6 vor 9
1. “Vorsicht, Google!”
(nzzfolio.ch, Nico Luchsinger)
“Im Internet können grundsätzlich alle alles behaupten. Gegen die digitale Rufschädigung hilft nur eines: Transparenz. Tips für die Selbstdarstellung im Netz.”
2. “Die Dolchstosslegende”
(moritzleuenberger.blueblog.ch)
Auf der offiziellen Website veröffentlicht der schweizer Medienminister Moritz Leuenberger ein bisher nicht öffentlich zugängliches Interview über Blogs, in seinem Blog schreibt er über die Aufnahme des Konzessionsentscheids der Medien: “Einzig Blick am Abend, Blick und Sobli, die wie Radio Energy zu Ringier gehören, werteten die Vergabe wider besseres Wissen als persönlichen Rachefeldzug des Medienministers.”
3. “Der Preis staatlicher Finanzierung”
(medienheft.ch, Urs Meier)
Urs Meier glaubt, dass die, die gegen den Konzessionsentscheid protestieren, sich einfach nicht genau mit dem geltenden Radio- und Fernsehgesetz auseinandergesetzt haben und es darum auch nicht verstehen: “Bundesverwaltung und zuständiges Departement haben das Gesetz strikte angewandt.”
4. “Interview mit Niklas Luhmann: ‘Das Internet ist kein Massenmedium’”
(ruhrbarone.de, Stefan Laurin)
Aus einem Interview mit Niklas Luhmann von 1997: “Für Massenmedien selber werden die aktuellen technischen Innovationen wie das Internet oder individuell wählbare Informationen wenig Bedeutung haben. Sie werden sich neben Massenmedien wie Tageszeitungen oder auch das Fernsehen setzen, sie jedoch nicht verdrängen. Das Internet mit seinen Kommunikationsmöglichkeiten ist auch, wenn es massenhaft als Medium genutzt wird, kein Massenmedium, denn es ist ja gerade keine einseitige technische Kommunikation, sondern kann individuell genutzt werden.”
5. “Hilmar Poganatz, seine nachplappernden Blogger in der abschreibenden Süddeutschen Zeitung”
(blogbar.de, Don Alphonso)
Hilmar Poganatz schreibt für einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung aus einem Artikel in der International Herald Tribune ab.
6. “Eine fast lustige Journalistenbegegnung”
(noahsow.de)
Ein Besuch eines Journalisten, ein abgebrochenes Interview. Eine Schilderung aus der Warte der Befragten.
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.
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Jean-Claude
Zu 2)
Dass eine grosse Zeitung wie die “Sonntagszeitung”/Zürich ein Interview mit einem Minister ( = Bundesrat) schriftlich führt - er residiert nicht in Kasachstan, sondern in Bern - ist schon mal irritierend. Was ist denn das für ein Journalismus?
Das durchaus informative Interview passte der Redaktion dann nicht in den Kram. Sie druckte es nicht, weil ihre vorgefasste Meinung nicht bestätigt wurde. Das jedenfalls darf man vermuten, ohne die Details zu kennen. Das ist kleinkarierter Null-Journalismus.
Dass der Minister das Interview nun in seinem Blog veröffentlicht, hat hingegen einen gewissen Pfiff. So erfährt man auch mal, was einem als Leser so alles vorenthalten wird.
Wenn man die 95 posts dazu liest, erstaunt, was da unter der Goldbrokatdecke der harmlosen, kleinen Schweiz so alles an aggressivem Volkszorn kocht. Wenn der mal expolidiert!
Blättert man hingegen die “Neue Zürcher Zeitung” durch, hat man den Eindruck , im Alpenländli sei alles in allerbester Butter, wenn nur nicht der deutsche Finanzminister so gemein wäre, dauernd daran zu erinnern, dass die Schweiz zu einem guten Teil von dem Schwarzgeld lebt, das dem deutschen Fiskus zu hunderten von Milliarden Euro hinterzogen wird….
Eins zu null für Blog und Minister.