Titelseiten:
Steinmeier, Beck, Müntefering
Schwierige Entscheidung am Kiosk: Am ersten Tag nach den Personalentscheidungen in der SPD machen Zeitungen ganz unterschiedlich auf – allerdings wenig überraschend.
Bei der Frankfurter Allgemeinen geht es, wie zu erwarten, sehr staatsmännisch zu. Der Außenminister wird Kanzlerkandidat, der Parteivorsitzende tritt zurück, so und nicht anders muss die trockene Nachricht lauten:
“Steinmeier Kanzlerkandidat – Beck tritt zurück”
Weniger staubtrocken das Aufmacherfoto: Steinmeier in Macher-Pose, nur steht niemand hinter ihm. Kaum zu glauben, dass die FAZ noch vor gut einem Jahr dachte, auf farbvolle Fotos auf der Titelseite verzichten zu können. Bei der Süddeutschen steht Beck unscharf im Abseites, die Schlagzeile heißt:
“Beck gibt auf – Müntefering wird wieder SPD-Chef”
Das tönt beinahe schon dramatisch, jedenfalls nicht so überkorrekt wie die Frankfurter Kollegen. Der Hoffnungsträger der SPD schaut müde, abgekämpft und düster, sein Gesicht aschfahl. Wer heute die SZ in die Hand nimmt, möchte den Genossen warme Decken umlegen und ihnen einen Tee reichen.
“Münte is Beck”
So kalauert man bei der taz in Berlin – garniert mit einem Scherenschnitt Münteferings am Mobiltelefon. Seht her, der Mann im Hintergrund zieht die Strippen. Nichtmal auf dem Treffen gestern dabei, doch Mann der Stunde. Nur wem simst der designierte Parteivorsitzende?
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5 Kommentare zu diesem Artikel
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Peter Hogenkamp
Tippe angesichts der Länge und Rundung auf das 6310i.
matze
man kann ja von der taz halten, was man will. aber titelseiten, das können sie. ohne frage.
vaterlandslose Gesellen
Die Nacht der Langen Messer war Anfang vom Ende der National-Sozialisten.
Der Tag der kurzen Messer wird Ende von Anfang der Sozialdemokraten sein.
Etienne Rheindahlen
Mal spekuliert, wem und was Münte simst: “Gerd, geht weiter” ?
Mara
Ich bin ja schon einige Jahre nicht mehr in Deutschland, aber gabe es diese Art von Coup-Stimmung nicht auch schon damals als Lafontaine Parteivorsitzender wurde?