6 vor 9

Ronnie Grob, 18. Juni 2008 08:54 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

“Wer hat uns verraten?”
(ftd.de, Matthias Lambrecht)
“Ex-’Spiegel’-Chef Aust spekuliert im Magazin ‘Cicero’ über den Grund seiner Absetzung. Dass die SPD ihn gestürzt hat, sei aber nur ein Gerücht.”

“Zapp”, die neue Nebelkerze der ARD
(achgut.com, Wolfgang Röhl)
“‘Zapp’ ist ein so genanntes Medienmagazin, das bislang im dritten TV-Programm des NDR lief. Der ARD gefällt es so gut, dass sie jetzt drei Ausgaben ins sonntägliche Hauptprogramm hob; offenbar, um die dauerhafte Beförderung ins Erste vorzubereiten. Kein Wunder, denn ‘Zapp’ erfüllt alle Forderungen, die an ein politisches ARD-Magazin gestellt werden: extreme Einäugigkeit, ausgetüftelte Vernebelungstaktik, streng parteiliche Auswahl der Interviewpartner, sorgfältig redigierte Halbwahrheiten?”

“Recherche ist ein Stiefkind der Medien geworden”
(jungewelt.de, Peter Wolter)
Der Vorsitzende der Journalistenvereinigung “netzwerk recherche“, Thomas Leif, im Interview: “Alle ernsthaften Studien besagen, daß es im deutschen Journalismus im wesentlichen um die Bestätigungs- oder Überprüfungsrecherche geht. Das heißt, es werden bestimmte Quellen – etwa in den Meldungen der Nachrichtenagenturen – nur noch einmal überprüft, meistens per Suchmaschine.”

Warum Journalisten meist schlecht gelaunt sind
(blog.nz-online.de/vipraum)
“Franken + Journalist = Mumpfligkeit im Quadrat. Ich weiß, wovon ich rede, denn ich bin fränkischer Journalist.”

“Vor der Bugwelle” - Interview mit Peter Hogenkamp
(blog.kooptech.de, Christiane Schulzki-Haddouti)
Peter Hogenkamp im Interview: “Wir brauchen vielleicht nicht mal einen fundamental anderen Ansatz, aber es ist doch ein Unterschied, ob jemand eine Analyse von Göldi zehn Minuten lang liest, die aber nur als eine Page Impression gewertet wird, oder ob er die gleiche Impression bei der ‘Süddeutschen’ mit den 100 besten Biersorten oder mit Dekolleté-Raten auslöst.”

The Romenesko Empire
(portfolio.com, Howell Raines)
“How the first media gossip site inadvertently ushered in the era of fact-free journalism.”

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

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4 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Klaus Jarchow

    schrieb am 18. Juni 2008 um 10:57 Uhr (#)

    Beim ‘Netzwerk Recherche’ und einer ‘Pomp Duck’ an seiner Spitze wäre, wenn wir dem Kollegen Knüwer trauen dürfen, ein wenig Recherche auch durchaus erkenntnisfördernd.

  2. arbiter

    schrieb am 18. Juni 2008 um 12:33 Uhr (#)

    Ist er nicht lieb, der Aust Stefan?! Nein, er hat das nicht so gesagt, daß ihn die SPD abgesägt habe. Nur laut darüber sinniert habe er. Und in seiner Wahrscheinlichkeitsrechnung mache solche Spekulation durchaus Sinn. Man sagt ja nichts, man redet nur so sinnfrei vor sich hin.

    Schön, daß man im Blog viel subjektiver sein, auch das Ich schreiben darf. Also `ich´ habe den Aust-Schwenk 2005 zu CDU/Merkel, so er denn einer war, als Verrat empfunden. Nicht an Schröder. Am Leser! Gewöhnt an eine gewisse vordergründige Linkslastigkeit des Magazins, die sich im Inhalt entgegen den vielen Headlines nicht verifizieren ließ, war für mich “rechts kehrt, Marsch” der Verrat. Die Antwort: Kündigung … des Abo. Den Schwenk vom nicht und nie ideologiefreien Magazin hin zum factfree Spekulationsjournalismus, der sich in der Ära Aust vollzog, wollte `ich´ als Leser nicht mitvollziehen. Ist es zu hoch angesetzt, die Blatteigner könnten Überlegungen zu Stefan Aust angestellt haben, die sich nicht im Cicero-Interview nachlesen lassen? Und dann zieht die Karawane weiter.

  3. Ingo

    schrieb am 18. Juni 2008 um 15:41 Uhr (#)

    Ach gut, liebe Achsel des Zuckens - ZAPP eine Nebelkerze?
    http://www.youtube.com/watch?v=NVxQyWgTrKo>Urteilen Sie selbst.

  4. arbiter

    schrieb am 18. Juni 2008 um 22:07 Uhr (#)

    @ INGO: Wer zuckt da noch? Der Kalkulationsfehler in den Verlagen, mit Werbung anstatt mit Inhalt Geld verdienen zu wollen, killt das Impressum `unabhängig, überparteilich´ abhängig vom Wohlverhalten. Geht aber doch ca. 1 Jahrhundert schon so. Der Schreibknecht, genannt Journalist, der das nicht beim Einschalten der Tastatur weiß, hat seinen Beruf verfehlt.


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