Markus Kirchsteiger

Markus (20) hat seine ersten journalistischen Erfahrungen mit einem Wochenmagazin gesammelt, das er an Familie, Nachbarschaft und in der Schule verkaufte. Mittlerweile studiert er an der Fachhochschule Johanneum in Graz Journalismus und Unternehmenskommunikation. Der passionierte Leser stieß zunächst als regelmäßiger Leser zu medienlese.com und wurde nach ein paar Monaten auch zum Autor. Er schreibt bei uns vor allem über die österreichische Medienlandschaft.

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Alle 30 Artikel von Markus Kirchsteiger auf medienlese.com:

Im Test:
FIRST

Markus Kirchsteiger, 1. März 2008 um 10.48 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Das neue österreichische Society-Magazin FIRST will ein luxuriöses Hochglanzprodukt für anspruchsvolle LeserInnen sein. Trügt der Schein oder hält die glänzende Oberfläche, was sie verspricht?

First Cover

Im Test: Ausgabe 2/2008 vom Februar.

Allgemeiner Eindruck

Magazine wollen etwas besonderes sein. Die Kunst des Zeitschriftenmachens liegt darin, jenen besonderen Zugang zum Thema zu finden, der zum Lesen animiert, obwohl man eigentlich schon über das Thema Bescheid weiß – durch Internet, Zeitung, Radio oder TV. Das österreichische Personality-Magazin FIRST lockt am Zeitschriftenständer mit edlem, teurem Hochglanz – von der Titelseite bis zum Schluss. Glanz und Glamour ist das Programm, das man von FIRST erwartet und das auch eingehalten wird. Doch wie steht es um Ästhetik, Stil und Tiefgang?
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Chaostage bei Puls 4

Markus Kirchsteiger, 16. Februar 2008 um 10.11 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Ein Silberstreifen am düsteren Horizont – das war Österreichs vierter Privat-TV-Kanal Puls 4 beim landesweiten Start Ende Januar . Knapp drei Woche später der Eklat: Mitarbeiter demonstrieren gegen ihr Management, die Journalistengewerkschaft klagt den Sender an und der Sendebetrieb kann angeblich gerade noch aufrechterhalten werden.

Puls4-SenderlogoDabei war die Misere absehbar. Seit zwei Jahren verhandelt die Gewerkschaft des vormaligen Wiener Stadtsenders schon mit den Sender-Chefs um die Einhaltung kollektivverträglicher Mindeststandards. Nun hat die Puls 4-Führung zwei von drei Betriebsräten entlassen – ohne Angabe von Gründen. Daraufhin ging die Belegschaft am Montag vor einer Woche auf die Straße, um gegen diesen unüberlegten Schachzug des Managements zu protestieren.

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Mit Panda, Popstar und Probeabo

Markus Kirchsteiger, 14. Februar 2008 um 10.21 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Laut eigenen Aussagen ist Österreich nur ein Jahr nach seiner Gründung die meistgelesene Tageszeitung des Landes – hinter der Kronen-Zeitung. Rekordverdächtige Zuwächse sieht Gründer und Chefredakteur Wolfgang Fellner auch bei den Abonnements. Wir wissen, warum…

Hauptzutat für Fellners magische Auflagensteigerung: Die potenziellen Käufer und Leser sollen gar nicht merken, dass sie eine Zeitung kaufen. Anstelle von anständigem Journalismus gibt es für ein paar Euro oder sogar gratis irgendein Extra, auf das ganz Österreich schon gewartet hat. Für diese Sonderzugaben braucht die Zeitung wohl ein eigenes Lagerhochhaus, wie das aktuelle Werbeprospekt vermuten lässt, das in den letzten Wochen den österreichischen Haushalten per Post zukam. Eindeutiges Highlight ist ein exklusives Filmchen für die Herzen der Österreichinnen und Österreicher:

Pandadvd

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ORF:
Lahme TV-Ente in Not

Markus Kirchsteiger, 7. Februar 2008 um 10.48 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Sinkende Einschaltquoten, eine missglückte Programmreform und jetzt erhöht der ORF auch noch die Rundfunkgebühren: Langsam aber sicher schlittert der öffentlich-rechtliche Sender in die Krise. Während Defizite in Millionenhöhe drohen, sucht ORF-Boss Alexander Wrabetz sein Heil in höheren Gebühren und Personaleinsparungen. Um den ORF zu retten, meinen Experten und Medienmanager, braucht es allerdings radikale Reformen.

Lahme Ente ORF?
Ist die Ente müde? (Bild [M] cc:maessive)

Seit Samstag ist es beschlossene Sache: Um 1,30 Euro im Monat steigt die ORF-Gebühr ab Juni 2008. Hart erkämpften musste sich ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz dieses Plus von 9,4 Prozent. Doch trotz sinkender Einschaltquoten fiel die Entscheidung im Stiftungsrat, dem Aufsichts- und Kontrollorgan des österreichischen Rundfunks, schließlich klar für die Gebührenerhöhung aus - mit 16 Ja- zu 12 Nein-Stimmen (bei zwei Enthaltungen).

Zahlreiche Experten und ehemalige Medienmanager fordern seit Monaten mehr Geld für den ORF. Die österreichischen Gebührenzahler allerdings sind wenig begeistert vom zusätzlichen Obolus. Zum Ärgern sind weniger die zusätzlichen 1,30 Euro pro Monat, sondern vielmehr die Negativschlagzeilen der letzen Monate, welche der ORF am laufenden Band produzierte. So können im Zuge der Umstellung auf Digital-TV 153.000 Haushalte den ORF nicht mehr empfangen. Wer sich einen neuen Decoder kauft, muss rund 40 Euro dafür berappen. Und nach der misslungenen ?größten Programmreform aller Zeiten? wollen rund 400.000 Menschen das neue Programm überhaupt nicht mehr sehen (siehe Marktanteil 2007). Eine Erhöhung der Gebühren für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu diesem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, das ruft bei Vielen Unmut hervor.

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Puls 4-Sendestart:
Sensationelle Versprechungen

Markus Kirchsteiger, 28. Januar 2008 um 11.17 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Heute um 18 Uhr startet mit Puls 4 Österreichs viertes landesweites Privatfernsehen. Eine Talkshow mit Natascha Kampusch dient als Aushängeschild für eine bisher offenbar unerfüllbare Mission: gutes und quotenstarkes Privat-TV made in Austria.

Puls4-Senderlogo
Puls 4: Kampusch für die Quote?

Entführungsopfer Natascha Kampusch soll eine Talkshow im Programm des Wiener Privatsenders Puls 4 bekommen. Genau diesen Aufmerksamkeitskick brauchte der vierte private Fernsehkanal Österreichs für seinen landesweiten Sendestart am Montag. Anfang Jänner 2008 entzündete diese Ankündigung ein kleines Leuchtfeuer in den deutschsprachigen Medien. Wochenlange zehrte der Sender von dieser Aufmerksamkeit, und auch in den nächsten Wochen scheint das Interesse für das Talkshow-Experiment mit Kampusch gesichert.

Doch neue österreichische Medienprodukte halten nicht unbedingt immer das, was sie versprechen. Mit Trommelwirbel war auch die Tageszeitung Österreich im September 2006 gestartet – bekanntlich klaffen Selbst- und Fremdwahrnehmung zu diesem Titel weit auseinander. Enttäuscht wurde kürzlich auch, wer sich von Austria 9 gut gemachtes, österreichisches Privat-TV erwartete. Stattdessen gibt es Uraltserien und Anrufshows in Dauerschleife. Schließlich munkelt man schon, dass es sich bei Kampuschs Talkshow auf Puls 4 um einen PR-Gag handelt – behauptet zumindest 20min.ch, das einen besonderen Draht in die Medienwelt der Alpenrepublik vortäuscht. Aber was steckt wirklich hinter den sensationellen Versprechungen von Puls 4?

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Satire-Blog gemobbt:
Ordnung in Österreich

Markus Kirchsteiger, 10. Januar 2008 um 10.11 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Ein österreichischer Medienkünstler bloggt als virtueller Doppelgänger eines Zeitungsherausgebers und muss nach kurzer Zeit sein satirisches Blog einstellen – aus Furcht, in Grund und Boden geklagt zu werden. Wo liegen die Grenzen von Meinungsfreiheit und Medienvielfalt in Österreichs hochkonzentrierter und monopolisierter Medienlandschaft?

Kronen-Zeitung

Österreichs erster Skandal um ein Weblog war nach einem Monat wieder vorbei: In einer Pressekonferenz vor österreichischen Medien gesteht der 25-jährige Wiener Medienkünstler Philip Drössler, dass er der Fälscher ist. 24 Einträge umfasst sein Blog ?Aus österreichischer Sicht?, in dem er als vermeintlicher Chefredakteur der meistgelesenen Tageszeitung ?Gedanken zu den Ereignissen in unserem schönen Land? bloggte. Das Original, Kronen Zeitung-Herausgeber Hans Dichand, hatte seinem virtuellen Doppelgänger zuvor gedroht, ihn auszuforschen und ?zu zwingen, mit dieser einmaligen verbotenen Handlung aufzuhören?.
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Österreichs neuer TV-Sender braucht Hilfe

Markus Kirchsteiger, 27. Dezember 2007 um 9.13 Uhr, 6 Kommentare Kommentare

Gut abgehangen oder billig produziert: Auf Österreichs neuem Privatsender Austria 9 laufen vor allem Uralt-Serien und Anruf-Shows. Dabei könnte der Fernsehmarkt mehr Wettbewerb gut vertragen - und Formate mit Qualität.

Austria 9?Helft mir doch!?, fleht die junge Blondine in die Kamera und schnalzt nervös mit der Zunge. Trommelwirbel seit drei Minuten. Nach zehn Minuten ruft noch immer niemand an, um das triviale Rätsel aufzulösen und die Chance auf 3000 Euro zu ergreifen. Kameramann und Moderatorin müssen lachen ob der Situation, doch dann kriegt sie noch die Kurve und wiederholt ihr Mantra: Acht Leitungen führen direkt ins Studio, 20 Geldpakete warten, die Chance auf einen fetten Gewinn und alles nur für eine billige Lösung.

Willkommen beim Anruf-Quiz von Austria 9, dem zweiten bundesweiten Privatfernsehsender Österreichs. Gestartet hat der über Satellit und Kabel zu empfangende Kanal am 12.12.2007 um 12 Uhr 12 – und zwar besonders originell und aufregend: nämlich mit einer Call-in-Sendung. Allerdings fast unter der Wahrnehmungsgrenze. Denn hätten nicht einige Zeitungen über den Sendestart berichtet, hätte man nicht einmal über Google die Homepage des Senders gefunden.

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Österreich:
Das hochgelobte, schreierische Kind

Markus Kirchsteiger, 23. November 2007 um 9.58 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Über ein Jahr ist Österreich nun auf dem Markt. Die neue Tageszeitung von Marketinggenie Wolfgang Fellner hat den Markt kräftig aufgerüttelt und sieht sich auf Platz zwei hinter dem Platzhirschen Kronen Zeitung. Eine genauere Betrachtung der Zahlen liefert allerdings kein so eindeutiges Bild. Klar ist hingegen, dass Österreich nur wenig mit seriösem Journalismus zu tun hat.

Als der 14-jährige Wolfgang Fellner 1968 die Erstausgabe des Rennbahn Express verteilte, seine erste Zeitung mit einer kolportierten Auflage von zehn Stück, waren die Inhalte noch unambitioniert: Lokales Geschehen, Fußball, ein Kreuzworträtsel und das Inserat eines lokalen Friseurs sollen die sechs Seiten des Blattes ausgefüllt haben, das – wie einfallsreich – nach der Salzburger Rennbahnsiedlung benannt war, wo Fellner wohnte. Fast 40 Jahre und zahlreiche höchst erfolgreiche Neugründungen (News, TV-Media, Format) später, machte sich Fellner an die Erfüllung eines Lebenstraums: Die Gründung einer Tageszeitung.

Diese erschien am 1. September 2006 unter dem wieder sehr kreativen Namen Österreich und sollte alles bieten, was nach Meinung des Herausgebers und Chefredakteurs auf dem stark konzentrierten Tageszeitungsmarkt (17 Tageszeitungen) bisher gefehlt hatte. Also hämmerte Fellner kräftig auf die Werbetrommeln ein und überschüttete das Land mit einer Werbekampagne, die ebenso dramatisch und marktschreierisch daherkam wie die neue Zeitung.

Zu einem Diskontpreis von nur 50 Cent sollte man nicht nur eine Zeitung bekommen, sondern gleich fünf in einer. Und das ging so:

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ORF:
Scheitert die “größte Programmreform aller Zeiten”

Markus Kirchsteiger, 9. November 2007 um 11.09 Uhr, 11 Kommentare Kommentare

Ein Jahr nach der ?größten Programmreform aller Zeiten? laufen dem ORF die Zuschauer in Scharen davon (-5.8% innert einem Jahr). Dabei kann der im August 2006 gewählte Generaldirektor Alexander Wrabetz durchaus auf erfolgreiche Reformen verweisen.

Als der Journalist und Moderator Armin Wolf im Mai 2006 das Klima im ORF scharf kritisierte, wusste er noch nicht, welcher Sturm sich über der Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalt bereits aufbraute. In seiner Dankesrede bei der Verleihung des Robert-Hochner-Preises, einer nach dem gleichnamigen Journalisten benannten Auszeichnung, las ORF-Journalist Wolf seinem Arbeitgeber die Leviten.

In der ORF-Information sei ?extrem viel Macht? auf eine Person konzentriert gewesen und zwar auf den ORF-Chefredakteur Werner Mück. Die beiden größten Parteien, SPÖ und ÖVP, hätten zwar in der Geschichte des staatlichen Rundfunks schon immer Einfluss ausgeübt. Doch von diesem ?Gleichgewicht des Schreckens? sei ?nur mehr Schrecken übrig? geblieben unter der Führung von Mück und Generaldirektorin Monika Lindner, die beide als bürgerlich, also ÖVP-nahe galten.

Wolf forderte in seiner Rede mehr innere Pluralität im ORF und untermauerte seine Mahnung vor einseitiger Berichterstattung damit, dass die Informationssendungen des ORF enorme Bedeutung für die Österreicher hätten:

Mehr als zwei Drittel der Österreicher sagen, das Fernsehen sei für sie die wichtigste Informationsquelle über Politik. Und für etwa ebenso viele Menschen ist das Fernsehen das glaubwürdigste Medium. Aber in der Fernseh-Information über österreichische Politik hat der ORF nach wie vor de facto ein Monopol.

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Kampagnen-Journalismus mit Kampusch-Potential

Markus Kirchsteiger, 25. Oktober 2007 um 9.17 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Seit Anfang Oktober beschäftigen die Selbstmorddrohungen eines 15jährigen Mädchens Österreich. Dunkelbraune Haare, ein hübsches Gesicht und rehbraune Augen: das Konterfei von Arigona Zogaj schaffte es in alle Zeitungen und Fernsehsender des Landes. Denn sollte sie in den Kosovo abgeschoben werden, so wie ihre Brüder und ihr Vater, wolle sie nicht mehr weiterleben. Sie tauchte ab und schickte eine Videobotschaft mit der Suizid-Drohung an den ORF.

“Natascha-Potenzial” habe das in breitem oberösterreichischem Dialekt sprechende Mädchen aus Oberösterreich, meinte der Chefredakteur der Zeitung Falter im Radio und spielte damit auf das mediale Charisma von Natascha Kampusch an, die vor über einem Jahr aus den Händen ihres Entführers fliehen konnte, der sie jahrelang in einem Kellerverlies hielt.

Tagelang thematisierten die österreichischen Medien ein Problem, das vielen Menschen schon lange unter den Nägel brennt: Der Umgang mit gut integrierten Ausländern, die trotzdem in ihre Herkunftsländer abgeschoben werden sollen. In immer mehr Gemeinden wehren sich die Bürger dagegen, dass der Staat jene Menschen ausweisen will, die nach den Regeln der Integrationsgesetze kein Recht auf ein Leben in Österreich haben, obwohl sie alles getan haben, um sich anzupassen. Viele Österreicher wollen nicht mehr hinnehmen, dass Klassenkameraden, Arbeitskollegen, Nachbarn und Freunde in ihre ursprüngliche Heimat zurückkehren sollen, wo sie meistens vor dem Nichts stehen.

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