Peter Sennhauser (41) war schon lange online, bevor das World Wide Web die Medienwelt auf den Kopf zu stellen begann. Als Lokaljournalist in der Region Basel, Parlamentsberichterstatter beim Berner “Bund” und Ressortleiter “E-World” der Wirtschaftszeitung “Cash” interessierte er sich genauso für politische Konsequenzen und gesellschaftliche Auswirkungen der Digitalisierung wie als Vollblut-Geek für technisches Spielzeug.
Seit 2004 lebt und arbeitet Peter in San Francisco am Eingang zum Silicon Valley. Seit März 2007 ist er als vollamtlicher Chefredaktor von Blogwerk verantwortlich für alle Blogs.
Peter ist erreichbar unter

Alle 101 Artikel von Peter Sennhauser auf medienlese.com:
Weiter gehts mit den Linkverlusten: Auch im letzten Monat des Jahres 2007 zeigten die Linkzahlen der Top 50 deutschsprachigen Medienblogs in eine Richtung: Nach unten.
Naja. Man soll sich nicht zu sehr auf Listen verlassen, mahnen uns die Frauen völlig zu Recht: Diese Schwanzvergleiche sagen doch eigentlich gar nichts aus… Nun, die Vergleiche vielleicht nicht, aber möglicherweise die absoluten Zahlen. Im Fall der Medienblogcharts, die wir seit bald einem Jahr monatlich erheben, sagen sie:
Die Deutsche Blogosphäre verlinkt immer weniger.
Oder sagen sie möglicherweise:
Es gibt immer weniger Blogs
? Oder ganz einfach:
Blogregistriersuchmaschinenanbieter Technorati ist unzuverlässig und am Ende
? Nun, wir wären Journalisten, wenn wir aus den nur in der zeitlichen Relativität deutbaren Zahlenbergen eine absolute Aussage zusammenbasteln würden. Tun wir aber nicht, wir machen unbeirrt weiter mit den Vergleichen und ärgern uns ein klein wenig:
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Wir rüsten unseren Server mit mehr RAM auf. Dazu wird er voraussichtlich von 16.00 bis 16.15 Uhr heruntergefahren.
Alle Blogs (neuerdings.com, medienlese.com, imgriff.com, fokussiert.com, fraulich.com und die anderen vier, Ihr wisst schon) sind während dieser Zeit nicht erreichbar.
Danke für Euer Verständnis.
Die Medienblogcharts zeigen weiterhin einen Rückgang der Verlinkungen. Durchs ganze Tableau ziehen sich die Negativ-Zähler - mit einigen Ausnahmen, darunter medienlese.com: Wir haben weitere drei Plätze gutgemacht. Am unteren Ende der Charts stossen nicht weniger als sechs Neue in die Top-50 vor.

Der Long Tail bleibt: Die Top-Ten-Medienblogs und ihre Verlinkungen durch andere Blogs in Woche 44 (hellblau) und Woche 17 dieses Jahres. Die Namen ändern, die Kurve bleibt.
Ist die deutsche Blogosphäre vielleicht dem gleichen Schicksal ausgeliefert wie Fantasien in Michael Endes Unendlicher Geschichte? Schrumpft sie? Natürlich freuen wir uns, dass medienlese.com weiterhin hoch im Kurs der Blogger steht und Monat für Monat weitere zusätzliche verlinkende Blogs verzeichnen kann. Aber insgesamt scheint die Lust am Verlinken in deutsch(sprachig)en Landen seit drei Monaten abzunehmen.
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Gratulation an den Spreeblick: In bemerkenswerter Freundlichkeit wirft Malte dort die Frage in die Runde, wie mit verwirrten, “tobenden” Kommentatoren in Blogs umzugehen sei, und ob man durch die “virtuelle Nähe” als Blogbetreiber nicht auch eine Verantwortung habe, seelisch kranke Kommentar-Spammer bei der Hand zu nehmen und zum Arzt zu führen.
Hintergrund ist eine Serie äusserst ausführlicher Kommentarpostings, welche eine Weltverschwörung aller üblichen Verdächtigen gemeinsam prophezeien - so ganz genau habe ich das alles nicht kapiert.
So menschenfreundlich es ist, die Überlegung anzustellen, ob man sich nicht geradezu unterlassener Hilfeleistung schuldig macht, solchen Autoren nicht Platz einzuräumen oder wenigstens eine freundliche Email zu schicken - eine Antwort auf die Fragestellung besagt, dass man dazu verpflichtet sei, wo sich die kranke Seele doch vertrauensvoll an das Spreeblick wende - ich muss widersprechen.
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Der Dienst Attributor soll Verlegern helfen, geklaute Texte im Internet aufzuspüren. Das Rezept: Kleine Gauner werden plattgemacht, grossen bietet man eine Partnerschaft an.

Attributor ist ein Schnüffelhund, der gestohlene Texte im Internet wiederfindet, um Textdiebe abzumahnen. (Ausriss Webseite Attributor)
Wir können es genauso wenig ausstehen, wenn jemand unsere Texte im vollen Wortlaut kopiert und auf seine Webseite pappt, wie irgendjemand sonst. Vor allem, wenn nicht wenigstens ein Link auf unsere Seiten dabeisteht.
Deswegen haben wir ein gewisses Verständnis, wenn Redaktionen und Inhalte-Anbieter (auch Content-Provider genannt, was ein bisschen wie Füllstoff-Fabrik klingt) nach Textdieben suchen.
Dabei hilft ihnen jetzt Attributor, ein Dienst in den USA, der mit elektronischen Schnüffelhunden im Wald der Webseiten nach den Texten der Kunden sucht. Ähnliche Systeme gibts längst für Bilder, die mit eingebetteten “Wasserzeichen” sozusagen nach Hause telefonieren, wenn sie irgendwo publiziert werden. Das kostet allerdings pro Bild, und nicht zu knapp.
Attributor kann weit mehr als nur Texte aufspüren.
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Die meisten Top-Medienblogs haben auch im Oktober Verlinkungen eingebüsst. Die Ausnahmen unter den ersten 20 sind Niggemeier, medienlese.com (neu in den top-ten), Wortgefecht, Swiss Metablog und Beobachtungen zur Medienkonvergenz.
Verliert der “Monopolzähldienst” Technorati an Bedeutung - oder die deutsche Blogosphäre an Schwung? Auch wenn Zahlenspiele wie unsere Medienblogcharts - wir haben das nie bestritten und tun es auch heute nicht - immer fragwürdig sind: Grobe, unwissenschaftliche Trendaussagen erlauben sie allemal. Und seit zwei Monaten zeigt der Trend in Sachen Verlinkungen durch andere Blogs (wir zählen die verlinkenden Blogs, nicht die Links selber) insgesamt nach unten.
Ein etwas längerfristiger Blick - ein Vergleich der Woche 17, in der wir die Charts begonnen haben, mit den Zahlen der Woche 44 - zeigt, dass das Link- und wohl auch das Blogwachstum insgesamt positiv war, was theoretisch aber auch einem “Hype” zu Jahresbeginn zugeschriebene werden könnte:
Ausserdem beweisen die Ausnahmen, darunter unsere beiden Blogs “medienlese.com” und Andreas Göldis Beobachtungen zur Medienkonvergenz”, aber auch Michael Gisigers “Wortgefecht”, vor allem aber Stefan Niggemeier, dessen Blog selbst auf einem sehr hohen “Linkniveau” aktuell weiter zulegt - dass man noch von neuen Bloggern verlinkt werden kann.
Die aktuellen Charts:
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Flogs und von Firmen unter falschen Angaben geschriebene Kommentare und Rezensionen im Web sollen rechtswidrig erklärt werden. Die EU verschärft die Direktive gegen unlauteren Wettbewerb.
Immer dann, wenn es um kalte, harte Münze geht, kriegt die Wahrheit ein Gewicht. Im Web 2.0 kann jedermann (fast) alles veröffentlichen, was er will - ob wahr oder unwahr - wo kein Kläger ist, ist kein Gericht. Reputation ist alles im neuen Netz, und namentlich im gigantischen Binnenmarkt USA setzen zwielichtige Händler deshalb unzählige Webshops auf und erteilen sich kreuz und quer hervorragende Noten.
Oder sie bezahlen ein PR-Pärchen, das quer durch die USA trampt, auf den Parkplätzen eines Grossverteilers übernachtet und dabei bloggt, was das Zeug hält, immer wieder die Freundlichkeit Supermarktkette und ihrer Angestellten lobend, bis jemand nachweist, dass die beiden genau dafür bezahlt werden.
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Wenn Medien statt auf Recherchen auf Material ihrer Zuschauer setzen, gerät das Nachrichtenwesen rasch zur Parodie seiner selbst. Vor allem, wenn jedermann das Ereignis am eigenen Leib erfahren hat. Ein (fast) Live-Bericht vom aktuellen “South Bay-Erdbeben” in Kalifornien.

Schadenbild nach dem 5.6-Erdbeben vom Dienstagabend: Breaking News der Bürgerjournalisten zur Primetime.
Es war das schwerste Erdbeben seit dem “mittelgrossen” von Loma Prieta im Jahr 1989 in der San Francisco Bay Area: Das Beben der Stärke 5.6 und einigen Sekunden Dauer kurz nach 20 Uhr am Dienstagabend ist das Medienthema in der Region der Bucht um San Francisco.
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Triumph eines Lokal- und Boulevardjournalisten
(Friedrich Pohl, Welt.de)
Heute Abend debütiert Frank Plasberg mit ?Hart aber fair” in der ARD. Der Moderator ist immer noch sauer, dass man ihm die “Sabine Christiansen”-Nachfolge am Sonntag verbaut hat. Doch bei allem Jubel um seine Person ist Plasberg als Journalist manchmal zu weit gegangen – was er heute auch zugibt.
Crash 2.0
(Jürgen Krönig, Die Zeit)
Techno-medialer Wahn und Hype im Internet schlagen wieder zu. Milliarden Dollar werden für Webportale angeboten, mit denen man kaum Geld verdienen kann.
Showdown with Iran
(Greg Barker & Claudia Rizzi, PBS, 50min)
As the United States and Iran are locked in a battle for power and influence across the Middle East. In this report, FRONTLINE examines how U.S. efforts to install democracy in Iraq have served to strengthen Iran’s position as an emerging power in the Middle East.
Gehen und Kommen
(Medienmitteilung, Tagesspiegel.de)
Joachim Meinhold wechselt nach Saarbrücken, Frank Lüdecke wird Tagesspiegel-Geschäftsführer
Gesichter entscheiden Wahlen
(Martin Kotynek, Sueddeutsche Zeitung)
Politiker versuchen, Wähler mit Argumenten zu überzeugen und mit blumigen Versprechen für sich zu gewinnen. Doch über den Erfolg entscheidet offenbar häufig ihr Aussehen.
Ein Weblog des Terrors
(Ernst Corinth, Telepolis.de)
Die Lebensgefährtin des Soziologen Andrej Holm, ein Opfer staatlicher Überwachung, schildert ihren Alltag.
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.
Du bist Standort
(taz.de, Klaus Raab)
Nach der Musikquote im Radio fordern Politiker nun eine Deutschquote für Serien. Denn für die Sender sind US-Importe nicht nur günstiger, sondern auch erfolgreicher.
Senderchefs zur schönen neuen Medienwelt
(Werbewoche.ch, Carole Scheidegger)
Im Kongressteil der Screen-up & Congress vom Mittwoch diskutierten in einer «Elefantenrunde» die Senderchefs und –chefinnen von SF, RTL, Sat.1, MTV und 3+ in einem Podiumsgespräch zum Thema Digitalisierung.
Ein Ungetüm, dem niemand entkommt
(sueddeutsche.de, Simon Feldmer)
Vier neue Modelle und viel Geld: In Wiesbaden geht es um Alternativen zur GEZ. Eine Bestandsaufnahme der Behörde, der etliche Kritiker Ähnlichkeit mit der Stasi bescheinigen.
Polens Regierung greift die deutsche Presse an
(faz.net, Konrad Schuller)
Der eine Kaczynski wurde schon einmal mit einer Kartoffel verglichen und der andere allgemeinem Gelächter preisgegeben: Eine polnische Broschüre erklärt, warum deutsche Journalisten kein gutes Haar an Polen lassen.
“Alles ist eine wirksamere Kontrolle als der Presserat”
(Stefan Niggemeier im Tagesschau-Chat)
Am gefährlichsten ist wohl so eine Art Seilschaft unter den führenden Medien im Land, wo die Chefredakteure gegenseitig eine Art Nichtangriffspakt geschlossen haben. Medienkritik hat es seit ein paar Jahren - seit der großen Zeitungskrise mit vielen Entlassungen - besonders schwer.
Wegen Kino-Klassiker ins Gefängnis?
(Radio DRS, Sennhausers Filmblog)
Wer Horrorklassiker wie Wes Cravens “The Last House on the Left” (1972) über einen ausländischen DVD-Versand bestellt, riskiert eine Anklage, wenn das Paket am Post-Zoll von übereifrigen, filmgeschichtlich unbewanderten Zöllnern geöffnet wird.
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.