Griechenland:
Journalisten denken an sich

Ole Reißmann, 1. Oktober 2008 19:23 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Keine Nachrichten: In Griechenland streiken landesweit Journalisten. Sie protestieren damit gegen die Reform der Rentenkassen. Nach einem Gesetz der konservativen Regierung, das bereits Anfang des Jahres verabschiedet wurde, werden seit dem heutigen Mittwoch defizitäre Kassen mit profitablen zusammengelegt. Dreiviertel der rund 150 griechischen Rentenkassen schreibt rote Zahlen – die der Journalisten gehört nicht dazu.

Deswegen befinden sich die Journalisten in Griechenland seit heute Morgen um fünf Uhr im Streik. Statt Nachrichten werden in Radio und Fernsehen Musik, Filme und Videoclips gesendet, berichtet der österreichische Standard. Auch im Internet gibt es demnach heute keine Nachrichten. In Folge des Streiks erscheinen am morgigen Donnerstag außerdem keine Zeitungen.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, demonstrieren hunderte Journalisten vor dem Parlament in Athen gegen die verordnete Zusammenlegung der Rentenkassen.

Seitdem das unpopuläre Gesetz im März dieses Jahres verabschiedet wurde, gibt es immer wieder Proteste in Griechenland. Nahezu jeder Berufszweig sei dieses Jahr bereits in den Ausstand getreten, um gegen die Verletzung der Arbeitnehmerrechte zu protestieren, berichtet die International Herald Tribune. Die Journalisten hatten schon am 19. März gestreikt und waren damit einem Aufruf großer Gewerkschaften gefolgt.

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