6 vor 9

Von Ole Reißmann, 5. Mai 2008 08:54 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Falsch und gefährlich
(Das Magazin, Reto E. Wild)
“In welcher Art das Gros der Schweizer Medien über Israel informiert und bewusst oder unbewusst wesentliche Fakten vorenthält, hat sich in den letzten Monaten besonders bei der Berichterstattung über den Gazastreifen gezeigt.”

Gegen den Wellness-Feminismus
(faz.net, dpa)
In Büchern wie “Neue deutsche Mädchen” und “Wir Alphamädchen” wird nur ein Wellness-Feminismus propagiert, ätzte Schwarzer bei der Entgegennahme des Ludwig-Börne-Preises in Frankfurt. Dabei sei Zwangspostitution weiter “ganz und gar ungeil”. Laudator Harald Schmidt war ganz bei ihr: “Zeig mir wo die Girlies sind!”

Hinsehen gegen Nazis
Die Zeit hat die Seite “Netz gegen Nazis” gestartet: “Hier finden Sie alles, was Sie über Rechtsextremismus wissen müssen, täglich mehrmals aktualisiert von unserer Redaktion. Helfen Sie, die zwölf wichtigsten Fragen im Umgang mit Neonazis zu beantworten. Und diskutieren Sie mit anderen Nutzern über Ihre Erfahrungen.” Mit täglicher Presseschau.

Große Erwartungen an Krimiserie KDD
(dwdl.de, Uwe Mantel)
“Aufatmen beim ZDF wie auch bei Kritikern: Die mehrfach preisgekrönte, in Staffel 1 aber eher schwach gelaufene Serie ‘KDD’ startete solide in die neuen Folgen.” Im Fernsehlexikon gibt’s die Langfassung eines Werkstattgesprächs mit KDD-Autor Orkun Ertener von Stefan Niggemeier.

Gott weint jetzt
(Spiegel Online, Antonie Rietzschel)
“16.000 Jugendliche aus evangelikalen Gemeinden und Freikirchen in Deutschland treffen sich von Mittwoch bis Sonntag in Bremen. Sie besuchen Musikfestivals, Seminare, Workshops und Gottesdienste. Es könnte eine große Party für junge fromme Leute sein, aber das ‘Christival’ will mehr - und genau darum ist es so umstritten.”

Willkommen in der Blogosphäre
(Gawker.com, Pareene)
“Atlantic contributor Jeffrey Goldberg started his very first blog this week, with a charmingly naive post mostly about how he knows nothing about blogging … Lord fucking save us.”

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

» Mehr lesen: Alice Schwarzer (3), kdd (2)

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3 Kommentare zu diesem Artikel

  1. arbiter

    schrieb am 5. Mai 2008 um 10:02 Uhr (#)

    Na, ist das nicht süß, oder vielleicht ein klein bißchen falsch und gefährlich? Seit gut einer Stunde möchte ich den Artikel FALSCH UND GEFÄHRLICH lesen und bekomme brav die Anzeige: Fehler - HTTP 404. Zufälle gibts?!

  2. Ole Reißmann

    schrieb am 5. Mai 2008 um 10:15 Uhr (#)

    Hm, komisch ? bei mir geht der Link?!

  3. arbiter

    schrieb am 5. Mai 2008 um 11:30 Uhr (#)

    @ OLE REIßMANN: Irgend ein Scherzbold hat in die URL zwei Quadrate geschmuggelt. Mit Weglassen ginngs direkt zum Artikel, der jetzt auch bei `medienlese.com`wieder zugänglich ist. Dafür geht der Kommentar nun flöten. 2. Versuch:

    Vorab: Israel muß sein!
    Mike Berry/Greg Philo ist eine vergleichende Betrachtung “Israel und Palästina” zu verdanken. Geschichtsschreibung wird immer in den Dienst politischer Interessen gestellt. Berichterstattung folgt dem gleichen Reflex. Medien leben ganz gut davon. Auch wenn es nur eine Wahrheit gibt, von unterschiedlichen Standpunkten betrachtet, verändert sie scheinbar ihren Charakter. Dabei nimmt sie nur denjenigen des Betrachters an.

    David Grün/Ben Gurion gelang 1937 ein Kunststück: er bezeichnete den Widerstand der Araber als gerechtfertigt, qualifizierte diese Resistanze zugleich als Terrorismus. Am 9.4.1948 überfielen Juden die arabische Siedlung Dair Yasim und töteten 108 Araber. Als Reaktion beschloß am 12.4.48 die arabische Liga, sollten die Juden mit Ablauf des britischen Mandates auch noch einen Staat ausrufen, dagegen militärisch vorzugehen. Frei nach Ben Gurion eine 2. Umkehr der Agressorrolle, aus arabischer Notwehr wird Angriffskrieg.

    Seit 1956 und im vorsätzlichen Widerspruch zu UN-Resulutionen ist Israel in Teilen Palästinas Besatzungsmacht. Unter Berufung auf die UNO verlangt Israel zugleich von den Palästinensern ultimativ Einhaltung JEDER UN-Resulution. Zugleich jammert es, die Araber täten genau das nicht.

    Jede Berichterstattung aus Palästina ist schwarz oder weiß oder sonstwie gelogen, dient Interessen. Die Relativierung des Unrechts, das Bestreben, Unrecht jeweils am Gegner festzumachen, hebt Unrecht nicht auf. Ein Staatsterritorium mit dem
    Versprechen einer Gottheit in der Torah gründen und begründen zu wollen, geht am Verständnis JEDER anderen Religion vorbei. Mit den Begrifflichkeiten des modernen Rechtsstaates und des Völkerrechtes geht diese Begründung ohnehin nicht zusammen. Bankrotterklärung aller Politik ist der Umstand, nach und trotz 60 Jahren Israel der Neuzeit keine rechtsverbindliche Struktur für Israel als solches und für Gesamtpalästina gefunden zu haben. Es ist auch ein politische Bankrotterklärung des Staates Israel selbst, der inzwischen seine demokratische Freiheit hinter Mauern wegsperrt, sich selbst einsperrt, glaubt, er sperre damit die Palästinenser aus. Auch das sind eben zwei Wahrheiten eines Sachverhaltes.

    Relativierung des Unrechts mit Zahlen und Zeittabellen ist jene Unsitte krampfhafter Schuldzuweisung, die in moderner Streitkultur Standard ist. Was fehlt, ist Verständigungskultur. Reto E. Wilds Beitrag für DAS MAGAZIN ist in Richtung Konfliktlösung nicht zielführend.

    Die anschaulichsten Beispiele finden sich immer noch in Maxim Gorkis Schule, in der Schule des Lebens. Eltern werden ihre streitenden Kinder kaum fragen, wer wen wie oft geschlagen, wer wieviel Tränen mehr, wer weniger vergossen hat. Verständige Eltern werden den Weg der Verständigung, der Versöhnung, des Ausgleichs, des Friedens unter ihren Kindern suchen und finden. Die unverständigen müssen sich mit Unfrieden arrangieren. Damit sind dann Eltern und Kinder unglücklich. Hauptsache, sie wissen, wer recht hat.


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