Relevanz-Firlefanz:
2482 Zeichen über Twitter

Ole Reißmann, 15. April 2008 08:49 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Twitter ist schon ein Jahr alt – ein Erdenjahr, kein Internet-Hunde-Dreifachjahrzehnt. Sogar die Zeit hat damals schon über Twitter geschrieben. Auf Zellstoff! Vor einem Jahr! Trotzdem glauben viele immer noch an eine bahnbrechende Netz-Revolution.

Der Newsfluss quillt über vor Twitter-Postings – man könnte glauben, dass hier etwas noch unbegreiflich wichtiges passiert. Dabei ist Twitter nicht das neue heiße Ding. Vor einem Jahr, am 19. April 2007, stand es schon in der gedruckten Zeit:

Der Erfolg basiert auf der schlichten Frage: »Was machst Du gerade?« Die kurzen Antworten, die aus aller Welt hereinströmen, verbreitet Twitter über das Internet und auf Wunsch auch per SMS.

Überhaupt die Zeit: Lange, bevor aus dem Springer-Hochhaus getwittert wurde, und lange, bevor die betriebsratsnahen Mopo-Sympathisanten-Insider damit wieder aufhören mussten, wurde der neue Chef von Zeit Online via Twitter bekannt. Hui! Aus der Redaktion der Welt Kompakt hingegen hieß es gestern Nacht zu später Stunde nur: “round midnight. time to go. see you tommorow. same time, same place, same channel. sleep well. stay safe.” Zielgruppengerechte Ansprache, denkt man.

Bisher keine Lust gehabt auf noch so ein nerviges Blogger-Ding? Schon dem ersten Blog-Hype mißtraut? Alles nur relevanzloses Geblubber? Also schnell ein paar Worte zu Twitter. Dazu muss man schon im Archiv graben. Zum Beispiel bei Spiegel Online, wo auch schon vor einem Jahr über das weltweite Zeichensetzen geschrieben wurde:

Vor allem kann man auch per Handy an Twitter teilnehmen. Denn durch die Beschränkung auf 140 Zeichen passen Twitter-Texte in eine SMS, können also vom Handy und ans Handy geschickt werden. [...] Ganz gleich, wo ich mich herumtreibe und mit welchem Endgerät ich und meine Freunde mit dem Netz verbunden sind, die Kommunikation klappt immer.

Wer jetzt immer noch Twitter-Nachhilfe braucht, findet in den sogenannten Blogs im Internet diverse ähnlich lautende Anleitungen zum vernetzten Dasein. Im 2-Blog zum Beispiel, aus dem wir gleich mal eine wichtige Funktion zitieren:

@username
Das @-Zeichen verlinkt den Namen, der dahinter steht. Schreibt man es am Anfang der Nachricht wird es als Antwort gewertet und der andere User sieht es bei seinen Replies.

Gleichzeitig schmeißen die ersten schon hin, müssen sich vom Mikro-Blogging verabschieden. Wenn zu viele mitmachen und sogar schon die Welt Kompakt twittert, ist das nerdige Phänomen keine elitäre Nische mehr. Also schnell Twitter-Bashing für die Klicks.

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  1. Relevanz ist Firlefanz.* at ***textilvergehen***
    (24. Januar 2009 16:36)

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