Ole Reißmann (Jahrgang 1983) ist in Großhansdorf bei Hamburg aufgewachsen und hat an der Universität Bremen Politikwissenschaft gelernt.
Zurzeit studiert er Journalismus an der Hamburg Media School. Er hat in schon in einigen (großen) Redaktionen in Hamburg, Berlin und München mitgearbeitet und arbeitet als freier Journalist. Seit August 2007 schreibt er für medienlese.com, im Dezember wurde er verantwortlicher Redaktor.
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Alle 321 Artikel von Ole Reißmann auf medienlese.com:
Wir machen es uns selbst: Die WAZ-Gruppe plant, künftig ohne den Basisdienst der Nachrichtenagentur dpa auszukommen, berichtet Welt Online.
WAZ-Zentrale in Essen (Keystone)
Tageszeitungen im Umbruch: Der Christian Science Monitor stellt die tägliche Zeitung ein, setzt auf das Internet und erscheint nur noch einmal wöchentlich als Magazin. Bei der Basler Zeitung wird künftig verstärkt auf Qualität gesetzt gespart. Jetzt wurde bekannt, dass die WAZ-Gruppe erwägt, der Nachrichtenagentur dpa zu kündigen.
Harte Einschnitte im Kerngeschäft: Insgesamt 30 Millionen Euro sollen bei Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Westfälische Rundschau Neue Ruhr-/Neue Rhein-Zeitung und Westfalenpost gespart werden. Bis zu 300 der 900 Mitarbeiter könnten vom Stellenabbau betroffen sein, schreibt turi2. Von 48 Seiten schrumpft der tägliche Umfang der Titel auf 32 Seiten – die womöglich künftig ohne den Basisdienst der Deutschen Presse-Agentur gefüllt werden.
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Radikaler Schritt: Eine amerikanische Zeitung setzt künftig auf das Internet und erscheint gedruckt nur noch als wöchentliches Magazin. Rettet das Experiment den Christian Science Monitor?
(Keystone)
Die Situation: Von Montag bis Freitag erscheint die überregionale Zeitung. Seit einem Jahrhundert steht die Marke Christian Science Monitor für liberale Berichterstattung mit besonderem Fokus auf internationale Politik – sieben Pulitzer-Preise krönen die Arbeit. Die Auflage, einstmals stolze 220.000 Exemplare, ist in den vergangenen 38 Jahren auf rund 50.000 gesunken. Mit Anzeigen macht der Christian Science Monitor weniger als eine Millionen Dollar, rund neun Millionen Dollar werden mit Abonnements erlöst. Die Website verzeichnet rund drei Millionen Seitenaufrufe im Monat , 1,3 Millionen Dollar jährlich mit Anzeigen.
Das Problem: 18,9 Million Dollar Verlust im vergangenen Jahr, wie paidContent.org berichtet. Anzeigenkrise, weniger Leser, stetig steigende Kosten: Derzeit müssen in den USA viele Redaktionen mit weniger Personal auskommen, praktisch alle Verlage kürzen Stellen ein. Der Christian Science Monitor steuert mit dem herkömmlichen Modell in den Ruin.
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Zufälliger Internet-Fund ohne jede Aussagekraft: Manchmal gleicht sich nicht nur die Themenauswahl der großen Nachrichten-Seiten …

Dienstagabend auf sueddeutsche.de und Spiegel Online
… sondern auch das Foto zum Aufmacher. Notorische Pessimisten werfen die Hände über dem Kopf zusammen und klagen über ewig gleichen Agentur-Brei auf allen Kanälen. Stimmt natürlich nicht. Beispiel gefällig? Das Besser-Wisser-Portal news.de schreibt über ein Konzert des unheimlich populären singenden Handyverkäufers Paul Potts in Hamburg:
Während er O Sole Mio und später Caruso vortrug, hatte er die Halle komplett im Griff. Wenn Potts sang, schienen die Menschen den Atem anzuhalten.
… während man auf Spiegel Online zum gleichen Anlass liest:
Keine große Oper für den kleinen Mann. Nur ein paar mittelmäßige Gesangseinlagen, die in der riesigen Halle verpuffen.
McCain oder Obama – wer liegt vorne? Was derzeit in den Medien, in Blogs und auf Twitter passiert, wie die aktuellen Umfragen aussehen und welche Staaten an welche Partei gehen, zeigt die Website Perspctv.
In sieben Tagen ist es soweit: Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten. McCain oder Obama – ein knappes Rennen, auch wenn viele Medien sich bereits für den Kandidat der Demokraten ausgesprochen haben und Umfragen derzeit auf einen Sieg für Obama hindeuten. Eine Website visualisiert die Internet-Aktivitäten rund um die beiden Kandidaten. Wie oft wird McCain in den Nachrichten genannt? Wieviele Blog-Einträge befassen sich mit Obama? Wer führt in den aktuellen Umfragen? Die Seite Perspectv sammelt Unmengen an Daten und zeigt sie übersichtlich an.
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Optimierung, Optimierung: Bei MTV und Viva wird mal wieder gespart. Mitarbeiter müssen gehen, Programme werden eingestellt. Zehn Gründe, warum das schade ist.
Musikfernsehen gab es sowieso nur kurze Zeit in Deutschland: Von 1995 bis 2002 sendete Viva Zwei. Markus Kavka und Charlotte Roche sind hier groß geworden, Niels Ruf machte “Kamikaze”, anarchische Handpuppen trieben in der Sendung “Zwobot” ihr Unwesen. Klingeltonwerbung, Real-Life-Soaps und ähnlicher Quatsch waren noch unbekannt. Es ging vor allem um Musik. Mit der Übernahme von Viva durch MTV im Jahre 2004 war es dann endgültig vorbei. Immer neue Sparrunden und Kürzungen, verärgerte Moderatoren – gefeuert oder gleich freiwillig gegangen. Schreckliche Shows und erschreckende Werbung taten ihr übriges. Die Zielgruppe ist längst ins Internet geflohen und guckt Musikvideos auf YouTube, MySpace und Co.
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Wahlkampf auf YouTube: Homer Simpson geht zur Wahl - und muss die Wahlkabine für Rollstuhlfahrer benutzen, weil er mit seiner Bierplautze nicht in die anderen Kabinen passt. Was dort passiert, ist eine beißende Kritik an den eingesetzten Wahlcomputern, dem Albtraum vieler Bürgerrechtler. Noch besser ist ein Clip, der die Werbespots der amerikanischen Plörrbier-Marke Budweiser zitiert. In den Bud-Werbungen grunzt sich eine Gruppe Kumpels mit dem Wort “Wassup?” an, “Was geht?”. In der neuen Version fragen sich wieder ein paar Kumpels, was eigentlich geht …
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Zwei Seiten extra: Die Zeit startet eine eigene Ausgabe für die Schweiz. In Österreich erscheint die Wochenzeitung schon seit drei Jahren regional angereichert – jetzt wird sie zum Drei-Länder-Blatt.
Die Wochenzeitung Die Zeit erscheint ab Dezember mit einer eigenen Schweiz-Ausgabe. Dafür wurde Peer Teuwsen als neuer Schweiz-Korrespondent von der Weltwoche geholt, wo er das Ressort Kultur und Wissenschaft verantwortete. Zwei Seiten Extra mit Schweizer Inhalten sollen Woche für Woche gefüllt werden – ganz so, wie es seit 2005 eine Zeit mit zwei Seiten speziell für Österreich gibt. In der Startphase soll Teuwsen von Zeit-Redakteur Urs Willmann unterstützt werden, schreibt kress.de. Demnach soll in der Schweiz-Ausgabe die spezielle Situation der Schweiz inmitten eines zusammenwachsenden Europas beleuchtet werden. In den letzten Jahren sei die Nische für eine liberale Zeitung in der Schweiz größer geworden, wird der Chefredakteur der Zeit, Giovanni di Lorenzo, zitiert.
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Ein Magazin weniger: Radar, der glitzernde Mix aus “Pop, Politics, Scandal, Style”, hat kein Geld mehr. Das Heft wird eingestellt, die Website verkauft – an einen Verlag, der nicht gerade für intelligente Unterhaltung bekannt ist.
Das amerikanische Popkulturheft Radar ist nach fünf Jahren endgültig gescheitert. Sämtlichen Angestellten von Magazin und Online-Auftritt soll bereits gekündigt sein, berichtet Gawker. Popkultur in Printform scheint derzeit nicht besonders gut anzukommen – trotz provozierendem, intelligenten und unterhaltsamen Inhalts, trotz ästhetisch hervorstechender Verpackung: Die amerikanische Gltzer-Mischung aus Tempo, Vanity Fair und Blond, die Popkultur für intelligente Leser präsentieren wollte, hat nicht funktioniert.
Das ist bedauerlich. Warum Michelle Obama den Wählern unheimlich ist, die 50 schlechtesten Colleges in den USA, die heißen Nachrichtensprecherinnen von NBC, der Preiskampf von Stars und Tabloid-Blättern um Baby-Photos, Tom Cruise und Scientology: Radar war eine wahre Wundertüte, doch im Gegensatz zur deutschen Wundertüte Stern mit einer jungen Zielgruppe, einem Fokus auf Medien und ironischem Tonfall.
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Rettung für Zattoo: Der angeschlagene Internet-Fernsehsender bekommt finanzkräftige Unterstützung. Tamedia investiert und soll beim Ausbau und der Vermarktung in der Schweiz helfen.
Alles auf Internet bei Tamedia: Nachdem der Verlag schon bei der Suchmaschine search.ch eingestiegen ist, folgt nun der nächste Schritt. Tamedia investiert in Fernseh-Übertragung im Internet. Zunächst wird dem Schweizer Start-up Zattoo ein dringend benötigtes Darlehen gewährt – das später in einen 24,5-Prozent-Anteil an der Zattoo Schweiz AG umgewandelt werden soll. In der neuen Firma will Zattoo die Aktivitäten in Liechtenstein und der Schweiz bündeln. Die Höhe des Darlehens wurde nicht genannt.
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Die Schweizer Gratiszeitung .ch positioniert sich neu: Aufmachung und Inhalt werden ganz auf Pendler und die Verteilung am Bahnhof zugeschnitten. Rot und Orange dominieren: Die Farben des Boulevards, die Farben von Blick.
Ein Jahr nach ihrem ersten Erscheinen baut die Media Punkt AG die Gratiszeitung .ch kräftig um. Die teure Hauszustellung weicht der Verteilung über Boxen an Bahnhöfen, .ch wird zur typischen Pendlerzeitung. Die klassisch-seriöse Aufmachung in Schwarzweiß und mit Serifenschrift wurde Mittwoch aufgegeben, stattdessen erscheint .ch nun in einem knalligen Design von Katja Hösli. Rot und Orange prägen das neue Erscheinungsbild, grenzen .ch vom kühl-blauen 20 Minuten ab und erinnern an den Blick. Nicht der einzige Schritt Richtung Boulevard: Ganz auf die Informations- und Unterhaltungsbedürfnisse der pendelnden Leserschaft ausgerichtet verändert sich auch der inhaltliche Aufbau. Die Einteilung in Ressorts wie Ausland, Wirtschaft, Schweiz ist aufgehoben, stattdessen läuft ein kruder Nachrichten-Mix unter der Rubrik “aktuell”. So findet sich eine seichte Kurzmeldung über James Bond neben Nachrichten über ein Unwetter mit Todesfolge und den möglichen Tod eines Qaida-Führers.
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