6 vor 9

Ronnie Grob, 8. Oktober 2008 08:54 Uhr, 5 Kommentare Kommentare

1. “Taugt die ‘Flip’ für redaktionelle Arbeit?”
(onlinejournalismus.de, Roman Mischel)
Taugt die Videokamera Flip, die etwas über 100 Euro kostet, auch für eine seriöse journalistische Online-Videoberichterstattung?

2. “Ab dem Jahr 2000 kam alles anders”
(medienspiegel.ch, Rolf Hürzeler)
Rolf Hürzeler analysiert den rasanten Wandel der konsumierten Medien im Pendlerzug zwischen St. Gallen und Zürich.

3. Dmitri Medwedew, neuer Videoblogger
(krusenstern.ch, Jürg Vollmer)
“Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat seinen ersten Video-Blog ins Internet gestellt. Im Video-Blog auf der Website des Kreml spricht Medwedew über die heute beginnende World Policy Conference.” Gebloggt wird auf kremlin.ru, der Website des Kreml, wo auch gleich eine Übersetzung seiner Worte auf englisch bereit steht.

4. “Presse ist Vergangenheit”
(sueddeutsche.de, Leif Kramp)
Interview mit Jeff Jarvis: “Heutzutage gerieren sich zu viele Redakteure und Verleger als Opfer des Schicksals, die hilflos mit ansehen müssen, wie ihre Leser online gehen und entweder informative Alternativen finden oder ihre Nachrichten gleich selbst generieren. Sie verharren einfach nur ängstlich, bis die Budgetaxt auf sie niedersaust, obwohl sie eigentlich darüber nachdenken sollten, wie sie Redaktionen und Geschäftsmodelle neu erfinden können.”

5. “The many lives of Arianna Huffington”
(newyorker.com, Lauren Collins)
Der New Yorker mit einem laaangen Portrait von Arianna Huffington, Gründerin der Huffington Post.

6. “Papa schreibt das so oder so auf”
(faz.net, Johanna Adorján)
Zu Besuch bei der sympathischen Familie Kaminer. “Wladimir: ‘Literatur muss das Leben schildern, so wie das Leben ist. Publizistik schildert es so, wie es sein soll. Publizisten müssen vorher fragen, ob es okay ist, etwas zu veröffentlichen.’ Sebastian: ‘Stimmt gar nicht.’”

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

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4 Kommentare zu diesem Artikel

  1. ralf schwartz, mediaclinique

    schrieb am 8. Oktober 2008 um 12:18 Uhr (#)

    Allen, denen das 3 Kilometer lange Feature im New Yorker noch zu wenig zur wahren Arianna Huffington verriet, sei ein Bericht bei Gawker.com ans Herz gelegt:

    mediaclinique: Wer hat Angst vor Arianna Huffington?

  2. Florian Steglich

    schrieb am 8. Oktober 2008 um 12:34 Uhr (#)

    » ralf schwartz: Dann schlage ich vor, Du verlinkst auch gleich den Gawker-Artikel anstelle Deines eigenen Blogs, in dem auch nicht viel mehr steht als der Link. Danke.

  3. Jean-Claude

    schrieb am 8. Oktober 2008 um 14:23 Uhr (#)

    zu 4) Dieses amerikanische Geschwätz muss man auch gelegentlich mal wieder relativieren: Die Leute gingen nur noch online, läsen keine Zeitungen mehr etc., das Uebliche halt.

    Ich versuch’s mal wieder aus meinem Mikrokosmos der deutschsprachigen Schweiz. Das sind etwa 6 Millionen Menschen (weniger als Berlin, München und Hamburg zusammen an Einwohnern zählen).

    Laut offizieller Statistik verteilt sich auf diese 6 Millionen (Kinder, Greise inkl.) eine Tageszeitungsauflage von 2,5 Millionen Exemplaren täglich (inkl. Gratisblätter). Da viele Zeitungen mehrfach von verschiedenen Lesern genutzt werden, liegt die tatsächliche Zahl der täglichen Zeitungsleser wesentlich höher, man kann sie ruhig verdoppeln - und das bei 6 Mio. Einwohnern!

    Zwischen 2005 und 2008 büssten die zehn grössten Verkaufszeitungen eine Auflage von 90 200 Exemplaren ein. Heute werden täglich 1,45 Millionen Tageszeitungsexemplare abonniert bez. verkauft

    Diese Einbusse an verkauften Tageszeitungen von 90′200 Exemplaren wird aber locker von den Gratis-Tageszeitungen wettgemacht, die seit einigen Jahren auf dem Markt sind: insgesamt 5. Vier davon (die Zahlen der 5.liegen noch nicht vor), erzielen täglich eine registrierbare Auflage von über einer Million, wobei auch hier die meisten Exemplare mehrfach genutzt werden.

    Das heisst: Insgesamt wird sehr viel mehr Zeitung gelesen als vor vier Jahren,und zwar hundertausendfach mehr! Die Erklärung dafür ist u.a., dass Gratiszeitungen vielfach von Leuten gelesen werden, insbesondere Jugendliche, die früher nie eine Zeitung in die Hand nahmen. Das heisst: Hier wurde eine neu, zusätzliche Leserschicht erschlossen.

    Trotz des Erfolgs der Gratisblätter konnten sich die Abo-Zeitungen erstaunlich gut halten, obwohl sie innerhalb von vier Jahren knapp 7 % an Auflage einbüssten. Wenn man aber weiss, dass die meisten Gratiszeitungen von Verlagen herausgegeben werden, die auch Abo-Zeitungen produzieren, muss sich das Gejammere von Verlegern in Grenzen halten. Das Geld fliesst von der einen in die andere Tasche - der gleichen Hose, versteht sich.

    Der Kampf wird um die Anzeigen geführt. Bei niedersausender Konjunktur - wie jetzt gerade - wird es zu enem Gemetzel kommen, d.h es wird nachher weniger Titel geben, aber nicht zwangsläufig weniger Leser.

    Man kann das natürlich alles für ein vorbergehendes Phänomen halten. Angesichts der eklatanten Steigerung von Leser-Zahlen halte ich das aber für Unsinn - eben: amerikanisches Geschwätz, das man wirklich hinterfragen sollte. Auf allen Gebieten.

  4. ralf schwartz, mediaclinique

    schrieb am 8. Oktober 2008 um 16:25 Uhr (#)

    @Florian: Da hast Du recht. Wenn man schon hier ist, kann man direkt zu dem Artikel verlinken. Mein Artikel ist ja nur zusammenfassende Sprungstelle. Danke dafür.


1 Trackback

  1. Menschen (4 nach 4) | Medienrauschen, das Medienweblog
    (8. Oktober 2008 16:10)

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