Florian (28) fing Ende 2004 an, sich näher mit Blogs zu beschäftigen. Ein erster eigener Versuch fand noch ziemlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, der zweite dann unter dem Dach des Holtzbrinck-Projekts germanblogs. Florian lebt in München und kämpft regelmäßig mit ellenlangen Bookmark-Listen, überquellenden E-Mail-Postfächern und deckenhohen Papierstapeln - hauptsächlich schreibt er deswegen für imgriff.com, als eine Art Kriegsberichterstattung.
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Alle 58 Artikel von Florian Steglich auf medienlese.com:
Insidergeschichten übers Fernsehen erzählen, das kann nicht nur Roger Schawinski. Der Drehbuchautor Torsten Dewi hat in seinem Blog eine kleine Serie veröffentlicht, die in fünf Teilen die Geschichte der Pro-Sieben-Telenovela “Lotta in Love” erzählt - von der ersten Idee kurz vor dem Abflug in den Urlaub bis zur fertigen Serie. Das ist erhellend und aufschlussreich und ausgezeichnet geschrieben, so gut, dass man alle fünf Teile hintereinander liest, und so kurz, dass man das auch schafft. Ein Beispiel:
“(…) den Jahreswechsel 2005/06 verbrachte ich im tiefsten Schnee in einem kleinen Konferenzraum über der Kantine des Bavaria-Geländes. Mit den Dramaturgen zusammen arbeiteten wir gewöhnlich bis drei Uhr nachts, und der Hausmeister brachte ab und an einen Bottich Suppe, damit wir nicht zusammen klappten. Es waren die sechs härtesten Arbeitswochen meines Lebens, aber gerade die Intensität machte es leichter, den Fokus zu bewahren. Wir kamen wirklich voran.”
Und jetzt warten wir auf die Blogs und/oder Bücher von all den Schauspielern, Produzenten und Kabelträgern, die noch nichts erzählt haben über den Alltag hinter den Kulissen.
» Torsten Dewi über Lotta in Love: Teil 1 | Teil 2 | Teil 3 | Teil 4 | Teil 5
Die Deutsche Post liebäugelt mit dem Einstieg ins Zeitungsgeschäft, schrieb gestern die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Eine Gratiszeitung sei in Vorbereitung. Das wäre ein Frontalangriff auf die Bild-Zeitung - ist aber vielleicht auch nur eine Drohkulisse.
Das Projekt sei so weit entwickelt, dass die Gratiszeitung in kürzester Zeit auf den Markt kommen könnte, so die FAS.
“Die Inhalte der Zeitung sind geklärt, die Vertriebsmacht hat die Deutsche Post sowieso - ihre Briefträger fahren Tag für Tag zu jedem Briefkasten in Deutschland. Selbst eine Millionenauflage könnte daher einigermaßen günstig an den Leser gebracht werden.”
Man kann sich ausmalen - und man wird es sich im Springer-Hochhaus in Berlin vorstellen können -, was es für die Bild-Zeitung bedeuten würde, wenn jeder Haushalt in Deutschland jeden Vormittag eine kostenlose Zeitung im Briefkasten liegen hätte.
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Der Eingriff
(jungewelt.de, Georg Fülberth)
“Wie sich die Schatzmeisterin der SPD über die »uninformierte« Linkspartei-Berichterstattung der Frankfurter Rundschau beschwert – und am Ende der Chefredakteur gehen muß”.
“Wollen Sie jeden Blogger kontrollieren?”
(dradio.de, Jürgen König)
“Der Chefredakteur von “Spiegel Online”, Matthias Müller von Blumencron, lehnt eine zentralisierte Medienaufsicht für das Internet ab. “Im Printbereich gibt es eine sehr gute Selbstregulierung, und etwas Ähnliches muss sich auch im Onlinebereich entwickeln”, sagte der Journalist.”
Requiem für die klassischen Medien
(werbeblogger.de, Patrick Breitenbach)
“Im folgenden möchte ich erklären, wieso die klassischen Medien für eine echte Informationsgesellschaft mehr oder weniger überflüssig geworden sind”.
Happy Birthday, DPA!
(Was mit Medien, Daniel Fiene)
“Morgen vor 58 Jahren ist die erste dpa-Meldung an die Redaktionen verschickt worden. Da lohnt es sich heute schon die Glückwunsch-Kärtchen aus der Schublade zu holen.”.
Getrübte Sicht
(sueddeutsche.de, Ingo Arzt)
“Nur 40 Prozent aller deutschen Haushalte haben - theoretisch - Zugang zu digitalem Fernsehen. Qualitätsprobleme sind nur ein Grund für die schleppende Einführung.”
Jetzt aber mal im Ernst: Kriegt Euch wieder ein!
(graubrot.blogspot.com, Björn Grau)
“‘Hört endlich auf, die Blogosphäre zu beschwören! Was auch immer Ihr Zuerstgekommenen da so unter Euch gruppengekuschelt oder ganz besonders wüst gepöbelt habt, ist vorbei. Blogs sind, was sie eigentlich waren: Eine bestimmte Form von Publikationssoftware. Aber keine Religion oder Subkultur. Ich weiß nicht, ob es ohne E-Gitarren Punk gegeben hätte. Aber es hat E-Gitarren ohne Punk gegeben, versteht ihr?”
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.
Der Tod der Heuschrecke
(taz.de, Steffen Grimberg)
“Zeitungssammler Montgomery, verschrien als böser Investor, präsentiert sich auf der Berliner Medienwoche als Verleger neuen Typs. Er glaube ‘an die Zukunft der Zeitung’.”
Das Internet und die öffentlich-rechtlichen Sender
(Digitaler Film, Bertram Gugel)
“Es ist schlicht die (falsche) Annahme, das Internet sei nur ein weiterer Abspielkanal und es bedürfe keiner Anpassung der Inhalte außer einer Formatwandlung und – wenn es hoch kommt – das Anbieten eines Podcast-Feeds.”
Der Schawinksi-Hype
(JakBlog, Christian Jakubetz)
“Der Herr Schawinski ist ein richtig begnadeter Selbstdarsteller. Und kluges Marketing macht er zudem.”
9Live wird 6
(Turbozapper.de, Martin Hillmann)
“Turbozapper blickt zurück auf 6 Jahre mehr oder weniger erfolgreiche Geschichte”.
Jugendmagazin “Spiesser” will Westen erobern
(horizont.net)
“Nach der Ausweitung seines Vertriebs auf die westdeutschen Bundesländer denkt das Dresdner Gratis-Jugendmagazin “Spiesser” über weitere Wachstumsoptionen nach.”
Holtzbrinck verabschiedet sich vom (Online-)Journalismus
(sixtus.net, Mario Sixtus)
“‘Losgelöst vom Stammgeschäft’ kann eigenlich nur heißen: Mit Journalismus haben wir im Netz nichts am Hut.”
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Skepsis in Russland
(sueddeutsche.de)
“Im Fall der Journalistin Politkowskaja feiert die russische Staatsanwaltschaft die Aufklärung des Verbrechens - die russische Presse hat Zweifel.”
Feindbild Google
(faz.net-Blog, Holger Schmidt)
“Deutsche Medienmanager prügeln auf Google ein. ?In zehn Jahren ist Google tot”, behauptet Verleger Christian DuMont Schütte, ohne allerdings seine Aussage zu begründen. [...] Ohne Googles Marktmacht herunterreden zu wollen, sollten ein paar Aussagen mit den Fakten konfrontiert werden”.
Schweizer Medienhäuser planen Konkurrenz zu Google News
(persoenlich.com)
“Unabhängig vom Ausgang der Verhandlungen mit Google Schweiz plant ein Verbund von sieben deutschschweizer Medienhäusern, eine Konkurrenz-Website zu google.news zu lancieren”.
10 Questions with Rafat Ali
(thepomoblog.com, Terry Heaton)
Ein E-Mail-Interview mit Rafat Ali, dem Betreiber von paidcontent.org. “PaidContent.org is the premier aggregator of news about where the money?s going in media.”
Report recherchiert offen
(notes.computernotizen.de, Torsten Kleinz)
“Eben hab ich es auf der Webseite von Report Mainz gesehen: Die Redaktion stellt im Internet zusätzliche Originaldokumente bereit. Spannend.”
Blogstats revisited - Bestandsaufnahme nach 40 Monaten
(wortfeld.de, Alexander Svensson)
“Wie viele von den damals unter den Blogstats.de Top 50 geführten Bloggern sind mittlerweile clean und wie viele bloggen auch heute noch?”
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.
Die tatsächlichen Kosten wissen wir natürlich auch nicht. Wir können aber zumindest mal eine Annäherung versuchen. Besser gesagt also: Was würde der Bildblog-Werbespot eigentlich kosten, wenn die Bildblogger die offiziellen Tarife zahlen würden?
Die Basisinformationen wie “Werbeinsel-Schema” und Preisgruppen sind schließlich kein Geheimnis, sie stehen auf der Website von Viacom Brand Solutions (Viacom ist die Muttergesellschaft aller drei TV-Sender, auf denen der Bildblog-Spot derzeit läuft).
So ein Werbeinsel-Schema sieht ungefähr so aus:

Man erkennt als Laie erstmal gar nichts, aber nach ein paar Minuten tauchen Uhrzeiten, Namen von Sendungen und merkwürdige Codes auf. Diese Codes enthalten als wesentliche Information die Preisgruppe für die Werbeschaltungen.
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Bildblog.de hat nun doch sehr schnell den Werbespot, der ab heute auf drei Fernsehsendern läuft, online gestellt - 18 Minuten nach der TV-Premiere. Schön geworden:
Link: sevenload.com
Ein besonders bizarrer Versuch, mit juristischen Schritten für ein gutes Image zu kämpfen, wird gerade in deutschen Blogs öffentlich: Die Website akademie.de meldete heute, dass sie eine Abmahnung von der Gebühreneinzugszentrale der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (GEZ) erhalten habe. Akademie.de solle sich verpflichten, zukünftig nicht mehr Begriffe wie etwa “GEZ-Gebühren” zu verwenden, sondern stattdessen (in diesem Beispiel) von “gesetzlichen Rundfunkgebühren” zu schreiben. Sogar “GEZ-Brief” und “GEZ-Anmeldung” stehen auf der langen Liste unerwünschter Begriffe, die akademie.de auf ihrer Website veröffentlicht hat.
Wir sind nun nicht nur gespannt, ob ein deutscher Politiker hier mal ein paar angebrachte öffentliche Ohrfeigen verteilt, sondern vor allem, ob das Einschreiben der GEZ auch an Spiegel Online, heise.de, golem.de, zdnet.de, das Hamburger Abendblatt, Focus Online, handelsblatt.com, DWDL, die Macwelt, das Börsenblatt und sueddeutsche.de geht - die alle den Ausdruck “GEZ-Gebühr” verwendet haben, wie eine rasche Google-Suche zeigt. Mit einer Abfrage der Pressedatenbank von Genios ließe sich sicher noch mehr finden, da bin ich zuversichtlich. Ach, und da wären dann noch die Gewerkschaft ver.di und die Wiesbadener Industrie- und Handelskammer. Und Google selbst könnte man vielleicht auch vorwerfen, dass bei der Suche nach dem Begriff “GEZ-Gebühren” an erster Stelle der Trefferliste die Website der GEZ ausgespuckt wird.
Wie ist es im Übrigen und Speziellen mit dem Onlineangebot der öffentlich-rechtlichen Tagesschau, auf dem ebenfalls von “GEZ-Gebühr” geschrieben wird?
Und da wäre dann zuletzt auch noch das hier:

Screenshot von http://www.unternehmen.zdf.de/…
[via Robert Basic]
Die Geschichte, die Spiegel Online gestern im Auslandsressort brachte, ist eigentlich ganz amüsant und geht so: Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy paddelt mit Sohn und nacktem Oberkörper in Amerika, die Zeitschrift Paris Match veröffentlicht ein Foto davon, retuschiert aber ergeben ein Speckröllchen an der präsidentialen Hüfte weg, was die Konkurrenz vom L’Express genüsslich per Bildvergleich aufdeckt.
Die Story leidet dann etwas darunter, dass man offenbar meinte, zwingend noch irgendetwas über die nackten Oberkörper anderer Politiker an den Brusthaaren herbeiziehen zu müssen, aber da Page Impressions nun mal eine Währung sind, kann man das schon durchgehen lassen.
Dann aber einfach noch einen anderen Nackten unter die Politiker zu mischen, das ist dann doch etwas sehr billig. Oder sollte ich tatsächlich verpasst haben, dass James-Bond-Darsteller Daniel Craig politisch aktiv geworden ist?

Die Polit-Nackedeis Nicolas Sarkozy, Wladimir Putin und … Daniel Craig? (Screenshot von Spiegel.de)
Ab morgen laufen Werbespots für Bildblog.de auf drei Fernsehsendern. Das ist eine durchaus spektakuläre Nachricht: Fernsehwerbung für ein Weblog. Ein deutschsprachiges Weblog. Ein Medienwatchblog.
Und dann auch noch mit prominenten Darstellern: Anke Engelke und Christoph Maria Herbst spielen in dem Spot mit, ohne Gage - von Anke Engelke ist bekannt, dass sie kein gutes Wort für die Bild-Zeitung übrig hat. Auch der Regisseur arbeitete ohne Honorar, die Produktionsfirma Brainpool (die auch die Sendungen von Engelke und Herbst produziert) finanzierte den Dreh. Die Schaltpreise bei den Sendern MTV, Viva und Comedy Central zahlen die Bildblog-Betreiber aus eigener Tasche.
Wann genau die Spots mit dem Claim “Jede Lüge braucht einen Mutigen, der sie zählt” auch online zu sehen sein werden, konnte Stefan Niggemeier vom Bildblog uns noch nicht sagen - man werde sie zunächst ein paar Tage im Fernsehen laufen lassen, dann aber auch “bestimmt auf BILDblog und entsprechenden Portalen” zeigen. Die Fernsehpremiere jedenfalls ist morgen um 18.20 Uhr auf MTV. Und ein paar Bilder von den Dreharbeiten hat Bildblog.de heute schon mal veröffentlicht.
[via off-the-record.de]