabt. In anderen Jahren war der Einnahmenüberschuss sogar noch größer. Tatsächlich verfügt C-SPAN über $94 Millionen in Cash und Sicherheiten.

C-SPAN gehörte zu den Pionieren in der Forderung nach einer offeneren Regierung. … Ihr Sender hat dem amerikanischen Volk große Dienste geleistet. Aufnahmen von Parlamentssitzungen als Geisel zu nehmen, passt hier nicht ins Bild. Bitte überführen Sie dieses Material wieder ins öffentliche Eigentum, wo es herkommt, damit es dem Staatsbürgertum weiterhin zu Diensten steht.”

Der genannte Fernsehsender C-SPAN deckt mit sechs Teams weite Teile des politischen Lebens in Washington in unkommentierten TV-Dokumentationen ab und überträgt vielfach wichtige Debatten live.

Der mit Spenden und staatlichen Geldern finanzierte Sender bietet weit über 6000 Videos von Kongresshearings zu einem Durchschnittspreis von jeweils $170 auf seiner Webseite zum Verkauf an. Malamud, ein Pionier des Internetradios, fordert jetzt die kostenlose Veröffentlichung dieses Materials im Internet.

 
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