6 vor 9:
Roger & Roger, Lafontaine, Tallinn

Ronnie Grob, 6. November 2008 08:54 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

1. “Die schleichende Entmündigung”
(ejo.ch, Natascha Fioretti)
“Frankreichs Zeitungen bauen schleichend ihren Politikjournalismus ab. In Italien ändert sich wenig – der Journalismus bleibt eng mit der Politik verwoben. Ein Bericht über zwei aufwändige Studien.”

2. Roger & Roger
(weltwoche.ch, Roger Köppel)
Klare Worte von Weltwoche-Chef Roger Köppel an den Radio1-Chef Roger Schawinski. Der “angeblich urliberale Funkbefreier” würde sich als “eine Art Spartakus der Schweizer Medienszene” inszeniseren, jedoch durch die Annahme von Staatsgeldern beweisen, “dass ihm die Prinzipien, auf die er sich beruft, nichts wert sind”. Fazit: “Alt-Pirat Schawinski ist zur Verkörperung all dessen geworden, was er früher leidenschaftlich bekämpfte.”

3. “Foto: ddp (Symbolbild)”
(eichen.blogger.de)
Oskar Lafontaine dient der Online-Ausgabe des Express als Illustration zur Beschreibung eines Vorfalls aus Ägypten, bei dem ein Lehrer offenbar einen Schüler zu Tode geprügelt hat.

4. “Die Grüne Partei will Blogger kaufen”
(ruhrbarone.de, David Schraven)
“Die Grünen wollen ihre Partei modern darstellen. Deswegen wollen sie in diese verdammten Blogs rein, die Obama so erfolgreich gemacht haben. Sie wollen ihren staublangweiligen Parteitag in angesagten, ehrlichen und deswegen relevanten Blogs platzieren.”

5. “Die modernste Stadt der Welt”
(morgenkommichspaeterrein.de, Markus Albers)
Markus Albers war in Tallinn, der Hauptstadt von Estland und ist auf Internet gestossen: “Hier gibt es flächendeckend freies Internet. Cafés, Museen, Tankstellen und seit einigen Monaten sogar Bus und Bahn bieten kostenloses WIFI. In der Innenstadt von Tallinn hängen überall Straßenschilder, die auf staatlich gesponserten Datenfunk hinweisen.”

6. “Who needs an election when you have holograms?”
(guardian.co.uk, Anna Pickard)
Hologramme und Touchscreens sind weder neu (neuerdings.com, 13.3.2007 und 2.6.2008), noch erzeugen sie automatisch besseren Journalismus. Doch sie werden angewendet. “Why? Because we can. We COULD have a correspondent that could say what she says perfectly well in 2D on a normal screen. But why should we, when we can have a hologram?”

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

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2 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Oliver

    schrieb am 6. November 2008 um 13:20 Uhr (#)

    Also von “Staatsgeldern” steht in Köppels Text nichts. Schawinski kriegt im Übrigen als Radiomacher auch keinen Gebührenanteil

  2. Jean-Claude

    schrieb am 6. November 2008 um 13:23 Uhr (#)

    2)

    Eine Staatsbehörde zieht einige Privatradios den Stecker raus - mit dem Hinweis auf mangelnde Qualität der Informationsprogramme - und lässt dafür andere auf Sendung gehen, die ein besseres Konzept vorweisen können.

    Das findet der Chefredaktor der “Weltwoche” einfach furchtbar. Eben typische staatsseelige Sozen-Kungelei unter Duzfreunden, wie er im Editorial antönt.

    Der Vortel des Internet ist es, dass man sich selber ein Bild machen kann, sofern man denn will. Das zuständige Departement (Ministerium) stellte die Gesuche sämtlicher Privatradio- und TV-Sender um Konzessionsereuerung (die wird in der Schweiz alle zehn Jahre fällig) ins Netz. Da kann man vergleichen: Radio Energy, das mehrheitlich dem Ringier-Verlag gehört, wird der Saft wegen ungnügender Qualität abgedreht. So liest sich für den unbefangenen Leser denn auch das viele Seiten umfassende Gesuch: ziemlich dilettantisch.

    Ohne den Herrn Schwaninski näher zu kennen: Sein Antrag klingt um Meilen professioneller und auch vertrauenswürdiger, wenn auch sein Name in dem Gesuch etwa 25 mal erwähnt wird. Eitelkkeit ist aber nicht strafbar.

    Dass da einer kommt und “Radio für Erwachsene” macht, und genug hat von der juvenilen Duzerei auf dem Aether hat, ist immerhin ein konstruktiver Ansatz. Auch dass er als Privatmann seine persönliche Millioneninvestition samt Quittung im Netz belegt, sieht nach solidem Businessplan aus, der auch Raum lässt für einigermassen ernst zu nehmende Informationselemente im Programm

    Es mag störend sein, dass eine staatliche Stelle die Sendefrequenzen verteilt. Anderseits ist man als Hörer durchaus froh, dass da alle zehn Jahre mal ein wenig aussortiert wird. Man muss dazu wissen, dass das zuständige Departement nach Gesetz nur minimale Anforderungen an den vorgeschriebenen “informative Teil” des Programms stellt.


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