Markus Kirchsteiger

Markus (20) hat seine ersten journalistischen Erfahrungen mit einem Wochenmagazin gesammelt, das er an Familie, Nachbarschaft und in der Schule verkaufte. Mittlerweile studiert er an der Fachhochschule Johanneum in Graz Journalismus und Unternehmenskommunikation. Der passionierte Leser stieß zunächst als regelmäßiger Leser zu medienlese.com und wurde nach ein paar Monaten auch zum Autor. Er schreibt bei uns vor allem über die österreichische Medienlandschaft.

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Alle 30 Artikel von Markus Kirchsteiger auf medienlese.com:

Österreichs neuer Presserat:
Vorsicht, bissiger Boulevard!

Markus Kirchsteiger, 11. Juli 2008 um 10.41 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Neustart in Österreich: Der wiederbelebte Presserat soll ab Herbst den Medien auf die Finger schauen. Ohne effektive Strafen muss er aber gegen die Bedeutungslosigkeit ankämpfen.

Obacht (Montage, Bild iStockphoto.com)Eigentlich gibt es ihn ja schon: Gegründet wurde der Presserat 1961 vom Verband Österreicher Zeitungen und Zeitungsverleger, dem heutigen Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ), und der Gewerkschaft Kunst, Medien, freie Berufe. Aufgabe war die Selbstkontrolle der Medien, indem man Beschwerden von Lesern, Zeitungen oder Betroffenen nachging und die kritisierte Berichterstattung auf Verstöße gegen den Ehrenkodex für die österreichische Presse überprüfte. Doch obwohl in den neunziger Jahren 88 Zeitungen und Magazine bei dieser medialen Selbstkontrolle mitmachten, wehrte sich die auflagen- und leserstärkste Zeitung, die Krone, mit Händen und Füßen gegen die Urteile des Presserates.

2002 zogen sich schließlich die Zeitungen aus dem Presserat zurück. Mit einer laschen Begründung: Die Kontrolle der Medien müsse von diesen selbst ausgeübt werden, die Gewerkschaft würde nur stören. Formal gibt es den Presserat zwar noch, de facto hat er aber keine Bedeutung mehr. Das soll sich mit einem Neustart des Presserats im Herbst ändern, getragen von Zeitungsverlegern, Gewerkschaft, Zeitschriftenverband, Presseclub Concordia, Verband der Regionalmedien und dem Verein der Chefredakteure.

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Österreich:
Auf Gedeih und Verderb mit der Krone

Markus Kirchsteiger, 8. Juli 2008 um 13.57 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Österreichs Regierung ist geplatzt: Die SPÖ war auf der Suche nach Wählergunst auf die EU-kritische Linie des Boulevardblatts Krone eingeschwenkt. Die Anbiederung geriet zum Fiasko.

Gusenbauer, Faymann, Bild KeystoneProvokanter als mit einem exklusiven Brief an die Kronen-Zeitung (medienlese.com: “Dichands neuester Coup”) konnte die Sozialdemokratische Partei (SPÖ) ihr Einlenken auf die Linie der größten Tageszeitung des Landes nicht verkünden. Auslöser für eine überfällige Koalitionskrise. Am Montag überschlugen sich die Ereignisse: Am Vormittag ließ die ÖVP die Koalition wegen des Kurswechsels der SPÖ platzen. Wenig später der nächste Paukenschlag aus der SPÖ-Zentrale: Der unbeliebte Bundeskanzler wird nicht SPÖ-Spitzenkandidat für die Neuwahlen sein. Stattdessen führt ein Liebling von Krone-Herausgeber Hans Dichand die Partei in die Wahlen.

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Kronen-Zeitung:
Dichands neuester Coup

Markus Kirchsteiger, 27. Juni 2008 um 16.52 Uhr, 5 Kommentare Kommentare

Das neue Führungsduo der Regierungspartei SPÖ erklärt eine 180-Grad-Drehung ihrer EU-Politik – ausgerechnet exklusiv vorab in der Kronen-Zeitung, die genau das seit Monaten fordert.

Kronen-Zeitung

Beim Blick in die gestrige Kronen-Zeitung blieb wohl nicht nur einigen Journalisten und Bloggern das Frühstückskipferl im Hals stecken. Praktisch ganz Österreich ist vom abrupten Positionswechsel der stimmenstärksten österreichischen Regierungspartei überrascht. Entsetzt waren viele darüber, wie diese plötzliche Meinungsänderung an die Öffentlichkeit getragen wurde: nämlich in einem Brief an Hans Dichand, den Herausgeber der reichweitenstärksten Tageszeitung Österreichs, der Krone:

Auf der Basis einer kontinuierlichen Information und einer offenen Diskussion sind wir der Meinung, dass zukünftige Vertragsänderungen, die die österreichischen Interessen berühren, durch eine Volksabstimmung in Österreich entschieden werden sollen.

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Das Erfolgsgeheimnis von orf.at

Markus Kirchsteiger, 27. Mai 2008 um 11.38 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Am Design hat sich über die Jahre hinweg aber kaum etwas geändert – trotzdem bleibt das Portal des ORF unangefochtener Sieger in der Gunst der Internetuser. Was ist das Erfolgsgeheimnis von orf.at?

Screenshot ORF

Seit zehn Jahren veröffentlicht die österreichische Web-Analyse (ÖWA) die Reichweiten der am besten besuchten Onlinedienste Österreichs. Laut ÖWA surfen 40,1% der 4,57 Mio. Internetuser in Österreich orf.at an. Weit abgeschlagen folgen Krone.at (15,7%) und derstandard.at (14,9%).

Obwohl orf.at so erfolgreich ist, hat sich das Erscheinungsbild des Portals seit Jahren kaum geändert. Eyecatcher auf der Startseite sind immer noch rechteckige Bildchen mit weißen Headlines, die auf die Topstories verlinken. Darunter platziert sind Schlagzeilen aus verschiedenen Ressorts in schlichtem Design: schwarz und fett die Ressorts, weiß und unterstrichen die Headlines.

Was also ist das Erfolgsgeheimnis von orf.at? Sechs Thesen:

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Rewes neue Frauenzeitschrift:
Kein Grund zur Sorge

Markus Kirchsteiger, 20. Mai 2008 um 11.12 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Rewe will in Deutschland ein eigenes Frauenmagazin in den Supermärkten verkaufen – genau wie in Österreich. Wir haben uns Maxima, das Vorbild von Rewe Austria, angesehen.

Wie die Branchendienste berichten, soll das 80 Cent teure Magazin in allen 3000 deutschen Rewe-Märkten verkauft werden und Titeln wie Maxi, Petra, Freundin und Für Sie Konkurrenz machen. Müssen die deutschen Verlage nun Zittern?

Schauen wir mal: Maxima - die besten Seiten der Frau heißt das Magazin, dass in allen österreichischen Merkur-, Bipa- und Billa-Filialen aufliegt. Der Titel des Magazins ist Programm. Maxima hält, was es verspricht: ein typisches Frauenmagazin, wie es sie schon massenhaft gibt. Ein Großteil der Geschichten ist Servicejournalismus. Viele große und kleine Bilder, wenig Text und ein einfaches Layout:

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Puls 4:
Privatsender ohne Quote

Markus Kirchsteiger, 14. Mai 2008 um 11.37 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Drei Monate auf Sendung, Marktanteil knapp über ein Prozent – und Natascha Kampuschs Talkshow lässt auf sich warten, bekannte Journalisten kündigen, der Reporter-Nachwuchs schuftet unter umstrittenen Arbeitsbedingungen.

Logo Puls 4

Mit Paukenschlag und Trommelwirbel startete Ende Januar Österreichs viertes Privat-TV namens Puls 4. Den Zuschauern haben die Senderchefs das Blaue vom Himmel versprochen und der Konkurrenz wollten sie das Fürchten lernen. Stattdessen fällt Puls 4 nach drei Monaten on air vor allem durch Negativschlagzeilen auf.

Die Video-Journalisten (VJ?s) von Puls 4 machen nämlich alles selbst. Sie planen, drehen, schneiden und vertonen ihre Beiträge ohne Hilfe von Kameramännern, Cuttern oder Assistenten. VJ?s sind die eierlegende Wollmilchsau des neuen journalistischen Prekariats. In der einen Hand die Kamera, in der anderen das Mikro – was dabei rauskommt, zeigt täglich Puls 4. Außerdem hat der Sender die Ausbildung seiner Videojournalisten an die Firma News on Video ausgelagert. Diese verlangt für einen zehnwöchigen Basiskurs 4800 Euro.

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Fall Amstetten:
Ohne Gewissen, ohne Moral

Markus Kirchsteiger, 3. Mai 2008 um 15.49 Uhr, 13 Kommentare Kommentare

Der Inzest-Fall im niederösterreichischen Amstetten ist ein gefundenes Fressen für Medien aus der ganzen Welt. Gewissenlose Journalisten und eine sensationsgeile Öffentlichkeit stehen kurz davor, das zweite Leben der Opfer zu vernichten.

Titelseiten am 28. April
Bildstrecke: Presserummel in Amstetten (Bild Keystone)

Was für eine Story! Ein gefundenes Fressen für die Medien. Journalisten und Fernsehteams aus Australien, Japan und Amerika reisen nach Niederösterreich und machen das bis dato unbekannte Amstetten zum Nabel der Welt.

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Hörbuch-Umsätze im Sinkflug

Markus Kirchsteiger, 13. April 2008 um 16.50 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Hörbücher werden weiterhin gerne gekauft. Die zweistelligen Zuwachsraten der vergangenen Jahre scheinen jedoch Geschichte. Dafür boomen Downloads aus dem Internet: ohne Kopierschutz und in hoher Qualität. Sind Hörbuchverlage ein gutes Vorbild für die Musikindustrie?


Hörbücher: Literatur für überall (Bild cc:BrainsonicAustria)

Auf der Frankfurter Buchmesse wurde das Jahr 2007 noch euphorisch als ?Jahr des Hörbuchs? bezeichnet. Noch nie zuvor hatten so viele Verlage eine so große Anzahl an Neuerscheinungen auf den deutschsprachigen Markt gebracht. Als die Umsatz- und Verkaufszahlen des “Hörbuchjahres 2007″ vorlagen, war nur mehr wenig Begeisterung zu spüren.

Obwohl der Hörbuchmarkt im Vorjahr auf Erfolgskurs lag, blieb der Umsatz mit einem Plus von 2,6% weit unter den Erwartungen – und entwickelte sich schlechter als der gesamte Buchmarkt. Dabei hatte die Hörbuch-Branche im ersten Halbjahr noch jeden Grund zur Freude: der Umsatz steigerte sich um etwa 8% auf 72,3 Millionen Euro. Claudia Paul, Sprecherin des Börsenvereins, zeigte sich schon damals resigniert:

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Im Test:
hörbücher

Markus Kirchsteiger, 12. April 2008 um 10.41 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Hörbücher sind weiterhin populär und beliebt, ein Hoffnungsmarkt mit zweistelligem Wachstum für die Verlage. Orientierung will das Magazin hörbücher liefern – und seit der Einführung vor einem knappen Jahr macht es das fast perfekt.

hörbücher

Im Test: Ausgabe 3/2008 vom April

Allgemeiner Eindruck

hörbücher überzeugt auf allen Ebenen: ein breites Themenspektrum, gut aufbereitete Geschichten und Interviews, kompetente Orientierungs- und Kaufhilfe. Eine fast perfekte Zeitschrift, für die auch nach längerem Überlegen wenig Notwendigkeit zur Verbesserung besteht. Hörbuch-Fans können nichts Besseres finden. Nur bei der Website gibt es noch viel zu tun.

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Auflagen in Österreich:
Viele Gewinner, alle verlieren

Markus Kirchsteiger, 31. März 2008 um 10.03 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Österreichs Zeitungen und Zeitschriften haben im Jahr 2007 viele Leser verloren. Einige Medien mussten deutliche Verluste einstecken. Vor allem junge Österreicher holen sich ihre Informationen lieber im Internet. Und das tun sie so intensiv wie nie zuvor.

Zeitung (cc:Moe_)
Keine Krise? (Bild cc:Moe_)

Wenn die Leserzahlen für die österreichischen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht werden, findet jedes Medium eine Kategorie, in der es besser als alle anderen war oder zumindest gut abgeschnitten hat. Diesmal allerdings wird es wohl für alle schwer, sich als Gewinner darzustellen: Sieger gab es 2006 so gut wie gar nicht. Verlierer dagegen zuhauf. Das zeigen die Daten der Media-Analyse für das Vorjahr. In rund 15.000 persönlichen Interviews ermitteln Meinungsforschungsinstitute jährlich, wie viele Österreicher ein Blatt tatsächlich lesen.

Viele Zeitungen mussten signifikante Verluste einstecken. Die am meisten gelesene Zeitung Österreichs, die Kronen-Zeitung, führt mit fast 3 Millionen Lesern noch immer weit vor der Kleinen Zeitung, die über 800.000 Leser hat. Die Krone hat 85.000 Leser verloren, die Leserzahlen der Kleinen blieben stabil. Besonders schmerzhaft ist der Leserschwund für den Kurier und die Presse. Der Kurier verliert 44.000 Leser, die Presse 33.000. Damit liegt der Kurier bei knapp über 620.000 Lesern, die Presse hat nur mehr 267.000 Leser.

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