6 vor 9

Ronnie Grob, 19. Juni 2008 08:54 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Der Fall Stefan Aust
(cicero.de, Erich Wiedemann)
Nach den Dementis (siehe 6 vor 9 von gestern) nun das Interview mit dem ehemaligen Spiegel-Chefredakteur. Stefan Aust: “Wie Leute, mit denen ich gut zusammengearbeitet hatte, von heute auf morgen illoyal wurden, wie sie sich anderen vor die Füße warfen oder wie sie sich duckten, um in Demut einen neuen Machthaber zu erwarten. Das ist schon eine interessante Erfahrung.”

10 Gründe, warum das Magazin nicht ?Neger? heißen kann
(blog.dummy-magazin.de, Oliver Gehrs)
Oliver Gehrs hat “keine Lust auf weitere Hass-Mails” und nennt das nächste Dummy doch nicht “Neger”.

Mit Thomas Bernhard auf NZZ-Rallye
(umblaetterer.de, Maruccio)
Thomas Bernhard reist im offenen Wagen 350 Kilometer quer durch Bayern und Österreich, um eine Neue Zürcher Zeitung zu bekommen. Er kriegt aber keine.

Nazi-Hymne am Schweizer Fernsehen
(blick.ch, Lukas Rüttimann)
“Da verschlugs nicht nur den Gehörlosen die Sprache: Beim Match Deutschland – Österreich auf SF?2 lief die Nazi-Hymne!”

“Heute bin ich zufrieden, wenn die meinen Namen richtig schreiben”
(persoenlich.com, David Vonplon)
“In Deutschland ist Franz Josef Wagner mit seiner Kolumne ‘Post von Wagner’ in der ‘Bild’-Zeitung längst Kult. Die direkte Ansprache wählt auch Helmut-Maria Glogger, Altmeister der Regenbogenpresse, in seiner neuen, täglichen Kolumne ‘Mail an…’ im ‘Blick am Abend’. Ob es ihm gelingt, hierzulande einen ähnlichen Status zu erlangen, wie seinem deutschen Kollegen?”

Ein dummer Patzer
(medienschelte.at, Daniel)
Österreich ist sich ziemlich unsicher, ob das Tor von Michael Ballack haltbar war oder nicht: “Sah schlecht aus” einerseits, “da gab es rein gar nichts zu halten” andererseits.

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

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3 Kommentare zu diesem Artikel

  1. arbiter

    schrieb am 19. Juni 2008 um 11:06 Uhr (#)

    He, ist das in Cicero wirklich ein Interview mit Stefan Aust? Keine präzise Frage. Keine dezidierte Antwort. Rumgeseiere über Stimmungen, Vermutungen, angereichert mit angedachten Brosamen, die sich hier und da von Facts abkrümeln lassen. Mit so einem `Interview´des neudeutschen Qualitätsjournalismus erreicht Erich Wiedemann nicht in 13 Jahren eine betriebliche Altersversorgung von 4 Millionen Euro! Und Stefan Aust? Viel Erfolg als Landwirt!

  2. jean-claude

    schrieb am 19. Juni 2008 um 14:17 Uhr (#)

    Ich finde den “Cicero”-Text sehr gut. Gibt einen interessanten Einblick in Interna der “Galere”. Ein paar von einem Ex-Spiegel-Chef zu erwartende Grobheiten sind auch dabei (über einen hochgelobte Ex-Rechercheur des Hauses oder über Austs zweiten Stellvertreter etc.). Hat man so noch nicht gelesen.

    Liest man den Text ganz, erfährt man auch, wie er zustande kam (ein zweieinhalbstündiges Gespräch, unterbrochen durch fünf Telefonarufe).

    Gut ist auch die Kombination mit dem Interview mit Jacob Augstein. Das dürfte ausführlicher sein, ist aber durchaus knackig. Hier geht’s immerhin um ein Unternehmen mit dem Marktwert von einer Milliarde (allein für die Marke). Angesichts dessen, wird da doch erstaunlich offen geredet.

    Allerdings: Warum Aust unter diesen Umständen gehen musste, wenn man jetzt auch den Geschäftsführer rauskegelt, der das Impeachment von Aust offenbar organisiert hat, wird nicht restlos klar.

    Jedenfalls steht Aust nach dieser Auseinandersetzung nicht unsympathisch da. Die Auflage über eine Million gehalten zu haben, ist eine sehr beachtliche Leistung.

    Und Cicero liefert hier durchaus ein Stück Qualitätsjournalismus.

  3. arbiter

    schrieb am 19. Juni 2008 um 15:21 Uhr (#)

    Journalistensicht und Leserwahrnehmung sind wohl doch zwei Stiefel. Von einem Interview erwarte ich -siehe Zahlen-Befragung des Zahlenmeisters in medienlese.com heute- konkrete Fragen und den Versuch des Befragten zu konkreten Antworten. Kaffeesatzlesen ist unterhaltsam. Doch dem an speziell diesem Interview `interessierten´ Leser erschließt sich hier absolut nichts Neues. Zudem ist es doch wohl so, daß eine Nichtverlängerung eines befristeten Vertrages ganz und gar nicht an ein Impeachment heranreicht. Und dann wäre da noch die konkrete Frage, warum ein solch juristisch einwandfreier Vorgang von Aust erst einmal vors Arbeitsgericht gezerrt werden und in einem außergerichtlichen Vergleich enden darf. Letztlich verdankte Aust seinen Job genau jener KG-Konstruktion, die er jetzt verteufelt. Da ist schon mehr dran als nur ABM für Rechtsverdreher. Und wo die Befragung in Herabwürdigung von Kollegen -z.B. H.Leyendecker- endet, ohne daß der Interviewer insistiert, schwinden meine Sympathien für beide, für Aust und den Befragungsonkel. Interessant wäre zum Beispiel, welche “Nebentätigkeitsklausel” über die ohnehin betriebene `Landwirtschaft´ hinaus so ein Chefredakteursvertrag noch gestattet. Aber wie gesagt, ich bin nur Leser! Der Knopfdruck auf Wiki liefert zum Thema Aust mit mehr. Präzision


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