Alle 9 Artikel von Christian Horvath auf medienlese.com:
Die Aufputschmittel
“Er unterhält und benebelt und verdummt die Massen”, schrieb Thomas Bernhard einst über den Sport. Was angesichts der jüngsten Entwicklungen nicht nur für die Massen, sondern auch für die Massenmedien zutreffen dürfte.
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Das Sumpfgebiet
Charakterliche Flexibilität zählt zu den wichtigsten Eigenschaften, um auf dem hiesigen Zeitungsmarkt nicht ignoriert zu werden. Die mediale Manie führt manchmal zu absurden Auswüchsen.
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Der Amoktorkler
Bombastisches tat sich diese Woche im Wiener Pressehaus: ein 57-jähriger versuchte mittels Bombendrohung, die von seiner Tochter geleisteten Kostgeldzahlungen nachdrücklich einzufordern. Dabei ging der Traum eines Journalisten in Erfüllung.
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Die Fachzeitung
Letztens meinte eine finnische Publizistik-Gaststudentin zu mir, dass die österreichische Medienszene in all ihren Ausprägungen an ein dunkles Entwicklungsland erinnere, in dem die Hofberichterstattung als von missionarischem Eifer geprägter Journalismus getarnt wird - und die Tarnung so allumfassend ist, dass die heimischen Medienmacher mittlerweile sogar selbst an ihre Rolle als vierte Kraft im Staate glauben.
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Von Pop-Kultur bis Populismus
Einige der - ohnehin nicht sonderlich erfolgreichen - Biathleten und Langläufer wurden teils lebenslang “aus der olympischen Familie” ausgeschlossen. Während das anderswo zu einer Aufarbeitung des Umgangs mit leistungssteigernden Mitteln führt, fragen sich die heimischen Medien, ob man es mit einer Verschwörung zu tun hat. Und auch sonst liegt hierzulande manches im diffusen Bereich.
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100 Tage österreichische Bundesregierung - oder Wie man als Machthaber auch gleich die Arbeit der Opposition übernimmt
Die scheinbare Harmonie, die seitens der vergangenen Regierungen bemüht ausgestrahlt wurde, ist passe. SPÖ und ÖVP streicheln und bekriegen sich mit einer offensichtlichen Leidenschaft, die von einer in aller Heftigkeit ausgelebten Hassliebe zeugt. Am heutigen Freitag, mit dem Ende der 100-Tages-Toleranzgrenze, wird dieses eigenartige Verhältnis noch einmal bekräftigt.
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Der ORF hat sich gewandelt - die Quoten besagen nichts gutes
Der im Sommer 2006 zum neuen ORF-Generaldirektor gewählte Alexander Wrabetz, bislang kaufmännischer Direktor am Küniglberg, hatte bei der Wahl bis auf die ÖVP sämtliche Parteien hinter sich. Um es also möglichst vielen möglichst recht zu machen, heftete sich Wrabetz das Etikett der “größten Reform aller Zeiten” um, damit auch wirklich alle was davon haben. Die Zuseher scheinen sich bislang mit dem neuen ORF nicht anzufreunden.
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Ö-Schau - die Medienwoche in Österreich
Beherrschendes Thema in der Alpenrepublik in der vergangenen Woche: die Eurofighter. Nichts polarisiert die Österreicher derzeit mehr, nicht einmal der frisch reformierte ORF. Die Flieger - auch dominantes Thema im vergangenen Wahlkampf - sind von der (siegreichen) SPÖ zum Nummer-1-Feindbild erkoren worden, das getilgt werden muss. Gleich, zu welchem Preis.
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(J)Ö-Schau - die Medienwoche in Österreich
VON CHRISTIAN HORVATH
Die mediale Kulturrevolution Österreichs hat im vergangenen Oktober stattgefunden: mit dem Eintritt der neuen Tageszeitung “Österreich” kam Bewegung in den Boulevard, der bislang von der “Kronen Zeitung” alleine bearbeitet wurde. Die Kontrahenten gingen sich in den ersten sechs Monaten zwar aus dem Weg, haben jedoch in der vergangenen Woche erstmals ihre Visiere geöffnet. Und heraus kam gleich ein “Zeitungskrieg mit Dummdummgeschoß”, wie es “Der Standard” betitelte.
Ursprünglicher Anlass war die Meldung, dass eine 66-jährige ein Kind zur Welt gebracht hatte. Die wurde in der Printausgabe von “Österreich” mit einigen Bildern hinterlegt, die auch - sehr klein - als Corbis-Agenturbilder gekennzeichnet wurden. Während ausdrücklich darauf hingewiesen wurde, dass die Frau ihre Anonymität gewahrt sehen wollte, suggerierte die Bildunterschrift anderes: “Maria M., 66, späte Mutter” stand da. Darüber hinaus waren im Artikel Fotos vom “Haus der 66-jährigen Mutter” angefügt.
Das brachte wiederum den “Krone”-Kolumnisten Michael Jeannée dazu, “Österreich”-Herausgeber Wolfgang Fellner als “vollkommen ungefährlich” zu bezeichnen - “vollkommen ungefährlich” im Sinne von George Bernhard Shaw, der einst meinte, dass nur jene Lügner gefährlich sind, die manchmal die Wahrheit sagen.
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