vfg-Nachwuchsförderpreis:
Lachen verboten

Ole Reißmann, 6. Mai 2008 um 13.36 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Zum 12. Mal wird vergibt der Schweizer Fotografenverband vfg seinen Nachwuchsförderpreis. Zehn Bilderserien sind in der Endrunde – wir zeigen aus jeder ein Bild.

12. vfg Nachwuchsförderpreis: Bild von Vlado AlonsoOh je, Tristesse! Mahnende Leere, gähnende Landschaft und brutale Langeweile. In den kalten Szenen ist kaum ein Mensch zu sehen – wenn doch, dann nur mit leerem Gesichtsausdruck. 2008 gibt es nicht viel zu lachen, so scheint es. Die Farben sind bleich, frostig und dunkel. Wenn dann doch einmal etwas kräftigere Töne zu sehen sind, dann muss es gleich rohes Fleisch oder zermatschtes Obst sein, Eine große Abwesenheit von Wärme zieht sich durch die Bilder, ganz so, als wäre der 11. September gerade gestern gewesen. Aus 184 Einsendungen wurden ausgerechnet diese traurigen Fotos ausgewählt. Unsere Bildergalerie öffnet sich nach einem Klick auf die Übersicht:

» weiterlesen

6 vor 9

Ole Reißmann, 6. Mai 2008 um 8.54 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

München hui, Hamburg pfui
(Newsroom)
Das Landgericht Hamburg hat geurteilt, dass Redaktionen und Journalisten für falsche Behauptungen in O-Tönen haften – während das Oberlandesgericht München in einem anderen Urteil die Verbreiterhaftung eingeschränkt hatte.

EU will Bürgermedien stärken
(golem.de, Robert A. Gehring)
“Der Kulturausschuss des EU-Parlaments bereitet einen Bericht über Maßnahmen zur Unterstützung alternativer Medien in Europa vor, um ‘eine pluralistische Medienumwelt und kulturelle Vielfalt zu garantieren’. Vorgeschlagen werden unter anderem Fördermaßnahmen für ‘Community-Medien’.”

Nichts mehr übrig von Niels Ruf
(Jungle World, Julia Bernstein)
“… schlechte Gags und noch langweiligere Gäste. Bereits nach der ersten Minute war einem klar, dass über allem die Aura des Gescheiterten lag.”

Mr. BoingBoing im Interview
(Debug, Sascha Kösch)
Cory Doctorow ist “Tausendsassa, Medienaktivist und Autor in hornbebrillter Personalunion” und einer der Köpfe hinter BoinBoing.net, dem Präsentierteller des ausgemachten Wahnsinns und aller erdenklicher Internet-Kuriositäten.

Weg mit dem Mantel
(media-ocean.de, Steffen Büffel)
Fünf Thesen: Lokalzeitungen sollen auf den überregionalen Mantel verzichten, “magazinig” und crossmedial daherkommen, ein kleineres Papierformat wählen, weniger machen und dafür guten Journalismus bringen und sich ins Internet wagen.

“Kitsch, Kot und Kommerz”
(NZZ Folio, Veronika Schöne)
Kurioses aus der Kunstwelt: Die kitschigsten Landschaften, der dreisteste Fälscher, die perfideste Zerstörung, der letzte Skandal …

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

Medienblogcharts 4/08:
Bloggerland scheint ausgebrannt

Ole Reißmann, 5. Mai 2008 um 12.28 Uhr, 20 Kommentare Kommentare

Auf diversen Medienblogs gab es im April kaum etwas zu sehen. Doch Links halten etwas länger – weshalb auch das seit einem Jahr verwaiste Blog Dienstraum immer noch in den Charts steht.

Update: Das Dummy-Blog fehlte und Technorati liefert für das Zeitschriftenblog keine Ergebnisse mehr. Das tut uns leid – die Fehler sind jetzt berichtigt. Wir haben außedem netzwertig.com, die Fortsetzung von medienkonvergenz.com, von der Liste gestrichen, weil das Thema nicht mehr hierher passt.

Nur langsam verschwinden die verlassenen Blogs aus den Linklisten und damit aus unseren Blogcharts. Auf über zehn der am besten verlinkten deutschprachigen Medienblogs war mindestens im April kaum Blogbetrieb. Viele liegen schon länger brach:

  • Immerhin noch auf drei Posts im April kommt der Netzjournalist
  • Auf Digitaler Film sollte es im April wieder richtig losgehen, dann gab es doch nur zwei Beiträge
  • Das hochgeschätzte und sehr verehrte Zeitschriftenblog kommt nur auf 1,5 Beiträge im April
  • Mario Sixtus gibt sich ganz “maulfaul” und hat im April “einen einzigen Link auf den Tisch” geknallt
  • Auf Medienrauschen gab es im April nicht einen Beitrag

» weiterlesen

6 vor 9

Ole Reißmann, 5. Mai 2008 um 8.54 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Falsch und gefährlich
(Das Magazin, Reto E. Wild)
“In welcher Art das Gros der Schweizer Medien über Israel informiert und bewusst oder unbewusst wesentliche Fakten vorenthält, hat sich in den letzten Monaten besonders bei der Berichterstattung über den Gazastreifen gezeigt.”

Gegen den Wellness-Feminismus
(faz.net, dpa)
In Büchern wie “Neue deutsche Mädchen” und “Wir Alphamädchen” wird nur ein Wellness-Feminismus propagiert, ätzte Schwarzer bei der Entgegennahme des Ludwig-Börne-Preises in Frankfurt. Dabei sei Zwangspostitution weiter “ganz und gar ungeil”. Laudator Harald Schmidt war ganz bei ihr: “Zeig mir wo die Girlies sind!”

Hinsehen gegen Nazis
Die Zeit hat die Seite “Netz gegen Nazis” gestartet: “Hier finden Sie alles, was Sie über Rechtsextremismus wissen müssen, täglich mehrmals aktualisiert von unserer Redaktion. Helfen Sie, die zwölf wichtigsten Fragen im Umgang mit Neonazis zu beantworten. Und diskutieren Sie mit anderen Nutzern über Ihre Erfahrungen.” Mit täglicher Presseschau.

Große Erwartungen an Krimiserie KDD
(dwdl.de, Uwe Mantel)
“Aufatmen beim ZDF wie auch bei Kritikern: Die mehrfach preisgekrönte, in Staffel 1 aber eher schwach gelaufene Serie ‘KDD’ startete solide in die neuen Folgen.” Im Fernsehlexikon gibt’s die Langfassung eines Werkstattgesprächs mit KDD-Autor Orkun Ertener von Stefan Niggemeier.

Gott weint jetzt
(Spiegel Online, Antonie Rietzschel)
“16.000 Jugendliche aus evangelikalen Gemeinden und Freikirchen in Deutschland treffen sich von Mittwoch bis Sonntag in Bremen. Sie besuchen Musikfestivals, Seminare, Workshops und Gottesdienste. Es könnte eine große Party für junge fromme Leute sein, aber das ‘Christival’ will mehr - und genau darum ist es so umstritten.”

Willkommen in der Blogosphäre
(Gawker.com, Pareene)
“Atlantic contributor Jeffrey Goldberg started his very first blog this week, with a charmingly naive post mostly about how he knows nothing about blogging … Lord fucking save us.”

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

medienlese - der Wochenrückblick

Ronnie Grob, 4. Mai 2008 um 22.10 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Mehr Ausrufezeichen, Ringier loves Tamedia, 8-Jähriger abgemahnt.

Studierende der International School of Management (ISM) liessen 500 Blogtexte gegen 500 journalistische Kommentare antreten: “Im Rahmen der Studie wertete das Team Blogs aus, die im Ranking der Deutschen Blogcharts von Oktober 2007 Spitzenplätze belegten. Verglichen wurden sie mit Kommentaren aus zehn deutschsprachigen Leitmedien.” Festgestellt wurde, dass sich in Blogtexten mehr englische Begriffe und mehr Ausrufezeichen finden. Auch das Wort “ich” ist überproportional vertreten. Fazit: “Die Unterschiede in der sprachlichen Gestaltung sind fundamental.”
» weiterlesen

Fall Amstetten:
Ohne Gewissen, ohne Moral

Markus Kirchsteiger, 3. Mai 2008 um 15.49 Uhr, 13 Kommentare Kommentare

Der Inzest-Fall im niederösterreichischen Amstetten ist ein gefundenes Fressen für Medien aus der ganzen Welt. Gewissenlose Journalisten und eine sensationsgeile Öffentlichkeit stehen kurz davor, das zweite Leben der Opfer zu vernichten.

Titelseiten am 28. April
Bildstrecke: Presserummel in Amstetten (Bild Keystone)

Was für eine Story! Ein gefundenes Fressen für die Medien. Journalisten und Fernsehteams aus Australien, Japan und Amerika reisen nach Niederösterreich und machen das bis dato unbekannte Amstetten zum Nabel der Welt.

» weiterlesen

Welttag der Pressefreiheit:
Kein Grund zum Feiern

Felix Disselhoff, 3. Mai 2008 um 11.08 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Zum Internationalen Tag der Pressefreiheit warnt die Organisation Reporter ohne Grenzen vor den 39 schlimmsten Feinden der freien Berichterstattung.

Reporter ohne Grenzen
Bilder: Aktion von Reporter ohne Grenzen in Berlin

Journalisten mögen Zahlen. Sie sind präzise, direkt nachprüfbar. Sie lügen nicht. Die Zahlen für 2008 sind jetzt schon verheerend. 63 Online-Dissidenten, sieben Medienassistenten und 160 Journalisten wurden weltweit inhaftiert. Neun Journalisten wurden getötet.

Der älteste Inhaftierte ist der 78-jährige Journalist und Aktivist Win Tin. Er ist seit 18 Jahren in Birma hinter Gittern, unter anderem wegen “kommunistischer Überzeugungen”. Weltweit am längsten inhaftiert ist der Libyer Abdullah Ali Al-Sanussi Al-Darrat – er wurde bereits 1973 eingesperrt. Auf die regelmäßigen Anfragen von ROG zu seinem Schicksal hat die libysche Regierung bisher nicht reagiert.

» weiterlesen

IPTV kostenlos:
Fernsehen ohne Schwarm

Felix Disselhoff, 2. Mai 2008 um 15.56 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Zweiter Teil unseres Fernseh-Überlicks: Nach den vielen Reaktionen auf unseren P2P-Post schauen wir uns heute nach kostenlosem IPTV am heimischen Rechner um.

Kostenloses IPTVIPTV kennt und nutzt schon fast jeder: Handyvideos über UMTS, Filmbestellungen über Video-on-Demand oder beim Daddeln mit der Spielekonsole. Die Deutsche TV-Plattform definierte bei der Gründungssitzung ihrer ?Arbeitsgruppe IPTV? im Herbst 2007, das ?so genannte IPTV? als ?eine neue Verbreitungsform auf der Basis des ?Internet Protocol? (IP)?. Doch welche kostenlosen Projekte können mit Onlinevideotheken wie Maxxdome oder Videoload mithalten?

» weiterlesen

6 vor 9

Ronnie Grob, 2. Mai 2008 um 8.54 Uhr, 5 Kommentare Kommentare

Revoluzzer aus dem Netz
(zeit.de, Video, 7:55 Minuten)
Jeff Jarvis (buzzmachine.com) erzählt im Videointerview, wie er 2001 den Schockwellenreiter las und verlinkte. Er glaubt nicht daran, dass man Angst vor Verlust der Privatsphäre haben muss (wie es die ältere Generation hat), sondern daran, dass im Internet etwas zurück kommt, wenn man etwas preis gibt.

Jugenderinnerungen der neuen Rentner
(nzz.ch, ras.)
Rainer Stadler ermüden die Erinnerungen der Medien an die 68er: “Wer bereits mehrere solcher Jubiläen durchgemacht hat, mag sie ermüdend finden. Vor allem dann, wenn diese gleichsam rituell abgehandelt, wenn keine neuen Perspektiven eröffnet werden. Ein Blickwechsel scheint auch im vierzigsten Jahr danach kaum möglich. Das Erzählmuster Memoiren herrscht vor. Im Mittelpunkt stehen wieder die damaligen Akteure, die milde auf ihre wilden Jugendjahre zurückblicken.” Mich ebenfalls: “Die Schildkröte Alter holt jeden - auch den rollenden Stein von 1968” (blog.ronniegrob.com).

Der Schönwettermacher
(weltwoche.ch, Daniele Muscionico)
“An der Spitze des Tages-Anzeigers steht ein Mann, der sich früher ‘Che’ nannte. Anfangs gab niemand Peter Hartmeier eine Chance, heute ist er akzeptiert, was in dieser Redaktion etwas heissen will. Sein Optimismus hat ihm viel geholfen.”

Paparazzi in Bäumen vor Psychiatrie
(taz.de, Ralf Leonhard)
“Amstetten wird seit dem Inzestfall von Reportern belagert. Einige versuchten, sich als Ärzte in das Krankenhaus einzuschleichen, um an Fotos zu kommen.” Dazu: Hyänen am Horrorhaus (zeit.de, Nina Horaczek)

Interview mit Staatsminister Bernd Neumann (exklusiv)
(medienhandbuch.de)
Bernd Neumann: “Die von Ihnen zitierten Untersuchungen zeigen lediglich, dass die Printnutzung junger Leserinnen und Leser ebenso stetig wie deutlich zurückgeht. Sie belegen aber nicht, dass die Zeitungen und Zeitschriften ihre Funktion als politische Leitmedien verloren haben.”

“Infiltration von Meinung”
(faz.net, Michael Hanfeld)
“Es gibt Stücke im Fernsehen, denen schadet ein später Sendezeitpunkt gar nicht. Für den Film ‘Quoten, Klicks & Kohle‘ von Thomas Leif, den das Erste Mittwochabend um kurz nach halb zwölf zeigte, gilt das ganz besonders. Denn nach einem solch peinlichen Stück der Selbstbeweihräucherung und einem solchen Ausmaß manipulativer Techniken muss man lange suchen.”

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

 
slug blogoscoop