Florian Rötzer:
Mein Alpha Romeo!

Klaus Jarchow, 22. April 2008 um 10.40 Uhr, 12 Kommentare Kommentare

Der Deutsche Online-Journalismus wäre ohne Telepolis kaum denkbar. Nur leider verliert sich auch Chef Rötzer, der Alphajournalist des New-Media-Zeitalters, bisweilen im Zahlen- und Faktenwirrwarr.

Mir ist es verhältnismäßig egal, ob jemand meine politische Positionen teilt. Davon hängt Sympathie nicht ab. So gingen mir die steilen Thesen eines Matthias Bröckers zu Nine-Eleven am Mors vorbei, unterhaltsam waren seine Telepolis-Artikel allemal. So wie ein dicker Abenteuerroman von Sir John Retcliffe, der wiederum ein ultrakonservativer Kotzbrocken aus dem 19. Jahrhundert war, aber ganz ähnlich wie Bröckers vollgestopft mit hanebüchener Weltverschwörung. Was in meinen Augen bei beiden verzeihlich ist, denn sie können schreiben: der rechte Retcliffe wie auch der linke Matthias Bröckers. Und darum geht es letztlich im Buchstabengewerbe.

Bekanntlich ist das Portal Telepolis aus dem Heise-Verlag das Flaggschiff des deutschen Online-Journalismus. Als virtuelle Artikelabwurfstelle für schreibende Nerds und andere Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine vertritt Telepolis eine geopolitisch antihegemoniale und innenpolitisch eine dezidiert altliberale Position, so in etwa, als wäre ein Gerhart Baum noch immer für Datenschutzfragen zuständig. Politisch ist Telepolis mir daher recht sympathisch.

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6 vor 9

Ronnie Grob, 22. April 2008 um 8.54 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

stern.de für Propaganda missbraucht
(stern.de, Adrian Geiges)
Wie Manipulation funktioniert, begreift man am besten, wenn man selbst davon betroffen ist. Chinas Staatsmedien haben plötzlich ihre Liebe zu stern.de entdeckt, mussten dafür aber meinen Blog, auf den sie sich beziehen, gründlich verfälschen.

Alles oder nichts?
(ejo.ch)
“Ich bin gerne bereit, Ihren Artikel (Ihr Radiomanuskript, Ihren Fernsehbeitrag) durchzugehen” - Gegenlesen klingt wie ein Geschenk, das Medienschaffende vor peinlichen Fehlern schützt. Doch die Faktenkontrolle ist oft das Einfalltor für Begehrlichkeiten bis hin zur versuchten Zensur.

“Deutschsprachige Blogs haben wenig Interesse an Politik und Medienanalyse”
(readers-edition.de, Felix Kubach)
Ein Interview mit Bettina Berendt, die zusammen mit Martin Schlegel und Robert Koch “Die deutschsprachige Blogosphäre: Reifegrad, Politisierung, Themen und Bezug zu Nachrichtenmedien” (pdf, 25 Seiten) verfasst hat. Deutsche Blogs wurden mit US-Blogs verglichen. Die Daten stammen aus dem Mai 2006.

Jeder spielt Reich-Ranicki
(zeit.de, David Hugendick)
Im Internet schreiben Millionen von Laienkritikern. Kein Buch ist vor ihnen sicher. Ist das schlimm?

Interview mit dem Vorstand des Verein gegen den Abmahnwahn
(gulli.com)
Als 2005 die ersten Abmahnungen eintrudelten, war die Panik in der P2P-Szene groß. Heute kann das Thema Abmahnungen wegen Filesharing auf vielen Ebenen nicht mehr ignoriert werden kann: Politik, Gerichte und Bürgerinitiativen beschäftigen sich mit den Gesetzesinitiativen, welche den Rechteinhabern womöglich Tür und Tor zu weiteren Abmahnungen öffnen, aber auch mit Opfern und Gegnern der aktuellen Entwicklung. Steffen Heintsch, Vorstand des Verein gegen den Abmahnwahn e.V., beantwortet einige der wesentlichsten Fragen zum Thema “Abmahnung beim Filesharing”.

Where can “print” reporters go?
(paulconley.blogspot.com)
“As fast as the world of Web journalism is growing, no “print” journalist should assume that there’s a place for him in the new world. The truth is that there are not “places for all those thousands of print-based folks to go.” And don’t kid yourself — we are talking about thousands of displaced journalists. The newspaper industry alone has lost 10,000 jobs in recent months.”

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

In eigener Sache:
Neues Schwesterblog

Florian Steglich, 21. April 2008 um 11.10 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Das Logo von netzwertig.comHeute sei uns ein wenig Werbung in eigener Sache gestattet: Mit netzwertig.com ist vor gut zwei Stunden ein neues Blogwerk-Blog gestartet, das sich mit Themen rund um Web, Internetökonomie und Technologie beschäftigen wird.

Ein “Web/Techblog” nennt es zutreffend Jochen Krisch in seinem Blog. Wert wird nicht auf Vollständigkeit, sondern auf Relevanz gelegt: Nur die wesentlichen und tatsächlich folgenreichen Entwicklungen, Webangebote und Startups sollen behandelt werden. Damit knüpft netzwertig.com an seinen Vorgänger an, das Blog «Beobachtungen zur Medienkonvergenz», das Andreas Göldi drei Jahre lang geführt hat, und das nun mit neuem Namen, breiterer Ausrichtung und größerem Team ausgebaut wird. Neben Andreas Göldi schreiben noch Marcel Weiß (neunetz.com, imgriff.com) als Redakteur und Markus Spath (Museum of Modern Betas, hackr.de) als Autor bei netzwertig.com.

Zum Neustart außerdem noch eine spezielle Lektüreempfehlung: Am Wochenende hat Andreas Göldi nochmal einen kleinen Rückblick auf die wichtigsten Themen der vergangenen drei Jahre zusammengestellt. Daraus ist eine Art Best of der Medienkonvergenz-Artikel geworden - jeder einzelne lohnt sich:

» Rückblick auf drei Jahre «Beobachtungen zur Medienkonvergenz»
» Artikel zum Start von netzwertig.com
» Reaktionen der Blogosphäre auf den netzwertig.com-Start

6 vor 9

Ronnie Grob, 21. April 2008 um 8.54 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Xing, the new media
(blog.handelsblatt.de/adhoc, Julius Endert)
Die Position der klassischen Medien ist bedroht. Doch nicht Onlinemedien schlüpfen in die Rolle von Zeitungen, Magazinen und Fernsehsendern, sondern die neuen sozialen Netze im Internet.

Mit Bloggern auf Augenhöhe
(mmm.verdi.de, Christiane Schulzki-Haddouti)
Die Interview-Serie der Süddeutschen Zeitung zur ?Zukunft der Medien? fiel kürzlich auf mit kampagnenhaften Titelparolen wie ?Google News ist unser Feind?, ?Wir werden von Blogs und Gelaber überflutet?, ?Der Blogger-Schreck? oder ?Blogger gehen nach dem Copy-and-Paste-Prinzip vor?. Dabei zeichnete sich die Serie durch profunde Interviewpartner, eine breite Perspektive, kluge Interviewer und intelligente Antworten aus. Die Titel drücken daher vor allem redaktionelle Skepsis gegenüber der Bloggerwelt aus, verraten jedoch wenig von der Komplexität der sich sehr dynamisch entwickelnden Blogosphäre. Dabei könnten Journalisten von Bloggern gleich in mehrfacher Hinsicht lernen.

Süddeutsche Zeitung: Das große Schweigen
(taz.de, Steffen Grimberg)
Die Pressestelle der “Süddeutschen” ist dicht, Transparenz für die neuen Besitzer ein Fremdwort. Dafür denken sie über eine Gratiszeitung nach.

“Mopo” und Mordio!
(spiegel.de, Peter Luley)
Steuert die “Hamburger Morgenpost” in die Katastrophe? Außerordentliche Betriebsversammlungen, eine zensierte Mitteilung in eigener Sache und jetzt ein Statthalter, der die Sparkur eines britischen Großinvestors verteidigt: Bei dem Traditionsblatt geht es hoch her.

“Einen Fake hat man exklusiv”
(tagesspiegel.de, Achim Fehrenbach)
Der gefälschte Zeuge in der Sendung “Polylux” ist nur ein weiterer Fall in der langen Geschichte von Medien-Fakes. Benjamin Denes hat sich in seiner Magisterarbeit “Fälschungen im Journalismus” beschäftigt. Ein Interview.

Der liebe Herr Blumencolo
(taz.de, Oliver Gehrs)
Good guy & good guy: Die Zeiten der Denkverbote und der Angst vorm Chef sind vorbei. Nach 100 Tagen ohne Aust ist die Stimmung beim Spiegel so gut wie nie.

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

medienlese - der Wochenrückblick

Ronnie Grob, 20. April 2008 um 21.16 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Bloghasser in der Schweiz, Kehrtwende beim Handelsblatt, Welt am Sonntag mit Aprilscherz.

Bruno Habegger vom PC Tipp schrieb eine Kolumne, “um wenigstens einmal im Leben im Medienlese-Blog erwähnt zu werden”. In einem surrealen Versuch, seine Leser zu verwirren mit Fenstern, die man fallen lässt, um sie anderen an die Wange zu klatschen (gemeint waren gecopypastete Meinungen), outete er sich als Bloghasser (obwohl es keine Rolle spiele, ob man Zeitungspapier oder Bildschirme mit Buchstabenmist bestreiche). Mit seiner Abneigung gegen dieses Medium war er nicht alleine. Auch Annina Haab (16) nannte sich blogophob, wie das slug-Blog kolportierte. Warum auch nicht: Ich halte es für rechtmässig, etwas nur seiner Form wegen zu hassen.
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Britannica auf Blogger-Kuschelkurs

Ole Reißmann, 20. April 2008 um 13.24 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Tausche Wissen gegen Klicks: Die Encyclopaedia Britannica gewährt Bloggern jetzt auf Antrag kostenlosen Zugang zu ihren Datenbeständen. Artikel können verlinkt und komplett abgerufen werden.

Encyclopaedia Britannica (Bild M cc:Stewart)
Praktischer allemal: Britannica im Netz (Bild [M] cc:Stewart)

Blogger müsste man sein: Auf Antrag gibt es einen kostenlosen Zugang zum definitiven Nachschlagewerk der Holzära, der Encyclopaedia Britannica. Ansonsten kostet der 51 Euro im Jahr. Gestern habe ich also das Online-Formular ausgefüllt und um Freischaltung gebeten – heute Morgen war es soweit. Ich habe nun vorerst für ein Jahr kostenlosen Zugang. Es wird noch besser: Links, die von medienlese.com auf Artikel der Britannica verlinken, führen direkt auf den kompletten Artikel.

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Zeitungen in den USA:
2400 Stellen weniger

Ole Reißmann, 19. April 2008 um 13.10 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Keine guten Nachrichten aus den USA: Im vergangenen Jahr gab es 4,4 Prozent weniger Jobs für Journalisten. Selbst im Krisenjahr 2001 fielen nach einer Studie nicht so viele feste Stellen in Zeitungsredaktionen weg.

Redesign des Virginia Pilot im Juni 2007 (Bild Newsdesigner)
Buntes Business: Redesign des Virginia Pilot (Bild Newsdesigner.com)

Die American Society of Newspaper Editors hat 1411 Tageszeitungen in den USA nach der Stellensituation befragt – 924 antworteten, für den Rest wurden Schätzung anhand der Auflagenzahlen berechnet. Demnach gab es im vergangenen Jahr in den Zeitungsredaktionen 2400 weniger feste Stellen. Dabei bemühen sich in den USA viele Redaktionen um eine moderne, zeitgemäße Leseransprache. Die Tageszeitungen werden “magaziniger”, große Fotos unterstützen die Geschichten, der Wirtschaftsteil lockt mit bunten Grafiken und Illustrationen. Noch dazu sind die Zeitungen viel kleiner als die großen, deutschen Papiersegel im nordischen Format. Newsdesigner.com sammelt mal mehr, mal weniger regelmäßig diese Beispiele. In Amerika wird also alles schon längst so gemacht, womit hier erst Frankfurter Rundschau und Welt Kompakt (junge) Leser locken.

Allein zu helfen scheint es nicht. Weniger Anzeigen, weniger Leser, weniger Stellen in den USA. Rick Edmonds schreibt auf Poynter Online:

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Meine eigene Zeitung

Ole Reißmann, 18. April 2008 um 15.23 Uhr, 6 Kommentare Kommentare

Mit der Webanwendung Journalizer können Texte und Fotos im Internetbrowser zu einer PDF-Zeitung zusammengestellt werden. Nette Spielerei oder ernsthafte Anwendung?

“Spitzentypographie leichtgemacht” – die Macher von Journalizer versprechen viel. Mit ihrer digitalen Formatvorlage sollen sich auch Laien am Computer ihre eigene Zeitung oder ihr eigenes Magazin zuammenklicken können. Ohne Layout-Programm. Die ersten vier Seiten sind kostenlos, zum ausprobieren braucht es nur eine E-Mailadresse.

Journalizer im medienlese.com-Test

Wir haben das Programm der Firma Freisatz aus Münster ausprobiert und unsere eigene “ansehnliche Zeitung” mit Journalizer erstellt. Und das ging so:

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Nationale Initiative Printmedien:
Schlechte Medizin

Klaus Jarchow, 18. April 2008 um 11.32 Uhr, 15 Kommentare Kommentare

Schuld ist nur die doofe Jugend: Den Leitmedien laufen die Leser weg. Jetzt sollen die Nichtleser mit einer Kampagne zum richtigen Medium geführt werden. Nur wer zeigt den Printmedien den Weg zu potentiellen Lesern?

Zeitungsleser der Zukunft? (Bild KEYSTONE/Photolibrary.com/LISA BATTAGLENE)
Bitte immer schön Zeitung lesen (Bild Keystone)

Miese Argumente treiben mich die Wände hoch. Vor allem dann, wenn sie aus jenem Bereich kommen, wo Tausende von intelligenten Menschen eine ‘Medienlandschaft’ formen. So fiel am 17. April der Startschuss für die ‘Nationale Initiative Printmedien’, von der hier die Rede sein soll. Den Hintergrund bilden die sattsam bekannten Veränderungen dieser Medienlandschaft: vor allem das unübersehbare Baumsterben dort und die Ausbreitung gelber Steppe, wo einst grüne Weiden lagen.

Der Schirmherr der Veranstaltung, der Kulturstaatsminister Bernd Neumann erläuterte uns Sinn und Zweck der Veranstaltung folgendermaßen:

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6 vor 9

Ronnie Grob, 18. April 2008 um 8.54 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Nur fad
(sueddeutsche.de, Thomas Becker)
Es klingt furchtbar rückwärtsgewandt, muss aber jetzt sein: Der “Scheibenwischer” ist bei sehr weitem nicht mehr das, was er mal war. Er ist nur noch: belanglos. Besserung nicht in Sicht.

Glückwunsch: Gruner+Jahr zeichnet sich selbst aus
(blog.dummy-magazin.de, Oliver Gehrs)
“Wir können hier exklusiv schon mal vorab die Gewinner verkünden, denn in den sechs journalistischen Kategorien sind ausschließlich Arbeiten aus Gruner + Jahr-Zeitschriften nominiert. Es sind: Stern, stern.de, Neon, Living at home, view und Brigitte. Herzlichen Glückwunsch!”

“China kennt verschiedene Formen der Internetzensur”
(tagesschau.de, Irena Güttel)
Wie ist es möglich, dass ein Staatsapparat anscheinend in der Lage ist, den Internetverkehr zu überwachen? Wie macht ein Staat wie China klar, was online nicht erwünscht ist? Und wieso halten sich die User dran? tagesschau.de sprach darüber mit dem Asien-Experten des Chaos Computer Clubs, Ohlig.

Aufhören mit dem Gejammer!
(davidbauer.ch)
Ein Abgesang auf den Abgesang: Der Journalismus lebt - wenn die Branche den Wettbewerb endlich annimmt.

There’s no such thing as ‘off the record’ anymore
(ojr.org, Robert Niles)
“Let’s just get this on the record — there is no such thing as “off the record” anymore.”

Polylux in eigener Sache - wie wir auf das Glatteis geführt wurden
(polylog.tv, Video, 4:00 Minuten)
“Auch Journalisten kann man veräppeln. Dafür an dieser Stelle unsere sportlichen Glückwünsche.”

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

 
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