Markus Kirchsteiger

Markus (20) hat seine ersten journalistischen Erfahrungen mit einem Wochenmagazin gesammelt, das er an Familie, Nachbarschaft und in der Schule verkaufte. Mittlerweile studiert er an der Fachhochschule Johanneum in Graz Journalismus und Unternehmenskommunikation. Der passionierte Leser stieß zunächst als regelmäßiger Leser zu medienlese.com und wurde nach ein paar Monaten auch zum Autor. Er schreibt bei uns vor allem über die österreichische Medienlandschaft.

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Alle 24 Artikel von Markus Kirchsteiger auf medienlese.com:

Minister Faymann:
In der Sonne der Bahn-PR

Markus Kirchsteiger, 15. August 2008 um 10.03 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Seit über einem Jahr plaudert der österreichische Verkehrsminister und SPÖ-Vorsitzende in einer PR-Serie auch über private Kleinigkeiten - auf Kosten der Steuerzahler, ätzen nun viele Medien.

Werner Faymann (Keystone)

Kaum zum Parteivorsitzenden der österreichischen Sozialdemokraten gewählt, bläst Verkehrsminister Werner Faymann schon eine kühle Brise von Seiten der Medien entgegen. Dabei segelte er noch kürzlich unter dem günstigen Rückenwind der Kronen-Zeitung an die Spitze der Partei und löste den regierenden Bundeskanzler als Parteivorsitzenden ab.

Erste Wolken am Horizont zogen auf, als Faymann mit einem Brief an die Krone die neue Parteilinie der SPÖ in der Europapolitik verkündete. Sogar viele Parteimitglieder erfuhren vom 180-Grad-Schwenk der SPÖ, die plötzlich für statt gegen Volksabstimmungen bei EU-Verträgen war, zuerst aus der Krone. Peinliche Anbiederung an den Boulevard warfen entrüstete Parteimitglieder und entsetzte Journalisten der neuen SPÖ-Führung vor. Und plötzlich fällt kritischen Edelfedern der nächste Skandal ein:

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Magazin-Projekt blank:
Netzwelt auf Papier

Markus Kirchsteiger, 12. August 2008 um 11.03 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Wie mobile Kommunikation unseren Alltag und unser Leben verändert, ergründet blank, das Magazin für Medienkultur. Die studentische Zeitschrift gibt es im Netz und auf Papier.

Was passiert mit uns in einer Welt, wo wir ständig erreichbar sind und ein kurzer Blick auf StudiVZ oder Facebook mehr über das Gegenüber verrät, als wir selbst in mehrstündigen Gesprächen herausgefunden hätten? Das beleuchten die Autoren, Studenten des Grazer Studiengangs Journalismus und Unternehmenskommunikation, ausführlich in blank. So finden sich neben kuriosen Neuigkeiten aus den Weiten des Webs und Spaßgeschichten (Wie vernichte ich mein altes Handy am effektivsten) viele Texte, Reportagen und Interviews über das Leben in dieser neuen Welt.

Im Selbstversuch ergründet einer der Autoren beispielsweise, wie man eine Woche ohne digitale Medien wie Handy, Computer, Internet und TV auskommt. Auch die Erfahrungen dieser analogen Woche hat Michael Neumayr auf einer Schreibmaschine festgehalten. Und plötzlich fühlt man als Leser besorgt mit und wird sich der eigenen Abhängigkeit von unseren digitalen Spielzeugen bewusst. Denn eine Welt ohne Technik heißt: » weiterlesen

Peinliche Zeitungsente:
Karadzic nach Wien gedichtet

Markus Kirchsteiger, 9. August 2008 um 9.37 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Versteckt in einer Abstellkammer soll der Kriegsverbrecher Karadzic in Österreich gelebt haben, schrieben Boulevardblätter und fanden schnell ein paar Augenzeugen. Oder etwa doch nicht?

(Keystone/Darko Vojinovic)

Monatelang soll der frühere bosnische Serbenführer Radovan Karadzic als dubioser Wunderheiler in Wien gelebt haben. Das behauptete zumindest die Kronen-Zeitung - exklusiv natürlich. Andere Medien schossen sich dankbar auf die Story ein und zerrten entsetzte Augenzeugen hervor. Eine spannende Woche für den Boulevard – mit einem kleinen Problem.

Die ganze Geschichte war eine Ente. Schnell fanden sich dutzende Zeitgenossen, die täglich mit dem sogenannten „Balkan-Schlächter“ zu tun gehabt haben wollen. Komisch sei ihnen der bärtige Mann mit zu einem Knoten gebundenen Haaren schon immer vorgekommen. Dass sich dahinter Karadzic verstecken könnte, hätten sie niemals geahnt. Doch die investigativen Genies der Krone förderten nach penibler Recherchearbeit alle Details über das Leben des „Opa Pera“, wie ihn angeblich alle nannten, zutage: » weiterlesen

Österreich:
Vorfreude auf den Wahlkampf

Markus Kirchsteiger, 5. August 2008 um 12.07 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Kein Sommerloch in Österreich: Im September finden Neuwahlen statt, die Medien haben etwas zu berichten – und erhaltend dringend benötigte Werbeanzeigen.

Er ist wieder da: Jörg Haider übernimmt den Vorsitz der Partei Bündnis Zukunft Österreich von Peter Westenthaler (Bild Keystone/Ronald Zak)

Bis zu 50 Millionen Euro haben die österreichischen Nationalratswahlen im Jahr 2006 gekostet. So viel haben die Parteien laut Schätzung für Öffentlichkeitsarbeit ausgegeben. Und mindestens Hälfte davon haben die Medien bekommen (rund 24 Mio.). Fast drei Viertel vom Werbekuchen, nämlich 14,7 Mio., haben sich dabei die Printmedien abgeschnitten. Knapp acht Mio. investierten die Parteien in Plakate. Radio, TV und Kino spielten mit einem Gesamtanteil von 1,4 Mio. dagegen nur eine geringe Rolle.

Das liegt vor allem daran, dass der ORF in seinen Radio- und Fernsehprogrammen keine Parteiwerbung schalten darf. Allein auf den Internetportalen des öffentlich-rechtlichen Senders und im Teletext sind Einschaltungen erlaubt. Neuwahlen sind daher vor allem ein lukratives Geschäft für Österreichs Zeitungen und Zeitschriften.

Die Printmedien haben diese finanziellen Zuschüsse und das höhere Interesse vor Wahlen auch dringend notwendig:

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Österreichs neuer Presserat:
Vorsicht, bissiger Boulevard!

Markus Kirchsteiger, 11. Juli 2008 um 10.41 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Neustart in Österreich: Der wiederbelebte Presserat soll ab Herbst den Medien auf die Finger schauen. Ohne effektive Strafen muss er aber gegen die Bedeutungslosigkeit ankämpfen.

Obacht (Montage, Bild iStockphoto.com)Eigentlich gibt es ihn ja schon: Gegründet wurde der Presserat 1961 vom Verband Österreicher Zeitungen und Zeitungsverleger, dem heutigen Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ), und der Gewerkschaft Kunst, Medien, freie Berufe. Aufgabe war die Selbstkontrolle der Medien, indem man Beschwerden von Lesern, Zeitungen oder Betroffenen nachging und die kritisierte Berichterstattung auf Verstöße gegen den Ehrenkodex für die österreichische Presse überprüfte. Doch obwohl in den neunziger Jahren 88 Zeitungen und Magazine bei dieser medialen Selbstkontrolle mitmachten, wehrte sich die auflagen- und leserstärkste Zeitung, die Krone, mit Händen und Füßen gegen die Urteile des Presserates.

2002 zogen sich schließlich die Zeitungen aus dem Presserat zurück. Mit einer laschen Begründung: Die Kontrolle der Medien müsse von diesen selbst ausgeübt werden, die Gewerkschaft würde nur stören. Formal gibt es den Presserat zwar noch, de facto hat er aber keine Bedeutung mehr. Das soll sich mit einem Neustart des Presserats im Herbst ändern, getragen von Zeitungsverlegern, Gewerkschaft, Zeitschriftenverband, Presseclub Concordia, Verband der Regionalmedien und dem Verein der Chefredakteure.

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Österreich:
Auf Gedeih und Verderb mit der Krone

Markus Kirchsteiger, 8. Juli 2008 um 13.57 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Österreichs Regierung ist geplatzt: Die SPÖ war auf der Suche nach Wählergunst auf die EU-kritische Linie des Boulevardblatts Krone eingeschwenkt. Die Anbiederung geriet zum Fiasko.

Gusenbauer, Faymann, Bild KeystoneProvokanter als mit einem exklusiven Brief an die Kronen-Zeitung (medienlese.com: “Dichands neuester Coup”) konnte die Sozialdemokratische Partei (SPÖ) ihr Einlenken auf die Linie der größten Tageszeitung des Landes nicht verkünden. Auslöser für eine überfällige Koalitionskrise. Am Montag überschlugen sich die Ereignisse: Am Vormittag ließ die ÖVP die Koalition wegen des Kurswechsels der SPÖ platzen. Wenig später der nächste Paukenschlag aus der SPÖ-Zentrale: Der unbeliebte Bundeskanzler wird nicht SPÖ-Spitzenkandidat für die Neuwahlen sein. Stattdessen führt ein Liebling von Krone-Herausgeber Hans Dichand die Partei in die Wahlen.

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Kronen-Zeitung:
Dichands neuester Coup

Markus Kirchsteiger, 27. Juni 2008 um 16.52 Uhr, 8 Kommentare Kommentare

Das neue Führungsduo der Regierungspartei SPÖ erklärt eine 180-Grad-Drehung ihrer EU-Politik – ausgerechnet exklusiv vorab in der Kronen-Zeitung, die genau das seit Monaten fordert.

Kronen-Zeitung

Beim Blick in die gestrige Kronen-Zeitung blieb wohl nicht nur einigen Journalisten und Bloggern das Frühstückskipferl im Hals stecken. Praktisch ganz Österreich ist vom abrupten Positionswechsel der stimmenstärksten österreichischen Regierungspartei überrascht. Entsetzt waren viele darüber, wie diese plötzliche Meinungsänderung an die Öffentlichkeit getragen wurde: nämlich in einem Brief an Hans Dichand, den Herausgeber der reichweitenstärksten Tageszeitung Österreichs, der Krone:

Auf der Basis einer kontinuierlichen Information und einer offenen Diskussion sind wir der Meinung, dass zukünftige Vertragsänderungen, die die österreichischen Interessen berühren, durch eine Volksabstimmung in Österreich entschieden werden sollen.

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Das Erfolgsgeheimnis von orf.at

Markus Kirchsteiger, 27. Mai 2008 um 11.38 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Am Design hat sich über die Jahre hinweg aber kaum etwas geändert – trotzdem bleibt das Portal des ORF unangefochtener Sieger in der Gunst der Internetuser. Was ist das Erfolgsgeheimnis von orf.at?

Screenshot ORF

Seit zehn Jahren veröffentlicht die österreichische Web-Analyse (ÖWA) die Reichweiten der am besten besuchten Onlinedienste Österreichs. Laut ÖWA surfen 40,1% der 4,57 Mio. Internetuser in Österreich orf.at an. Weit abgeschlagen folgen Krone.at (15,7%) und derstandard.at (14,9%).

Obwohl orf.at so erfolgreich ist, hat sich das Erscheinungsbild des Portals seit Jahren kaum geändert. Eyecatcher auf der Startseite sind immer noch rechteckige Bildchen mit weißen Headlines, die auf die Topstories verlinken. Darunter platziert sind Schlagzeilen aus verschiedenen Ressorts in schlichtem Design: schwarz und fett die Ressorts, weiß und unterstrichen die Headlines.

Was also ist das Erfolgsgeheimnis von orf.at? Sechs Thesen:

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Rewes neue Frauenzeitschrift:
Kein Grund zur Sorge

Markus Kirchsteiger, 20. Mai 2008 um 11.12 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Rewe will in Deutschland ein eigenes Frauenmagazin in den Supermärkten verkaufen – genau wie in Österreich. Wir haben uns Maxima, das Vorbild von Rewe Austria, angesehen.

Wie die Branchendienste berichten, soll das 80 Cent teure Magazin in allen 3000 deutschen Rewe-Märkten verkauft werden und Titeln wie Maxi, Petra, Freundin und Für Sie Konkurrenz machen. Müssen die deutschen Verlage nun Zittern?

Schauen wir mal: Maxima - die besten Seiten der Frau heißt das Magazin, dass in allen österreichischen Merkur-, Bipa- und Billa-Filialen aufliegt. Der Titel des Magazins ist Programm. Maxima hält, was es verspricht: ein typisches Frauenmagazin, wie es sie schon massenhaft gibt. Ein Großteil der Geschichten ist Servicejournalismus. Viele große und kleine Bilder, wenig Text und ein einfaches Layout:

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Puls 4:
Privatsender ohne Quote

Markus Kirchsteiger, 14. Mai 2008 um 11.37 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Drei Monate auf Sendung, Marktanteil knapp über ein Prozent – und Natascha Kampuschs Talkshow lässt auf sich warten, bekannte Journalisten kündigen, der Reporter-Nachwuchs schuftet unter umstrittenen Arbeitsbedingungen.

Logo Puls 4

Mit Paukenschlag und Trommelwirbel startete Ende Januar Österreichs viertes Privat-TV namens Puls 4. Den Zuschauern haben die Senderchefs das Blaue vom Himmel versprochen und der Konkurrenz wollten sie das Fürchten lernen. Stattdessen fällt Puls 4 nach drei Monaten on air vor allem durch Negativschlagzeilen auf.

Die Video-Journalisten (VJ?s) von Puls 4 machen nämlich alles selbst. Sie planen, drehen, schneiden und vertonen ihre Beiträge ohne Hilfe von Kameramännern, Cuttern oder Assistenten. VJ?s sind die eierlegende Wollmilchsau des neuen journalistischen Prekariats. In der einen Hand die Kamera, in der anderen das Mikro – was dabei rauskommt, zeigt täglich Puls 4. Außerdem hat der Sender die Ausbildung seiner Videojournalisten an die Firma News on Video ausgelagert. Diese verlangt für einen zehnwöchigen Basiskurs 4800 Euro.

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