Peter Sennhauser (41) war schon lange online, bevor das World Wide Web die Medienwelt auf den Kopf zu stellen begann. Als Lokaljournalist in der Region Basel, Parlamentsberichterstatter beim Berner “Bund” und Ressortleiter “E-World” der Wirtschaftszeitung “Cash” interessierte er sich genauso für politische Konsequenzen und gesellschaftliche Auswirkungen der Digitalisierung wie als Vollblut-Geek für technisches Spielzeug.
Seit 2004 lebt und arbeitet Peter in San Francisco am Eingang zum Silicon Valley. Seit März 2007 ist er als vollamtlicher Chefredaktor von Blogwerk verantwortlich für alle Blogs.
Peter ist erreichbar unter

Alle 101 Artikel von Peter Sennhauser auf medienlese.com:
Jeden ersten Montag im Monat veröffentlichen wir hier die Medienblogcharts. Bilanz im Mai: Niggemeier rückt Don Alphonso auf die Pelle, ansonsten tut sich an der Spitze wenig. Im Feld dagegen verschiebt sich einiges. Das liegt an Neuzugängen und am Technorati-Messverfahren.
Mehr als an der Spitze ist im Feld der Medienblogs passiert. Die Ursache dafür liegt unter anderem darin, dass vor allem in den Tiefen der Technorati-Rangliste (und damit unserer Messmethode) schon wenige zusätzliche Links für einen kräftigen Sprung nach vorne reichen, während auf den Spitzenplätzen selbst Stefan Niggemeiers in diesem Monat gewonnene 150 Blogs, die auf ihn verweisen, keinen Rangwechsel ausmachen. Das zeigt die Rangliste der Top-Gewinner (für alle 78 erfassten Blogs), die sich folgendermassen gestaltet:
|
Gewinn |
Blog
|
Rang |
Vm. |
|
14 |
Massenpublikum
|
43 |
(57) |
|
11 |
Wort|ge|fecht, das
|
44 |
(55) |
|
11 |
Sendungsbewusstsein
|
61 |
(72) |
|
8 |
JakBlog
|
53 |
(61) |
|
5 |
Swiss Metablog
|
32 |
(37) |
|
4 |
Digitaler Film
|
20 |
(24) |
|
4 |
blog.50hz.de
|
25 |
(29) |
|
4 |
blogmedien
|
34 |
(38) |
|
3 |
medienpiraten.tv
|
19 |
(22) |
|
3 |
jepblog
|
37 |
(40) |
Das führt zu folgendem Gesamtbild:
» weiterlesen
Tamedia und Espace Media Groupe schliessen sich zusammen: Das Zürcher Verlagshaus von “Tages-Anzeiger”, “Sonntags Zeitung”, “Facts” und andern übernimmt für 205 Millionen CHF und 600′000 Aktien den Verlag von “Berner Zeitung”, “Bund” und anderen.
Der Berner “Bund” berichtet auf seiner Online-Frontseite an erster Stelle über die Bedenken der Gewerkschaften gegenüber dem Zusammenschluss, der am Donnerstag (24 Mai) Morgen in einem Communiqué der Tamedia und der Espace Group verkündet wird. Dieweil sucht das Flaggschiff der Espace-Group, die boulevardeske “Berner Zeitung”, auf ihrer Hompage weiterhin einen halbnackten “Mr. Bern”. Viel besser lässt sich der Unterschied zwischen den Zeitungen, die beide vom Hause Espace Media Group herausgegeben werden, kaum illustrieren.
Ich weiss nicht, ob sich die Übernahme der Berner durch die Zürcher abgezeichnet hat - persönlich fürchte ich indes um die Existenz des Traditionsblattes “Der Bund” (für das ich vier spannende Jahre gearbeitet habe).
Das Qualitätsblatt, das neben der sehr viel boulevardeskeren “Berner Zeitung” seit Jahrzehnten ein Schattendasein fristete, hat die neunziger Jahre nur dank einer Beteiligung von Ringier und nach deren Ausstieg mit jährlichen Finanzspritzen vom NZZ-Verlag überlebt; es ist bereits vor Jahren an die Espace Media Group übergeben worden und wird seither unter dem “Zwei Zeitungen unter einem Dach”-Modell herausgegeben.
» weiterlesen
Mit einem ausschliesslich aus Disney-Filmen zusammengeschnittenen Video erklärt ein Team der Uni Stanford den erlaubten Gebrauch von urheberrechtlich geschütztem Material.
Sie sind nicht immer leicht zu verstehen, die Sätze, welche das Team des Fair-Use-Projects der Uni Stanford aus den Dialogen von insgesamt 27 (!) Disney-Filmen zusammengeschnitten hat - aber sie machen um so mehr Spass. In fünf Kapiteln erklärt das zehnminütige Filmchen, worum es beim Copyright geht (Geld) und unter welchen Umständen man es brechen darf (Fair Use). Als “Vertreter” des Copyrights “agieren” dabei durchwegs die Disney-Bösewichte, während Dumbo, Schneewittchen und die kleine Meerjungfrau mit grossen Augen ständig wiederholen: “Aber… das ist nicht fair!”
» weiterlesen
Kaum eine Woche, nachdem Digg.com die Macht seiner Benutzer zu spüren gekriegt hat, ist die Fotoseite Flickr dran: Benutzer laufen Sturm gegen eine verfehlte Zensur.
Rebekka Gudleifsdóttir ist eine bekannte Fotografin auf Flickr. aber vor einigen Tagen hat der Foto-Online-Dienst, der im Besitz von Yahoo ist, ihre Seite oder zumindest Teile davon gelöscht. “Simply_Rebekka” hatte nämlich darauf Anschuldigungen gegen einen Englischen Fotohändler publiziert, der bis zu sieben ihrer Fotos ab Flickr geklaut, neu geschnitten, kombiniert und gerahmt verkauft haben soll.
» weiterlesen
Googles’ universale Suche ist weit mehr als ein bisschen Kosmetik - und eine riesige technische Herausforderung, denn das Rotlichtmilieu wittert seine Chance.
Ich war, wie wohl so mancher Kollege, gestern am Google Searchology-Event etwas überrumpelt. Der Anlass begann dermassen harmlos, ja langweilig, dass ich bald mehr der hübschen Fotografin von Bloomberg zugeguckt habe, als die langfädigen Ausführungen beispielsweise von Technologie-Direktor Craig Silverstein (dem ersten echten Angestellten Mitarbeiter von Sergey Brin und Larry Page, Bilder weiter unten: 1. Craig, 2. Sergey) zu beachten. Dabei waren all die theoretischen Einführungen in die Suchtechnologie nur der Auftakt zur Meldung, dass Google ab sofort alle Medienkategorien in die Hauptsuche einbezieht. Die Mitteilung kam übrigens am gleichen Tag, an welchem der oberste Gerichtshof in den USA für Google entschieden hatte, dass kleine Vorschaubildchen (”Thumbnails”, daumennagelgrosse Vorschaubilder) von andern Webseiten keine Copyrightverletzung, sondern sogenannter “fair use” sind.
» weiterlesen
Falschmeldung auf «Engadget» löst Kurssturz der Apple-Aktie aus

Es ist nur eine Delle, und der Taucher dauerte eine knappe halbe Stunde: Aber nachdem gestern das amerikanische Gadget-Blog «Engadget» aufgrund eines angeblich per Email aus dem Hause Apple eingetroffenen Tipps Verzögerungen bei der Auslieferung des iPhone ankündigte, stürzte der Kurs der Apple-Aktie binnen Minuten von 107.89 auf 103.42 Dollar, was die Marktkapitalisierung des Computerherstellers um vier Milliarden Dollar reduzierte, wie Michael Arrington von Techcrunch vorrechnet. Nach weniger als einer halben Stunde hatte sich der Kurs erholt. Er schloss dennoch 1.40$ tiefer als zu Marktbeginn.
Engadget hatte berichtet, das iPhone werde erst im Oktober ausgeliefert statt im Juni, und die neue Version des Betriebssystems OSX «Leopard» verzögere sich gar bis in den Januar 2008. Das alles wollte das Gadgetblog einer Email entnommen haben, die aus dem Hause Apple an Tausende von Mitarbeiten verschickt worden sei.
Apple reagierte prompt und unterrichtete Engadget und die andern Mail-Empfänger, dass es sich um eine Falschmeldung handle. Engadget wiederum berichtete daraufhin, es handle sich wohl um einen Scherz, aber die Email sei via einen der Apple-Server verschickt worden.
Das wiederum lässt TechCrunch spekulieren, dass wohl nicht Engagdet, aber Apple mit Klagen von Investoren zu rechnen hat, die aufgrund des Kurssturzes Geld verloren haben.
Soll noch jemand sagen, Blogs spielten keine Rolle…
Und hier noch die News des Tages (sorry, kein Video), frisch ab meinem bevorzugten Lokalsender (nicht wirklich. KTVU2 ist ein Fox-Affiliate) in San Francisco. Weil die Lokales vorziehen, nahm der 30-Sekunden-Beitrag einen prominenteren Platz ein als Bush bei den Tornado-Opfern, Ex-Generale gegen Bush, chinesische Handelszusagen in Milliardenhöhe für Kalifornien etc.
Es war ein ausgewachsener Beitrag mit Augenzeugenbericht vom Schulhaus, wo das Hörnchen in ein Klassenzimmer rannte, einem Vater das Hosenbein rauf und ihn dann biss (wo genau, hat man uns leider vorenthalten…) und danch einen Schüler, der zu Hilfe eilte.
Die Opfer werden jetzt auf Tollwut untersucht. Das Hörnchen entkam, ein Spezialist wurde mit seiner Verhaftung betreut.
Was wäre die Welt für mich, wenn ich solche Dinge nicht wüsste? Ich jogge zweimal wöchentlich in unmittelbarer Nähe dieser bissigen Monster im Golden Gate Park.
Die eigenartigen Verstümmelungen medialer Online-Texte: «Facts» ist ziemlich lückenhaft.
Ich hab’s immer gewusst: Die Bequemlichkeiten moderner Redaktionssysteme (das ist die Software, mit welcher Journalisten ihre Texte direkt ins Layout-System ihrer Zeitung schreiben) werden sich irgendwann rächen. Den Beweis hatte ich schon lange vor Webmania, als Zeitungen ausschliesslich auf Papier erschienen und es vermeintlich egal war, wie ein Text ausserhalb von QuarkExpress aussah.
In der Schweizerischen Mediendatenbank, deren Online-System die Texte als reine Buchstabenhaufen übernimmt, gerieten nämlich Autorenzeilen und Überschriften schon mal zu sowas: «uNschöne sZENEN AM RüTLI». Es sind dies die Folgen der vordefinierten Absatz-Stilarten in vielen Programmen: Das System gibt den Text gemäss Absatzdesign schon bei der Wysiwyg-Ausgabe am Bildschirm so aus, wie er im Blatt aussehen soll - also beispielsweise in Grossbuchstaben.
Der faule überforderte Redaktor muss nichts mehr denken und kann sogar aus Versehen die CapsLock-Taste drücken, was danach noch nicht mal dem überaus mühsamen Chef-Korrektor mit Hang zur Verwechslung von Schreibstil mit Orthographie auffällt.
Bis der Artikel eben in der SMD auftaucht - oder neuerdings im Internet auf der Webseite der Publikation. Es gibt verschiedenste Ursachen alphabetischer Entgleisungen. Frühe PDF-Versionen schluckten beispielsweise je nach Schriftart die Umlaute, was in den Titeln unserer bissigen Texte beim Berner «Bund» häufig Zahnlücken bewirkte.
Beim Zürcher Tagi und andern frisst die Software, welche die E-Ausgabe erstellt, aufgrund ganz bestimmter Zeichenfolgen immer wieder halbe Absätze, was mich zum Lesen der PDF-Version treibt.
» weiterlesen
Nachdem der Blick das Bartgeilerli auf der Webseite flugs korrigiert hat, wollen wir doch mal sehen, ab das mit andern Texten auch geht. Wir haben einem ein paar Glieder abgetrennt.
Über die Verurteilung einer Frau in New Jersey:
[...]Offenbar hatte McGuire ihr Wissen als Krankenschwester genutzt, um ihren Mann, William McGuire (39) im Mai 2004 brutal zu beseitigen.[...]
Grundausbildung in Krankenpflege: «Lektion 23: Brutale Beseitigungsmethoden».
[...]Sie verurteilten die Krankenschwester und Mutter zweier Kinder wegen Mord, Leichenschändung und Meineids.
Wegen diesem einen Genitiv entsagen wir des Dativs nicht. Und das alles in einem Satz.
» weiterlesen
Auf der Suche nach der “Hotdoll”, der Hunde-Sex-Puppe, auf 20Minuten.ch:

Aha.