Florian (28) fing Ende 2004 an, sich näher mit Blogs zu beschäftigen. Ein erster eigener Versuch fand noch ziemlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, der zweite dann unter dem Dach des Holtzbrinck-Projekts germanblogs. Florian lebt in München und kämpft regelmäßig mit ellenlangen Bookmark-Listen, überquellenden E-Mail-Postfächern und deckenhohen Papierstapeln - hauptsächlich schreibt er deswegen für imgriff.com, als eine Art Kriegsberichterstattung.
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Alle 58 Artikel von Florian Steglich auf medienlese.com:
Ein Beitrag des ZDF-Magazins Frontal21 sorgte in den vergangenen Tagen für eine frische Brise in der Blogosphäre. Mit der Metapher vom Bumerang könnte man die Vorwürfe zusammenfassen, die sich gegen das ZDF richteten. Wir dokumentieren hier das vollständige und aufschlussreiche Transkript eines Interviews, das für die Sendung geführt wurde.
Es ging in der Sendung vom 17. Juli um “Gekaufte Beiträge” in deutschen Radiosendern, besser gesagt: Privatradiosendern. Beiträge, denen PR-Material in Audioform als Grundlage dient. Man staunte beim Ansehen ob der Ahnungslosigkeit eines jungen Radio-Programmchefs, der den Rundfunkstaatsvertrag nicht wirklich zu kennen scheint, und sah sich bestätigt in der Annahme, dass es bei den Privaten nicht nur musikalisch, sondern auch inhaltlich nicht gerade auf hohem Niveau zugeht. Schleichwerbung und ungekennzeichnete PR im Radio: Ein wichtiges Thema, unbestritten.
An jedem ersten Montag im Monat erscheinen hier die medienlese-Medienblogcharts. Diesmal mit einer klaren Erkenntnis: Sankt Niggemeier schlägt sie alle.
Stolze 302 Blogs haben das Blog des Medienjournalisten Stefan Niggemeier neu verlinkt, dem wir in unserer ersten Ausgabe der Charts unfreiwillig den Beinamen “St. Niggemeier” verpasst hatten. Damit ist er natürlich der Monatssieger, gewinnt allerdings trotz allem nur einen einzigen Platz in der Rangliste: Von 3 auf 2 zieht er - um im Sportjargon zu bleiben - an den Blogbaristi vorbei, die sich allerdings gerade neue Kufen verpasst haben; mal sehen, wie sich das Feld in vier Wochen darstellt.
Ich finde ja Second Life unter anderem deshalb so uninteressant, weil die Grafik so mies ist. Aber klar, wenn die sich verbessert, so in zwei, drei, vier Jahren, dann ist das was gaaanz anderes:
Man soll ja als Journalist an den Leser (Hörer, Zuschauer) denken: Klar schreiben und Kompliziertes erläutern. Fremdwörter nur benutzen, wenn sie allgemein bekannt sind. Abkürzungen erklären. Inkurzensätzenschreiben. Das spricht aber natürlich keineswegs gegen ausgefeilte, sprachverliebte Texte, für deren Lektüre man sich mehr als fünf Minuten Zeit nehmen muss. An ihnen hat man im Zweifelsfall länger Freude. Und wenn in einem Artikel ab und zu sogar ein zuvor unbekanntes Wort vorkommt, dann darf man sich freuen über den Neuzugang im Wortschatz, anstatt sich einfältig vorzukommen.
Zumindest, wenn es sich um ein so liebenswertes Wort handelt wie jenes, das USA-Korrespondent Marc Pitzke heute bei Spiegel Online publiziert hat. In einem Artikel über Michael Jacksons verwaisende Neverland-Ranch steht dort der Satz:
Stie-was? Ist das die Typenbezeichnung eines Privatjets oder ist Bastian Sick im Urlaub? Ich frage das Netz und es antwortet der Duden: Das Adverb “stiekum” kommt aus dem Jiddischen, erklärt er, und heißt soviel wie “ganz heimlich, leise”. Schönes Wort. Werde ich demnächst mal stiekum in einem Artikel verstecken.
Ob das allerdings tadschikisch ist, was die SVZ da als Bildunterschrift notiert hat, das konnten wir hier bei medienlese bis Redaktionsschluss leider nicht herausfinden.
Der nächste Relaunch einer Tageszeitungs-Website ist da: Seit heute erscheint die taz in neuem Gewand. In neuem, aber nicht unbedingt besserem.
Das erste, was auffällt beim Besuch der neuen taz-Website, das ist der massige schwarze Balken, der am linken Seitenrand klebt und am oberen Ende nach rechts abknickt, um sich zwischen Werbebanner und Hauptnavigation zu quetschen.
Seit wenigen Stunden erscheint der Tagesspiegel online in neuem Design. Um das Urteil vorwegzunehmen: Der Relaunch ist gelungen. Sehr, sehr gelungen. So bringt man heutzutage eine Tageszeitung ins Netz.
Die Anmutung der neuen Website konnte man schon ein paar Tage lang im Redaktionsblog “Innenansichten” sehen. Die Gestaltung kommt von der Agentur Fork Unstable Media, deren Name Designfans wohlige Seufzer entlockt. Und in der Tat: Die Agentur hat eine etwas verspielte und trotzdem seriös-schlichte Seite gebastelt, die den Zeitungscharakter beibehält und dennoch aussieht, wie Internet 2007 aussehen muss. Schauen wir uns doch mal zum Vergleich nochmal Tagesspiegel.de vor dem Relaunch an:
Das war vielleicht nicht die hässlichste Zeitungswebsite des Landes, aber doch reichlich verrostet.
“Hui”, dachte ich mir gerade, als ich auf der Website des Medienbeobachtungsdienstes Media Tenor die Rubrik “Weblogs” entdeckte, “bin ich da etwa auf ein neues Medienblog gestoßen, das sich per RSS-Feed zu den vier Dutzend anderen gesellen könnte, die ich nicht schaffe zu lesen?”
War aber zum Glück nicht so. Unter dem Namen “Weblogs” findet sich - mit gutem Willen betrachtet - genau ein Weblog, das “Roland Schatz” heißt oder von Roland Schatz geschrieben wird (so genau weiß man das nicht), in dem jeder Eintrag mit der Überschrift “Chefredakteur” betitelt wird, in dem der neueste Eintrag nicht ganz oben, sondern ganz unten steht und vom 20.12.2004 ist, und in dem man sich nicht fürs Kommentieren, sondern sogar fürs “Weiterlesen” registrieren muss. Ob es überhaupt Kommentare dort gibt, ist auch nicht so genau zu sagen - denn in den ganzen drei angeteaserten Blog-Einträgen, die man auf der Seite sieht, ist kein einziges Wort ein Link.
Die Presseschau heute mit zwei langen Texten zur Filmkritik mit Weblogs, einem Peter Turi, der auspackt und einer unsinnigen Sperrfrist für eine PR-Meldung. » weiterlesen
CDU und CSU sprechen sich für die Nationale Initiative Printmedien aus – mit einem Sprachwust aus Blähsätzen und Politiker-Phrasen, der hier gebührend gewürdigt werden soll. » weiterlesen
Bild-Blattkritik mit Broder, die Zukunft des Journalismus als brotlose Kunst, erbarmungslose, verächtliche Urteile und Hugo Bütler mit dem noch fast unbenutzten Wort "Freischützentum". Die Presseschau. » weiterlesen