Beni Thurnheer:
Die Technik des Sportreporters

Ronnie Grob, 26. Juni 2008 um 16.28 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Bernard Thurnheer, Sportreporter des Schweizer Fernsehens, kommentiert die Spiele der Euro2008 mit Hilfe von handgeschriebenen Infokarten und einem Panini-Sammelalbum. Vor zwei Jahren gewann er eine Wette, weil er es schaffte, den Begriff “Handarbeitslehrer” in seine Moderation einfliessen zu lassen.

Besonders schnell sind wir für einmal nicht. Gezeigt wurde die Arbeitsmethodik des schweizer Fussball-Nationalreporters Bernard Thurnheer nämlich bereits während dem Countdown zum Euro2008-Eröffnungsspiel am 07.06.2008. Dennoch ist es interessant, zu sehen, wie sich der Reporter auf die Spiele vorbereitet (sf.tv, Video, Dialekt, 5:38 Minuten).

Ganze Stapel mit handbeschriebenen Infokarten warten darauf, zum Einsatz zu kommen, wenn geklärt werden muss, ob der Ersatztorhüter der Tschechen tatsächlich schon 1998 auf der Ersatzbank sass. Andere Banken, sagen wir, via Laptop zugängliche “Datenbanken”, sind offenbar kein taugliches Hilfsmittel.
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Ronnie Grob, 26. Juni 2008 um 8.54 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Rätselraten im Internet
(werbewoche.ch, Christian Lüscher und Oliver Reichenstein)
“Das Internet ist den Werbeagenturen fremd. Das zeigt eine Analyse ihrer Web-Auftritte. Fazit: enttäuschend.”

Klasse, nicht Klicks
(zeit.de, Josef Joffe)
“Die Zeitung muss Standards wahren, um im Netz zu überleben.”

Sarkozy sorgt für lange Werbepausen
(ftd.de, Lutz Meier)
“Ab Januar kommen die Franzosen nach den Plänen ihres Präsidenten in den Genuss großer werbefreier TV-Programme - zunächst ab 20 Uhr. Dafür zahlen müssen Mobiltelefonierer und Internetkunden, deren Anbieter mit höheren Steuern belastet werden.”

Das angekündigte Tor
(faz.net, Daniel Meuren)
“Rethy wirkte deshalb von der siebzigsten Minute an zunächst einmal wie ein Mann mit prophetischen Gaben, der Abspiele deutscher Spieler schon im Voraus erahnen kann. Das machte uns vor den Fernsehapparaten zunächst stutzig, hatte man doch diese Kunst von dem Kommentator bislang nicht gekannt. Als Rethy dann aber Kloses Vollstreckerqualitäten beim Tor zum 2:1 vorhersah, ehe die dazugehörige Flanke den Fuß von Lahm verlassen hatte, wurden wir misstrauisch.”

Das Blogger der Woche Interview
(lgblog.de, Christoph)
Heute mit Peter von Blogwerk: “Es wird jedenfalls nicht passieren, was Journalisten denken, dass nämlich ‘Blogs als Thema durch sind’ (Markus Wiegand, Chefredakteur Schweizer Journalist) und daher wieder verschwinden werden. Im Gegenteil, wir werden alle - oder zumindest die meisten von uns - immer mehr online publizieren; ob das dann noch ‘Blog’ heisst oder nicht, ist egal.”

“Herzschmerz und Herrschaftswissen”
(neues-deutschland.de, Jan Freitag)
“Arztserien sind weiterhin die beliebtesten Fernsehsendungen – neben Krimis und Fußball.”

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

Journalistenpreise:
Gewinne, Gewinne, Gewinne

Ole Reißmann, 25. Juni 2008 um 16.43 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Achtung, Einsendeschluss: Ein neues Internetportal listet Preise für Journalisten auf. Vom “Goldenen Igel” bis hin zu mehreren Tausend Euro für Berichte rund um Plastikgeld.

Bild Keystone/Walter BieriSeien wir ehrlich: In den einschlägigen Journalistenzeitschriften bleiben wir schonmal im Service-Teil an den Ausschreibungen der diversen Preise hängen, um die man sich als Journalist bewerben kann. Was es da nicht alles gibt! Neben renommierten Auszeichnungen wie dem Nannen-Preis gibt es viele Preise mit speziellem Zuschnitt. Die Auswahl ist reichlich – schon allein wegen den Anstrengungen diverser Interessengruppen. Eine in der Öffentlichkeit agierende Lobbygruppe muss einfach die Presse mit einem Preis beglücken. Sie wäre schön doof, täten sie es nicht:

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Hulu in Europa:
Ländersperre wirkungslos

Felix Disselhoff, 25. Juni 2008 um 11.53 Uhr, 5 Kommentare Kommentare

Videos in hoher Auflösung, Musik für jeden Geschmack – aber eigentlich nur für US-Bürger. Nur wer zufällig einen Proxy benutzt, kann doch zuschauen.

hulu

So war das Internet mal gedacht: Dezentral, global und uneingeschränkt nutzbar. Doch immer wieder sind interessante Webinhalte amerikanischen Usern vorbehalten. Wenn es um Filme und Fernsehsendungen geht, geben sich die Urheber zugeknöpft und geben ihre Lizenzen nur für bestimmte Länder her. Die Anderen müssen draußen bleiben. Anhand der IP-Adresse wird geprüft, von wo die Besucher auf die Inhalte zugreifen wollen.

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Ronnie Grob, 25. Juni 2008 um 8.54 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Alhurra Paid Former White House Aides, Washington Journalists
(propublica.org, Dafna Linzer und Paul Kiel)
Alhurra, the U.S. government-funded Arabic news channel, paid former Bush and Clinton administration officials, lobbyists and high-profile Washington journalists tens of thousands of dollars in U.S. taxpayer money to appear on the network as commentators, according to interviews and a review of company records.”

Sachsensumpf war nur ein Tümpel
(taz.de, Michael Bartsch)
“Deutsche Medien haben Leipziger Geschichtchen zwischen Rotlichtmilieu, Immobilienbranche und Justiz aufgebauscht. Selbstkritik liegt ihnen dennoch fern.”

Die Welt als Halle und Vorstellung
(jetzt.sueddeutsche.de, Philipp Mattheis)
Sebastian Sooth erklärt das Hallenprojekt: “Das ist ein Zusammenschluss von Menschen, die einerseits keine Lust haben, immer im selben Großraumbüro oder nur in der eigenen Wohnung zu arbeiten. (…) Viele Selbständige haben einfach keine Lust, den ganzen Tag alleine zu sein. Das Problem von Freischaffenden ist ja oft, dass die Grenze zwischen Freizeit und Arbeit verschwimmt.”

Dopende Russen? Kein Gas für die SZ!
(spreeblick.com, Malte Welding)
Die Süddeutsche Zeitung spekuliert darüber, ob die russische Mannschaft an der Euro 08 gedopt ist. Belegt werden die Vermutungen aber (noch) nicht.

Elektronische Presse findet doch statt
(perlentaucher.de, Robin Meyer-Lucht)
Robin Meyer-Lucht wundert sich, wie ungenau Journalisten “einen enttäuschenden Rundfunkstaatsvertrag” aufgenommen haben: “Hier zeigt sich am konkreten Beispiel, wie absurd die öffentliche Meinungsbildung in der Nachrichtengesellschaft zum Teil abläuft: Spitzenpolitiker nehmen es mit der Erläuterung der Arbeitsentwürfe der Referentenebene nicht so genau und Journalisten verkünden lieber, was Politiker sagen anstatt zusätzlich auch die Gesetzesentwürfe zu prüfen. Das Ergebnis ist ein beachtliches Zerrbild.”

Oliver und die Zauberer
(faz.net, Andrea Hünniger)
“Gehirn aus, Augen auf: ‘Kalkofes Mattscheibe‘ ist wieder da. Drei Jahre wähnte sich das Fernsehen vor der Mediensatire sicher. Dabei muss sich vor Oliver Kalkofe kaum jemand fürchten, denn der sucht sich nur leichte Gegner.”

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
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Weblogs auf Onlineportalen:
Sie können es immer noch nicht

Ronnie Grob, 24. Juni 2008 um 17.30 Uhr, 7 Kommentare Kommentare

Der Kurier hat ein Medienblog – nur wird es nicht wahrgenommen. Keine Links nach aussen, keine Diskussion mit dem Publikum, nicht per RSS zu abonnieren, kein vernünftiges Archiv.

Das Kurier-Weblog «Webweiser» - ganz schön ist es ja ...
Das Kurier-Weblog «Webweiser» - ganz schön ist es ja …

Manchmal reicht es, eine Website eine Minute anzusehen. Und schon weiss man, warum man bisher nie auf sie gestossen ist, warum sie kaum Erfolg hat und warum sie, Änderungen vorbehalten, niemals Erfolg haben wird. Das Medienblog Webweiser Weblog der österreichischen Tageszeitung Kurier ist so ein Fall.

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Rekorder im Netz:
Fernsehaufnahmen gratis

Felix Disselhoff, 24. Juni 2008 um 11.35 Uhr, 6 Kommentare Kommentare

Keine Lust, den Spielfilm am Wochenende zu verpassen? Aber keine Zeit und ein Festplattenrecorder ist zu teuer? Online-Video-Rekorder locken mit Angeboten. Doch es geht auch kostenlos.

Sie heißen Save.tv, Shift.tv und haben den DVD- oder Festplattenrecorder im heimischen Wohnzimmer abgelöst. Einziges Manko: Zeitversetztes Fernsehen ist noch nicht möglich. Die geplanten Aufnahmen müssen erst auf den PC runtergeladen werden. Die Plattform onlinetvrecorder.com bietet den Service sogar kostenlos an. Es ist nur eine Registrierung erforderlich.

Das Senderangebot beläuft sich auf 47 Sender. Neben den Hauptsendern sind auch die öffentlich-rechtlichen Spartensender, wie z.B. DZF Doku, aber auch die ausländischen Sender TRT, CNBC und BBC World gelistet.

Aufnahmen programmieren

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Ronnie Grob, 24. Juni 2008 um 8.54 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Eine Bestandsaufnahme journalistischer Arbeitsweise im digitalen Zeitalter
(heise.de/ct)
“Journalisten verlassen sich bei der Recherche laut einer Studie der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) immer häufiger auf Online-Angebote anderer Medien sowie Suchmaschinen, was mehr Raum für Beeinflussungen eröffne und die Qualität des Journalismus senke.”

Ernüchternd - Das miese Image von Journalisten
(ndr.de, Video, 9:17 Minuten)
“Journalisten haben einen schlechten Ruf: Zu dreist, zu unmoralisch, zu wenig Distanz und zuviel PR in der Berichterstattung. In Meinungsumfragen ist das Prestige von Presseleuten vergleichbar mit dem von Politikern und Gewerkschaftern: Am unteren Ende der Skala.”

Wo das Mikrofon hängt
(sueddeutsche.de, Kurt Kister)
“Kurt Beck glaubt, er werde von Journalisten gemobbt. Warum der SPD-Chef und die Medien einfach nicht zueinanderfinden.”

“Die öffentlich-rechtlichen Sender müssten sich jeden Tag entschuldigen”
(boennigheimerzeitung.de, Cornelia Wystrichowski)
Oliver Kalkofe im Interview: “Warum tauschen RTL und ZDF konturlose Harmonie-Moderations-Roboter wie Marco Schreyl und Markus Lanz? Das sind sprechende Luftblasen, wenn ich die auf der Straße sehe, weiß ich nicht: Hat der letzte Woche ‘Deutschland sucht den Superstar’ moderiert oder mir den Wagen gewaschen? Solche Leute, die gelernt haben, perfekt zu grinsen und dabei nicht hinzufallen, werden uns in immer mehr Sendungen vorgesetzt.”

Wie ist es eigentlich, als Blinde im Internet zu surfen?
(annabelle.ch, Christina Fasser)
“Lesen kann ich die Seiten im Netz mit Hilfe eines speziellen Computerprogramms für Sehbehinderte. Es heisst Jaws. Eine Frauenstimme liest mir die Inhalte vor. Leider kann das Programm nicht unterscheiden zwischen einem Artikel und einer Werbung. Wenn ich auf einer Werbung gelandet bin, springe ich mit einem Tastaturbefehl zum nächsten Inhalt. Um meine Zeit nicht zu vertrödeln, habe ich ein hohes Sprechtempo gewählt. Das bedeutet, dass die Stimme wie Mickey Mouse klingt. Dies zu verstehen, benötigt viel Übung.”

You should see the uncensored version!
(collegehumor.com, Video, 3:20 Minuten)
Spass mit Zensurbalken.

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Macht hoch die Daten, die Archive macht weit!

Felix Disselhoff, 23. Juni 2008 um 16.22 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Nun auch die Times: Zeitungsarchive werden über das Internet frei zugänglich gemacht. Nur bei Fernsehsendern mag die Netzöffnung noch nicht recht funktionieren.

Jack the Ripper: Die alten Dokumente gibt es nicht länger nur im Museum (Bild Keystone/Akira Suemori)Wurde auch langsam Zeit: Die britische Tageszeitung Times öffnet ihr Archiv und stellt alte Ausgaben von 1785 bis 1985 ins Netz. Der Dienst ist vorerst kostenlos, erfordert jedoch eine Registrierung. Auch die übrigen Ausgaben bis heute sollen in nächster Zeit veröffentlicht werden. Die Zeitungsseiten liegen im Originallayout vor.

Mit Hilfe einer Zeitleiste können historische Artikel angesteuert werden, die bedeutende historische Ereignisse aufgreifen. Wie zum Beispiel ein Text über “Jack, the Ripper” vom 1. Oktober 1888.
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Stuckrad-Barre auf dem Boulevard:
Benjamins Blümchen

Klaus Jarchow, 23. Juni 2008 um 11.29 Uhr, 14 Kommentare Kommentare

Endlich schreiben für die Springer-Presse: Benjamin von Stuckrad-Barre, Nannen-Preis gekührter Popliterat, wendet sich angeekelt von der taz ab und arbeitet lieber für B.Z. und Welt.

Symbolbild mit Elephant: Das ist nicht Stuckrad-Barre (Bild Keystone/Michael Sohn)Seit dem Beginn des Jahres leistet sich der Springer-Verlag einen leibhaftigen Großschriftsteller für die wachsenden medialen Hauptstadtansprüche: Den Ahnvater der deutschen Pop-Literatur, Benjamin von Stuckrad-Barre. Die Erwartungen sind beiderseits höchst hochgestimmt:

“DIE WELT freut sich außerordentlich, Benjamin von Stuckrad-Barre als Autor gewonnen zu haben. Er gehört zu einer ganz seltenen, vielleicht auch selten gewordenen Spezies: Er ist ein Flaneur im alten Sinne, doch ohne jede Blasiertheit. Ein Flaneur mit Sinn für die Sensationen des modernen Alltags. Er beobachtet genau, hat einen wunderbaren Sinn für die Aktualität des Entlegenen und die Geschichte hinter der Geschichte”, so Thomas Schmid, Chefredakteur DIE WELT.”

Ein ‘Flaneur im alten Sinne’, dieses Kulturzitat zielt für jeden halbwegs Kundigen natürlich auf Theodor Fontane, auf das Urbild des Flaneurs und Berliner Pflastertreters. So jemanden also hätten jetzt B.Z. und Welt gefunden? - Alle Achtung, bzw. Donnerwetter! Aber trotzdem, “man wandelt nicht ungestraft unter Palmen” (Fontane), unserem Benjamin stieg wohl der würzige Weihrauchduft zu Kopf, was ihm in Cicero zu einigen wüsten Ausfällen gegen ehemalige Arbeitgeber unnötigerweise nötigte:

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