RBB:
Sparen am falschen Ende
Von Ole Reißmann am 22. Mai 2008 um 10:18 Uhr Kommentare (19)
Kategorien: Allgemein
Bar jeder Vernunft: Ausgerechnet Radio Multikulti und die Sendung “Polylux” fallen dem Sparkurs des RBB zum Opfer. Ein Kommentar.
Braucht Berlin sieben öffentlich-rechtliche Radiosender? Das ist die falsche Frage. Viel mehr sollte sich der RBB und letztlich die Politik überlegen, ob die Öffentlich-rechtlichen mit ihren Ressourcen mit Privatradios um die kaufkräftigen Zielgruppen konkurrieren sollte. Also ob sie den Massengeschmack, der von den Privaten abgedeckt wird, in allen Segmenten bedienen sollte. Oder ob die gebührenfinanzierten Sender nicht lieber jene Nischen und Ränder bedienen müsste, den die Privaten aus ökonomischen Gesichtspunkten gar nicht bedienen können:
Fremdsprachige Sendungen, Informationen aus den lokalen Communities, ein musikalisch vielseitiges Programm – das Menschen gezielt einschalten, um “ihre” Sendung zu hören. Kein Pop-Einheitsbrei zur Hintergrundbeschallung. Genau das war Radio Multikulti.
Abgeschafft, kein Geld mehr, Ende des Jahres ist Schluss.
Zur Absetzung von “Polylux” wird jetzt eine Sabotage herausgekramt (Spiegel Online, FAZ) um anhand des Recherche-Fehlers zu zeigen, dass dieses Format ohnehin nicht länger gebraucht wird. Obwohl der Medienfake genau so gut in jeder anderen Sendung, auch im gebührenfinanzierten Fernsehen, möglich gewesen wäre. Nun ist es aber so, dass auf ein jüngeres Publikum ausgerichtete Sendungen mit journalistischem Anspruch im öffentlich-rechtlichen Programm nicht gerade großzügig gesät sind.
Eine Sendung mit journalistischem Anspruch für die ARD weniger. Dafür gibt es den Clown-Komiker-Entertainer Kurt Krömer, der mindestens so lustig ist wie sein Name. Das passt auch bedeutend besser zur Zielgruppe.
Die Gesellschaft wird ohnehin älter, die Zuschauer wird es kaum stören.
Was für mutige Entscheidungen!
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19 Kommentare
“Polylux” einen “journalistischen Anspruch” zu unterstellen, halte ich für mindestens gewagt.
Und reicht es bei einem Magazin, das es seit über zehn Jahren gibt, dass es junge Zuschauer erreichen will? Ein echter Grund, “Polylux” zu erhalten, wäre es doch, wenn dies ihm auch gelänge. Die “Polylux”-Sendungen in diesem Jahr hatten einen durchschnittlichen Marktanteil von 6,9 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen. Das ist noch weniger, als das Erste insgesamt in diesem Jahr erreicht hat (7,1 Prozent), “Musikantendampfer” und “Wort zum Sonntag” inklusive.
stefan niggemeier
schrieb am 22. Mai 2008, 12:40 Uhr (Permalink zum Kommentar)(Die 7,1 Prozent beziehen sich ebenfalls auf die Altersgruppe 14 bis 49.)
Nick Lüthi
schrieb am 22. Mai 2008, 14:40 Uhr (Permalink zum Kommentar)Über den “journalistischen Anspruch” der Sendung kann man durchaus diskutieren - gute Unterhaltung bot Polylux aber alleweil. Und deshalb werde ich die Sendung - eine der wenigen, die ich noch am TV-Apparat geschaut habe – vermissen.
Medienknete
schrieb am 22. Mai 2008, 16:14 Uhr (Permalink zum Kommentar)Das einzige, was ich von Polylux wirklich vermissen werde, sind die Schlusskommentare von Manfred Dumke. Vielleicht kein typisches berliner Original, aber “Manne” war mit Sicherheit immer - naja - unkonventionell. Hab mich immer gefragt, wo die den wohl her haben.
Ben Krammer
schrieb am 22. Mai 2008, 19:45 Uhr (Permalink zum Kommentar)ob sie den Massengeschmack, der von den Privaten abgedeckt wird, in allen Segmenten bedienen sollte. Oder ob die gebührenfinanzierten Sender nicht lieber jene Nischen und Ränder bedienen müsste, den die Privaten aus ökonomischen Gesichtspunkten gar nicht bedienen können:
Diese Frage sollte sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk generell stellen. Meine Antwort darauf würde ohne Zweifel mit “ja” ausfallen. Grundversorgungsauftrag hin oder her, so muss die Auswahl der Inhalte doch nicht in Konkurrenz zur den Privaten erfolgen sondern sollte diese vielmehr ergänzen. Meiner Meinung nach würde dies dem Öffentlich-rechtlichen Rundfunk wieder zu mehr Profil verhelfen.
Ole Reißmann
schrieb am 22. Mai 2008, 21:19 Uhr (Permalink zum Kommentar)@Ben Krammer: Oh ja! Profil für die Öffentlich-rechtlichen, das wäre was.
@Stefan: Ich finde das Signal unglücklich – wir verabschieden uns von der Idee, für junge Leute was zu machen. Auch wenn die Quote nicht gigantisch ist. Auch Harald Schmidt lag im Ersten schon unter 7 Prozent bei diesen 14-49 Jahre “jungen” Zuschauern.
Und was “Polylux” im Web gemacht hat, finde ich auch nicht schlecht. Wie, wenn nicht so?
tentwelve
schrieb am 22. Mai 2008, 23:45 Uhr (Permalink zum Kommentar)Polylux soll wohl so wie es momentan aussieht im Netz in Form eines Blog weitergeführt werden.
digiradio
schrieb am 23. Mai 2008, 00:00 Uhr (Permalink zum Kommentar)Das Aus für Radio Multikulti ist in der Tat ein Armutszeugnis. Ausschlaggebend fuer das Aus war wohl der Quotendruck, dem sich leider auch die oeffentlich-rechtlichen Sender mehr denn je stellen muessen. Stimmt die Quote nicht, werden schnell mal wieder die GEZ-Gebuehren in Frage gestellt. Kein Platz mehr für Nischen- und Minderheiten-Programme. So ist das eben! Immerhin bleibt die Couleur noch etwas erhalten, da ja das “Funkhaus Europa” vom WDR die Frequenz uebernehmen kann.
Wolf-Dieter Roth
schrieb am 23. Mai 2008, 10:16 Uhr (Permalink zum Kommentar)Dabei wurden die dritten Radioprogramme einst als “Gastarbeiterwellen” eingeführt und erst später zu “Autofahrerwellen” umfunktioniert.
Naja, da kann Roger Schawinski sein Radio 1 in Zürich ja nun Radio Multikulti nennen, der Name ist nun frei… =;-/
Peter Kultzen
schrieb am 23. Mai 2008, 16:27 Uhr (Permalink zum Kommentar)Herrn Klaus Wowereit / Regierender Bürgermeister von Berlin /- Senatskanzlei - / Kulturelle Angelegenheiten / Brunnenstrasse 188-190 / 10119 Berlin
Sehr geehrter Herr Wowereit,
wenn – zum Glück! – vom Land Berlin 10 Millionen Euro zusätzlich bereitgestellt werden können für die Staatsoper Unter den Linden, muss das erst recht möglich sein für einen weiteren Leuchtturm des Berliner Kulturlebens, sprich:
Wenn der RBB das Programm von Radio Multikulti nicht mehr aus eigenen Kräften finanzieren kann, muss auch in diesem Fall das Land Berlin einspringen. Oper wie Radio sorgen für „Minderheitenprogramme“, deren Wert gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.
be Berlin – be (Radio) Multikulti!
Mit freundlichen Grüßen,
Peter Kultzen
Übersetzer, Lektor und Dozent für Deutsch als Fremdsprache
Rönnestraße 21
14057 Berlin
arbiter
schrieb am 23. Mai 2008, 23:18 Uhr (Permalink zum Kommentar)@ WOLF-DIETER ROTH: Muß ich in meinem Sturm und Drang als Nordlicht auf Abflug nach Süden was verpaßt haben, dritte Rundfunkprogramme als `Gastarbeiterwelle´. Erinnere ich mich richtig, gab es in der NWDR-Senderkette als hanseatische Proporzbesonderheit Radio Bremen, ein damals frisches, junges, tagesaktuelles Programm in Durchaus Konkurrenz zu Radio Luxemburg mit Camillo Felgen und D.-T- Heck. Vor allem waren die Bremer beim Zeitgeschmack der Musik immer einen Zacken schneller/besser als Luxemburg. Dazu dann die `Geschäftsidee´der Verkehrsinformationen, um im Norden/Nordwesten Hörer von anderen Wellen zu interessieren. Der erste Sender, der dieses Konzept 1:1 übernahm, war der BR mit Bayern Drei. Mit Gastarbeitern hatten die Bremer nichts am Hut, die Bayern nur ein paar Alibifiguren der Gastronomie aus Italien und Jugoslawien. Erst nach etwa 5 Jahren und nur am Wochenende gönnten dann Bayern 3 den Gastarbeitern Samstags jeweils in Landessprache 15 Minuten für Italienern, Spaniern, Türken. Die `Dritten´ waren nach meiner Erinnerung erstmals ein Angebot der ÖR für eine bestimmte und bestimmt jüngere Alterszielgruppe, aber nicht und nie als Gastarbeiterprogramme konzipiert. Na ja, vielleicht ist auch mein Gedächtnis nur eine liebedienerische Muse?
Wolf-Dieter Roth
schrieb am 24. Mai 2008, 07:10 Uhr (Permalink zum Kommentar)@Arbiter: Die Gastarbeiterprogramme waren schon vor den Autofahrerwellen auf den dann später als dritte Programme eingeführten UKW-Sendern. Das waren nur wenige Sender, da war ich noch Kind, ich kann Dir deshalb nicht genau sagen, wie das organisiert war, es waren rein fremdsprachliche Sendungen, die unsereins nie gehört hätte, aber es war öffentlich-rechtlicher Rundfunk, denn etwas anderes gab es ja abgesehen von AFN oder BFBS damals nicht.
Und das Bayern 3 der Anfangszeiten kannste nicht mit Radio Bremen vergleichen. Bayern 3 war am Anfang ein Anti-Ö3-Sender, der teils dessen Frequenzen in München gezielt unhörbar machte und ständig verjazzte und verlatinote Musik brachte. Ich bin bis heute gegen Jazz und Latinozeugs allergisch, weil damalige Musikredakteure wie Joe Kienemann diesen Geschmack hatten. Nie ein Original, niemals Doors oder Pink Floyd oder auch nur Simon & Garfunkel, sondern immer diese komischen verjazzten Versionen, gniach, grausliges Zeug, angeblich beruhigend für die Autofahrer, ich würde dabei eher vor Wut an den Baum fahen. Ich dachte damals immer, der bayrische Rundfunk könne sich die richtigen Platten nicht leisten…die liefen nur auf dem “Zündfunk”, aber der ist mir in dem Alter entgangen, das waren ja immer nur ein paar Stunden am Tag…
Naja, jetzt wirds off topic. Aber es gibt schon eine vergessene Geschichte der “Multikulti”-Wellen. Damals waren sie wichtiger als heute, wo es ja TV-Satellitenempfang in Fremdsprachen gibt.
arbiter
schrieb am 24. Mai 2008, 11:15 Uhr (Permalink zum Kommentar)@ WOLF-DIETER ROTH: Nun ja, wir sprechen hier offensichtlich von zwei sehr unterschiedlichen Erinnerungsstandpunkten aus, meine ich doch das Dampfradio zu Anfang der 60er und lange vor Erfindung des Ö3. Henning Fenske z.B. bei Radio Bremen. Und B3 als Ö3-Gegenkandidat? Kalter Krieg schön und gut, aber nicht einmal unter Vöth war der BR so aufgestellt, ganz abgesehen von Jauch, Gottschalk, Kostja, Schier und Co., auch abgesehen davon, daß Ö3 erst gut 10 Jahre später über dem Taufbecken hing. Und die Senderreichweiten damals, Radio Free Europe mal außen vor, waren sowieso lausig, die Empfänger auch. Als Automobilist on Tour gen Norden kam das erste Funkloch nach München hinter Allershausen, am Kindinger Berg ging gar nichts mehr und vor Nürnberg-Feucht ging die manuelle Kurbelei schon wieder los. Womit also Ö3-Frequenzen überlagern? Dafür gabs aber ordentlich Pink Floyd, Yethrow Tull, Simon & Gurfunkel bis zum Abwinken auf die Ohren, besonders in der Gottschalk-Aera. Joe Kienemann war was für die Nachteulen, so ab 23:00h, Schlafende nicht wecken und Autofahrer mit beschwingter Musik einlullen. Aber da war B3 ja schon Methusalem und gönnte 1 Mal pro Woche immer Freitags mit der Schlagerparade den Grufties was. Selbst AFN, BBC, Radio Luxemburg waren für Reisende mangels Senderreichweite keine Alternative, vor allem beim 27 Mal verpflanzten Autoradio Marke Röhre, womöglich noch mit Adapter von 6 auf 12 Volt. Da ging jenseits des Main auf Mittelwelle immer noch Radio Hilversum, das unter jeder Brücke und bei Streckenpassagen durch dichte Baumbepflanzung auch im Funkschatten verschwand.RFE hatte zwar Power, aber die Funkkeule zeigte übern Eisenstore, und die vielsprachige Holzhammerpropaganda war absolut unlustig, das konnte kein Musikangebot toppen. Allerdings hätte ich schon damals keinem Musikredakteurfuzzi gestattet, meinen Musikgeschmack zu schulen.
Na ja, in meinem Alter verklärt Erinnerung vielleicht schon oder schafft doch nur für Alzheimer Platz. Unter diesem Gesichtspunkt wäre eine spezifische Auffrischung der Memories an `Multikulti´- Wellen vielleicht auch für mich empfehlenswert, klafft doch da trotz Bayern ein schwarzes Loch.
Wolf-Dieter Roth
schrieb am 24. Mai 2008, 11:33 Uhr (Permalink zum Kommentar)@Arbiter: Na da eiern jetzt die Jahrzehnte völlig durcheinander.
- Anfang der 60er: Da konnte ich noch nicht Radio hören, ob in Bremen oder anderswo, mangels Anwesenheit auf dieser Erde
- Jauch, Gottschalk: Das waren die 80er. Ich sprach vom Bayern 3 der 70er. Da war die Schlagerparade Freitag abend und das Schlagerkarussell 14 bis 15 Uhr das Höchste der Gefühle. Mit lauter zuvor auf ein Band überspielten Platten, damit ja keine Platte on air hängenbleibt. Deshalb hat Gottschalk dann später ja die Bude so aufmischen können.
- Ö3 war VOR B3 da. Und 99,0 die Frequenz, auf der es in München gehört wurde, bis B3 auf 99,2 dagegen gesetzt wurde. Heutige Empfänger schaffen das, die damaligen nicht.
- Den Trick, Feindsender mit Frequenzbelegungen wegzubügeln, hat der Bayrische Rundfunk dann mit Bayern 4 Klassik gegen die Pop- und Rocksender aus Südtirol nochmal gemacht. Weshalb ich auch Klassik als Musik nicht besonders leiden kann. B4 Klassik war zu dem Zeitpunkt fast eine Parallelausstrahlung von Bayern 2, aber halt aufd en Frequenzen, auf denen unsereins gerne was anderes gehört hätte.
Heute kann man Bayern 3 durchaus hören. Es gab aber definitiv Jahre, in denen es eine Strafe war.
Mehr dazu:
http://www.piratensenderbuch.de
Und es gibt auch noch die Site B3History
die ist zwar ein bißchen verklärend, aber Du kannst daran doch erkennen, daß das damals Beamtenradio war.
Autoradio: Ja, Blaupunkt war früher sowas von taub. Aber Röhren waren da nicht mehr drin, die waren viel zu stromfressend. Heute sind Blaupunkt Radios super, aber wegen meiner Erlebnisse früher habe ich sie lange nicht besonders gemocht. Lag aber wohl auch an den blöden “Scheibenantennen”, die damals angesagt waren und die einfach nichts empfingen.
Nun aber Schluß, sonst bekomme ich einen hinter die Löffel wegen zuviel Kommentaren und zuwenig Artikeln. Schönes Wochenende und sei froh, Dein Radio Bremen gehabt zu haben!
arbiter
schrieb am 24. Mai 2008, 11:59 Uhr (Permalink zum Kommentar)@ WOLF-DIETER ROTH:
Nee, mit unseren Hörerlebnissen und Zeittabellen geht das natürlich nicht zusammen, da verhaken sich die Frequenzen zu meinem B3 auf 98,5. Den
Röhren-Blaumann habe ich noch eigenhändig aus der Lloyd-Arabella in einen Ford 12m/P4 verpflanzt und zwei Mal eine nette VALVO wg. Defekt ersetzt.
Klar, war das `n Stromfresser: 1/2 Stunde ohne Motrlaufen Radiohören = Batterie leer.
Sowieso bin ich ganz zufrieden mit dem Uralt-Radio Bremen. Nur mit BR3 heute, das geht mit meinen Hörgewohnheiten trotz Hörfehler nicht mehr so richtig zusammen. Vielleicht sind die ÖR ja auf dem selben Ast wie die Holzmedien? Manchmal denke ich, sie sind rundfunkmäßig schon ein Stück weiter.
Apropos Gottschalk und BR3 aufmischen ohne Konserve: Er in vierrädriger Konserve, ich in anderer bereifter daneben in München in der Paul-Heyse-Straße, und aus den Boxen moderierte BR3-Sendung, Moderator: Gottschalk. Der Clou: Er verklickert den Hörern seinen sooo bescheidenen Lebensstiel samt Untermotorisierung, während er neben mir im kupferfarbenen STA/DB 123-280CE heimwärts gleitet.
p.s.: Und schön fleißig sein, viele, viele Artikel schreiben. Trotzdem ein schönes Weekend!
Wolf-Dieter Roth
schrieb am 24. Mai 2008, 12:47 Uhr (Permalink zum Kommentar)@Arbiter: nee, erstmal Grippe auskurieren, deshalb gips ja nur Kommentare statt Artikeln…in den Komentaren darf man auch mal nur halbanwesend dummes Zeug lallen, in Artikeln darf das nicht passieren. Sonst steht morgen gleich was Lästerliches auf […] oder […].
Ich hatte den B3 auch auf 98,5, die 99,2 kam dann ja nur hinzu, damit man kein Ö3 mehr hören kann. Wirklich gebraucht hat die damals niemand, der Empfang vom Wendelstein war perfekt.
Die ÖRs auf dem Weg der Holzmedien? Ach nein, da hat sich gegenüber damals schon viel modernisiert und die Kollegen dort sind wirlich nicht weit weg von uns. Problem ist nur, daß oben mitunter sehr alte und machtgeile Leute sitzen. Obwohl sich selbst das gebessert hat, aber nur etwas.
Und Gottschalk? Ach, der war noch nie ein Kind von Traurigkeit. Und im Radio echt gut. Im TV dagegen nicht auszuhalten. Und dem Establishment eigentlich immer näher, als sein Benehmen zunächst glauben ließ, in mancher Hinsicht eher Epigone, so nannte er seine erste Sendung ja “Disco 2″. Aber damals mit Pep.
Mir ist ein Gottschalk mit Haus in Malibu immer noch lieber als ein Pleitgen mit Haus bei Köln. Gottschalk war nie aggressiv, hat nie anderer Leute Zeug beansprucht, wollte nur seinen Spaß. Daß er nicht grad ein Philosoph ist, geschenkt. Er bemüht sich jedenfalls, den Menschen Freude zu machen und nicht Streß, auch wenn er mal zu sehr losplappert und seine Halbwertszeit überschritten hat (aber ist das nicht Voraussetzung für eine Karriere im deutschen TV?).
Das ist in Deutschland selten genug. Die meisten machen sich eher Gedanken, wie sie ihren Mitmenschen auf den Wecker fallen statt daran zu arbeiten, wie sie selbst besser dastehen.
Polylux abgesetzt, Multikulti abgeschaltet…?! » ichglotz.TV
schrieb am 24. Mai 2008, 13:07 Uhr (Permalink zum Kommentar)[…] • Bei medienlese.com steht geschrieben: “RBB: Sparen am falschen Ende - Bar jeder Vernunft: Ausg… […]
arbiter
schrieb am 24. Mai 2008, 18:15 Uhr (Permalink zum Kommentar)@ WOLF-DIETER ROTH: Grippe is nich gut. Auskurieren ist immer gut. Viel Erfolg!
Und Gottschalk, na ja, war lustig, er im Benz und ich auch übermotorisiert so nebeneinander, ca. 1976, seine Stimme in Sterreo und das Armutsbekenntnis aus der Konserve. Kontrastprogramm. Als Fernsehabstinenzler interessiert er mich ohnehin längst nicht mehr. Aber er hat Chance auf Rente mit 70 oder so, wie Kuli.
Bei den ÖR werde ich das Empfinden nicht los, sie beten das Mantra der Holzberichterstattung vor. Gut, sie beten heute schneller. Schließlich haben sie das Web im Nacken. Die Privaten sind da auch nicht besser. Und wenn Holz und Rundfunk/TV endlich aus der Probierphase raus sind, den Weg gefunden haben, wie sie Meinungsmache im Griff behalten können, ist das Netz auch keine Alternative mehr. Geht auch ganz einfach schon in die Richtung, titelte mein Provider doch gestern für die Schnellnachricht zu Wowis Stimmverhalten im Bundesrat: “Wowereits Kniefall vor den Linken”. Na bitte, geht doch!
medienlese.com » Blog Archiv » medienlese - der Wochenrückblick
schrieb am 25. Mai 2008, 22:13 Uhr (Permalink zum Kommentar)[…] Der RBB streicht “Polylux”, Moderatorin Tita von Hardenberg gibt Durchhalte-Parolen im Internet: “Von Polylux bleibt Polylog. Nach dem Fernsehen kommt das Netz.” Für das ebenso eingesparte Radio Multikulti machen sich unterdessen Unterstützer stark. Unser Kommentar: “Sparen am falschen Ende.” […]
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stefan niggemeier
schrieb am 22. Mai 2008, 12:39 Uhr (Permalink zum Kommentar)