Meine eigene Zeitung
Von Ole Reißmann am 18. April 2008 um 15:23 Uhr Kommentare (6)
Kategorien: Online
Mit der Webanwendung Journalizer können Texte und Fotos im Internetbrowser zu einer PDF-Zeitung zusammengestellt werden. Nette Spielerei oder ernsthafte Anwendung?
“Spitzentypographie leichtgemacht” – die Macher von Journalizer versprechen viel. Mit ihrer digitalen Formatvorlage sollen sich auch Laien am Computer ihre eigene Zeitung oder ihr eigenes Magazin zuammenklicken können. Ohne Layout-Programm. Die ersten vier Seiten sind kostenlos, zum ausprobieren braucht es nur eine E-Mailadresse.

Wir haben das Programm der Firma Freisatz aus Münster ausprobiert und unsere eigene “ansehnliche Zeitung” mit Journalizer erstellt. Und das ging so:

Die erste Entscheidung: Die Stilrichtung. Für die Printausgabe von medienlese.com entscheiden wir uns für ein klassisches Zeitungslayout mit Serifenschrift. Das Format ist DIN A 4, damit der heimische Drucker die Zeitung dann auch ausspucken kann.

Die Seitenansicht: Journalizer gibt Container vor, die wir mit Texten und Fotos befüllen können. In der linken Spalte sind alle unsere vier Seiten zu sehen, mit einem Klick auf das Symbol unter der Miniatur-Seite kann zwischen verschiedenen Seitenaufteilungen gewechselt werden. Elemente selber umbauen geht nicht, so geht der sorgsam ausgewählt-gewogene Gesamteindruck der Vorlagen nicht verloren.

Ein Titel muss her – in der Vorlage ist dafür ein Bild vorgesehen. Mit einem Klick auf das Feld öffnet sich eine Upload-Funktion. Das hochgeladene Bild kann anschließend noch vergrößert oder verkleinert werden und in dem Kasten positioniert. Wir laden unsere medienlese.com-Grafik hoch, vergrößern sie etwas und schieben sie ein Stück nach links.

Danach wird das Bild in die Seite eingebaut – das dauert. Leider ziemlich lange.

Geschafft: Das Bild ist drin. Aber ist die Auflösung auch gut genug? Eine kleine Internet-Grafik auf Seitenbreite vergrößert? Warnungen oder Hinweise gibt es nicht. Egal. Wird schon. In der Voransicht sieht es jedenfalls gut aus.

Gleich noch ein Bild: Schon im Upload-Formular kann eine Bildunterschrift eingegeben werden. Das Bild ist drin, jetzt kommt der Text dran. (Es ist übrigens dieser Beitrag.)

Einfach kopieren geht allerdings nicht. Der ursprüngliche Text ist formatiert, mit Links und Einschüben für die Zitate. Beim Kopieren geht das alles mit rüber in das Eingabeformlar. Das ist wohl zuviel für Journalizer, der Klick auf Speichern lässt das Eingabefeld verschwinden. Den Text auch. Eine Fehlermeldung gibt es nicht.

So geht es: Vorher den Text in eine Textdatei kopieren, damit die Formatierungen verschwinden, dann erst in Journalizer. Nur ist der Text natürlich viel zu lang und muss gekürzt werden. Dass er auf der zweiten Seiten fortgesetzt werden soll, kann nicht eingestellt werden. Könnte man aber manuell machen. Jetzt noch einen Text einfügen und fertig ist die erste Seite! Das Ergebnis gibt es als PDF.
Das Befüllen der Container ist mit Journalizer tatsächlich sehr einfach. Zur versprochenen Spitzentypographie ist es von hier aber noch ein hartes Stück Arbeit: Damit die Zeilen gut fallen, muss immer wieder auf das Textfeld geklickt werden, um andere Wörter mit mehr oder weniger Buchstaben einzusetzen. Das erfordert eine Menge Geduld und bewahrt den Typo-Laien nicht vor Hurenkind und Schusterjunge. Auch rettet es die ambitionierten Hobby-Publizisten nicht vor schlechten Bildern. Aber so ist das eben mit Formatvorlagen, und wer zuviel Angst vor den entsprechenden Vorlagen von Word & Co. hat, weil dort mit vielen Buttons und Funktionen viel schief gehen kann, mag sich an den einfachen Journalizer-Funktionen erfreuen. Die strikten Vorgaben von Journalizer verhindern die schlimmsten Layout-Unfälle. Zum Beispiel kann nicht einfach die Schriftart für einen Artikel unleserlich klein gesetzt werden, weil der Text doch eben so lang ist. Journalizer zwingt den Text in die Form und die Schreiber zur Kürze.
Mit Journalizer kann man sich wie auf einer Redaktion fühlen: Der Text muss in die Maske, die Zeilenlänge muss stimmen. Das Prinzip ist dasselbe. Nur erlauben die echten Redaktionssysteme mehr Formenvielfalt auf der Seite, und wenn alles klemmt, kann jemand vom Layout noch ein wenig was drehen.
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6 Kommentare
Zu dem Teil kann ich einen ganz kurzen Kommentar geben:
“Vergiß es”
Eine Spielerei wie FeedJournal.
martin
schrieb am 18. April 2008, 16:37 Uhr (Permalink zum Kommentar)…und das ergebnis???
[…] fertig ist die erste Seite! Das Ergebnis gibt es als PDF.
schade, dass das hier im beitrag nicht auch noch als pdf drin ist. hätte ich doch wirklich gerne einen blick auf die endversion geworfen - wäre schön, wenn das noch nachgeholt werden kann :)
Ξ "Journalizer": Zeitung machen mit Online-Tool Ξ UPLOAD - Magazin für digitales Publizieren Ξ
schrieb am 20. April 2008, 13:53 Uhr (Permalink zum Kommentar)[…] Reißmann testet auf medienlese.com den neuen Dienst Journalizer der Firma Freisatz aus Münster. Das Versprechen: “Mit […]
Lesenswert Vol.1 aus dem Rebellenidyll - Das gebloggte Refugium.
schrieb am 20. April 2008, 20:17 Uhr (Permalink zum Kommentar)[…] Meine eigene Zeitung: Test des neuen Dienstes Journalizer (via UPLOAD) Abgeworfen in Buntes Allerlei | […]
Print ist nur halbtot: Zeitungmachen via Webanwendung
schrieb am 20. April 2008, 21:10 Uhr (Permalink zum Kommentar)[…] der Seiten (währenddessen ich diese Zeilen schreibe). Ole Reißmann von medienlese.com hat sich Journalizer im Detail angeschaut und beschreibt die Produktionsschritte. Vergessen hat er lediglich, das Endprodukt darzustellen, […]
Philippe Welti · Kommunikation: Verstehen, was ist. » Jeder sein eigener Zeitungsmacher
schrieb am 21. April 2008, 09:08 Uhr (Permalink zum Kommentar)[…] Jeder sein eigener Chefredaktor. Jetzt kann man auch ohne Layoutprogramm eine eigene Zeitung lancieren - mit “Spitzentypographie”. Journalizer machts auch für Laien möglich. Die Kollegen von der “Medienlese” habens ausprobiert. Mehr… […]
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Jochen Hoff
schrieb am 18. April 2008, 15:47 Uhr (Permalink zum Kommentar)