Felix Disselhoff hat von Januar bis September 2008 für medienlese.com geschrieben.
Alle 51 Artikel von Felix Disselhoff auf medienlese.com:
Kein Mut, kein Geld, keine Ideen: Deutsche Fernsehmacher punkten selten mit eigenen Formaten. Kaum eine Sendung hat nicht ein amerikanisches oder britisches Vorbild - doch langsam ist alles kopiert, was Erfolg versprechen könnte. Kommt jetzt die televisionäre Emanzipation?

Dittsche: Innovation als Ausnahme (Bild Keystone)
Eingekauft oder kopiert: Fernsehdeutschland sitzt vor einer Endlosschleife globaler TV-Formate. Sie heißen ?Wer wird Millionär?, ?Deutschland sucht den Superstar?, ?Germany`s Next Topmodel?, ?Big Brother?, ?Let`s Dance? oder ?Deal oder No Deal?.
Sie alle wurden nicht in Deutschland entwickelt. Ein Großteil der Formate kommt aus Großbritannien und den USA, dort wird kreativ geschaffen, erfunden, ausprobiert. Anschließend werden die Formate im Ausland vermarktet. Der Fernsehmarkt wird zunehmend globaler. Vorteil für die Einkäufer: Sie kaufen ein bewährtes Produkt, sie müssen nicht selber Geld in die Entwicklung stecken.
Global heißt aber nicht multikulturell. Und das ist das Erfolgsgeheimnis: Es geht in den Formaten um Entblößung und um knallharten Wettbewerb, weniger um kulturelle Gepflogenheiten.
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Die “Sat.1 Nachrichten” greifen die heilige Fernsehtante “Tagesschau” an. medienlese.com hat sich die Jungfernsendung angeschaut.

Peter Limbourg: Optisch glaubwürdige Schläfen? (Bild Keystone)
20 Uhr, Tagesschau. Eine Institution. Und an dieser will Sat.1 künftig rütteln. Die “Sat.1 Nachrichten” werden von jetzt 18:30 Uhr auf 20 Uhr verschoben. Wie die “Tagesschau” wird die Informationsleistung des Berliner Privatsenders 15 Minuten in Anspruch nehmen.
Sat.1 nennt zwei Gründe für die News-Offensive: Laut Geschäftsführer Torsten Rossmann sind die Nachrichten um 18:30 Uhr und das folgende Boulevard-Magazin hinderlich für die Quote. Die bis 18 Uhr 30 aufgebauten Marktanteile beim werberelevanten Publikum (9,2 Prozent im Februar) sinken um bis zu zwei Prozent, sobald die Information kommt.
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Der Westen, das Internetportal der WAZ, will künftig Inhalte des WDR anbieten. Private Rundfunk- und Fernsehbetreiber laufen Sturm: RTL will sich sogar an Brüssel wenden.

Regionalriese WAZ (Bild Keystone)
Der WDR, größte ARD-Anstalt und die WAZ-Mediengruppe werden zusammenarbeiten. Dabei geht es um das Internet-Portal Der Westen. Das regional aufgestellte Nachrichtenportal soll nun auch regionale Radio- und Fernsehbeiträge des WDR übernehmen. Die beide Medienhäuser gaben ihre Zusammenarbeit, die vorerst für ein Jahr gilt, am Dienstag in Düsseldorf bekannt. Bisher haben noch nie ein öffentlich-rechtlicher Sender und ein Verlagshauses in Deutschland in dieser Form kooperiert.
Der WDR wolle mit dem Angebot ein neues Publikum erreichen, das bisher noch nicht die Regionalprogramme schaue, sagte WDR-Intendantin Monika Piel. Auch die WAZ will aus der Zusammenarbeit einen Nutzen ziehen: Mit der WDR-Kooperation wolle die WAZ die Qualität ihres Online-Angebotes steigern, sagte Geschäftsführer Bodo Hombach.
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Themen finden, Themen verkaufen, das passende Medium finden: Als freier Journalist hat man`s nicht immer leicht. Hier setzt Suite 101 an, der deutsche Ableger des kanadischen Online-Magazins. Geld gibt es auch - nur nicht pro Text, sondern pro Klick.
Im Gegensatz zu aktuellen News-Portalen setzt Suite 101 auf zeitlose Hintergrundberichte. Bilderstrecken oder Bewegtbild sucht man vergeblich. Suite101.com-Media-Präsident Peter Berger sieht das Magazin in der Nische zwischen den rein redaktionell getriebenen Nachrichtenportalen und Blogs. Suite 101 bietet Artikel zu Sachthemen, die von Journalisten oder anderen Experten verfasst werden. Aktuell schreiben rund 140 Freie für Suite 101.
Das Unternehmen war bisher in den USA und Kanada aktiv. Dort erreicht die Seite laut Eigenangaben monatlich 4,5 Millionen Klicks. Wirtschaftlich erfolgreich war das Projekt anfangs wohl weniger. In der Zeit der ersten Dot.com-Blase war es an der Börse notiert, später wurde es von Finanzinvestoren übernommen.
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Stefan Aust sagt nichts ohne seinen Anwalt, Jörg Pilawa ist der neue Moderationsroboter der ARD – und Bild-Chefredakteur Kai Diekmann schießt bei den Paparazzi zurück.
Vor seiner Linse: Ole von Beust, Michael Naumann, Jörg Pilawa, Hubertus Meyer-Burckhardt, Barbara Schöneberger und Gastgeber Thomas Middelhoff:
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Echo für LaFee - wie im auch im letzten Jahr (Bild Keystone)
22:45, Ole Plötzlich hält LaFee einen Echo in der Hand und bedankt sich mit brüchiger Stimme…
22:58, Felix: Es wird spät bei RTL. Da darf man auch mal über Brüste reden: “Bettina” ist gerappte Medienkritik. Die Hamburger Jungs rocken die Bühne. Wird nach knappen drei und gefühlten sechs Stunden auch wirklich mal Zeit. Im Fernsehen wird auf das Video verwiesen, wir konnten es verlinken:
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“It’s Pocher, bitch!” (Bild Keystone)
21:21, Felix: Schau an, ein Überraschungsauftritt. Schade, doch nicht. Oliver Pocher ist sich mal wieder für nichts zu schade und rockt im Britney-Stripperinnen-Outfit die Bühne. Uns gefällt`s. Die paar Pfunde mehr auf den Hüften lassen den Hüftschwung richtig weiblich rüberkommen. Wir sind verwirrt, bloggen aber mutig weiter. Nebenbei gewinnen die Fantastischen Vier ihren “gefühlten” 15. Echo.
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Keine fünf Minuten und schon der erste Preis an James Blunt (Bild Keystone)
20:08, Felix: Um viertel nach geht`s los. Wir stimmen uns ein mit dem passenden Vorprogramm, der alten Fernsehtante “Gute Zeiten, schlechte Zeiten”. Jo Gerner ist immer noch der Böse und wir sind für Euch die nächsten Stunden vor der Mattscheibe. Gleich beginnt der “Echo 2008″. Schaut mit uns. Kommentare sind mehr als gewünscht!
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Heute Abend strahlt RTL den Echo 2008 aus. Zum 17. Mal trifft sich die Musikbranche zur alljährliche Lobhudelei in Berlin. Moderiert wird die Sendung von RTL-Zugpferd Oliver Geissen und Nazan Eckes. Auf der Gästeliste stehen internationale Stars wie Alicia Keys, Kylie Minogue und James Blunt.

Nazan Eckes und Oliver Geissen moderieren – wir kommentieren (Bild RTL)
Doch es kommt noch dicker: Bierzeltbarde DJ Ötzi hat gute Chancen auf zwei Echos, Rolf Zuckowski wird für sein Lebenswerk geehrt, und die Kastelruther Spatzen könnten ihren 15. Echo abholen. Grund genug für medienlese.com sich das Spektakel genauer anzuschauen. Also werden wir heute Abend live mitbloggen. Gleich hier. Um 20.15 Uhr geht`s los.
Nach trautem Buchzirkel und liebervoller Politkomödie wird es jetzt richtig blutig. Ein alter Bekannter kehrt zurück, im Waisenhaus wird es überirdisch und im Westen warten acht Oscarnominierungen
Bodycount sucht Anspruch: “John Rambo”

Alter Mann, was nun? (Bild Warner)
Er kann es nicht lassen. Seine Karriere schien vorbei, die letzten Erfolge lagen Jahre zurück. Sylvester Stallone ließ sich nicht beirren und sorgte für einen sechsten Rocky. Die Kritiker nahmen es wohlwollend, an den Kinokassen klingelte es. Jetzt wartet Stallone mit einem neuen Rambo auf. Von ihm selbst in Szene gesetzt, auf seine Fans abgestimmt und brutal bis auf die Knochen.
“John Rambo” hat sich mittlerweile im vietnamesischen Dschungel zur Ruhe gesetzt. Erst als die stereotypisch dauerbrutale burmesische Militärregierung christliche Missionare in Gefangeschaft nimmt, bahnt sich der ehemalige Green Beret seinen Weg. Mit Pfeil und Bogen, Machete, Fäusten und zu viel Adrenalin.
Die L.A Times rechnet nach: 236 Tote, davon 83 mit bedecktem Oberkörper, 0 ohne, 40, die von Rambos Verbündeten getötet werden und 136 Gute, die von Bösen getötet werden. Sexszenen: 0.
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