Hulu in Europa:
Ländersperre wirkungslos

Felix Disselhoff, 25. Juni 2008 11:53 Uhr, 5 Kommentare Kommentare

Videos in hoher Auflösung, Musik für jeden Geschmack – aber eigentlich nur für US-Bürger. Nur wer zufällig einen Proxy benutzt, kann doch zuschauen.

hulu

So war das Internet mal gedacht: Dezentral, global und uneingeschränkt nutzbar. Doch immer wieder sind interessante Webinhalte amerikanischen Usern vorbehalten. Wenn es um Filme und Fernsehsendungen geht, geben sich die Urheber zugeknöpft und geben ihre Lizenzen nur für bestimmte Länder her. Die Anderen müssen draußen bleiben. Anhand der IP-Adresse wird geprüft, von wo die Besucher auf die Inhalte zugreifen wollen.

Viele beliebte Websites blocken IP-Adressen, die nicht aus den USA stammen. Prominente Beispiele: Hulu, Pandora oder abc.com. Kinostreifen, Serien und Musik stehen kostenlos als Stream in hoher Qualität bereit – nur nicht für jeden.

Wer einen Proxy benutzt, wird US-Bürger

Wenn sich der eigene Computer mit einem anderen Server, wie beispielsweise dem von Hulu verbindet, erhält dieser Informationen über die IP-Adresse. Aus der lässt sich ablesen, woher der Nutzer kommt.

Wer zufällig mit dem Programm “Hotspot Shield” im Internet surft, um im Internet-Café oder öffentlichem W-Lan seine Daten zu verschlüsseln, bekommt eine amerikanische IP-Adresse und kann plötzlich auch Inhalte sehen, die eigentlich nicht für ihn bestimmt sind.

Denn der “Hotspot Shield” lenkt den Internetverkehr über die eigenen Server um, ein so genannter Proxy-Server. Und der steht in den USA. Von außen sieht es also so aus, als käme der Nutzer aus den USA – nicht aus dem alten Europa.

Die IP-Sperre ist damit kaum ein wirksamer Content-Schutz. Während sich die einen ärgern, weil sie nicht in den Genuss von tollen Inhalten kommen, klicken die anderen einfach rein. Dass die Inhalte nicht für sie bestimmt sind, bekommen sie überhaupt nicht mit.

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5 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Lite

    schrieb am 25. Juni 2008 um 12:59 Uhr (#)

    Gut zu wissen.
    Aber bitte das Trafficlimit beachten:
    “3GB of free bandwidth is offered within a rolling 30 day window. Additional bandwidth may be purchased thereafter. See Terms and Conditions for complete program information.”
    Kennst du vielleicht noch ne Alternative zu HS, Felix?

  2. Felix

    schrieb am 25. Juni 2008 um 16:37 Uhr (#)

    @lite: die alternativen liefern zu wenig bandbreite. hs registriert die geräte im netzwerk wohl über die mac-adresse. es gibt programme, mit denen man die mac-adresse ändern kann. ob dadurch der timer wieder zurückgesetzt wird, kann ich dir nicht sagen.

  3. Dominik

    schrieb am 25. Juni 2008 um 19:41 Uhr (#)

    hab damit bis jetzt auch gute Erfahrungen gemacht. Ab und zu kann es aber vorkommen, dass der Dienst streikt (vielleicht lag das an dieser 30GB Limite, war mir bisher nicht bewusst). Einen besseren Proxy Server hab ich bis jetzt nicht gefunden.

  4. Andreas

    schrieb am 18. August 2008 um 08:11 Uhr (#)

    Aber Vorsicht mit Passwörtern jeglicher Art, die über so einen Proxy übertragen werden, denn am Ende der Kette erscheinen diese unverschlüsselt!!!

    Und das ist dann auch schon der große Nachteil von Hotspot Shield:

    Man kann diesen Dienst nicht auf eine einzelne Webseite konfigurieren. Es wird immer ALLES, was man mit aktiviertem HS im Internet macht, über diesen Proxy geleitet!

  5. Stefan

    schrieb am 18. August 2008 um 10:31 Uhr (#)

    In Wirklichkeit haben die Betreiber dieser Seiten auch kein Interesse daran, ihren Inhalt wirksam zu schützen. Hauptsache, die Lizenzgeber sind mit den Schutzmechanismen zufrieden. Von einem Anwalt habe ich auch schon gehört, dass einer seiner Klienten seine Seite mit einem “Ja, ich bin aus Deutschland” Link “schützen” musste. Etwa so wirkungsvoll wie ein “Ja, ich bin 18″ auf den vielen Seiten die das Internet groß gemacht haben ;)


1 Trackback

  1. Internet-Fernsehen: Hulu kappt die Kanäle » medienlese.com
    (19. Februar 2009 19:13)

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