Sprachkritik:
Wortpollen aus Stilblüten
CDU und CSU sprechen sich für die Nationale Initiative Printmedien aus – mit einem Sprachwust aus Blähsätzen und Politiker-Phrasen, der hier gebührend gewürdigt werden soll.
Über die Initiative selbst ist auf medienlese.com schon alles Notwendige anlässlich ihrer Gründung gesagt worden. Sprachlich wollen wir diesmal das Durchhaltevokabular der Holzhausener Thermopyläen-Kämpfer gebührend herausstellen, um den Leser gegen lästige Allergien durch Wortpollen aus Stilblüten zu desensibilisieren. Los geht’s:
“Auch und gerade im Zeitalter des Internet bleiben Zeitungen und Zeitschriften für unsere Demokratie unverzichtbar. Sie sind und bleiben der Garant für Meinungsvielfalt in Deutschland. Die Nationale Initiative Printmedien ist die angemessene Antwort … Bereits die vielseitige Beteiligung … zeigt das Problembewusstsein … Die „Nationale Initiative Printmedien“ ist ein beispielhaftes Projekt … Die Weichen sind gestellt. Nun gilt es, sie zu nutzen und auszubauen.”
So schön röhrt doch kein Hirsch in der Brunftzeit: Die gestellten Weichen werden genutzt und ausgebaut, weil die vielseitige Beteiligung der unverzichtbare Garant für das beispielhafte Problembewusstsein auch und gerade in Zeiten des Internet für unsere Demokratie ist und bleibt. Oder so ähnlich …
Ha - das nenne ich lösungsorientiertes Denken!
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