“The Dark Knight”:
Böser Batman, mächtiger Film
Ein düsterer, bitterer Actionfilm voller tragischer und kaputter Charaktere sorgt für volle Kinos: “The Dark Knight”, der achte Batman-Auftritt, bricht schon jetzt Zuschauerrekorde.
Batman foltert, bricht Gesetze, verletzt Bürgerrechte, übt Selbstjustiz und belügt die Öffentlichkeit – und zum Schluss des Films fragt ein kleiner unschuldiger Junge, was der Held denn falsch gemacht habe. Nichts und alles, das ist die Botschaft des Films: Batman hat sich schuldig gemacht, um die Bürger von Gotham City zu retten.
Damit ist “The Dark Knight” ein äußerst politischer Film. Zuviel sei vor dem Deutschlandstart des Films am 21. August nicht verraten – nicht zu viele Details, kein Blick auf die komplexen Charaktere mit ihren tragischen Konflikten. Keine Würdigung von Schauspielern und Machern des Films, das überlassen wir den richtigen Rezensionen. Nur soviel: Es gibt zwar Actionfilme mit mehr “Wumms”, aber kaum einen, der düsterer, dichter und packender ist. Aber hier geht es um etwas anderes, denn in diesem Film verschwimmt nicht einfach die Grenze zwischen “gut” und “böse” …
Nach den Pressevorführungen der vergangenen Tage, zu denen auch zahlreiche Batman-Fans geladen waren, beginnt nun hierzulande der Hype um den Film, mit dem – so lauten die Erfolgsmeldungen aus den USA – bisher erfolgreichsten Kinostart überhaupt. Nach zwei Tagen 100 Millionen Dollar Einnahmen in den USA, nach zehn Tagen schon 300 Millionen.
Saubere Action, schmutzige Weste
Batman ist längst nicht nur ein ansprechender Actionfilm, sondern ein kulturelles Phänomen. Die Anspielungen fangen schon mit dem Filmplakat an: Es sieht aus wie das brennende World Trade Center. Der Held, der sich jenseits der Gesetze bewegen muss, um die Menschen zu schützen – wie könnte man die Parallele zur amerikanischen Regierung im Kampf gegen den Terrorismus übersehen? Deutlich auch die Rolle des Jokers als Verkörperung des Terrors: Batmans Gegenspieler verbreitet Angst, er agiert willkürlich und planlos.
Der Film liefert eine Entschuldigung: Im Kampf gegen den Terror müssen vielleicht Gesetze gebrochen werden – aber es ist für die gute Sache. Foltern für die Freiheit, Jack Bauer, Held der TV-Serie “24″, und Batman sehen das ähnlich pragmatisch. Es ist ja nur eine Ausnahme. Genau wie Batman muss auch die Regierung der USA Gesetze brechen, um die Menschen zu schützen.
Es ist ein undankbarer Job, für den die Regierung oder Batman angegriffen wird, sogar von den eigenen Leuten. Aber dieser Job muss getan werden: Kriege in Afgahnistan und Irak, Überwachungsgesetze.
Ein Film mit fragwürdiger Haltung
Dieser Film erzählt ebenso vom Selbstverständnis der US-Regierung: Die USA sind auch Beschützer des Paradieses Europa, das keine Killerkommandos und Gefangenenlager duldet (oder zumindest den Anspruch aufrecht erhält), das nicht willens ist, den Kampf gegen den Terror mit aller Konsequenz zu führen.
Nun ist es nicht so, dass Batman diese Entscheidung leichtfertig trifft. Vielmehr zeigt der Film einen verzweifelten, abwägenden Batman, der schließlich in trauriger Gewissheit zur Tat schreitet, um später unverstanden verdammt zu werden. Aber er tut das richtige! Er ist der Held! Nur der dunkle Ritter kann das Chaos besiegen und die Katastrophe abwenden.
Genau so wissen die USA um ihre Verantwortung: Sie haben die Mittel, sie sind Batman, der “Dark Knight”, ausgestattet mit überlegener Technik und überlegenen Waffen. Sie müssen den Kampf aufnehmen, sich dabei schuldig machen und dafür büßen.
Ob vom Publikum bewusst oder unbewusst wahrgenommen, transportiert dieser mächtige Film eine politische Haltung, die man weder liberal noch demokratisch nennen kann.
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2 Kommentare zu diesem Artikel
1 Trackback
- medienlese.com im Juli: Da war doch was … » medienlese.com
(6. August 2008 17:09)
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tim
hey hallo! die Usa geht in ein land und tötet unschuldige mensch von wegen der terror ist die usa nur weil 2 türmchen gesprengt werden wahrscheinlich noch von ihnen selbst damit sie mehr öl kassieren!!!!
rog
der film zeigt was wir alle wissen: gut und böse ist nicht absolut sondern eine frage des standpunktes.