Klaus Jarchow

Klaus JarchowKlaus (Jahrgang 1953) lernte früh, sich mit Sprache zu wehren.

So geriet der ausgebildete Historiker an den Journalismus, an das politische Pressesprechertum und - ach! - auch in die Werbung. Heute lebt er als ‘Gebrauchsschriftsteller’ und ‘Ghostwriter’ in Bremen, er verfasst Selbstdarstellungen, Reden, Editorials etc., wozu er den Kunden Worte verleiht.

Seit September 2007 schreibt er außerdem für medienlese.com.

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Alle 96 Artikel von Klaus Jarchow auf medienlese.com:

Public Relations:
Höherer Blödsinn im narrativen Raum

Klaus Jarchow, 4. August 2008 um 12.32 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Es ist alles nur eine Frage des richtigen “Framings”: Heerscharen aufgeregter PR-Berater wollen aus Katastrophen Glücksfälle und aus Heuschrecken zirpende Grillen zaubern.

Dem PR-Schwadroneur ist nichts zu schwör (iStockphoto.com)

Nehmen wir mal an, Sie hätten – wie Millionen anderer Anleger weltweit – in der derzeitigen Bankenkrise Ihr ganzes Vermögen verloren, das doch so mündelsicher angelegt schien. Was empfänden Sie da einem Menschen gegenüber, der sich rühmt, sein Berufsstand habe diese Krise vorsätzlich herbeigeschrieben? – Gibt’s nicht? Gibt’s doch! Dem PR-Schwadroneur ist bekanntlich nichts zu schwör:

“Was derzeit am Kapitalmarkt passiert, ist großartig für die Kommunikationsbranche! Während sich mancher PR-Stab den Kopf darüber zerbricht, wie er seinen Wertschöpfungsbeitrag gegenüber dem Vorstand mit Kennzahlen belegen kann, werden anderswo Milliarden-Werte mit Kommunikation bewegt. Einfach so.”

Das schreibt dort bei media coffee, im zentralen Blogportal der deutschen Kommunikationsbranche, Daniel Krolzik für die LPRS, für die Leipziger PR-Studenten. Sein Text lässt einerseits gewisse Rückschlüsse darauf zu, was den karrierebeflissenen jungen Leuten dort wohl inhaltlich über den Sinn und Zweck der Public Relations täglich beigebracht werden dürfte - dem verstaubten Code d’Athène auf dem Dachboden zum Trotz. Und auch nicht von irgendwem, denn dort tummeln sich u.a. der Pressesprecher des Bundespräsidenten oder der Ehrenpräsident der GPRA:

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Fundgrube Blogs:
Sauberer Themenklau

Klaus Jarchow, 30. Juli 2008 um 13.00 Uhr, 12 Kommentare Kommentare

Zusammen sind sie stark: Wie alte Medien und Blogs miteinander auskommen können und eine neue Arbeitsteilung die Feindseligkeit zwischen Bloggern und Journalisten ersetzen kann.

Hier geht\'s raus (Bild Revers, Creative-Commons-Lizenz)Wie alte Medien bei der Themenfindung und Recherche von Blogs profitieren können, haben wir am Fall Bankhofer bereits gezeigt. Aber wie genau kann eine neue Arbeitsteilung in Zukunft funktionieren?

Vor allem altmediale Redaktionen bräuchten eine Zusatzfunktion, die sich als Watchblog in Gegenrichtung bezeichnen ließe. Sie würden nicht den Altmedien die eigenen Fehler aufs Brot schmieren, sondern in den Schwarm hinein beobachten – also vice versa zu dem, was üblicherweise als Watchblog bezeichnet wird. Als Beispiel hier einige derzeit unterbelichtete Themen, die in den Blogs zwar abgehandelt werden, die aber auf dem Redaktionsmarkt noch gar nicht recht vorhanden sind. Hier könnte jede Zeitung via Watchblog passende Anregungen aufgreifen – ob Frauenzeitschrift oder Politmagazin, ob Wirtschaftsdienst oder Tageszeitung – und sich mit Hilfe dieser Vorarbeit aus der Blogosphäre konturierter ‘profilieren’:

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Fundgrube Internet:
Journalisten entdecken das Netz

Klaus Jarchow, 28. Juli 2008 um 16.09 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Und sie bewegen sich doch aufeinander zu: Was uns der Fall Bankhofer über das Verhältnis zwischen Bloggern und Journalisten zeigt. Entsteht eine neue Arbeitsteilung?

Melisse: Nur echt ohne Klosterfrau (Bild iStockphoto.com)Eindeutig waren es zunächst einige Blogger, die – angelockt von der Bankhofer?schen Königs-Artischocke – einem strengen Melissenduft nachgingen und die konkreten Auswirkungen von Beraterverträgen mit Wort, Bild und YouTube illustrierten. Zu nennen sind hier vor allem drei Blogs – die Gesundheitsblogger der Stationären Aufnahme, Lanus Heul nicht - sag was! und das Gemeinschaftsblog für exitorientierte Unternehmensmeldungen namens BooCompany. Zu diesen Blogs, die untereinander zum Teil auch personell verflochten sind, kamen etliche andere Blogs hinzu, die wertvolle Kärrnerarbeit leisteten – ich nenne hier stellvertretend nur das Blog Plazeboalarm auf ScienceBlogs, wo man die Idee hatte, einfach mal in Apotheken zu gehen, um zu gucken, was man denn bekommt, wenn man nach der wirkungsmächtigen Klostermelisse des Herrn Bankhofer fragt.

So muss man sich die ‘Schwarmintelligenz’ der Blogosphäre in der Realität vorstellen:

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This Cat is Content

Klaus Jarchow, 26. Juli 2008 um 10.44 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Diese Katze ist Content: Rumlungernde Niedlichkeit im Vogelbad (Bild Keystone/Independence Daily Reporter/Rob Morgan)

Wer wissen will, wie’s im wilden Internet zugeht, der muss einfach nur einen Journalisten fragen. Die sind in allen Medien daheim. Wenn man sich dann dort, an der Quelle wahrer Weisheit, lange genug über das tolle Treiben informiert hat, und über das weltbewegende Interesse der Menschen im Netz an Bügeleisen und schmutziger Wäsche, dann kann man auch selbst ein Blog ganz einfach betreiben und es den Amateur-Bloggern zeigen. So professionell klingt’s eben nur aus dem Mund einer berufenen Journalistin:

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Spiegel-Polemik:
Es ist doch zu albern!

Klaus Jarchow, 23. Juli 2008 um 17.23 Uhr, 18 Kommentare Kommentare

Schweinchen Schlau, jede Menge Journalisten und ein einsamer Medienforscher: Wir zeigen die 13 Hauptcharaktere des bitterbösen Spiegel-Artikels über die deutsche Blogosphäre.

Da verfasst ein missgelauntes Spiegel-Trio ein dreiseitiges Elaborat über die Armutsästhetik in den klapprigen Fischerhütten “deutscher Online-Schreiber”, vergleicht ihr proletarisches Ambiente mit den blankpolierten Glaspalästen deutscher Offline-Schreiber, aber auch mit den inkommensurablen Wolkenkratzern amerikanischer Spitzenblogger. Das Trio der Spiegleins stellt uns dann sogar einige dieser darbenden ‘Blogger’ in persona vor, die natürlich genau das nicht können sollen, was die professionellen Mitglieder der Journalistenzunft täglich so akkurat beherrschen - und am Ende erweist es sich, dass sämtliche Beteiligte in diesem redaktionellen Kasperltheater allesamt auch wiederum nur Journalisten gewesen sind. Kurzum: Bullenkrieg in Büttenwarder. Hier die Hauptdarsteller in der Reihenfolge ihres Auftretens:

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Auflagen sinken:
Zahlensalat nach Art des Hauses

Klaus Jarchow, 17. Juli 2008 um 13.12 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Die Zeitungsbranche gibt sich trotzig: Die Auflagen sinken? Das Segment schwächelt? Kein Problem, es werden sich schon Jubelzahlen finden lassen.

Wie man sich schlechte Nachrichten einfach schön rechnet (Bild psd, Creative-Commons-Lizenz)Eigentlich wollten wir die aktuellen Zahlen “prominent ignorieren” – geht aber schlecht. Denn erst kommt die Allensbacher Werbeträger-Analyse (AWA) daher und informiert uns, dass der Focus innerhalb eines Jahres von 4,87 auf 4,61 Millionen Leser durchgesackt sei – woraufhin laut tazder Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) am 15. Juli verkündet, dass ebenderselbe Focus um satte 5,7 Prozent zugelegt habe. Bei den anderen Medien sieht’s zwischen beiden Quellen ähnlich different respektive deviant aus. Kurzum: Ändere als gewiefter Rastelli und Zahlendesigner getrost den avisierten Zeitraum, bis das Ergebnis passt - und schon schmeckt Bitteres auf einmal süß.

Trotzdem: Wat denn nu? Wunschkonzert oder Statistik-GAU? Als Mediennutzer oder Medienplaner soll sich da noch jemand auskennen …

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Sechsmal um den Blog:
Journalisten, saure Gurken und Lektoren

Klaus Jarchow, 12. Juli 2008 um 9.13 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

medienlese.com auf Entdeckungsreise in der Blogosphäre. Auf der Suche nach Mikromedien begegnen wir diesmal Berufsschreibern.

Sechsmal um den Blog: Journalisten, saure Gurken und Lektoren (Bild piglicker, Creative-Commons-Lizenz)“Die Nachricht von meinem Ableben ist maßlos übertrieben” - das mailte die Blogosphäre kürzlich an den Deutschen Journalistenverband, dabei Mark Twain parodierend. Denn das neue Medium lebt, es wächst und gedeiht, es emanzipiert sich allerdings von den Gründervätern. Daher die gedehnten Bluenotes auf allen Veteranentreffen. Hier aber geht’s weiter:

1. André Marty berichtet
Viel Lob und ein erster Hinweis kamen von ugugu: Es gibt im Heiligen Land Journalisten, die jenseits von Islamo- oder Israelophobie zu berichten verstehen. Allerdings - und darin liegt wohl der Sinn ihres Bloggens - müssen sie das vor allem außerhalb des angestammten Holz- oder Funkmediums tun, wie dieser André Marty mit Nahost-Texten, die man in keiner Zeitung liest:

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Presse-GAU:
Energie? Strom? Atomkraft?

Klaus Jarchow, 7. Juli 2008 um 15.41 Uhr, 17 Kommentare Kommentare

Das Comeback der Atomenergie scheint unumgänglich – aber was hat der Ölpreis damit zu tun? Und exportiert Deutschland nicht sogar Strom, der im Überfluss produziert wird?

Umstrittenes Atomkraftwerk Temelin in Tschechien: Deppentheater im medialen Raum? (Bild Keystone/CTK, David Veis)

Die Atomkraft findet derzeit wieder fleißige Lobbyisten in fast allen Medien. Weshalb? Wieso? Warum? Etwa, weil die Erdölvorräte abnehmen - und uns deshalb der Strom auszugehen droht? Man könnte aus vielen Artikeln diesen Eindruck gewinnen: Ich habe einfach mal einige Meldungen hier und hier und hier und hier in der Reihenfolge ihres Einlaufs aus dem Ticker gegriffen. Der Spiegel macht sogar eine Titelgeschichte daraus, über das “unheimliche Comeback” der “Energie von morgen”.

Kann bitte jemand den Faktenrührern und Feuermeldern mal dauerhaft verständlich machen, dass wir in Deutschland zwar eine ‘Benzinlücke’ haben, aber eben keineStromlücke‘. Obwohl doch unser Wirtschaftsmichl von der CSU davon so gern daherschwätzt. Das Gegenteil ist wahr:

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Mitgliedszeitschriften:
So schleicht die Ökonomisierung

Klaus Jarchow, 3. Juli 2008 um 15.13 Uhr, 6 Kommentare Kommentare

Vom Mitglied zum Kunden und von Gesundheit zu Gesundheiten: Was die Sprache der Werbung alles über das Unternehmen dahinter verrät – am Beispiel einer Krankenkasse.

Wandel vollzieht sich nur selten in großen Schritten. Meistens kommt er auf Socken, er schleicht sich ein, zunächst oft nur über wenige Wörter. Wie in der alten Wissenschaftsanekdote vom Frosch im Becherglas, der gar nicht bemerkt, dass er gekocht wird, weil sich die Temperatur nur gaaaanz langsam und in kleinsten Schritten erhöht. Beim Blick auf meine Krankenkassenzeitschrift gestern musste ich an diesen Frosch denken.

Als Versicherter einer gesetzlichen Krankenkasse bin ich formaljuristisch ‘Mitglied’ einer ‘Körperschaft des öffentlichen Rechts’. Für mich heißt das, dass ‘im Prinzip’ die Mitglieder bei demokratischen ‘Sozialwahlen’ entscheiden, wer im Verwaltungsrat der Krankenkasse die Mehrheit stellt. Die gewählten Delegierten dort bestimmen wiederum einen geschäftsführenden Vorstand, der diesem Verwaltungsrat für sein Handeln Rechenschaft schuldig ist. Soweit die Theorie …

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Blogblues-Mythen

Klaus Jarchow, 29. Juni 2008 um 10.01 Uhr, 22 Kommentare Kommentare

Der Blog-Blues geht um, wer sich umdreht oder lacht … Aber geht er wirklich um? Oder ist das nur ein subjektiver Eindruck? Die Zahlen hingegen zeigen deutlich in eine Richtung.

Bild Mika Hiironniemi, Creative-Commons-LizenzVom “Blogblues” ist viel die Rede. Google zählt immerhin schon 100.000 Treffer zu diesem Begriff. Auch ich schrieb vor einiger Zeit über das Phänomen der Blogmüdigkeit bei unseren Granden. Es mag ferner sein, dass die Zahlen der ‘Kommerz-Blogger’ zurückgehen, dass ‘die Erwartungen der Wirtschaft massiv enttäuscht’ wurden. Von einem generellen Rückgang der Bloggeria zu sprechen, das aber ist zumindest fahrlässig. (Findet auch der Zahlenmeister der deutschen Blogosphäre im Interview auf medienlese.com.) Nur weil sich der Koch die Finger verbrannt hat, ist nicht notwendigerweise das Essen schlecht.

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