6 vor 9

Ronnie Grob, 23. Juni 2008 um 8.54 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Oh nein!
(blog.tagesschau.de, Thomas Hinrichs)
Thomas Hinrichs, zweiter Chefredakteur von ARD-aktuell, versucht zu erklären, wie es zur falschen Deutschlandflagge kommen konnte: “Unsere Grafik hatte mehrere Versionen der Hintergrundillustration angelegt. Die werden individuell gestaltet, weil die Maschine neu ist und das Archiv noch nicht zur Verfügung steht. Bei einer der Versionen haben die Kollegen sich auf der Maschine verdrückt. Diese wurde allerdings als Grundlage genommen, weil die Elemente gut waren. Die richtige Variante wurde dann drüber gelegt. Entweder wurde dann falsch abgespeichert oder die falsche Flagge hat sich wieder über die korrekte geschoben, das klären wir noch.”

Schimpfen, schreien, schießen
(finanzen.net/eurams)
“Im amerikanischen Fernsehen geht es beim Thema Geld hart zur Sache. Bei Börsenthemen drehen die TV-Gurus mitunter ziemlich durch.”

Hauptberuflich schlechte Laune
(medienpiraten.tv, Peer Schader)
“Fernsehen ist Geschmackssache, ich weiß. Aber manchmal macht mir die schlechte Laune der Medienjournalisten schlechte Laune.”

Das Ende von Rainald Goetz
(blogs.taz.de/lottmann)
Joachim Lottmann besucht die Verabschiedungsparty von Rainald Götz’ Blog Klage: “‘Es ehrt mich, daß Du heute gekommen bist, Lojo.’ Ich erwiderte ohne zu zögern, es sei außerordentlich schade, daß der Blog ‘Klage‘ zusammengebrochen sei. Es würde nun etwas fehlen, daß für manche existentiell wichtig und unersetzbar gewesen sei. Goetz antwortete leise, es sei jetzt umso dringlicher, daß ich nicht auch aufgebe.”

Olympia: SRG zieht sich bei Zensur zurück
(sonntagonline.ch, Patrik Müller)
“An der EM wurden den Fernsehzuschauern heikle Bilder aus den Stadien vorenthalten. Laut SRG-Generaldirektor Armin Walpen ist diese Zensur harmlos im Vergleich zu dem, was an den Olympischen Spielen in China geschehen könnte. Sogar ein Boykott ist denkbar.”

Project Xanadu, reloaded
(telepolis.de, Burkhard Schröder)
“Was ist und zu welchem Ende betreiben wir Online-Journalismus? Wie setzt man Links, warum und wohin?”

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

medienlese - der Wochenrückblick

Ronnie Grob, 22. Juni 2008 um 20.02 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Verzögerter Jubel, falsche Flagge, Spiegel mit Korrekturen.

Die leicht unterschiedlichen Übertragungszeiten der Euro 2008-Spiele brachten einiges durcheinander: “Scheiss Zattoo: Die Nachbarn kreischen bevor ich das Tor sehe”, twitterte beispielsweise Raul. Dr. Gonzo hingegen fand heraus, dass Türken in der Schweiz statt SF das leicht verzögerte Signal von ARD oder ZDF verfolgen. Er spielte mit dem Gedanken, unter Ausnützung seines Wissensvorsprungs “beim nächsten verwandelten Penalty der Türken aus dem Fenster zu rufen und die nachbarschaftlichen Fans vorzeitig aus der schrecklichen Anspannung zu erlösen”.
» weiterlesen

Euro 2008:
“Wenn das die Chinesen täten”

Ronnie Grob, 22. Juni 2008 um 13.10 Uhr, 14 Kommentare Kommentare

Nur ausgewählte Bilder bekommen Zuschauer von der Euro 2008 zu sehen. Journalisten meiden das Thema, fürchten um ihre VIP-Karten. In Sachen Zensur kritisiert man lieber China.

Euro-2008-Krawalle (Bild Keystone/Alessandro Della Bella)Das doch eher als provinziell angesehene St. Galler Tagblatt spricht aus, wie viele Journalisten die nicht gezeigten Bildern von der Fussball-EM 2008 wahrnehmen. Das lesenswerte Werk heisst Sport und Medien: Ein Anpfiff:

Eigentlich müsste ein Aufschrei durch die Medienlandschaft gehen, ja, durch ganz Europa. Denn die journalistische Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel. Doch es sind nur einige wenige Stimmen, die auf Anfrage Stellung nehmen (…). Wieso aber sollte man reagieren? Nun, ersetzen Sie doch mal die Euro durch Olympia und «Uefa» durch «chinesische Regierung»: «Wer die Olympia-Wettkämpfe am Fernsehen verfolgt, sieht nicht alles: Die Bilderauswahl trifft die chinesische Regierung als Veranstalter gleich selber – und achtet darauf, dass keine ihr unliebsamen Szenen in die guten Stuben flimmern.»

Doch es geht kaum ein Aufschrei durch die Medienlandschaft. Und Marlis Prinzing, Verfasserin des Anpfiffs, weiss auch wieso:

» weiterlesen

“The Big Picture”:
Bilder im XXL-Format

Ole Reißmann, 21. Juni 2008 um 19.44 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Ein technischer Entwickler startet als Hobby-Projekt neben seiner eigentlichen Arbeit beim Boston Globe ein Fotoblog – und feiert damit überraschend großen Erfolg.

The Big PictureGeht das nicht auch größer? Statt pixeliger Bildchen zeigt Alan Taylor auf seinem Blog “The Big Picture” nach Themen ausgewählte Fotos im Riesenformat. Als Programmierer beim Boston Globe sitzt er direkt an der Quelle und kann aus dem ständigen Strom der Bildagenturen auswählen. Seit dem Start Anfang des Monats ist die Seite schnell zum Liebling vieler Journalisten und Blogger geworden. Denn die Bilder werden endlich in wirkungsvoller Größe gezeigt. Satte 990 Pixel sind die Bilder breit – bedeutend mehr, als auf Nachrichtenportalen sonst üblich. In einem Interview berichtet Alan Taylor, wie er beim Boston Globe vom Programmierer zum Hobby-Herausgeber eines Fotoblogs wurde:

» weiterlesen

Disselhoffs Durchblick:
Das einfache Fernsehen

Felix Disselhoff, 21. Juni 2008 um 10.05 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Platon und Mistgabeln: Endlich versuchen sich mit Gülcan Kamps und Collien Fernandes zwei “Stars” aus dem heimischen Fernsehen als Bäuerinnen. Das und mehr in unserem Fernseh-Check.

Gülcan Kamps und Collien Fernandes (Bilder [M] Keystone/Miguel Villagran und Volker Wiciok)Wie oft hört man den Spruch “Das hat`s alles schon mal gegeben!”?  In Ordnung: Die Fußball-EM ausgenommen. Vor allem, wenn die deutsche Elf so gut wie gegen Portugal spielt. Aber was kriegt der arbeitende Durchschnittsbürger sonst zu sehen? Die Öffentlich-Rechtlichen schnulzen mit “Verbotene Liebe” und “Marienhof” seit Anbeginn meiner Kindheit. Selbst “Forsthaus Falkenau” hat im Zweiten überlebt. In der Episode vom Freitag fand Weichspülförster Hardy Krüger jr. dieses Mal im Küblacher Forst Fress- und Verbissschäden. Zwei Hirsche stehen zum Abschuss frei. Tragik, Drama, kaum auszuhalten!

» weiterlesen

Herbert Kremp:
Verschwörung, Verschwörung!

Klaus Jarchow, 20. Juni 2008 um 11.02 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Fiese Kommunisten bedrohen unseren Rechtsstaat! Kein Zitat aus der aktuellen Spiegel-Geschichtsstunde, sondern die längst überholte Meinung ewig kalter Krieger.

Oskar Lafontaine (Bild Keystone/Fritz Reiss)Einem alten Zirkuspony, heißt es, bringt man keine neuen Tricks mehr bei. So ähnlich ist es auch mit dem ehemaligen Welt-Chef und Springer-Intimus Herbert Kremp, dessen Artikel zum 17. Juni ein schönes Beispiel dafür bildet, wie unangemessen die Weltsicht des Kalten Kriegers in Zeiten der neuen Weltordnung geworden ist.

Herbert Kremp, Jahrgang 1928, kam über die Rheinische Post zu Springer, wo er als Welt-Chef höchste Weihen genoss. Noch immer ist er ein meinungsfreudiger Schreiber, der weiß, wie sich Worte zu Sätzen fügen, der auch zu recht etliche Journalistenpreise erhielt, dessen Argumente aber zunehmend hohl tönen, wie eine Stimme aus einer anderen Welt. So teilt er die politische Landschaft noch immer in böse Sozialisten und gute Demokraten. Das wiederum klingt im Hier und Jetzt, wo wir eher entlang von Djihad, von Klimafolgen oder wahlweise auch Neoliberalismus die Differenzen ziehen, ein wenig nach ‘Historismus‘. Das gilt auch für jenen großen Artikel, den Herbert Kremp in der Berliner Morgenpost aus Anlass des 17. Juni schrieb. Sein Thema: Die Lafontaine’sche Weltverschwörung, die uns am Horizonte mit neu-alter Ungemach sozialistisch dräut:

» weiterlesen

6 vor 9

Ronnie Grob, 20. Juni 2008 um 8.54 Uhr, 16 Kommentare Kommentare

Ein seltsames Freiheitsverständnis
(nzz.ch, Heribert Seifert)
“Das Wochenblatt ‘Junge Freiheit‘ erregt in Deutschland immer wieder Kritik. Die oft überrissene Aufregung zeigt die engen Grenzen für eine national-konservative Publizistik im Nachbarland.”

Online-”Journalismus”
(vierzudrei.xwsnet.de)
Sexmythen über Männer“, eine Bildergalerie von rp-online.de, zeigt ein Wildschwein im Schnee zusammen mit der Bildunterschrift “Manchmal wollen auch Frauen einfach nur Sex”.

Die Anti-Aging-Creme hat versagt
(spiegel.de, Christian Buß)
“Busenblatt, Qualitätsillustrierte, Männermagazin und Frauenzeitschrift: Die ‘Neue Revue’ hatte in den 62 Jahren ihres Bestehens viele Gesichter. Zum faltenfreien People-Heft ließ sich das ältliche Blatt aber nicht mehr umoperieren - im Juli erscheint die letzte Ausgabe.”

“Yes we can!” auf pfälzisch
(sueddeutsche.de, Ben Schwan)
“Kurt Beck ist nicht Barack Obama. Diese leicht erkennbare Tatsache gilt nicht nur in Sachen Popularität in Partei und Bevölkerung, sondern auch im Internet.”

Blog von Regierung geschlossen
(gulli.com)
“Wenn jemand unbequem wird, beziehungsweise der Regierung das, was man von sich gibt, nicht gefällt, dann muss man dies offenbar aus dem Weg räumen. In einer Zeit, in der besonders darauf geachtet wird was die Leute im Netz schreiben, so muss man in Italien mit seinen Formulierungen sehr vorsichtig sein. In Italien wurde kürzlich der Blog eines Journalisten ohne jegliche Vorwarnung geschlossen.”

Flaggen zeigen
(freitag.de, Mark Terkessidis)
“Was bedeutet ‘Nation’, wenn in allen Nationalmannschaften Brasilianer spielen?”

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

Jens Schröder im Interview:
“Ich bin ein Zahlenjunkie”

Ole Reißmann, 19. Juni 2008 um 11.57 Uhr, 13 Kommentare Kommentare

Bin ich denn schon drin? Die deutschen Blogcharts sind umstritten, geliebt, gefürchtet. Jens Schröder im Interview über Mogelversuche, Zukunftspläne und Klickzahlen.

Jens SchröderWenn Journalisten etwas über Blogs schreiben, landen sie bei ihren Recherchen ziemlich schnell bei den deutschen Blogcharts. Eine immer aktuelle Liste der 100 Blogs, die am meisten verlinkt werden. Ganz vorne: Die wichtigsten und größten deutschsprachigen Blogs. 14 Fragen an Jens Schröder, den Macher der mächtigen Liste, den Graf Zahl der deutschen Blogosphäre. Aus den automatisch erfassten Daten der amerikanischen Blog-Suchmaschine Technorati, die mehr oder weniger vollständig sind, erstellt er die Blogcharts.

Wie gut sind die Technorati-Daten noch?

Ich würde sagen, die Qualität schwankt. Gerade in den beiden letzten Wochen gab es dort wohl ziemlich große technische Probleme. Insgesamt findet Technorati nach meinen Erfahrungen aber immer noch deutlich mehr Links als Konkurrenten wie Google Blog Search.

Haben Agenturen oder Blogger Dir schon Geld angeboten?

» weiterlesen

6 vor 9

Ronnie Grob, 19. Juni 2008 um 8.54 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Der Fall Stefan Aust
(cicero.de, Erich Wiedemann)
Nach den Dementis (siehe 6 vor 9 von gestern) nun das Interview mit dem ehemaligen Spiegel-Chefredakteur. Stefan Aust: “Wie Leute, mit denen ich gut zusammengearbeitet hatte, von heute auf morgen illoyal wurden, wie sie sich anderen vor die Füße warfen oder wie sie sich duckten, um in Demut einen neuen Machthaber zu erwarten. Das ist schon eine interessante Erfahrung.”

10 Gründe, warum das Magazin nicht ?Neger? heißen kann
(blog.dummy-magazin.de, Oliver Gehrs)
Oliver Gehrs hat “keine Lust auf weitere Hass-Mails” und nennt das nächste Dummy doch nicht “Neger”.

Mit Thomas Bernhard auf NZZ-Rallye
(umblaetterer.de, Maruccio)
Thomas Bernhard reist im offenen Wagen 350 Kilometer quer durch Bayern und Österreich, um eine Neue Zürcher Zeitung zu bekommen. Er kriegt aber keine.

Nazi-Hymne am Schweizer Fernsehen
(blick.ch, Lukas Rüttimann)
“Da verschlugs nicht nur den Gehörlosen die Sprache: Beim Match Deutschland – Österreich auf SF?2 lief die Nazi-Hymne!”

“Heute bin ich zufrieden, wenn die meinen Namen richtig schreiben”
(persoenlich.com, David Vonplon)
“In Deutschland ist Franz Josef Wagner mit seiner Kolumne ‘Post von Wagner’ in der ‘Bild’-Zeitung längst Kult. Die direkte Ansprache wählt auch Helmut-Maria Glogger, Altmeister der Regenbogenpresse, in seiner neuen, täglichen Kolumne ‘Mail an…’ im ‘Blick am Abend’. Ob es ihm gelingt, hierzulande einen ähnlichen Status zu erlangen, wie seinem deutschen Kollegen?”

Ein dummer Patzer
(medienschelte.at, Daniel)
Österreich ist sich ziemlich unsicher, ob das Tor von Michael Ballack haltbar war oder nicht: “Sah schlecht aus” einerseits, “da gab es rein gar nichts zu halten” andererseits.

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

YouTube:
Viraler Hit für 300.000 Euro

Ole Reißmann, 19. Juni 2008 um 7.33 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Unternehmen verpacken Werbebotschaften in lustige Videoclips – aber damit aus einem YouTube-Video ein viraler Hit wird, müssen spezialisierte Agenturen ordentlich nachhelfen.

Täglich werden Zehntausende neue Videos auf YouTube hochgeladen. Mit etwas Geld lässt sich beeinflussen, wie viele Nutzer sich einen Clips ansehen. Ein Service, den Unternehmen für ihre mehr oder weniger lustigen Werbevideos gerne in Anspruch nehmen. Der YouTube-Beauftrage von Sueddeutsche.de, Christian Kortmann, erklärt, wie ein Internet-Video zum Renner wird. Der Inhalt des Clips ist dabei nebensächlich. Kostenpunkt: 30 Cent pro Abruf des Videos, für eine Millionen Abrufe gibt es Rabatt, macht 300.000 Euro. Und das funktioniert so:

» weiterlesen

 
slug blogoscoop