Was wie ein verspäteter Aprilscherz klingt, ist eingetroffen: Der Rundfunk Berlin-Brandenburg verklagt Roger Schawinski wegen des Namens seines neuesten Senders!
Roger Schawinski ist ein Energiebündel und eckte immer schon an. Er hatte im Schweizer Fernsehen die Konsumentensendung “Kassensturz” (vergleichbar dem ARD Ratgeber) aus der Taufe gehoben und für den Migros-Konzern die Tageszeitung TAT.
Beide Projekte waren den Chefs von Schawinski zu kritisch und er musste gehen. Doch statt mit 33 Jahren brav Arbeitslosengeld zu beziehen, startete er einen “Piratensender” - Radio 24 aus Italien. Einem Schweizer muß man nicht mehr erzählen, der Rest kann die wilde Piratenzeit von Roger nachlesen. 
Später war Roger Schawinski Programmchef von Sat.1. Jetzt macht er wieder Radio. Und wird prompt wieder als Pirat beschimpft, und zwar als die schlimmste Art von allen - als Markenpirat:
» weiterlesen
Klick mich! Zählerei im Netz
(sozlog.de, Tina Guenther)
“Internetauftritte von Tageszeitungen, Rundfunksendern, Fernsehprogrammen und Mediengruppen sind in keiner Weise mehr durch ihr Ursprungsmedium bestimmt. Folglich werden die Angebote einander immer ähnlicher.”
Paparazzia!
(dasmagazin.ch, Peter Haffner)
Wer ein bisschen berühmt ist, muss in Los Angeles nichts von Belang tun – schon macht es: klick-klick-klick. Ein Frontbericht vom Ort, wo die wilden Fotografen wohnen.
Früher im Fußballverein - heute bei Bohlen
(spiegel.de, Henryk M. Broder)
Talentfreie 16-Jährige, fertiggemacht von Klum, Bohlen & Co.: Pädagogen streiten darüber, ob man Minderjährige zu ihrem eigenen Schutz aus Casting-Shows fernhalten sollte. Das wäre Entmündigung, findet Henryk M. Broder - die Sendungen bieten Chancen für ansonsten hoffnungslose Fälle.
Du bist Style
(tagesspiegel.de, Yoko Rückerl)
Modefans betreiben und bevölkern Fashion-Blogs. Stilbibeln wie ?Elle? sehen keine Konkurrenz.
Latte niedriger gelegt
(coffeeandtv.de)
Wurde der Popstar Shakira beim Sex mit zwei Personen gefilmt? Nein.
“Jahr der unfähigen Blick-Journalisten” droht!
(snoop.alphanet.ch)
Blick Online illustriert eine Geschichte über Kambodscha mit Frauen, die nicht so aussehen, als würden sie aus Kambodscha kommen.
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.
Ugugu, Unreife, unveränderte Gewohnheiten.
Endlich mal erschien ein deutschsprachiger Zeitungsartikel über Weblogs, der nicht in Grund und Boden verdammt werden musste (sogar Thomas Knüwer war davon angetan). Thomas Thiel beschritt in der Frankfurter Allgemeinen eine Reise durch die Blogosphäre, die ihn zu obskuren Orten wie Ingolstadt oder Usingen führte. Wissen würde ich aber gerne, wer dieser Blogger ist, der seine Meinungsbekundungen (vorgetragen “im Dünkel argumentativer Überlegenheit und im Bewusstsein der durch die Anonymität geminderten Rechenschaftspflicht”) standardisiert mit “Ugugu” beginnt.
» weiterlesen
Hörbücher werden weiterhin gerne gekauft. Die zweistelligen Zuwachsraten der vergangenen Jahre scheinen jedoch Geschichte. Dafür boomen Downloads aus dem Internet: ohne Kopierschutz und in hoher Qualität. Sind Hörbuchverlage ein gutes Vorbild für die Musikindustrie?
Auf der Frankfurter Buchmesse wurde das Jahr 2007 noch euphorisch als ?Jahr des Hörbuchs? bezeichnet. Noch nie zuvor hatten so viele Verlage eine so große Anzahl an Neuerscheinungen auf den deutschsprachigen Markt gebracht. Als die Umsatz- und Verkaufszahlen des “Hörbuchjahres 2007″ vorlagen, war nur mehr wenig Begeisterung zu spüren.
Obwohl der Hörbuchmarkt im Vorjahr auf Erfolgskurs lag, blieb der Umsatz mit einem Plus von 2,6% weit unter den Erwartungen – und entwickelte sich schlechter als der gesamte Buchmarkt. Dabei hatte die Hörbuch-Branche im ersten Halbjahr noch jeden Grund zur Freude: der Umsatz steigerte sich um etwa 8% auf 72,3 Millionen Euro. Claudia Paul, Sprecherin des Börsenvereins, zeigte sich schon damals resigniert:
» weiterlesen
Die Neuauflage der britischen Fernsehserie Dr. Who wurde von Pro Sieben nach nur drei Ausstrahlungen mit je einer Doppelfolge sowie dem Piloten schnöde abgesetzt. Die Fans der skurrilen Kult-Serie waren empört, die Sendezeit suboptimal. Nun gibt Pro Sieben dem Doktor mit dem Telefonzellen-Raumschiff eine zweite Chance.
Dr. Who ist ist zurück auf Pro Sieben: Nun sonntags statt samstags, Beginn: Heute! (Bild: Pro Sieben)
Pro Sieben macht sich zur Zeit bei den Science-Fiction-Fans nicht gerade beliebt: Die HD-Sender sind abgeschaltet, die “Geektown”-Serie “Eureka” wird nur in SD ausgestrahlt, aber immerhin mit allen 12 angesetzten Folgen. Der anderen Kult-SF-Serie “Dr. Who” hatte dieses Glück im Februar nicht: Nach nur drei Sendeterminen am 26. Januar und 2. Februar sowie dem Pilotflm eine Woche davor erhielt der charmante Doktor mit seinem Raumschiff mit Optik-Fehler bei Pro Sieben vorzeitiges Landeverbot! 
» weiterlesen
Hörbücher sind weiterhin populär und beliebt, ein Hoffnungsmarkt mit zweistelligem Wachstum für die Verlage. Orientierung will das Magazin hörbücher liefern – und seit der Einführung vor einem knappen Jahr macht es das fast perfekt.

Im Test: Ausgabe 3/2008 vom April
Allgemeiner Eindruck
hörbücher überzeugt auf allen Ebenen: ein breites Themenspektrum, gut aufbereitete Geschichten und Interviews, kompetente Orientierungs- und Kaufhilfe. Eine fast perfekte Zeitschrift, für die auch nach längerem Überlegen wenig Notwendigkeit zur Verbesserung besteht. Hörbuch-Fans können nichts Besseres finden. Nur bei der Website gibt es noch viel zu tun.
» weiterlesen
Wunschwelt-Blasen eines Linkspopulisten: Unser loser Streifzug durch die Welt der Alphajournalisten führt uns diesmal zu Frank A. Meyer, Chefpublizist bei Ringier.

Für ein paar Minuten stand hier ein falsches Foto. Jetzt aber: Blochers Gegenspieler, Frank A. Meyer (Bild [M] Keystone)
Wer als Deutscher über die Schweiz schreibt, der kann eigentlich nur Verkehrtes sagen. Schließlich lässt sich auch die Geschichte des Denver-Clans nur aus der Binnenperspektive fehlerfrei aufdröseln. Ein seltsam verworrenes Land voller Ricola-Kräuterbonbons und granitener Bankfestungen, so erscheint es uns, wo inzwischen fast alle Bewohner für einen Milliardär schwärmen, der ihr Land ausländerfrei machen und in ein zweites Liechtenstein verwandeln möchte, in eine Insel mit drei Bergen (oder so), fern, möglichst fern von Europa –
Aber sind es denn wirklich alle Bewohner, die für diese Schlümpfe schwärmen? Nein, es sind dort vor allem jene Regionen, wo noch die Kuhglocken bimmeln und allnächtlich die Muren zu Tale rauschen, wo die Menschen allem Urbanen Valet sagen möchten, aber trotzdem twittern wollen. Ein einziger Held aber, ein republikanischer Winkelried, der stemmt sich wie der Berner Bär gegen die fortschreitende Provinzialisierung und die große SVP-Dampfwalze des Herrn Blocher. Das ist Frank A. Meyer, die graue Eminenz des Ringier-Presseimperiums. Ein leibhaftiger Linkspopulist!
» weiterlesen
Fantastische 21 Millionen Deutsche sollen “Lohas” sein, nachhaltig- und gesundheitsbewusste Konsumenten. Trotzdem tut sich Burda mit Ivy, der Zeitschrift zum grünen Lifestyle, bisher schwer.

Wer ist eigentlich Jack Johnson?
“Crazy! Sexy ist das neue cool” – oder so ähnlich rief es Ivy auf der Probenummer aus, die wir Anfang Dezember auf medienlese.com vorgestellt haben. Jetzt ist Ivy zurück, eine zweite Ausgabe liegt testweise an Kiosken in München und im Rheinland. Thema diesmal: “Das gute Leben.” Auf der Webseite bittet die Redaktion: “Kaufen Sie’s einfach (es kostet 2,50 Euro), erzählen Sie anderen davon”, denn noch immer ist nicht klar, ob Ivy nun regelmäßig erscheint oder nicht. “Wir testen erst, ob es in Deutschland genügend Menschen gibt, die so denken wie wir …” Prominente Unterstützung für die zweite Ausgabe liefert Richard Dean Anderson, besser bekannt als MacGyver. Immer wieder taucht er im Heft auf und redet vom guten Leben, das er führt. Was für eine hervorragende Idee – weshalb wir uns auch für unsere kleine Rezension Unterstützung geholt haben: Chuck Norris.
» weiterlesen
Kommando platziert gefälschtes Interview in Polylux
(tito.blogsport.de)
?Wir haben die plumpe Internetrecherche von Polylux zum Anlass genommen, die Legende des Speed-Patienten ‘Tim’ zu erfinden und zum Drehtermin ein kleines Schauspiel vorzuführen. Erschreckend, wie einfach es ist, selbst gewählte Inhalte in Massenmedien zu platzieren und so gesellschaftliche Wirklichkeit werden zu lassen.?
Geht sterben
(stefan-niggemeier.de)
Eine Falschmeldung der Nachrichtenagentur AFP zieht weite Kreise und schafft es bis auf die Titelseite der Bild-Zeitung.
Weshalb es der Welt in der Paparazzi-Falle gefällt
(tagesanzeiger.ch, Simone Meier)
Wieso richten sich Celebrities wie Britney Spears oder Amy Winehouse zu Grunde? Weil wir das so wollen. Zum Phänomen einer unseligen Bilderseuche.
Eine topfebene Medienwelt
(nzz.ch, Heribert Seifert)
“Medienkritik hat längst auch beim grossen Publikum Konjunktur. Politiker und Medienwissenschafter bezweifeln, dass die Öffentlichkeit noch angemessen über die wichtigen Themen der Zeit unterrichtet wird. Blogger weiden sich an den Fehlern der ‘Mainstream’-Medien, und immer wieder liefern Journalisten selber desolate Arbeitsplatzbeschreibungen, die nicht dazu geeignet sind, öffentliches Vertrauen in die Nachrichtenübermittler zu rechtfertigen.”
Wie sich Politiker um Kopf und Kragen bloggen
(welt.de, Thomas Vitzthum)
Fast alle versuchen sich dran, doch kaum jemand macht es wirklich gut: Deutsche Politiker veröffentlichen ihre Meinung immer häufiger in Blogs. Das geht aber meist daneben, meinen Experten. Politiker begehen demnach banale Anfängerfehler – etwa, indem sie viel zu selten schreiben.
“Gebt keine Interviews”
(tagesspiegel.de, Sonja Pohlmann)
“Im Fernsehen laufen Sondersendungen darüber, wie einseitig und falsch die West-Medien über China, den Tibet-Konflikt und den Fackellauf berichten. Im Internet wurden Telefonnummern und Privatadressen westlicher Journalisten veröffentlicht – mit dem Aufruf, sie zu beschimpfen.”
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.
Auch wenn jedes Medium seine Vor- und Nachteile hat: Immer noch herrscht Streit zwischen Bloggern und Journalisten. Doch es wäre besser, wenn sich die Liebhaber von bemerkenswerten Inhalten gegenseitig fördern würden, statt sich zu bekriegen.
In einem Blogkommentar las ich diese Woche, medienlese.com pflege einen lächerlichen Hass gegenüber den “bösen Printmedien”. Was mich betrifft, möchte ich das dementieren. Ich liebe und hasse vieles, wenn der Tag lang ist, aber warum sollte ich etwas der Form wegen hassen? Jede Form hat ihre Vor- und Nachteile.
Ich liebe es zum Beispiel, in einem Sessel ein Print-Magazin durchzublättern, hasse es aber, wenn ich ein Zitat daraus abtippen muss, statt wie wie am Laptop Ctrl + C zu drücken und es woanders einzufügen.
» weiterlesen