6 vor 9

Von Ronnie Grob, 2. Mai 2008 08:54 Uhr, 5 Kommentare Kommentare

Revoluzzer aus dem Netz
(zeit.de, Video, 7:55 Minuten)
Jeff Jarvis (buzzmachine.com) erzählt im Videointerview, wie er 2001 den Schockwellenreiter las und verlinkte. Er glaubt nicht daran, dass man Angst vor Verlust der Privatsphäre haben muss (wie es die ältere Generation hat), sondern daran, dass im Internet etwas zurück kommt, wenn man etwas preis gibt.

Jugenderinnerungen der neuen Rentner
(nzz.ch, ras.)
Rainer Stadler ermüden die Erinnerungen der Medien an die 68er: “Wer bereits mehrere solcher Jubiläen durchgemacht hat, mag sie ermüdend finden. Vor allem dann, wenn diese gleichsam rituell abgehandelt, wenn keine neuen Perspektiven eröffnet werden. Ein Blickwechsel scheint auch im vierzigsten Jahr danach kaum möglich. Das Erzählmuster Memoiren herrscht vor. Im Mittelpunkt stehen wieder die damaligen Akteure, die milde auf ihre wilden Jugendjahre zurückblicken.” Mich ebenfalls: “Die Schildkröte Alter holt jeden - auch den rollenden Stein von 1968” (blog.ronniegrob.com).

Der Schönwettermacher
(weltwoche.ch, Daniele Muscionico)
“An der Spitze des Tages-Anzeigers steht ein Mann, der sich früher ‘Che’ nannte. Anfangs gab niemand Peter Hartmeier eine Chance, heute ist er akzeptiert, was in dieser Redaktion etwas heissen will. Sein Optimismus hat ihm viel geholfen.”

Paparazzi in Bäumen vor Psychiatrie
(taz.de, Ralf Leonhard)
“Amstetten wird seit dem Inzestfall von Reportern belagert. Einige versuchten, sich als Ärzte in das Krankenhaus einzuschleichen, um an Fotos zu kommen.” Dazu: Hyänen am Horrorhaus (zeit.de, Nina Horaczek)

Interview mit Staatsminister Bernd Neumann (exklusiv)
(medienhandbuch.de)
Bernd Neumann: “Die von Ihnen zitierten Untersuchungen zeigen lediglich, dass die Printnutzung junger Leserinnen und Leser ebenso stetig wie deutlich zurückgeht. Sie belegen aber nicht, dass die Zeitungen und Zeitschriften ihre Funktion als politische Leitmedien verloren haben.”

“Infiltration von Meinung”
(faz.net, Michael Hanfeld)
“Es gibt Stücke im Fernsehen, denen schadet ein später Sendezeitpunkt gar nicht. Für den Film ‘Quoten, Klicks & Kohle‘ von Thomas Leif, den das Erste Mittwochabend um kurz nach halb zwölf zeigte, gilt das ganz besonders. Denn nach einem solch peinlichen Stück der Selbstbeweihräucherung und einem solchen Ausmaß manipulativer Techniken muss man lange suchen.”

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

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5 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Torsten

    schrieb am 2. Mai 2008 um 09:18 Uhr (#)

    Merkwürdig - der Faz.net-Link führt zu 401. Technisches oder juristisches Versagen? :-)

  2. Ronnie Grob

    schrieb am 2. Mai 2008 um 09:25 Uhr (#)

    @Torsten: Merkwürdig - bei mir nicht, ich sehe den Artikel, wenn ich auf diesen Link klicke: http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~EC4ED5B165D0F485983314E2507C8D7C2~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  3. Jens

    schrieb am 2. Mai 2008 um 09:29 Uhr (#)

    Was die Reporter da abziehen, ist ja wohl die Größte Schweinerei schlechthin. Ist schon schlimm genug, was die Frau und ihre Kinder da durchgemacht haben, da muss man sie nicht noch zusätzlich belästigen.

  4. Torsten

    schrieb am 2. Mai 2008 um 09:32 Uhr (#)

    In dem Fall wohl: temporäres technisches Versagen.

  5. arbiter

    schrieb am 2. Mai 2008 um 11:33 Uhr (#)

    PAPARAZZI IN BÄUMEN VOR PSYCHIATRIE, und
    manchmal …
    Manchmal wünscht man sich für diesen Elitejournalismus Zensur, Inquisition, Folter, Scheiterhaufen, aber bitte brennende! Unterdessen offenbart sich die Erbärmlichkeit des Rechtsstaates, der keine Handhabe hat, Menschen, seine Bürger, die Opfer vor den Hyänen öffentlicher Sensationsgier zu schützen. Das jämmerlichste Bild aber geben Medien ab, die mit einem sogenannten Presserat ethische Selbstzensur vortäuschen. Stolz darf sein, wer heute nicht Journalist ist, nicht Reporter sein “muß”!


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