Wirtschaftskrise:
Park Avenue wird eingestellt

Florian Steglich, 19. November 2008 20:29 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Die Wirtschaftskrise kommt ungebremst in den Anzeigenabteilungen der Verlage an. Nachrichten über entlassene Mitarbeiter oder eingestellte Titel werden mittlerweile im Tagesrhythmus verkündet. Jetzt hat es auch die Park Avenue erwischt.

Keine wirtschaftliche Zukunft: Das nennt der Verlag Gruner und Jahr (G+J) als Grund für das Ende seines Gesellschaftsmagazins. Park Avenue war 2005 in Erwartung der deutschen Vanity Fair gestartet worden und schwankte - ähnlich wie das Konkurrenzmagazin - heftig zwischen biederem Klatsch und dem eigentlichen Anspruch des “Premiumsegments”.

Die Auflage schaffte es zuletzt auf über 100.000 Exemplare, von denen aber nur rund 40.000 am Kiosk oder im Abo verkauft werden - fast ebensoviele finden als kostenlose Bordexemplare den Weg zum Leser. Gruner und Jahr beklagt sich offiziell dennoch nicht über die Auflagenhöhe - das Problem sei allein, dass die “ambitionierten Ziele im Anzeigengeschäft” nicht erreichbar seien. Die Ausgabe Januar 2009, die bereits im Dezember erscheint (siehe Kommentar), wird die letzte sein, 23 Mitarbeiter sind von der Einstellung des Magazins betroffen. Zudem werden die niederländische und die russische (dort mit anderem Namen) Ausgabe der Gala vom Markt genommen.

Das Ganze kommt nicht überraschend: Das defizitäre Gesellschaftsmagazin machte sofort als Abschusskandidat die Runde, als G+J-Vorstandschef Bernd Kundrun Ende Oktober deutliche Sparmaßnahmen ankündigte. Und nur wenige Stunden, bevor das Ende für die Park Avenue bekannt wurde, hatte Gruner und Jahr bereits drastische Schnitte bei seinen Wirtschaftstiteln mitgeteilt: Capital, Financial Times Deutschland, Impulse und Börse Online werden ab März 2009 von einer gemeinsamen Redaktion befüllt, die Standorte Köln und München aufgegeben, 121 Mitarbeiter entlassen - sie können sich zu schlechteren Konditionen neu bewerben, etwa jeder zweite dieser Jobs soll aber nicht neu besetzt werden.

Immerhin: Die Sparrunde des Hamburger Verlagsdampfers soll damit erstmal abgeschlossen sein.

» Mehr lesen: Börse Online (2), Gruner und Jahr (8), Impulse (2), Park Avenue (4), Printbranche (4)

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2 Kommentare zu diesem Artikel

  1. IstdochEgal

    schrieb am 27. November 2008 um 11:25 Uhr (#)

    Die letzte Ausgabe der Park Avenue erscheint im Dezember, NICHT im Januar. Es ist die Januar Ausgabe. Mir graut langsam, wenn Journalisten selbst die einfachsten Fakten verdrehen!

  2. Florian Steglich

    schrieb am 27. November 2008 um 11:57 Uhr (#)

    » Istdochegal: Korrekt, korrigiert.


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