6 vor 9
Schwächen im Bildaufbau
(faz.net, Peter Körte)
“‘Tactical Cam’, ‘Ingoal Cam’, Hubschrauber über den Arenen: Mit einem beispiellosen technischen Aufwand versucht das Fernsehen, jeden Zentimeter der Europameisterschaft abzubilden. Trotz Bildersturms aus allen Lagen kommt es jedoch oft den entscheidenden Schritt zu spät.”
«Sie sehen selber» oder wozu Kommentatoren?
(tagesanzeiger.ch, Dario Venutti)
“Die Fussball-Kommentatoren im Schweizer Fernsehen haben sich von Experten entmündigen lassen und beschränken ihre Aufgabe darauf, Emotionen zu managen. Eine Kritik.”
Warum Jürgen Klopp der beste Kritiker ist
(welt.de, Peter Stützer)
“Fußballtrainer Jürgen Klopp hat gerade einen sehr guten Lauf. Dank seiner Natürlichkeit, Authentizität und seiner fundierten Kritiken überzeugt er als Kommentator bei der EM. Dank seiner unkomplizierten Art kommt er bei dem Publikum gut an. Das zeigen nun auch die Quoten beim ZDF.”
“Fotografie an sich ist mir egal”
(flaremag.de, Olivia Kühni und David Bauer)
World Press Photo Award-Gewinner Tim Hetherington im Interview: “Fotografie ist einfach. Man nimmt sich eine Kamera und zieht los.”
“Wir waren wie Kinder”
(tagesspiegel.de, Thomas Eckert und Joachim Huber)
Alt-68er Henryk M. Broder erzählt von früher. Wie es war bei den St. Pauli Nachrichten: “Unsere Arbeit bestand im Wesentlichen daraus, Geschichten ab- und umzuschreiben, die im Schweizer ‘Blick’ erschienen waren. Am liebsten Tiergeschichten, die wir ein bisschen aufhübschten. Außerdem habe ich das gemacht, was ich bis heute am liebsten mache: über mich selbst schreiben. Mein Chef war Stefan Aust, auch damals schon ein guter Blattmacher, begabt und autoritär.”
Ringier, de Weck und Zensur
(readyourlips.blogspot.com)
“Lips” fragt sich, warum auffällige Äusserlichkeiten von Verlegern und Journalisten nie Thema sind in den Medien.
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.
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2 Kommentare zu diesem Artikel
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Ronald Roggen
Die Interpretation von Dario Venutti finde ich höchst anregend. Allerdings würde ich die Bedeutung der Experten tiefer ansiedeln. Der Zuschauer in der Kneipe will Amüsement, Spannung und Spass, auch unzensurierte Fackel-Bilder. Zuviel Informationen unterbrechen “sein” Fussballfest, und dem Fernsehen liegen naturgemäss die Emotionen besser als vertiefte Information. Aussagen über “Virtuosität” kann das Publikum im Nachhinein sowieso nur schwer nachvollziehen, das Fernsehen ist ja ein flüchtiges Medium.
arbiter
Fußball, Experten und die Abseitsregel, die der vielbestaunte Jürgen Klopp erst nach dem Spiel Italien versus Niederlande kennengelernt hat. War Netzer eigentlich im `Bilde´? Herzlich willkommen bei der Fußballeuropameisterschaft 2008! Studiotauglich ist das allemal.
Na ja, u.a. hat Fußball geholfen, den hiesigen Hausstand fernsehfrei zu stürmen. Gab schon immer im TV kommentierte Fußballspiele. Gelegentlich rieb man sich verwundert die Augen, weil Bildsprache und Sprachbilder unterschiedliche Beobachtungsstandards transportierten. Aus gelegentlich wurde nicht immer, aber immer öfter der Versuch, ARD/ZDF-Fußballübertragungen
vom österreichischen Hörfunk kommentieren zu lassen. Wozu zahlte man schließlich Rundfunkgebühren? War auch ganz interessant, zumindest, solange Rundfunkreporter den Job erledigten, Ex-Balltreter noch nicht zu Experten mutiert waren. Na und dann kam die Unterhaltung zwischen Reporter und Experte über die Unterhaltung Fußball und der Stecker kam groß … raus. 90 Minuten Fußballgucken zzgl. Verlängerung und Elfmeterschießen werden heute so zerredet, daß das Gelaber über dem Entertainment Fußball zu stehen scheint, Experten das Seherlebnis berichtigen. Wie überall kosten auch hier Experten Geld, auch die ÖR. Fußballmilllionäre über Gebühren nachfinanzieren? Danke nein, Herr Netzer/Herr Klopp/Herr Polster/Frau Prinz!